• Guten Tag, mein Name ist Peter.

    Seit mehr als 30 Jahren bin ich mit meiner lieben Frau Martina, und fürsorglichen Mutter von vier Kindern verheiratet. Unser Zuhause befindet sich in Süddeutschland am Bodensee.


    Am 28.05. hat meine Frau die Diagnose Brustkrebs entgegen nehmen müssen. Ein natürlich schwerer Schock, verbunden mit vielen Fragen steckt in uns. Ich habe mich als Ehemann bei der Frauenselbsthilfe angemeldet und hoffe nun einiges über diese Krankheit von selbst Betroffenen hier zu erfahren. Für jeden Hinweis bin ich dankbar. Seit der Diagnose haben sich meine Prioritäten komplett geändert. Die Unterstützung meiner Frau diese Krankheit zu meistern ist nun meine Aufgabe die ich gerne annehme.


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Peetloos , sei herzlich willkommen.

    Ich finde es schön, dass Du Deine Frau unterstützen möchtest und Dir selber hier Hilfe holen willst.

    Wisst Ihr denn schon, welche Tumorformel Deine Frau hat, und wie es behandlungstechnisch weitergeht?


    Wir alle hier kennen die Angst und den Ausnahmezustand, wenn man die Diagnose erhält, die Welt scheint stehenzubleiben.

    Und für Angehörige ist es oft noch schwerer, da sie sich so hilflos fühlen.


    Du kannst hier alles fragen, Deine Sorgen loswerden, etc.

    Wenn es aber psychisch sehr bedrückend wird, dann kann man sich auch psychoonkologische Unterstützung holen.

    Das habe ich auch gemacht und mein Mann war auf eigenen Wunsch auch ein paar Mal mit, das hat uns beiden sehr gut getan.


    Ihr seid sicher noch voll im Schock, deshalb scheu Dich nicht, uns Deine Sorgen mitzuteilen.


    Liebe Grüße

    Milli

  • Hallo Peter alias Peetloos !


    Sei willkommen auf dieser Seite, auch wenn es echt schönere Plätze zum Kennenlernen gibt.

    Bei Deiner Vorstellung wird mir warm um´s Herz. Einen solchen Mann kann eine Frau sich nur wünschen :); besonders in einer solch stürmischen Zeit, die da auf Euch zukommt. Aber seid guten Mutes; Ihr werdet das Schiff durch die Stürme lenken und sicher in den Hafen kommen. Mit Dir als tragfähige Stütze an der Seite ist schon viel bereit, was man als Frau in diesem Sturm braucht. Diese Diagnose zieht einem zuerst einmal den Boden unter den Füßen weg, aber man landet wieder und nimmt den Stab auf.


    Ich komme aus einer anderen "Fraktion", aber gerade zum Thema Brustkrebs ist hier bereits ganz viel Informatives und Hilfreiches geschrieben worden. Lies´Dich bzw. lest Euch durch die Themen. Aber nicht zu viel auf einmal, sonst erschlägt einen die Flut. Und befragt nicht "Mr. Google", das wird hier immer wieder betont und macht nur Streß. Die Informationen sind oft nicht auf dem aktuellen Stand und verunsichern oftmals mehr, als sie helfen.

    Schreibt Eure Fragen auf und nehmt die Liste zu den Arztgesprächen mit. So, wie es aussieht, wirst Du Deine Frau begleiten. Es ist sehr hilfreich, wenn eine vertraute Person dabei ist, weil man als Betroffene leider so gestreßt ist, dass man das eine oder andere gar nicht hört oder falsch versteht.

    In der Regel werden anfangs etliche Untersuchungen durchgeführt, damit die behandelnden Ärzte genau sehen, womit sie es zu tun haben, und dann wird das Behandlungskonzept, hier oftmals "Schlachtplan" genannt, erstellt. Und dann heißt es: "Augen zu und durch!"

    Der Weg wird des öfteren steil und steinig sein, oder um beim Bild des Schiffes zu bleiben, manche heftige Bö wird Euer Schiff treffen, aber der Hafen heißt Heilung, und das ist das Ziel!


    Dazu wünsche ich Euch ganz viel Kraft, Mut, Vertrauen und alles, was Ihr sonst nötig habt! :thumbup:

    lg an den schönen Bodensee ML

  • Danke für die nette Begrüßung,

    Marie; danke für deine aufbauenden Zeilen. Sehr nett zu lesen.

    Milli; wir haben noch keine richtige Diagnose, bzw. Tumorformel. Und sorry, die Fachbegriffe sind mir noch nicht geläufig.

    Wir waren am Dienstag dieser Woche beim Hausarzt. Dieser hat uns gleich ins Brustzentrum mit Überweisung zur Weiterbehandlung geschickt.

    Im Brustzentrum dann Ultraschall, und noch eine 2 Aufnahme der Brust. Leider habe ich den Begriff dafür vergessen. Es war einfach zu viel an einem Nachmittag. Nach der 2. Aufnahme dann Gespräch beim Oberarzt. Der Tumor ist deutlich zu sehen, auch die L Knoten sind deutlich vergrößert. Nächste Woche Mittwoch erfolgt dann die Biopsie.

    Ist es normal, dass so viele Tage vergehen bis zum nächsten Schritt?

    Meine Frau hat ganz schön Schmerzen im unteren Rücken und ist sehr geschafft. Oft müde und schläft sehr lange. War das bei Euch ähnlich?


    Ich bin dankbar für jeden Hinweis. Liebe Grüße Peter

  • Lieber Peetloos ,


    Du musst auch keine Fachbegriffe kennen, die, die Du hier liest, sind für uns zu einer Art Normalität geworden.

    Am Anfang ging es uns wie Dir und Deiner Frau, wir waren erschlagen von all dem, was auf uns einschlug.

    Wir hatten den Tipp bekommen, alles mit zuschreiben, was bei uns mein Mann machte, Stichwortartig, ist aber gut für weitere Fragen.

    Der Termin eine Woche nach Diagnose liegt im normalen Zeitrahmen, ihr werdet, bis die Behandlung losgeht noch viel Geduld mitbringen müssen, das ist echt die schwierigste Zeit, die mürbe macht.

    Und Deine Frau kann froh sein, Dich zu haben, ohne jemanden an der Seite ist es sehr viel schwerer.

    Seit wann ist Deine Frau denn so müde?

    Wenn es seit der Diagnose ist, ist es auch normal, das ist ja erst einmal ein Schock, mir tat auch auf einmal der Rücken weh, hatte Angst vor Metastasen, aber es war nur die Anspannung.

    Mein Onkologe sagte damals einen guten Satz: "Jetzt alles Schritt für Schritt und nicht schneller denken."

    Und das ist so schwer, aber auch ihr werdet das schaffen, davon bin ich überzeugt.

    Dir Hilfe zu holen, ist schon mal ein guter Schritt.

  • Lieber Peetloos ,


    zuallererst begrüße ich Dich auch recht herzlich bei uns im Forum der Frauenselbsthilfe nach Krebs.


    Dir geht es so wie vielen anderen - die Diagnose ist da und dann scheint es ewig lange zu dauern, bis es mit der Behandlung losgeht. Das macht zuerst Sorgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Brustkrebs zumeist kein Notfall ist und dass die Zeit bleibt, die Untersuchungen durchzuführen. Denn z.B. kann erst durch die Biopsie fesgestellt werden, welche Art von Brusttumor bei Deiner Frau vorliegt und wie sich - daran orientiert - die Behandlung gestalten wird.


    Die Wartezeit bis zu den Untersuchungen und bis zum Vorliegen der Ergebnisse ist schwer auszuhalten. Es ist eine Zeit großer Anspannung, die auch zu unerklärlichen Schmerzen oder zu großer Müdigkeit führen kann.


    Vielleicht schafft Ihr es - und sei es auch nur für kurze Zeit - Euch ein bisschen von der Diagnose abzulenken. So kreisen die Gedanken nicht ausschließlich um die Diagnose. Denn zumeist ist die Fantasie, was alles auf einen zukommen könnte, schlimmer als jede Realität. Und bitte denkt immer daran, dass Brustkrebs heutzutage zumeist sehr gut behandelbar ist und dass die meisten Frauen nach Abschluss ihrer Therapien nie wieder mit dieser Erkrankung zu tun haben.


    Ich wünsche Euch, dass Ihr diese Wartezeit gut hinter Euch bringt und dass die Ergebnisse der Untersuchungen so gut wie irgend möglich sind!


    Herzliche Grüssles


    Saphira

  • Lieber Peetloos , also was mal klar ist, das noch nix klar ist:*

    Nur die Biopsie gibt zu 100 % Aufschluss obs bösartig ist. Aktuell ist alles spekulativ und Hellseherei.

    Das hilft Euch zwar im Moment nicht, weil man trotzdem im Ungewissen ist und man warten muss bis es Klarheit gibt.

    Aber noch gibt es Hoffnung. Man darf auch nicht vergessen, das 4 von 5 Knoten gutartig sind.

    Schmerzen im Rücken kann viele Gründe haben, der unwahrscheinlichste ist Krebs.

    Müdigkeit kann auch Frühjahrsmüdigkeit sein.

    Natürlich kann es bösartig sein und dann geht die Welt aber glücklicherweise nicht unter. Brustkrebs gehört heute zu den am besten therapierbaren, mit einer Heilungsquote von 80-90 %.

    Den Horror der Wartezeit kann einem leider niemand abnehmen, das ist wirklich furchtbar.

    ich drücke Euch für die Biopsie ganz fest die Daumen:*

  • Hallo Ronda,

    Vielen Dank für deine lieben Zeilen. Ich bin glücklich, dass man hier im Forum offen kommunizieren kann.

    Und ich freue mich über jeden Hinweis bzw. Ratschlag.


    Liebe Grüße Peter


    Hallo Saphira,

    Auch dir lieben Dank für die herzliche Begrüßung. Ich habe heute schon viel für mich nützliches lesen dürfen.

    Der Austausch hier im Forum ist viel anspruchsvoller als im Internet zu googeln.


    Lieben Gruß Peter

  • Hallo Peetloos


    du darfst hier alles fragen, Hinweise geben bevor klar ist, was genau Sache ist, ist etwas schwer. Aber ja, der Anfang ist schwer, warten auf genaue Ergebnisse ist ein hartes Los. Warten bis auf Mittwoch müsste nicht unbedingt sein, aber es macht auch keinen großen Unterschied, wenn relativ klar ist, dass es bösartig ist, ist das nur ein Teil des Wegs. Bei Biopsie wird wahrscheinlich Brust und eventuell auch Lymphknoten Biopsiert. Unangenehm keine Frage, aber nur kurz. Möglich, dass Brust dann grün und blau wird. Dann nochmals bis zu 10 Tagen warten auf das endgültige Ergebnis.


    Eventuell wird dann schon ein Termin für den Port gesetzt, oder weitere Staging Untersuchungen angeleiert ( Körper komplett). Dann wieder warten auf Ergebnisse und die Tagung der Tumorkonferenz. Danach geht es sehr schnell, dass die Therapie anfängt. Je nach Größe und Art des Tumors eine Chemo /OP / Bestrahlung in normalerweise dieser Reihenfolge, kann aber auch anders sein.


    Ihr könnt für die eventuell kleinen Kinder eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse beantragen. Bei 4 Kindern würde ich das auf jeden Fall versuchen, auch wenn es nur Hausaufgaben sind die überwacht werden müssten.

    Vor Chemo ( Falls Chemo) eine Perücke bei Bedarf organisieren ( Rezept vom Arzt trägt einen Teil der Kosten).

    Für die Chemo bekommt ihr (ich sage Ihr, denke das passt schon) einen Taxi Schein.


    Falls Chemo kannst du mit ca 6 Monaten rechnen für die Chemo Prozedur.

    Dann OP, und falls Bestrahlung dauert das ca 1-2 Monate. Dann Reha. Beim kompletten Paket Chemo-OP-Bestrahlung kann man gut und gern 1 Jahr einrechnen, in dem deine Frau mal mehr mal weniger fit ist.


    Das sie jetzt viel schläft ist wohl eher ein Segen als Fluch, viele sind so panisch/gestresst am Anfang, dass sie überhaupt nicht mehr schlafen können. Außer das wirkt sich in eine Depression aus, ansonsten ist es sicher gut sie schläft viel. Das Prozedere braucht Kraft.


    Alles Gute Euch

  • Guten Morgen Vael,

    Vielen Dank für die Zusammenfassung was uns in den nächsten Monaten erwartet. Jetzt habe ich mal ein Zeitfenster. Das die Auswertungen der Proben so lange dauert hätte ich nicht gedacht! Da hatte ich eher 24 Stunden im Kopf.

    Und gut zu wissen was Betroffenen seitens der Kasse gewährt wird.

    Unsere Kinder sind bis auf der Kleine, (22J) ausser Haus und haben teilweise schon eigene Familien.

    Kannst du mir noch sagen mit wie vielen Tagen stationären KH Aufenthalt ich rechnen muss? Sicherlich ist das auch sehr unterschiedlich, aber mal grob gerechnet würde mir schon reichen.


    Viele Grüße Peter

  • Peetloos


    Ich war zur OP nur 2 Nächte im KH. Von Freitag Morgen bis Sonntag Mittag. Keine Schmerzen. Nur etwas flügellahm.

    Aber auch das wird, wie so vieles etwas anders gehandhabt. Manche Frauen bleiben auch 3 oder 4 Nächte. Je nach dem, wie die Wunde sich verläuft und wieviel Wundflüssigkeit in die Drainage läuft.


    Den Krankenhausaufenthalt habe ich wirklich als am angenehmsten vom gesamten Procedere empfunden.


    liebe Grüße, S.

  • Peetloos , herzlichen Willkommen in diesem Forum. Ich finde es schön, das Du Deine Frau so unterstützt und Dir Wissen aneignen möchtest was die Krankheit angeht. Ich drücke Euch jetzt erst einmal fest die Daumen für die (wie ich finde) schlimmste Zeit...die Untersuchungen die kommen und die ständige Wartezeit auf die Ergebnisse dann noch ist, wie Ronda schon geschrieben hat, alles spekulativ. Wenn ihr alle Ergebnisse vom Tumorboard bekommen habt dann geht...sollte es bösartig sein...die Zeit des Kampfes los. Dann wird es aber besser werden...denn wenn es los geht, kann man selbst etwas tun und muss nicht als warten...warten..dann wird das Monster gemeinsam bekämpft. Und mit solch einer Unterstützung wird das alles gut gehen :thumbup:Ich drücke Euch fest die Daumen und wünsche Euch viel Unterstützung hier im Forum...liebe Grüße Mollylein1414

  • Mollylein1414 , leider gibt es die Untersuchungen und Ergebnisse schon und die sind nicht soo toll.:(

    Peetloos haben wir jetzt empfohlen seine Fragen mal öffentlich zu stellen und er wusste nicht so genau, wie es funktioniert. Deswegen habe ich seinen Vorstellungsthread rausgekramt, wo er fragen kann