Wieder im Job....wie kommt ihr damit klar???

  • Hallo Mädels,

    seit der Diagnose im Feb.2018 und dann nach 11 Monaten AU ( Chemo/OP/Bestrahlung/Reha.) 7 Wochen Wiedereingliederung.

    Nach langem schweren kämpfen in der Chemo Zeit, ihr kennt das ja Haare weg, Turban getragen, ständige Müdigkeit, dann die täglichen Fahrten zur Bestrahlung.

    Bin gestärkt und mit viel neuen Plänen gestartet, Arbeitszeit verkürzt und wegen der Schwerbehinderung

    auch die Befreiung von Mehrarbeit beim AG durchbekommen (war ein Tipp in der Reha).

    Es ist nicht mehr so, wie es mal war....der krebs verändert einen doch ganz dolle finde ich...

    Privat kann ich tun und lassen was ich will, mich ausleben....!

    Wie habt ihr es geschafft wieder im Job Fuss zu fassen?

    Macht ihr so weiter wie vorher oder habt ihr auch versucht euer Leben um zustellen mit neuen Perspektiven?


    Ich versuche jeden Tag immer an mich zu denken.... 2-3 x die Woche Sport...gesunde Ernährung...Gewicht reduziert....und nicht mehr auf etwas warten, sondern jetzt Leben und nicht erst später......! Das Leben ist zu kurz für später, jetzt genießen......!


    Seid ganz lieb gegrüßt:)

    roxygen67

  • Hallo roxygen67 ,

    dein Thread spricht mich total an.

    Nach der MS fiel es mir schon schwer Fuß zu fassen. Irgendwie kam ich mir fremd vor.

    Nun nach der Vulva-Ca OP bin ich noch krank geschrieben, aber im Kopf weiß ich mich nicht einzusortieren. Ich habe Angst vor Belastung/ Stress, was ist, wenn sich mein Körper dann noch was "ausdenkt"?


    Von daher, tolle Frage "wie fasst Ihr Fuß"?

  • Hallo Mia1981...

    für viele läuft das Leben weiter ( Kollegen ) aber bei uns bleibt plötzlich die Zeit stehen....was wird aus mir, schaffe ich das und wir machen uns jeden Tag Mut, weil es geht ja immer irgendwie weiter....jeder Tag ist anders.....!!!!

    Mia es ist ganz normal das die Angst überhand nimmt, es wird immer gesagt, alles eine Einstellungssache und wie gehe ich mit meiner Angst-Trauer-Verzweiflung um....?

    Habe auch einen Psychoonkologen, mit ihm kann ich über alles reden. Hat mich auch Überwindung gekostet dort hin zu gehen.

    Wichtig ist tue jeden Tag was gutes für dich......!!!


    Sei ganz lieb gegrüßt:)

    roxygen67

  • Hallo roxygen67

    das versuche ich. Ist aber auch nicht sooo einfach. Ich habe 2 tolle Kids (5 und 9) und mein Mann arbeitet 250km entfernt. Da brescht so ein Tag schon mal an mir vorbei (auch ohne Arbeit).

    Ich habe Angst, mich nun wieder in "mehr-Belastung" zu stürzen und dann nach 1-2 Jahren, habe ich noch was Ernstes, Metastasen etc. Ich möchte doch noch gut meine Kinder begleiten.... und auch selbst das Leben genießen.

    Klappt das?

  • Hallo Mia1981,

    lass alles auf dich zu kommen, gehe deinen Hobbys nach....tue nur was für dich.....die vielen Gedanken, die als kreisen machen einen nur noch mehr Verrückt.

    Ich denke du bist auch so eine wie ich, die ganz hohe Anforderung an sich stellt.......das alles 1000% sein muss.

    Wer sagt das???? Denn das sind wir selbst....!!!

    Denn ab jetzt musst du gar nix.....es geht auch 80%.....sei für deine Kinder da, aber erst bist du dran...!!!

    Die Kinder geben dir die Kraft und denke bitte nicht, was noch sein kann, denn das weis von uns keiner.... das ist auch gut so.

    Jeden Tag das Leben genießen, mach das.....du packst das.....jeden Tag ein Stück mehr und überfordere dich nicht, denn dein Körper sagt dir schon, halt hier geht es nicht weiter, horch in dich rein.


    werde jetzt noch etwas lesen...

    ich habe mir ein sehr interessantes Buch bestellt und ist heute eingetroffen,

    Die 10 besten Entscheidungen , die eine Frau treffen kann...!


    Mia1981 wünsche dir noch einen schönen Abend:)

    Bis bald....!!!

    roxygen67

  • Hallo,

    ich habe während der Krankmeldung freiwillig stundenweise gearbeitet. Mein Onkologe sagt, dass dies bei der Heilung half. Ich hatte Sorge, dass ich nach 9-12 Monaten Krankmeldung zuviel an Änderungen etc. versäumt habe, deshalb habe ich versucht nicht den Anschluss zu verlieren.


    Gruß aus Stuttgart

  • Liebe roxygen67 ,


    aus verschiedenen Gründen habe ich nach der Reha sofort wieder angefangen, Vollzeit zu arbeiten. Inklusive Dienstreisen und tatsächlich auch Wochenendarbeit. Von der Mehrarbeit bin ich befreit, wenn ich sie ablehne. So steht es im Bescheid über die Schwerbehinderung.


    Ich arbeite trotz der Vollzeitarbeit wesentlich weniger als früher, weil ich vorher Überstunden ohne Ende geknüppelt habe.


    Nerviger ist, dass wir einen neuen Verwaltungsleiter haben, der für alles Arbeitskreise bildet, was er selber in der Personalführung nicht gebacken bekommt. Einige Kolleginnen und Kollegen boykottieren die Arbeit, um ihren Frust über seinen schlechten Führungsstil auszudrücken. Sie sind da echt kreativ und damit effizient. Was früher Sand im Getriebe war, sind nun Kielseteine.


    Mit meiner eigentlichen Arbeit komme ich gut klar, ich bekomme auch Sport und Freizeit integriert. Der Sport ist ärztlich verordnet, damit darf ich in der Dienstzeit dorthin, wenn ich keine Termine außerhalb der Dienstzeit bekomme. Oft arbeite ich wichtige Dinge aber nach. Das muss ich mir zumindest in einem gewissen Umfang wieder abgewöhnen.


    Jetzt muss es mir nur noch egal werden, dass zB bei grossen Produkten, bei denen man die Hausmeisterei bräuchte, es diese schafft, komplett in Urlaub zu sein.


    Ich glaube, es bleibt mir die Möglichkeit, mit 60 mit den Abstrichen in den Ruhestand zu gehen, die ich normalerweise mit 63 hätte. Das wäre ziemlich genau in 1 Jahr. Ich hatte allerdings einer gehinderten Kollegin versprochen, bis 63 zu bleiben, die von meinen Stellvertreterinnen in meiner Abwesenheit gemobbt wurde. Das gilt es zu überlegen, ob ich dieses Versprechen breche. Im Zweifel würde ich es tun.


    Ich glaube nicht, dass mein Krebs durch Stress im Job verursacht wurde. Vor der Diagnose hatte ich das Gefühl, ich starte nochmal richtig durch. Die Projekte musste ich wegen der Erkrankung alle aufgeben und das fand ich schon sehr schwer. Ich habe mich aber arrangiert. Ich hatte also durchaus mehrere Jahre vorher eher Eustress im Job.


    Jetzt bin ich trotz der genannten Schwierigkeiten eher im Flow als früher und mache mehr Privates, worauf ich früher oft verzichtet habe. Es ist halt die Frage, wenn ich ganz aufhören würde, ob ich mich dann furchtbar langweilen würde. Währenddder Chemo war das so, weswegen ich irgendwann stundenweise wieder angefangen habe zu arbeiten.


    Es gibt vieles im Job, das toll ist. Aber wenn Teamwork gefragt ist und man dann allein da steht, das ist echt ungut. Muss mal sehen, wie sich das entwickelt.


    Ich glaube, woanders ist es nicht besser. Nur anders. Wechseln wäre eher nicht mehr der Hit, zumal die eigentlichen Aufgaben echt cool sind. Mich nimmt ja wahrscheinlich auch keiner mehr. Zu alt. Zu schwerbehindert.


    Jetzt sind es schon 5 Monate, dass ich wieder voll dabei bin. Die Ärzte haben mir gesagt, dass die wenigsten das schaffen. Sie haben gesagt, rote Ampeln müssen wir unbedingt beachten. Zwei Mal bin ich in die Situation gekommen und habe entsprechend reagiert.


    Ich habe noch viele Urlaubstage und verkürze damit Wochen. Das tut mir sehr gut. Auch da muß ich schauen, wie sich das anfühlt, wenn ich wieder nur noch die durch die Schwerbehinderung zusätzlichen 5 Urlaubstage habe.


    Tja, so ist das. Merkwürdiges Resümee, irgendwie. Ich habe früher schon viel reflektiert, wie ich mit dem Leben umgehe. Und jetzt denk ich halt oft, ob ich auch wirklich das richtige tu? Aber irgendwie lande ich immer da, das ist irgendwie mein Leben.


    Alles Gute für euch alle.


    LG Sonnenglanz

  • roxygen67 , schau doch Mal, ob du es finanziell hinbekommst, die Arbeitszeit zu reduzieren. Das kann man mit dem Arbeitgeber auch erstmal für 1 oder 2 Jahre vereinbaren. Danach möchte man die Reduzierung wahrscheinlich nicht mehr missen wollen.

    Wie Sonnenglanz auch schon sagte, am Anfang wirst du viel Resturlaub haben und kannst damit die Arbeitszeit etwas reduzieren.


    Ich versuche zusätzlich, mir öfters Zeit zu nehmen für Pausen mit netten Kollegen und auch öfters als vor der Erkrankung einfach Mal Kollegen anzusprechen, ob sie Lust auf einen Kaffee hätten o.ä.

    Hängt natürlich auch alles von der Art der Arbeit ab.


    Und meinem Chef habe ich letztens gesagt, dass es momentan gut passt mit dem Stresslevel - aber dass ich mich, wenn es stressiger sein würde, vermutlich krank schreiben lassen würde (erstmal würde ich natürlich Bescheid sagen, dass es zu viel wird). Da muss man auf sich selbst achten, das nimmt einem niemand ab.

  • Hallo ihr lieben.....

    meine Mamma CA Diagnose bekam ich 02/18: BET - OP dann Chemo, wieder OP und dann Bestrahlung bis 09/18 im 11/18 AHB.

    Seitdem ich ab 04/19 wieder arbeite, ist es im Job anders geworden, arbeite im Gesundheitswesen, irgendwie dreht sich die Welt für mich langsamer, das denken und das handeln und auch der Druck alles richtig machen zu müssen überrollt einen immer wieder.

    Wenn ich meinen Pycho-Onkologen nicht hätte, wüsste ich gar nicht was ich machen soll, in bestimmten Situationen im Job.

    Es ist verdammt schwer wieder ein "normales" Leben zu führen nach der ganzen Tortour, die schmerzen, nicht schlafen können und Haarausfall und nichts richtiges essen und trinken können. Und immer die Sorge schaffe ich das alles.

    Für mich gab es nie eine andere Option als zu kämpfen und nie aufzugeben.

    Für mich ist es besonders schlimm im Job den Anschluß zu verpassen, seit der Erkrankung/Therapie irgendwie anders zu sein und alles dreht sich langsamer irgendwie. Es fängt schon beim Auto fahren an, dann das ganze arbeiten, die ganzen Arbeitsschritte, sich das alles zu merken, schreibe mir schon sehr vieles auf, damit ich nicht immer fragen muss.

    Aber irgendwie brauche ich doch eine Aufgabe, die einen fordert aber nicht überfordert, die einen auch Spaß macht....

    Die Diagnose verändert einen, ich sehe vieles anders.....ich bin mir wichtiger denn je geworden....!

    Arbeite über 30 Jahre in dem Job mit höhen und tiefen und dann plötzlich von heute auf morgen 11 Monate Zwangspause....

    Ich habe bis jetzt immer still mitgelesen und mich bei so vielen von euch wieder erkannt....

    Geht es euch auch so????

    So jetzt habe ich euch genug vorgejammert...!Kann wieder mal nicht schlafen....!!!


    Bis bald!!

    roxygen67

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