Strahlentherapie reine Prophylaxe

  • Mein Strahlentherapeut hat leider die Bestrahlung verweigert so lange keine Biopsie ergeben hat dass die entzündliche Stelle an der Lunge und ein kleiner Knoten am Zwerchfell harmlos sind. ;( ich komme einfach nicht weiter. Es kann ja jetzt im Moment sein dass verbliebene Krebszellen streuen. Heute tat der Kopf weh und stach. Da dachte ich, da sind die Metastasen :(. Der Strahlen Therapeut meinte die Strahlentherapie könne ruhig noch so lang warten. Es wäre ja reine Prophillaxe. Heisst das ich kann sie einfach übergehen und zuhause warten und hoffen dass der krebs weg ist?

  • bella777

    Willst du ohne richtigen Befund freiwillig eine Bestrahlung?

    Verstehe ich nicht! Bestrahlung ist doch kein Mittel um seine Nerven unter Kontrolle zu bringen 🙄 Das verursacht schon heftige Reaktionen im Körper und bei mir z.b. auch heftige Schmerzen.


    Vertrau den Ärzten das die wissen was zu tun ist. Du machst dich ja regelrecht verrückt. Ich hab einen Haufen Metas und fernmetas und mich zwickt es gerade am Bein und das wird auch keine metastase sein die gerade zuschlägt.


    Hab vertrauen. Angst ist ein ganz schlechter Begleiter und die kennen wir alle hier, hol dir Hilfe wenn sie dich so stark in Anspruch nimmt.


    Mein Schwager hatte Darmkrebs und ist vor lauter Angst am Herzinfarkt gestorben. Dumm gelaufen und hätte er bestimmt auch nicht so gewollt mit 3 kleinen Kindern.

    Liebe Grüße

    Biggi

    _______________________________________________________


    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • Liebe BiggiL

    Du hast von der Strahlentherapie Schmerzen? Das tut mir leid. Ich hoffe sie werden besser. Ich habe eine Psychoonkologin im Brustzentrum aber die nimmt sich nur wenig Zeit. Sie guckt auf die Uhr und hört nur zwanzig Minuten zu dann verabschiedet sie mich. Danke dir.

  • Liebe bella777


    Ich weiß nicht wie die Bestrahlung einer Lunge ist, aber ich hab die höchstbestrahlung im gesamten beckenbereich bekommen damit ich u.a. Dir heute so schreiben kann. Hätte sonst meine erdnahe Wohnung schon bezogen.


    JA eine Bestrahlung verursacht schmerzen und wenn viele schreiben alles ist wieder gut, mag es bei mir an der Dosis gelegen haben das es bei mir eben nicht so ist. Ich hatte nämlich reichlich Metas und fernmetas die damit erwischt werden mussten.


    Aber im Ernst, mit der Therapie geht man nicht auf Spatzen los, sondern klärt zuvor ab ob es tatsächlich tumore oder metastasen sind damit es auch notwendig ist.


    Deshalb vertrau den Ärzten das sie hier wirklich abklären müssen bevor sie dir eine Bestrahlung verabreichen nur weil deine Nerven blank liegen. Gut das sie es auch, aus medizinischer Sicht, nicht dürfen 😉

    Liebe Grüße

    Biggi

    _______________________________________________________


    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • Bestrahlung bei Brustkrebs ohne Metastasen ist durchaus prophylaktisch.

    Nach Chemo/OP sind normalerweise keine Krebszellen mehr bildlich darstellbar. Es gibt die durchaus realistische Hoffnung, dass alle Krebszellen weg sind. Aber leider kann es ganz kleine Krebszellen geben, die man bildlich nicht darstellen kann. Die Bestrahlung soll dann sicherstellen, dass auch solche Restzellen, die zu klein sind um gesehen zu werden, zerstört werden.

    Aber ob es solche klitzekleinen Krebszellen bei einer Person gibt, weiß niemand.


    Im Endeffekt hat eigentlich jeder Mensch im Laufe des Lebens Krebszellen, die häufig nicht zu Tumoren ausarten. Also selbst wenn es kleine Rest-Krebszellen geben sollte und man nicht bestrahlt wird, heißt das nicht, dass man erneut Krebs bekommt.

    So richtig versteht ja niemand, warum es so viele unterschiedliche Verläufe gibt


    Zur Lunge, die kann bei einer Bestrahlung ganz leicht was abbekommen. Bei mir sind einige Teile durch die Bestrahlung abgestorben (ist aber ein so kleiner Teil, dass ich es nicht merke). Aber da die Lunge was abbekommt kann ich schon verstehen, dass der Arzt eine Entzündung erst abklären muss.


    Zu Schmerzen, meine Bestrahlung der Brust hatte überhaupt nicht wehgetan. Da braucht man niemandem Angst zu machen.


    bella777 , ich hoffe, ich habe deinen Fall richtig verstanden. Ich kann verstehen, dass du Sorgen hast, dass du auf den Start der Bestrahlung warten musst. Aber vertraue da ruhig deinem Arzt, wenn er sagt, du kannst warten, dann ist das auch so. Konzentriere dich in der Zwischenzeit auf Sachen, die du tun kannst. Bewegung, Entspannung, dir Gutes tun, Zeit mit Freunden und Familie verbringen, gesunde Ernährung.

  • Liebe bella777 ,


    Falls es bösartige Befunde geben würde, würde sich möglicherweise die Art der Bestrahlung ändern. Keine Ahnung, wie, aber dann wäre es unter Umständen doof, wenn du schon eine Dosis abbekommen hättest, die dir nicht oder wenig nutzen oder gar schaden würde.


    Also, so schnell streuen einzelne Zellen nicht. Man sollte zwar möglichst innerhalb einer bestimmten Zeit nach Chemo / OP mit der Bestrahlung beginnen, aber der Zeitraum zum Abklären der Befunde sollte nicht unbedingt bzw. nichts ausmachen. Allerdings sollte zum Abklären Gas gegeben werden, damit du schnell bescheid weißt und es zügig weiter gehen kann.


    Du kannst auch den KID anrufen, die kennen sich ja gut aus und können das besser erklären als ich. Oder du fragst nochmal deine Ärzte.


    Alles Gute für dich


    LG Sonnenglanz


    .

  • Ich hatte eine pathologische Komplettremission, das heißt ,dass überhaupt keine Krebszellen mehr zu finden waren. Mir wurde erklärt, dass bestrahlt wird um Rezidive zu verhindern. Anscheinend bildet sich in dem ehemaligen Tumorbeet gerne mal ein neuer Tumor. Mit der Bestrahlung der Brust und insbesondere des Tumorbeetes kann das Risiko stark verringert werden. Die Ärztin meinte leider nicht auf 0 aber auf 2 bis 3 Prozent. Ich hatte bislang 10 von 28 Bestrahlungen. Meine Haut brennt manchmal etwas im Achselbereich; ist aber nicht schlimm. Weitere Beschwerden außer dass es mir am Anfang manchmal leicht schwindelig war habe ich nicht.

  • Hallo ihr Lieben

    Danke euch sehr für die lieben Antworten. Ob Zeit mit der Familie mir hilft weiß ich nicht. Ich verbringe seit der Krebsdiagnose mehr Zeit mit meiner Mutter und sie zieht mich jedes Mal total runter. Heute meinte sie dass wir eigentlich solche Dinge wie Volksfestbesiche, Lachen und so tun als ob nichts wäre, hinsichtlich der Diagnose und meines möglichen Todes nicht mehr machen sollten weil es ja unehrlich wäre so lustig zu tun. :( wenn ich tot bin will sie alles tun damit sie auch nicht alt wird. Also mehr Alkohol trinken und wieder mehr rauchen. Sie hat seit Jahren COPD. Hat aber noch nie was auf ihre Gesundheit gegeben. Zudem pflegt sie ihren schwer kranken Bruder der noch nie was für sie getan hat und sagt sie opfert lieber sich bevor sie mich dem Onkel opfert in dem ich ihn auch noch pflegen soll. Wenn ich sie sehe heulen wir nur. :( Sie geht auch nie zum Arzt wenn sie krank ist. Macht keine Vorsorgen.

  • bella777


    Es tut mir echt leid das deine Mutter so redet und dich nicht so unterstützt wie sie es eigentlich sollte.


    Du fragst wie ich mit den Schmerzen lebe, zum einen gibt es sehr gute Pillen (btm) die ich reichlich einnehme, aber die wichtigste Medizin für mich ist: Ich lache jeden Tag!

    Und ich sag dir warum, es lenkt mich ab von trübsinnigen Gedanken die ich aufgrund meiner Diagnose und dem was kommen mag habe.

    Lachen und Ablenkung vom Krebs sind nicht das Gift - es sind beides die Lösung zu Leben denn wenn man nur trübsinnig jede Minute an den Tod denkt ist man bereits Tod ohne es zu merken! In deinen Zeilen spüre ich die Angst, die hab ich auch, nur tue ich was dagegen.


    Du bist stark, du weißt es vielleicht nur nicht wie du es deiner Mutter sagen kannst.

    Sag ihr das du lieber lachen und Ablenkung möchtest und das sie die einzige ist die vom TOD redet und dich damit so impft und Dir Angst macht.


    Krebs kann töten, das sehen wir hier dieses Jahr so deutlich durch die vielen Kreuze und den tapferen Frauen die gegangen sind. Und sie hatten alle eins gemeinsam: Angst und sie wollten alle Leben!

    Und im übrigen tötet Autofahren auch viele Menschen und das machen wir doch auch weiter 😉


    Geh in unseren humorvoll Strang


    Humorvolles


    und lach was das Zeug hält und dann sag deiner Mutter das du und sie alles recht der Welt habt glücklich zu sein, trotz und mit Krebs!


    Ich drück dir wie viele andere die Daumen ✊🏻✊🏻✊🏻✊🏻 Du schaffst es.

    Liebe Grüße

    Biggi

    _______________________________________________________


    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • bella777 , meine zweite Erkrankung bzw Metastasen hatte ich nicht erwähnt, weil jeder Fall anders ist und mein eher negativer Verlauf nichts mit deiner eigenen Erkrankung zu tun hat.


    Aber zur Info:

    Lymphknoten waren nicht frei.

    Ich hatte keine Komplettremission.

    Hatte beim ersten Mal 2 unterschiedliche Chemos. Die erste hatte den Tumor kleiner gemacht, die zweite hatte nicht geholfen.

    Danach beim Rezidiv/ Metastase habe ich eine andere Chemo bekommen, die etwas geholfen hat. Und danach nochmal Bestrahlung, diesmal aber nicht prophylaktisch, sondern um einen sichtbaren Tumor zu zerstören. Die Ergebnisse davon habe ich noch nicht, gehe aber davon aus, dass es erfolgreich war.


    Deine Mutter hat in ihrem Leben vielleicht schon viele Leute an Krebs sterben sehen. Aber es gab wahnsinnige medizinische Fortschritte in den letzten Jahrzehnten, deshalb hat sich viel geändert. Früher mochte auch niemand sagen, dass er Krebs hat, auch das hat sich geändert. Das Leben genießen ist wichtig! Besonders wenn man einmal so einen Schock wie eine Krebsdiagnose bekommen hat, weiß man das.

    Schwierige Situation mit deiner Mutter. Auch wenn du sagst, die Psychonkologin hat immer nur wenig Zeit, vielleicht kann sie dir Tips geben, wie du damit umgehen kannst.