Chemo vorbei, aber immer noch Nebenwirkungen

  • Hallo in der Runde,

    meine letzte Chemo ist erst zwei Wochen her. Am Montag fange ich mit der Bestrahlung an.

    Zur Zeit bin ich, über der Freude dass die Chemo geschafft und vorbei ist, relativ geflasht. Die Kräfte haben mich verlassen, manchmal glaub ich keine Beine mehr zu haben. In meinen Füßen hat sich die Neuropathie verstärkt. Das ist eklig.

    Ich hab mir sagen lassen, ich muss Geduld haben, das dauert ein paar Wochen. Aber was ich von euch lese, macht mir auch nicht gerade Mut. Und Tam steht mir auch noch bevor. :/

    Gruß Consi

  • Ihr Lieben,

    ich bin jetzt auch in der Strahlentherapie angekommen und da habe ich das Arztgespräch dazu genutzt mal wegen der Nachwirkungen zu fragen. Der Dok meinte, dass die Chemosubstanzen noch ziemlich lange (bis zu einem Jahr) im Körper verbleiben, zwar immer weniger werden aber halt da sind. Und im Zusammenhang mit der Antihormontherapie, die Tabletten sind wahre "Hämmer" wie er sagte, können die Chemonebenwirkungen wieder auftauchen. Es wäre also ganz "normal". Schön ist das zwar nicht, aber doch beruhigend.

    Gruß Christina

    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Hallo,

    ich hatte meine letzte Chemo am 07.12. 17 und meine Muskelschmerzen im ganzen Körper hatten nach der 2. Taxotere angefangen und ich habe diese immer noch.Will Dir keine Angst machen aber ich bin echt am verzweifeln.Kein Arzt kann mir irgendein Medikament dafür geben und Schmerzmittel helfen gar nicht.Dazu kommt noch , dass ich Wassereinlagerungen in den Beinen habe und diese auch nicht verschwinden.

    Man soll Sport machen aber dazu fehlt mir die Kraft in den Beinen, ein Teufelskreis.Fühle mich wie hundert.

    Wenn irgendwer einen Tipp hätte????

    Am Fr hab ich einen Termin beim Neurologen hoffe dass er mir helfen kann.

    Liebe Grüße Giecher

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Beitrag in dieses Thema verschoben.

  • Hallo Giecher,


    ich kann gut verstehen, dass du verzweifelt bist. Da denkt man, Chemo fertig jetzt wird es besser und dann so was. Das ist mein Horror.


    Ich kann auch verstehen, dass dir sie kraft fehlt um Sport zu machen. Aber wäre evtl ein Trimmrad was für dich? Ich habe mir meins von meinen Eltern ausgeliehen (zum Glück haben die eins). Auch da muss der innere Schweinehund überwunden werden, aber zur Not kann man nach fünf oder zehn Minuten schon runter (fallen):):)8)


    Ich meine, dass das schon ein bisschen hilft gegen die Schmerzen.


    LG Unicorn

  • Hallo Unicorn, danke für Deine Antwort .

    Habe mir so ein Trimmrad extra deswegen gekauft und da habe ich nicht so große Schmerzen dabei.Mein Problem ist , da ich Sportkeglerin bin und mitten im Aufstieg befinde und das funktioniert seit der Taxotere Chemo nicht mehr.Da müßte ich 120 mal in die Hocke gehen und wieder hoch aber die Kraft in den Beinen ich wiege 52 kg nur für 5 mal ausreicht.

    Da ich sehr ehrgeizig bin macht mich das total fertig.Vielleicht könnt ihr mich verstehen , auch wenn es für manchen bei unserer Diagnose pipifax ist aber für mich zum Leben dazugehört.

    Liebe Grüße Giecher

  • Liebe giecher71,


    ich kann dich total verstehen. Ich bin auch ein "Macher" und möchte gern meinen Haushalt und die Familie wuppen. Aber wenn ich mal wieder kaum von Sofa komme, weil ich so schlapp bin und Knochenschmerzen habe, bin ich immer total fertig und heule vor mich hin. Dann denke ich jedes Mal, ich schaff nicht mehr.


    Ich glaube auch nicht, dass sich das noch ändert, der Körper wird vermutlich immer schwacher aber ich habe mir vorgenommen, dass ich die restlichen vier Chemos noch irgendwie hinkriege. Meinen Kids und meinem Mannhabe ich gesagt, dass sie jetzt mal mit anpacken müssen. Aber mal ganz ehrlich, die sehen nicht, was eine Mutter so sieht :D:D


    Ich hoffe, bei dir wird es schnell besser, vllt hilft das Training auf dem Trimmrad uns wenn du jeden Tag ein paar Kniebeugen übst!!?? Denn es ist schade, wenn man das Hobby nicht mehr ausüben kann besonders für die Psyche;(;(


    Lg Unicorn

  • oh je gliecher, du arme. Hoffentlich kann dir der Neurologe helfen...ich kann dich gerade gut verstehen, da ist man wirklich kein mensch mehr :(

    Unicorn genauso geht es mir auch...Manchmal könnte man nur heulen weil es einfach nicht mehr so geht wie davor...und ja meine Kids und mein Mann versuchen auch ihr bestes...Aber das ist dann doch eher oberflächlich 🙈

  • Liebe Unicorn und Nelke,

    danke für Eure Worte, es ist echt schön wenn man verstanden wird.

    Ich wünsche Euch auch alles gute und wenig/ keine Nebenwirkungen für die restlichen Chemos und Behandlungen.

    Liebe Grüße Giecher

  • Liebe Giecher,

    ich drück Dir auch ganz doll die Daumen, dass Dir der Neurologe helfen kann. Ich kann Dir sehr nachfühlen, wie Du Dich fühlst, ich habe auch schon sämtliche meine Hobbies schwinden sehen, denn mit den Neuropathien hätte ich sie alle nicht ausüben können, aber die werden nun endlich dank neurologischer Hilfe besser und ich sehe Licht am Horizont. Bei Dir kommt noch der "Aufstiegskampf" hinzu. Ich kenne mich mit Kegeln überhaupt nicht aus (für alles was mit Kugeln, Bällen oder was auch immer rundem zu tun hat, bin ich völlig talentfrei), wirst Du "runtergestuft" wenn Du jetzt nicht kannst oder kannst Du einfach eine Zeit aussetzen und dann wieder loslegen?

  • Ich hatte während Taxol auch sehr geschwollene Füße, ich passte in keine Schuhe mehr rein. Das legte sich nach und nach, dauerte aber eine ganze Weile.

  • Hallo Heideblüte,

    Danke für Deine Worte.Wir sind eine Mannschaft und haben natürlich Ersatzspieler das ist nicht das Problem.Aber mein Kopf ist gesund und der will momentan nicht einsehen dass der Körper nicht kann.Schwierig zu beschreiben.Das Problem haben wahrscheinlich viele , Chemo geschafft und weiter wie davor.Aber die Realität sieht leider anders aus.

    Liebe Vael , ich weiß dass es dauern kann und man mehr Geduld haben sollte , aber dass ist mein Problem die Geduld:(

    Hoffe morgen auf den Neurologen.

    Danke für das Daumendrücken:*

    Liebe Grüße Giecher

  • Ja, daran knappse ich auch noch immer und meine letzte Chemo ist ein halbes Jahr her. Ganz schlimm finde ich die Momente, in denen ich völlig schmerzfrei irgendwo sitze und dann "mal eben" was aus der Küche holen will oder so ähnlich. tja, meistens endet das "mal eben" dann schon wenige Zentimeter oberhalb des Stuhls, weil ich einfach nicht hochkomme und dann kommt die Realität mit aller Macht in mein Bewusstsein. Oder wenn ich irgendwo ein Haargummi rumliegen sehe (hatte die überall rumliegen und manchmal finde ich immer noch eins): reflexartig greift eine Hand nach dem Gummiband und die andere in die (nicht vorhandenen) Haarlängen. Mein Unterbewusstsein ist offensichtlich immer noch nicht so weit, die Realität zu begreifen, es ist aber auch schwer wenn man sich plötzlich optisch verändert und körperlich um Jahre gealtert sieht und sich mit seinen Eltern über Gelenkschmerzen und -Steifigkeit austauschen kann. Ich habe mal wieder einen Anlauf unternommen, eine Psychotherapie zu bekommen, habe demnächst bei 2 Therapeuten Praxistermine und hoffe dass ich bei einer der beiden irgendwann mal einen Therapieplatz bekomme. Aktuell mache ich körperlich ganz gute Fortschritte. Ich lerne langsam mich an mein Fortschrittstempo zu gewöhnen und mich drüber zu freuen. Aber: es dauert!

  • Liebe Heideblüte, ich kann dich soooo gut verstehen, mir geht es ganz genauso. Hatte meine letzte Chemo Ende Mai - da gings mir eigentlich noch gut. Eine Psychotherapie möchte ich jedoch nicht beginnen, da ich denke, dass man da eine neue Baustelle eröffnet. Nein ich denke es braucht einfach Zeit und Schritt für Schritt wird es uns wieder besser gehen. GLG Gelixy.

  • Liebe Giecher71, vielen vielen Dank das wünsche ich Dir auch. Eigentlich ist es sehr schwierig in unserer Gesellschaft, das Leben nach der Chemo: jeder sagt immer nur sei froh dass der Krebs weg ist, was natürlich wirklich das Wichtigste ist, aber trotzdem ist in einem drin einiges im Argen und um die Nachwirkungen muss man sich selbst kümmern. Und den Satz das schaffst jetzt auch gar noch höre ich so oft, aber ganz im Geheimen ist man mit seinen Schmerzen alleine. Hier im Forum habe ich gemerkt dass ganz viele diese Glieder- und Knochenschmerzen haben und sportlich eingeschränkt sind. Das hätte ich nicht gedacht. Schade dass wir wahrscheinlich alle ziemlich weit auseinander wohnen.

  • Liebe Gelixy,


    da ist es doch sehr schön, dass diese Forum den Austausch über alle Grenzen hinweg zulässt.

    Auch die Nebenwirkungen sind sehr unterschiedlich. Ich habe (derzeit noch) keine Gelenkschmerzen, fühle mich aber oft müde und abgeschlagen. Das kannte ich früher überhaupt nicht. Und das können viele "nicht wirklich" verstehen. Ein Wort (nicht wirklich), das ich inzwischen ganz anders verstehe: "eigentlich" weiß man es, aber auch wieder "nicht wirklich". Aber: ich kann mich doch auch nicht ständig erklären. Normalität ist leider nicht mehr ganz einfach.


    Im April hat Kerstin ein "Forumstreffen" organisiert. Dort gibt es dann auch über Grenzen hinweg die Möglichkeit des persönlichen Austauschs.

    Wenn Du Interesse hast... würde mich sehr freuen.

    Und: Deutschland ist ja nicht so groß: ich habe sogar "Leidensgenossen" getroffen, die ganz in meiner Nähe wohnen.


    Ich würde mich freuen, Dich kennenzulernen.

    Birgit

  • Liebe Mädels,

    ja diese Sätze , Du hast ja die Chemo geschafft und die Zeit verging ja sooooo schnell, deine Haare wachsen irgendwann wieder- während sie sich über den Friseur oder ihren Frisuren- aufregen.Ich kann es nicht mehr hören.Die müssen ja nicht ohne Wimpern, Augenbrauen und Haare rumlaufen.Auch eine Nebenwirkung mit der ich nicht klar komme.Natürlich ist meine Perücke toll aber nichts gegen echte Haare.Natürlich ist das wichtigste dass der Krebs weg ist aber der Preis ist schon sehr hoch.Ich denke vielleicht erwarte ich von den anderen zuviel oder ich bin neidisch???Es tut auf jeden Fall gut Euch zu haben, die einen verstehen:*

    Ja schade dass wir alle so weit weg voneinander wohnen.Das Forumstreffen ist mir ehrlich gesagt zu weit weg, da es mir ja körperlich net so gut geht;(

    Liebe Grüße Giecher

  • Lieber Giecher,


    was heißt denn weit weg? - schau doch mal wie die Verbindung nach Montabaur ist.

    es dauert ja noch 3 Monate... vielleicht bist Du bis dahin wieder "fit"


    Ich hab keine Ahnung, wo Schwabach liegt... aber vielleicht wäre das ja ein Ziel ?


    Ich würde mich sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Birgit

  • Hallo Birgitmaus,

    es sind 343 km von Schwabach aus.Ich müßte das mit dem Auto machen da mir beim Bus/ Zug schlecht wird selbst als Beifahrer hab ich das Problem.

    Schau jetzt mal was morgen der Neurologe sagt.


    Liebe Ute, danke für die Erinnerung hab total vergessen dass wir auch so - vor der Krankheit-waren^^

    Gratuliere zum 1. Friseurbesuch

    Liebe Grüße Giecher