Rolle des Onkologen

  • Guten Tag!

    Ich habe Brustkrebs (T2, HER2/neu positiv, keine Metastasen) und bekomme anfänglich 4 x EC.

    2 Zyklen habe ich schon hinter mir, ohne bedeutende Nebenwirkungen.

    Den nächsten Zyklus habe ich in zwei Wochen, zwei Tage davor habe ich einen Termin im Brustzentrum zur Sono-Untersuchung des Tumors.

    Was ich noch nicht verstanden habe, ist die Rolle des Onkologen.

    Mir wurde nach der Diagnose gesagt, dass ein entscheidender Faktor wäre, einen guten Onkologen zu haben. So liest man es auch immer wieder im Internet.

    Die Therapie wurde vom Tumorboard festgelegt, die Therapie wird in der Tagesklinik dementsprechend durchgeführt. Zuvor gab es lediglich ein Aufklärungsgespräch vom Onkologen, das es identisch schon im Brustzentrum gab. Die kommende Kontrolluntersuchung (Sonographie) erfolgt im Brustzentrum.

    Der Onkologe scheint irgendwie keine Rolle zu spielen.

    Welche Rolle spielt denn nun der Onkologe? Kommt seine Stunde noch?

    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?


    Liebe Grüße

  • Liebe Papagena herzlich willkommen hier. Ich musste gerade etwas schmunzeln, da mein Mann sich diese Frage auch immer gestellt hat. Die Therapie wird vom Tumor Board festgelegt. Der onkologe hat sich vorgestellt und jedes Mal nach eventuellen Nebenwirkungen gefragt. Das wars! Da ich keine Nebenwirkungen hatte, musste der onkologe nur immer die nächste Bestellung auslösen.

    Lg

  • Liebe Papagena ...

    zumindest bei mir spielt der Onkologe eine wichtige Rolle. Er ist Mitglied des Tumorboards und Koordinator für alle Behandlungen und Untersuchungen. Er macht Termine für nötige CT oder MRT Untersuchungen, stellt alle notwendigen Rezepte und Überweisungen aus und informiert alle anderen behandelnden Ärzte wie Hausarzt oder Gynäkologen in regelmässigen schriftlichen Zusammenfassungen über den aktuellen Stand und Maßnahmen. Er stellt meinen Fall im Tumorboard vor und setzt die Empfehlung des Tumorboards um. Alle 3 Monate kontrolliert er den Verlauf, ordnet Verlaufs CT an, macht Blutuntersuchungen und Labor und bespricht dann das Ergebnis mit mir. Er informiert mich über die Therapie, mögliche Nebenwirkungen und Alternativen. Außerdem ist er jederzeit telefonisch erreichbar, über eine Notfall Nr. auch Nachts und am Wochenende.

  • Vielen Dank für eure Antworten, liebe AnjaM und Kratzekatz.

    So wie bei Kratzekatz habe ich es mir eigentlich auch vorgestellt.

    Der Onkologe hat mir aber auch seine Notfallnummer gegeben.

    Allerdings hatte ich ja auch erst den zweiten Zyklus und habe bis jetzt keine (außer Haarausfall und, dass ich mich schlapp fühle) Nebenwirkungen.

    Vor den beiden Chemos wurde auch jeweils ein Blutbild erstellt.

    Wann wurde denn bei euch weitere Kontrolluntersuchungen durchgeführt (und welche)?

    Bei mir ist kurz vor der 3. Chemo eine Sonographie geplant.

    Ich dachte eigentlich auch an CT und Kardiographie (Herz).

    Ich bin irgendwie besorgt, dass nicht ausreichend kontrolliert wird.

  • @ Papagena Hallo herzlich willkommen . Mir ging es ähnlich wie dir. Ich wurde von BZ zum Onkologe überwiesen, welcher nicht im BZ tätig ist. Aber mit denen zusammen arbeitet. Aber das gibt es jede Woche eine Tumorkonferenz in der er immer teil nimmt. Ich wurde sehr gut aufgeklärt vom Onkologe was das alles auch mich zu kommt. Vor jeder chemo (1Tag zuvor) Blutabnahme . Heute muss ich alle drei Wochen hin um Antikörper zu tanken. Morgen habe ich meine 2. Kontroll Untersuchung, diese sind für mich nicht zufrieden stellend. Meine erste war soo mmmm ultraschall an der seite wo ich keine Brust mehr habe, und die andere seite nur so oberflächlich abgetastet..Mal sehen was es morgen gibt.

    LG Ruth

  • Papagena ,

    auch ich habe eine Onkologin, die nicht im BZ arbeitet, aber mit dem zusammenarbeitet. Die Notfallnummer für Tag/Nacht habe ich auch erhalten. Während der Chemo hatte ich Montag und Mittwoch Blutkontrolle. Dann Freitag Chemo. Der Krebs wurde im September festgestellt und im März hatte ich noch mal eine Mammografie, weil ich plötzlich Schmerzen in der anderen Brust hatte. Ansonsten gab es keine weiteren Untersuchungen. Alle anderen durchgeführten Untersuchungen standen dann im Zusammenhang mit den festgestellten Metastasen.

  • Mmmmh,ich habe gar keinen

    Onkologen, das macht alles meine Frauenärztin, also Blutabn.u so. Und Termine zur Sono oder MRT mach

    ich selber. Mir hat auch nie einer gesagt das ich einen Onkologen brauche. Der Hausarzt bekommt nur Befunde die nach OP's vom. Krankenhaus kommen. Alles andere bekommt nur die Frauenärztin. Also vom Strahleninstitut oder von den Mrt's.

    Bin gerade sehr nachdenklich.


    Mariechen

  • Mariechen54 Ich habe auch keinen Onkologen, noch nie einen gesehen. Wenn ich mich recht erinnere machst du doch auch nur AHT und brauchtest keine Chemo. Ich wurde im BZ operiert, die Ergebnisse der Patho kamen dann dort ins Tumorboard und die Empfehlung ging dann zu meinem Gyn. Umfelddiagnostik Termine regelte alles mein Gyn, ich gehe alle 3 Monate zu ihm zur Nachsorge und bzgl. der AHT ist er auch mein Ansprechpartner wegen Nebenwirkungen usw. Bin so auch recht zufrieden.

  • Auch ich habe keinen Onkologen. Bei mir wird alles vom Brustzentrum aus koordiniert. Chemo und Op hatte ich sowieso dort, zur Bestrahlung wurde ich vom BZ überwiesen. AHT, Portspülung und Bisphosphonat alle 6 mon macht auch das Brustzentrum. Nur die vierteljährlichen Routineuntersuchungen macht meine Gynäkologin.

    Herzliche Grüße an alle, die mich noch kennen

    catchme

  • Hallo,


    vielleicht ist die Bezeichnung Onkologe auch ab und an verwirrend. Onkologie ist eine Schwerpunkt-Weiterbildung, häufig von Internisten und eben auch Gynäkologen. In zertifizierten Brustzentren gibt es immer Ärzte mit dieser Weiterbildung. D.h. der behandelnde Arzt ist häufig Gynäkologe/Onkologe oder Internist/Onkologe. Es gibt auch Hämatologen/Onkologen usw.


    Viele Gynäkologen haben so eine Weiterbildung Onkologie und können eben dann auch die Vorsorge/Nachsorge/Betreuung übernehmen.

  • Vielen lieben Dank für eure Antworten.

    Die Behandlung von Brustkrebs scheint ja durchaus unterschiedlich zu sein. Ich muss auch feststellen, dass man sich doch viel selbst kümmern muss, ohne Ahnung vom Thema zu haben. Ich lebe ja eher ländlich und nicht in einer grossen Stadt. CT, Szintigraphie, Mammographie, Port legen hat jeweils in unterschiedlichen Praxen bzw. Krankenhäusern stattgefunden. Allerdings hat sich das Brustzentrum um die Termine gekümmert. Jeder Einzelne ist freundlich und scheint kompetent. Allerdings vermisse ich eine vernünftige Koordination. Ich wünsche mir einen „Kümmerer“.

    Meine Frauenärztin hat lediglich nach der Diagnose die Überweisung zum Brustzentrum und zum Onkologen ausgestellt. Sie ist jedenfalls nicht dieser Kümmerer, das Brustzentrum auch nicht.

    In zwei Wochen habe ich eine erste Zwischenuntersuchung. Mal sehen, was ich danach berichten kann.

    Vielleicht bin ich ja nur ungeduldig.

    Aber ich habe Angst.

  • Liebe Papagena ,


    bei mir ist es ganz anders wie meinen lieben Vorrednerinnen und Mitkämpferinnen.

    Das BZ war meine erste Anlaufstelle. Dort wurde gestanzt, es gab CT, Mrt, den Clip, einige Gespräche. Während dieser Zeit sollte ich mir eine ambulante Praxis aussuchen, dazu gab es eine Liste. Alles Onkologen/Gynäkologen welche mit dem BZ zusammen arbeiten und eben auch zu den Tumorkonferenzen gehen. Dann gab es nach dem Staging eine Art Abschlussgespräch im BZ und man sagte mir wir sehen uns zur OP Vorbereitung wieder. Dann hatte ich einen ersten Termin in der Praxis und kurz danach ging die Chemo los welche ich auch dort bekomme. Ich habe regelmäßig Termine bei der Onko und sie schallt das Mistvieh und ich kann alle meine Fragen stellen. Ansonsten bin ich gerade 2x die Woche in der Praxis zum Blut zapfen und zur Chemo. Da kläre ich dann vorwiegend alles mit den netten Onko-Schwestern.

    Ich bin also raus gerade was das BZ betrifft und kläre alles mit der Praxis und der Ärztin. Somit ist das mein Kümmerer und mein Hauptansprechpartner.

    Muss demnächst zur Mammographie ins BZ, das organisiert auch die Praxis. Ebenso wo ich mich am besten operieren lassen sollte.

    Läuft tatsächlich überall anders.


    Ich drück dich, hab keine Angst. Wir schaffen das hier alle zusammen :hug:

  • Danke für deine lieben Worte, Mamsel.

    Genauso, wie du das beschreibst, stelle ich es mir eigentlich vor.

    Leider ist es bei mir nicht annähernd organisiert und schon gar nicht konzentriert an einer Stelle.

    Ich drück dich auch, euch alle, und natürlich....wir schaffen das!

  • Ich wurde ja in Frankreich behandelt, ein Brustzentrum gibt es hier nicht. Drei Spezialisten kümmerten sich um mich, die Gyn, der Onkologe und der Radiotherapeut (der am wenigsten). Den Onkologen habe ich stets vor jeder Chemo-gabe gesehen und er war mein Lieblingsarzt. Er fragte nach Nebenwirkungen und hat die Dosierung entsprechend angepasst (dreimal reduziert), Begleitmedikation ausgestellt. In der Nachsorge rotieren diese drei und schauen auf meine Brust.

  • Ich wurde vom BZ aus sofort zum Onkologen überwiesen. Dort habe ich meine Chemo bekommen, er macht alle 3 Monate eine Sono der Bauchorgane, verschreibt Medikamente, KG und Lymphdrainage und die Bisphosphonate bekomme ich ebenfalls dort.

    Op und Op-Nachsorge läuft im BZ und die normale Nachsorge bei der Gyn. Die Gyn hat bei mir die geringste Funktion. Macht neben der Nachsorge nur die Überweisungen und Einweisungen fertig.

  • Bei mir hat die gesamte Koordination die Sozialarbeiterin des BZ übernommen. Habe mich aber auch immer selbst viel gekümmert.

    Onkologie war wichtig, da ich in einer Studie war. Engmaschige Kontrollen und bei dosisdichter Chemo ständig mögliche Dosisanpassung. Ich bin auch jetzt noch zur vierteljährlichen Nachsorge (halbjährlich Bauchsono) in meiner Onkologie.

  • Erstaunlich, wie unterschiedlich der Ablauf bzw. die Organisation der Behandlung von Brustkrebs ist. Welch‘ unterschiedliche Rollen Onkologe, Gynäkologe, Hausarzt und Brustzentrum doch spielen.

    Mir erzählte man, dass die Bildung der Brustzentren dazu dienen sollte, dass überall die gleiche Qualität und Behandlung für alle Frauen, unabhängig wo sie leben, garantiert ist.

    Ich habe den Eindruck, dass jede von uns einen eigenen Weg geht.

  • Meine Onkologin habe ich während der Chemo drei oder vier mal gesehen (abgesehen vom Vorgespräch) - ich hätte aber jedesmal auch einen Termin bei ihr haben können (brauchte ich aber nicht). Sie hat sich auch um die Termine beim Kardiologen und zum Port setzen zu Beginn der Chemo und den Untersuchungen (Thorax-Röntgen, Abdomen-US) gekümmert, die ersten Termine in der Radiologie gemacht und mir das Erst-Rezept für das Tamoxifen ausgestellt (und natürlich deren Wirkung und Nebenwirkung erklärt). Jetzt ist die Onkologie aber komplett raus und alles weitere macht mein Gyn, der in Fall von Problemen dann mit dem BZ sprechen würde.


    Allerdings ist bei mir (bis auf den Gyn) alles in einem Krankenhaus, d.h. die haben immer alle Zugriff auf alle Unterlagen (und sitzen alle mit im Tumorboard). Als ich zur Strahlennachsorge war wusste diese Ärztin schon, dass meine Angleichungs-OP (3 Wochen vorher) gut verlaufen ist, weil sie eben vorher in meine Unterlagen geguckt hat. Das empfinde ich wirklich als Vorteil. Mein Gyn und mein Hausarzt bekommen alle Unterlagen und sind so auch auf dem laufenden, federführend ist aber jetzt mein Gyn (mit dem ich dahingehend extrem zufrieden bin!)


    LG
    Alltagsheldin