Brustkrebs, was nun? Bin neu hier...

  • Hallo zusammen, ich bin ebenfalls neu hier und würde mich gern kurz vorstellen: Ich habe die Diagnose (die noch nicht zu 100% bestätigt ist) am 22.11. durch meine Frauenärztin per Ultraschall bekommen. Dann Mammographie mit der quasi Bestätigung. Heute sollte eigentlich eine Biopsie gemacht werden. Diese Ärztin hat bei einem erneuten Ultraschall (wie sie sagt ein Gerät mit besonders hoher Auflösung) zwei weitere Tumore entdeckt. Nun gehe ich morgen früh ins MRT und danach dann erst die Biopsie. Ich bin 44 Jahre alt, habe eine 9 jährige Tochter, befinde mich gerade in der Trennung von meinem Mann und habe einen neuen Lebenspartner gefunden. Somit ein super Jahr für mich. Ich bin eigentlich guten Mutes - befinde mich aber zur Sekunde in einem Tief - und würde gern wissen, wie Ihr mit der Diagnose, vor allem mit ähnlich "alten" Kind(ern) umgegangen seit. Ich weiß nicht, an welches Forum ich mich bestenfalls wenden sollte, da mich eher allgemeine Dinge interessieren, wie: was sollte ich bei den Gesprächen beachten, wie sage ich es meiner Tochter etc.?? Ich habe noch keine konkreten Fragen, da ich mich echt gar nicht auskenne und quasi gerade ins kalte Wasser geschmissen werde. Habt Ihr Tipps, besucht Ihr Therapien (Psychologische) oder Gesprächskreise etc? Liebe Grüße an Euch da draußen, Katze

  • Hallo Katze,


    schön, dass du zu uns ins Forum gefunden hast. Sei herzlich willkommen!
    Ja, es ist schwer wenn man die Diagnose Krebs erhält und es wird noch mal schwerer, wenn man noch jüngere Kinder zu Hause hat. Aber hier im Forum findest du gleich Betroffene und wirst verstanden.
    Schau dich ganz in Ruhe um, du kannst hier viel über Brustkrebs lesen, aber auch allgemeine Fragen zum Umgang mit der Erkrankung finden, oder du schaust mal bei "Betroffene mit minderjährigen Kindern" rein.
    Erst mal drücke ich dir aber die Daumen für deine morgige Untersuchung.


    Viele Grüße von Ally

  • Hallo Katze,


    dass Dir momentan der Kopf schwirrt vor lauter Fragen, verstehe ich gut. Eine Krebsdiagnose wirbelt erst einmal alles durcheinander.


    Dass viele von uns dieses Gefühlschaos kennen, wirst Du sehen, wenn Du hier im Forum ein bisschen stöberst.


    Mein Tipp an Dich: warte erst einmal die morgige Untersuchung ab - dann weißt du ggf. schon ein bisschen mehr und kannst konkretere Fragen stellen. Und noch etwas: wenn es irgendwie möglich ist, lasse Dich morgen von jemandem begleiten, dem Du vertraust (Lebenspartner, nahe Verwandte, gute Freundin) und nimm diese Person auch mit ins Gespräch mit dem Arzt. Denn vier Ohren hören mehr als zwei und man hat die Möglichkeit, sich später über das Gehörte auszutauschen.


    Und ansonsten - fühle Dich herzlich Willkommen hier im Forum. Hier findest Du immer jemanden, der einen guten Tipp für Dich hat oder ein paar aufmunternde Worte.


    Alles Gute für Morgen und viele Grüße von Flora.

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Katze,


    auch von mir ein herzliches Willkommen!


    Meine Tochter war 11 Jahre alt, als ich meine Diagnose bekam, auch Brustkrebs. Aus meiner Erfahrung kann ich dir nur sagen, rede mit deiner Tochter, möglichst ganz normal und ehrlich, lass sie nicht außen vor oder verheimliche ihr was. Kinder spüren eh' das etwas nicht stimmt und machen sich dann ihre eigenen Vorstellungen und Gedanken, die manchmal schlimmer sind als die Realität. Natürlich drängst du ihr keine Infos auf, die sie (noch) nicht wissen will und verschonst sie mit komplizierten medizinischen Details. Aber das weißt du, du bist schließlich ihre Mutter, verlass dich auf dein Bauchgefühl.


    Ein sehr gutes Buch zu diesem Thema ist z.B. "Was macht der Krebs mit uns? Kindern die Krankheit der Eltern erklären".
    Findest du auch da: Lesenswerte Bücher


    Ansonsten schließe ich mich Flora an, du stehst noch ganz am Anfang, also schön Schritt für Schritt. Erstmal die Untersuchungen, dann die endgültige Diagnose und dann die Therapie.
    Und sei geduldig mit dir selbst, dein momentanes Tief ist so was von normal...


    Ich wünsche dir alles Gute für morgen!
    Liebe Grüße von der Jo

  • Hallo Katze,
    bin selbst im April dieses Jahres an BK erkrankt, inzwischen erfolgreich operiert und bestrahlt. Chemo musste ich zum Glück nicht machen.
    Habe zwei Kinder: eine Tochter (10) und einen Sohn (8).
    Ich hatte in der Klinik eine sehr gute Gesprächstherapeutin, die mir ein Buch empfohlen hat "Mein wunderschöner Schutzengel-als Nellys Mama Krebs bekam". In diesem Buch ist alles kindergerecht erklärt, so dass die Kleinen diese Krankheit besser verstehen können.
    Das Buch ist von dem Brustkrebs Deutschland e.V. Kann ich wirklich nur empfehlen.
    Liebe Grüße und ganz viel Kraft
    Barbara

  • Hallo Katze, das mit dem tiefen Loch kann ich gut verstehen. Bin in einer ähnlichen Situation. Bin 37 Jahre alt und hab 2 Kinder, 10 und 11 Jahre alt. Ich war mir bei Diagnose auch nicht sicher ob und wie ich es meinen Kindern sagen soll. Hab mich dann aber entschieden offen zu sein. Ich hab es ihnen ganz ehrlich gesagt. Es gab viele Tränen und zuerst waren sie sehr geschockt. Aber nach nun schon fast 2,5 Wochen muss ich sagen, es war richtig. Wir lachen viel und weinen auch zusammen. Es gehört jetzt zu einem Teil unsrer Familie.
    Ich bin aber sicher das wir all das schaffen, egal wie schwer es werden sollte.
    Ich bin vor 10 Tagen operiert worden. Die OP ist sehr gut verlaufen. Mein Professor ist sehr zufrieden. Es konnte alles entfernt werden, Lymphknoten ist Gott sei Dank frei. Einer Chemotherapie werde ich mich trotzdem unterziehen. Auch darüber haben wir schon offen gesprochen, die Kids wissen das die nächsten Monate hart werden.



    Lass dein Kind nicht im ungewissen, die Kids beziehen das dann alles schnell auf ihre Person. Und das sollten sie nicht...

  • Hallo Katze!


    Herzliche willkommen im Forum!


    Dass Du ersteinmal in einem Tief drin sitzt, ist völlig normal.


    Aber Du wolltest ja wissen, wir wir unsere alltägliches Leben gestalten.
    Möglichst versuchen den Tag schön zu gestalten.
    Ich besuche einmal in der Woche eine Selbsthilfegruppe, bei der ich mich sehr wohl fühle.
    Ich gehe zum Krebsnachsorgesport und werde ab Januar auch wieder Schwimmen gehen.
    Ich bewege mich viel in frischer Luft und pflege meine Kontakte.
    Außerdem habe ich ein Hobby, dass mir viel Freude bereitet.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Hallo Katze,
    auch von mir ein herzliches Willkommen hier in unserem Forum.
    Jede von uns erinnert sich, wie es war, als wir die Diagnose Brustkrebs "erhielten".
    Deine Fragen beziehen sich ja einerseits auf den Umgang mit Krebs mit dir nahestehenden Personen, speziell deiner Tochter und welche Wege wir gefunden haben und zwar diejenigen, die die Krankheit nun schon viele Jahre überstanden haben oder, wie bei mir der Fall, wieder neu erkrankt sind.
    Also, ich denke, was die Vorschreiberinnen dir bezüglich des Umgangs mit dem Thema zusammen mit deiner Tochter vorgeschlagen haben, inklusive der Buchtipps, ist schon einmal ein guter Weg. Unsere Kinder merken uns sehr schnell an, dass irgendetwas nicht stimmt. Und ich denke, du kannst deine Tochter damit beruhigen, dass diese Krebsart so gut erforscht ist und die Therapien so ausgeklügelt sind, dass du selbst davon ausgehen kannst, dass du diese Krankheit besiegen wirst. Und wenn sie dir Fragen zur Behandlung stellt, dann würde ich sie ihr so kindgemäß wie möglich erklären und zwar Schritt für Schritt, wie du die Behandlung erleben wirst.
    Du fragst, ob wir psycho-onkologische Hilfe in Anspruch genommen haben. Ich für meinen Teil habe das und habe es niemals bereut. Die Chemie zwischen meiner Therapeutin und mir stimmt und ich habe immer viele wertvolle Überlegungen, Gedanken und Tipps mit nach Hause genommen. Vorallem war in dem therapeutischen Setting Platz für meine Ängste und ich konnte zusammen mit ihr Auswege aus der Angst überlegen. Das tat unendlich gut. Du wirst deinen Weg finden, davon bin ich überzeugt! :) Eine Familie, die dich liebevoll dabei begleitet :hug: , sowie Ärzte, denen du 100% vertrauen kannst, sind schon die "halbe Miete"!
    Ganz liebe Grüße
    Angie

  • Hallo Ihr Lieben, ich danke Euch für Eure Worte, Eure Glückwünsche und Tipps. Die Bücher werde ich mir mal anschauen, Danke dafür. Das MRT (und später auch die Biopsie) hat ergeben, das "nur" der eine ein bösartiger Tumor ist. Die anderen beiden sind gutartig. Nun muß ich morgen zur Onkologin zwecks Besprechung und Therapie. Ich bin also nicht wirklich viel weiter komme aber ganz gut klar. Unserer Tochter haben wir noch nichts gesagt, weil wir ja noch nicht wissen, was auf uns zukommt. Da wir auch gerade akut eine Trennung durchmachen, habe ich Angst Ihr das AUCH NOCH zu sagen. ABer wie ich von Euch lese, wird mir nichts anderes übrig bleiben. Meine Frauenärtzin hat mir bereits eine onkologische Beratung empfohlen, die werde ich wohl in Anspruch nehmen. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Es ist schön hier. Danke Euch. Eure Katze

  • gerne begrüße ich Dich hier in unserem Forum und bin froh, dass Du schon einige Tipps für Dich finden konntest.
    Mir fällt so ganz spontan ein, dass wir von unserem Bundesverband sehr gute DVD´s anzubieten haben.
    Einmal mit dem Titel "Angehörige krebskranker Menschen" und "Krebskranke Frauen und ihre Kinder". Du kannst sie Dir entweder über eine Selbsthilfegruppe von uns in Deiner Nähe oder direkt über unseren Bundesverband schicken lassen. Vielleicht erhältst Du gute Impulse, die Du in Dein Leben integrieren kannst. Ich wünsche es Dir in jedem Fall von ganzem Herzen..
    Ich wünsche Dir den Mut wichte Dinge auszusprechen. Das Miteinander bekommt eine neue Qualität und Intensität.
    Meine beiden Töchter waren wesentlich älter zum Zeitpunkt meiner Erkrankung, sie haben mir geholfen ehrlich zu sein indem sie mich daran erinnert haben, dass ich ihnen immer gesagt habe "ehrlich währt am längsten". Ich habe es dann auch so gehalten und bin heute dankbar dafür, denn ich musste mich zu keiner Zeit rechtfertigen und bekam nie zu hören "das hättest Du mir aber sagen müssen, warum hast Du uns belogen, hast Du kein Vertrauen...?"


    Meine guten Gedanken begleiten Dich :)


    Ambrosia

  • Hallo Katze


    Ich selbst mit 37 Jahre und meine Kleine ist 10 Jahre. Ich habe mich ganz schnell dazu entschieden auch meinem Kind das zu sagen. Ich habe auch nur gesagt, dass ich Krebs habe und mein Kind hat erst mal geweint. Dann habe ich angefangen ihr das zu erklären so gut ich konnte und dann habe ich sie auch zu einem gemeinsamen Gespräch mit in die Klinik genommen und ich glaube das hat ihr sehr gut getan. Dort wurde ihr dann auch ein Stück weit die Angst genommen. Ich würde das jederzeit wieder so tun, denn es wird in den nächsten Tagen und Wochen mit Deinem Gefühlsleben echt auf und ab gehen und das schneller als Du gucken kannst. Dann ist es aber leichter für Dein Kind zu verstehen und glaube mir, Kinder bekommen , fühlen und verstehen mehr, als wir ihnen zutrauen. Hab Mut und rede mit ihr. Du wirst diesen Kampf auch gewinnen und er wird leichter sein, wenn Du innerhalb Deiner Familie offen darüber reden kannst. Fühl Dich umarmt und ich wünsche Dir ganz viel Kraft .


    LG Sonja

  • Ihr Lieben! Ich habe es meiner Tochter erzählt (bzw. wir haben es ihr erzählt) und es war OK. Ja, sie war entsetzt und sagt im allgemeinen nur BK (sie möchte es nicht aussprechen), aber sie hat viele Fragen erzählt, sie hat es Ihren Freundinnen erzählt und gefragt, ob sie es in der Schule erzählen darf. Sie geht also eher offen damit um. Das freut mich sehr, da sie sonst viel mit sich selber ausmacht.
    Ich selber habe jetzt die erste OP hinter mir, der Wächterlymphknoten wurde entfernt und ich warte auf die ERgebnisse. Leider ist dieser Wert Ki-67 bei 80% - das ist wohl ziemlich hoch. Aber in Knochen und Körper wurden keine Metastatsen gefunden (Skelettszinti..., MRT, CT etc) Das beruhigt mich schon ein wenig. Ich nehme an einer Studie teil und nehme seit vorgestern Hormone. Hat damit jemand Erfahrung?? Bez. Nebenwirkungen etc? Ich nehme Tamoxifen ein. Allen ein schönes Wochenende, Anja

  • Hallo Katze,


    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.


    Zu deiner Frage mit Tamoxefin, ich nehme es jetzt seit Mitte Oktober und vertrage es soweit gut. Habe abend an den Fussfessel, Schienbeinen und Unterarmen nach ca einer Stunde nach Einnahme von Tamoxefin ziemlichen Juckreiz, meine Frauenärztin meinte aber ich könnte sie weiter nehmen. Ich drücke dir ganz feste die Daumen, das die Ergebnisse von den Wächterknoten alle ok sind. :thumbup:
    Ich hatte im Feb. die Diagnose bekommen und bei mir war auch bei den ganzen 'Untersuchungen alles in Ordnung.
    Bei mir wurde erst Chemo gemacht, damit man sieht ob die Chemo greift und das hat sie dann auch super die Bestie ist nach der zweiten Chemo schon um die Hälfte kleiner gewesen(0,7mm) und nach der 6. Chemo war sie nicht mehr da und bei der anschliessenden Op wo man das restl. Gewebe rausgenommen hat konnte auch nichts mehr nachgewiesen werden. Später kamen dann noch 33 Bestrahlungen die ich auch gut vertragen habe.
    Es ist das schönste Weihnachtsgeschenk für mich, das wir die Bestie ausgerottet haben. :!: :!: :!: Erkundige dich ob du auch begleitend mit Naturheilmittel arbeiten kannst, denn ich habe nach jeder Chemo mir Akkupunktur machen lassen, war sehr gut und vorallem die Selbstheilungskräfte habe ich auch voll aktiviert.
    Das sind so einige Tipps die ich geben konnte, vielleicht konnte ich dir damit einige Fragen beantworten, denn man hat sehr viele . Ich wünsche dir viel Energie und Kraft auch du wirst es schaffen der Bestie den Gar auszumachen.
    LG Strandnixe

  • Hallo liebe Strandnixe,
    danke für deine INfos und Tipps. Ich werde das jetzt mal beobachten, bisher habe ich noch nix spüren können. Aber ich bin ja auch erst bei Tag 3. Mein Weg wird wohl ähnlich wie Deiner sein, wenn die Hormone nichts bewirken, werde ich wohl auch erst eine Chemo machen und dann die OP. Bin also über deinen Bericht wirklich erfreut, ist er meinem doch ähnlich. Hast du die ganze Zeit gearbeitet oder wie ist das dann? Mich fragen viele, ob ich krank geschrieben bin und ich sage immer: ich bin ja nicht krank. Also bisher gab es bis auf die vielen Arzttermine auch noch gar keine notwendigkeit. Wie das mit Chemo oder Bestrahlung aussieht weiß ich natürlich nicht. Bleibt man dann zu Haus oder kann man arbeiten oder ist das unterschiedlich? Gott - bisher habe ich mir über sowas wirklich NULL Gedanken gemacht. Ich spreche aber viel über meine Krankheit - ich habe da keine Hemmungen. Bei Facebook habe ich eine geheime Gruppe gegründet, so das meine engsten Freunde immer auf dem Laufenden sind. Das hat sich als super gutes KOmmunikationsmittel ergeben, da man ja nicht jedes Mal jedem von allem berichten kann. Und es kamen viele Fragen, so das ich über den Blogg alle gleichzeitig erreiche. Ich bin froh, das ich über Weihnachten NUR die HOrmone nehme und keine Chemo oder sowas. Denn bisher sieht es so aus, als wenn das Fest quasi "normal" verlaufen könnte. Das wäre natürlich nicht nur für unsere Tochter schön. Liebe Grüße Katze