Tumorzellen im Narbengewebe – Panik und kein Vertrauen in die Ärzte mehr

  • Hallo! 🙂

    Nachdem ich grade eine halbe Stunde lang meinen ersten Beitrag geschrieben habe und dann mein Akku aus und alles gelöscht war, versuche ich es noch einmal und hoffe, mein ‚Roman‘ wird etwas kürzer...

    Seit Donnerstag bin ich in einem tiefen Loch und selbst vor meinem sechsjährigen über alles geliebten Sohn nur mehr am Heulen und „Fast–Übergeben“ (trotz Beruhigungsmittel). Ich habe nur mehr Angst, Angst, Angst.....


    Ganz kurz zu meiner Vorgeschichte: im Jänner 2018 Routine–Mammographie und Ultraschall, angeblich alles in Ordnung, bei weiteren, sicherlich hormonell bedingten Schmerzen (45 Jahre alt) sollte ich einfach Quarkwickel auflegen.... Mit absolut nicht beruhigtem Gefühl aus dem Krankenhaus heraus....

    Ein Monat später nachts für einige Stunden starke Schmerzen in linker Brust und Übelkeit – meinen Freund Quark kaufen geschickt 🙄

    Im März 2018 Blutung aus linker Brustwarze, Ultraschall beim Gynäkologen, der mich dringend zu galaktographie in eine Privatklinik überweist, dort wird zuerst eine andere Untersuchung gemacht (und von einer degenerierten papillomatose ausgegangen) und ein paar Wochen später galaktographie und stanzbiopsie.

    Ergebnis am 12. April: Insitu–Karzinom 7,5 cm, Anfang Mai 2018 Mastektomie (Skin–sparing) im öffentlichen Krankenhaus und Einsetzen eines Expanders. Wächterlymphknoten nicht befallen, keine andere Therapie, da insitu und nach der mastektomie alles weg und ich geheilt sei......


    Beruhigt war ich nie wirklich, da das Insitu–karzinom ein Ausmaß von 7,5 cm hatte.... Weitere Gespräche mit senologen, der Onkologin, der Psychologin, sogar der Pathologin.... unisono: ich soll froh sein, dass nichts invasives war und ich keine weitere Therapie brauche...


    Am 10. Juli 2019 OP Austausch Expander mit Prothese, alles super verlaufen, dankbar, keine Schmerzen, und nach der Entlassung gleich wieder (mit ein bisschen Schonung) einsatzbereit, da wir mitten im Umzug waren und ich mich so auf unser neues Heim und das Einrichten freute.

    Am 8. Juli wurde – wieder nur auf mein Verlangen – noch ein Ultraschall beidseits gemacht, da ich auf der rechten Seite manchmal Schmerzen verspürt hatte; was die linke, operierte Seite betraf, war ich nach einem Jahr nun doch auch beruhigt, dass ja alles in Ordnung sei und ich Glück gehabt hätte, weil ja alles weggeschnitten worden war..... schriftlicher Befund: nichts Suspektes gesehen, auch an der Narbe keine Hinweise für Rezidive!!!!!!!


    Am Mittwoch, 24.07. zweite Kontrollvisite beim plastischen Chirurgen. Alles in bester Ordnung, sehr schön verheilt

    Am Donnerstagnachmittag, 25.07. Anruf zuerst von der Schwester des Bgz wegen eines Termins für eine magnetresonanz und etwas später Anruf des Senologen mit der Bestätigung des Termins und der Information, dass am weggeschnittenen Narbengewebe Tumorzellen gefunden worden seien........


    Und nun? Hatte nach der ersten Diagnose versucht, meine seit Jahren immer wieder kehrenden Depressionen auch im Hinblick auf die wirklich relevanten Dinge im Leben = GESUNDHEIT und Familie in den Griff zu bekommen, habe versucht, alle anderen Dinge und Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und endlich zu leben zu beginnen. Wir durften eine Wohnung kaufen, ich habe mir meinen Hundewunsch erfüllt, am Donnerstagmittag haben wir die Möbel für unsere neue Wohnung bestellt und diese sollen am Dienstag kommen, Freude, Optimismus, nach dem Aufbau der Möbel wollte ich dann endlich wirklich die restlichen Sommerferien mit meinem Sohnemann genießen, der jetzt stattdessen eine immer wieder heulende Mama vor sich hat, die ihre Panik nicht in den Griff bekommt..... und eine Riesenangst vor der morgigen Magnetresonanzuntersuchung, vor Rezidiv und möglicherweise sich im Laufe des vergangenen Jahres ungehemmt ausgebreiteten Krebszellen im ganzen Körper.... da ja keine Therapie gemacht worden war...

    und zu diesen Ängsten dazu kein Vertrauen mehr in die Untersuchungsmethoden und Kompetenz der behandelnden Ärzte....


    Sorry, leider ist mein ‚Roman‘ doch wieder viel länger als gewollt geworden, aber vielleicht liest ihn sich doch jemand durch....

  • Liebe Tam73,

    ich habe bei Deinem Bericht einen Riesenschrecken bekommen. Hatte 2017 wegen eines ausgedehnten duktalen Carcinomas in Situ eine hautsparende Mastektomie und auch die Brustwarze wurde erhalten. Ich bekam in derselben OP ein Silikon-Implantat eingesetzt. Wie bei Dir keine weitere Therapie. Die Schnittränder waren sauber, aber der Abstand war zur Mamille nur 1 mm. Mir war bewußt ich, dass eine einzige verbliebene Krebszelle ausreicht, dass der ganze Mist von vorn losgeht. Aber das kann auch passieren, wenn Haut und Brustwarze entfernt werden. Das Risiko wäre dann nur ein bisschen geringer. Wenn das Unwahrscheinliche dann Wirklichkeit wird, sieht man das naturgemäß anders. Das ist aber kein Grund, an der Kompetenz der Ärzte zu zweifeln und das Vertrauen zu verlieren, denn die Entscheidung lag bei uns. Nach Deiner Schilderung sind im Narbengewebe "nur" Tumorzellen gefunden worden. Vielleicht hast Du Glück im Unglück und es ist wieder nur ein In -Situ-Karzinom und nichts Invasives. Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen und drücke Dir die Daumen für das morgige MRT.

    Alles Liebe

    Lavara18

  • Liebe Tam73 ,

    ich bin einfach fassungslos und mir fehlen die Worte.

    Wie naiv können Ärzte sein?

    Trotzdem wirst du deinen Weg gehen. Heule dich ruhig erst mal gründlich aus, aber dann mach einen Schritt nach dem anderen.

    Dein Sohn und dein Hund werden dir dabei helfen. Kinder können unendlich viel Ablenkung bringen und es ist jetzt wichtig, dass sich nicht alles nur um deine Krebserkrankung dreht, damit deine Gedanken wieder klarer werden. Dein Hund hilft dir dabei, jeden Tag genug Bewegung zu haben und nicht vor Verzweiflung nur auf dem Sofa rum zu liegen. Damit hast du perfekte Voraussetzungen, um die Belastungen der kommenden Zeit bewältigen zu können. Du schaffst das!

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass das MRT morgen eine gute Prognose ermöglicht und deine Ärzte endlich die richtige Therapie für dich finden.

  • Liebe Tam73 ,

    es tut mir sehr leid, dass Dein Kopfkino so sehr routiert und Du aus Deinem tiefen Loch gerade nicht herausfindet.

    Ich lass meine Strickleiter zu Dir runter. Du brauchst nur danach zu greifen, wir ziehen Dich hoch. Ganz sicher wird Dein Sohn uns dabei nach Kräften unterstützen.

    Angst ist leider kein gute Ratgeber, versuche Dich daher abzulenken. Mach irgendetwas aktives, auf das sich Körper und Geist konzentrieren müssen. Z. B. Hüpfen/Tanzen und gleichzeitig singen. Oder Du radelt in den Wald und schreibst alles hinaus.

    Vielleicht geht es Dir auch schon etwas besser, weil Du uns geschrieben hast? Mir ging es immer so, ich hatte hinterher meistens einen objektiven Blickwinkel auf meine Probleme.

    Auf jeden Fall heiße ich Dich hier herzlich willkommen und versichere Dir, dass Du nicht allein bist. Irgendwer ist immer online und antwortet Dir, wenn Du Hilfe benötigst.

    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Liebe Tam73,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Es ist so gemein, da hast Du Dich auf die neue Wohnung und deren Einrichtung gefreut und jetzt das. Ich glaube es Dir, dass Du fix und fertig bist und Schwierigkeiten hast, wieder nach vorne zu sehen. Aber für Deinen Sohn wirst Du aus Deinem Loch wieder herauskrabbeln, wir helfen Dir gerne dabei. Ich drücke Dir die Daumen, dass die Leiter von Kirsche hält und schicke Dir für den Aufstieg ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Liebe Tam73,

    ich habe bei Deinem Bericht einen Riesenschrecken bekommen. Hatte 2017 wegen eines ausgedehnten duktalen Carcinomas in Situ eine hautsparende Mastektomie und auch die Brustwarze wurde erhalten. Ich bekam in derselben OP ein Silikon-Implantat eingesetzt. Wie bei Dir keine weitere Therapie. Die Schnittränder waren sauber, aber der Abstand war zur Mamille nur 1 mm. Mir war bewußt ich, dass eine einzige verbliebene Krebszelle ausreicht, dass der ganze Mist von vorn losgeht. Aber das kann auch passieren, wenn Haut und Brustwarze entfernt werden. Das Risiko wäre dann nur ein bisschen geringer. Wenn das Unwahrscheinliche dann Wirklichkeit wird, sieht man das naturgemäß anders. Das ist aber kein Grund, an der Kompetenz der Ärzte zu zweifeln und das Vertrauen zu verlieren, denn die Entscheidung lag bei uns. Nach Deiner Schilderung sind im Narbengewebe "nur" Tumorzellen gefunden worden. Vielleicht hast Du Glück im Unglück und es ist wieder nur ein In -Situ-Karzinom und nichts Invasives. Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen und drücke Dir die Daumen für das morgige MRT.

    Alles Liebe

    Lavara18

    liebe Lavara18,

    Danke für deine Worte! Jemandem Schrecken einjagen wollte ich mit meinem Bericht absolut nicht, das tut mir leid! Ich war vor einem Jahr natürlich einerseits überglücklich, keine weiteren Therapien machen zu müssen, andererseits hatte ich ständig Zweifel, ob nicht doch eine zusätzliche Therapie besser gewesen wäre und ich mich dadurch ein bisschen sicherer, ruhiger und zuversichtlicher zu fühlen – das ist mir nämlich erst nach mehr als einem Jahr nach der ersten OP gelungen (bin da etwas seeeehr langsam gewesen) ... und wirklich im selben Moment, wo ich mir gesagt habe, ok, ich habe jetzt nur mehr eine meiner Brüste, aber das „Kapitel“ soll nun in meinen Gedanken endlich der Vergangenheit angehören..... diese Nachricht!

    Der Richtigkeit halber muss ich schon auch noch sagen, dass ich mich, nach der vorangegangenen kleineren Odyssee, im Brustgesundheitszentrum, in dem ich operiert wurde, sehr gut aufgehoben fühlte und vor allem der mich operierende Chirurg von einer Menschlichkeit ist, die man in unseren Krankenhäusern nicht mehr oft findet. Zu ihm hatte ich vollstes Vertrauen, nur eben jetzt weiß ich weder ein noch aus.... allerdings war mir das mit eventuellen letzten verbleibenden Krebszellen nicht bewusst (Zitat von mehreren Seiten: „Da ist nichts mehr,“) und ich habe auch nicht selbst entschieden welche Art der Mastektomie – war ja aber auch total neben mir zu dieser Zeit.

    Wie meinst du, dass die Entscheidung bei uns lag?

    Ich danke dir für deine lieben Wünsche und das Daumendrücken! 🙂

  • Liebe Alice ,

    Danke für deine lieben Worte!

    Ja, so etwas wäre mir wirklich im Traum und meinen schlimmsten Vorstellungen nicht eingefallen – dachte mit dem Einsetzen der Silikonprothese sei nun alles „erledigt“ und es sollte endlich aufwärts gehen und ein positiverer Lebensabschnitt beginnen!!

    Mir kommt es, wie vor einem Jahr, immer noch so vor, das es ein Traum sein muss, aus dem ich gleich erwachen werde....

    Im Moment bin ich sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben und bedanke mich ❤️lich für das überaus nötige Paket 🙂

  • Liebe Kirsche ,

    Danke für deine lieben Worte. Mir sind zwar die Tränen gekommen, aber ich hänge praktisch schon an der Strickleiter und halte mich ganz daran fest 🙂 Deine Worte haben mir sehr gut getan, und ich bin überhaupt froh, dieses Forum und den Mut mich hier zu registrieren, gefundenen zu haben.

    Ich habe heute Nachmittag – wie vor der „Neuigkeit“ geplant – mit meinem Sohn die Blumentöpfe für unseren neuen Garten verziert und dann mit Kind und Hund eine ordentliche Runde gemacht.... wenn es dann mit der Ablenkung nicht mehr funktioniert, werde ich mir das Bild ,ist der Strickleiter vor Augen halten! DANKE!

  • Danke, liebe cat58 !

    Ich verstehe im Nachhinein auch einiges nicht mehr. Aber diese Vorgehensweise scheint in Fällen wie meinem vom Vorjahr wenigstens am Krankenhaus, in dem ich operiert wurde, der Standard zu sein!? Nur über eine Antihormontherapie hat die Onkologin mit mir gesprochen, aber es wurde dann wegen der möglichen Nebenwirkungen dagegen entschieden.

    Als ich am Freitag mit der Krankenschwester telefonierte, hat sie mir gesagt, dass alle Ärzte des tumorboards sozusagen von den Wolken gefallen seien. Wobei mir das auch nicht weiterhilft.....


    Ja, ich muss es schaffen mich so gut wie möglich auf meine zwei kleinen Männer zu konzentrieren, auf den Schulanfang meines Sohnes und auf die alles andere als abgeschlossene Erziehung unseres Junghundes. Wir vier hatten halt andere Pläne als so was jetzt, aber das geht ja allen hier im Forum leider gleich 😭


    Ich danke dir fürs Daumendrücken, das kann ich sehr gut brauchen!

    Lg

  • Liebe Tam73 ,


    Du musst Dich nicht entschuldigen für den Schrecken, den mir Deine Nachricht gebracht hat. Er schärft noch mal das Bewusstsein, dass es eine absolute Sicherheit nicht gibt. Mein Operateur hat nach der OP auch gesagt "Alles ist weg". Und die Entscheidung, keine weitere Behandlung zu machen, wurde auch bei mir vomTumorboard getroffen. Diese Vorgehensweise ist auch in "meinem" Brustzentrum Standard. Der Radiologe hat die operierte Brust nach einem MRT letztes Jahr allerdings in BIRADS 3 eingestuft, was bedeutet: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% krebsfrei. Restrisiko 2 %. Seiner Empfehlung, alle 6 Monate ein MRT machen zu lassen, bin ich bislang nicht gefolgt, weil das Kontrastmittel auch nicht ohne ist. Und mein onkologischer Gynäkologe hält es auch nicht für erforderlich. Ich bleibe in der vierteljährlichen Ultraschallkontrolle über den für die Nachsorge empfohlenen Zeitraum hinaus. Allerding sieht man im Ultraschall erst was Invasives. Im Herbst ist das MRT 1 Jahr her und Deine Geschichte bringt mich ins Grübeln, ob ich vielleicht doch noch mal......

    Mit dem Satz, dass die Entscheidung bei uns lag, meine ich, dass wir uns ja auch für eine weitergehende Form der Mastektomie - Haut weg, bei mir auch Brustwarze weg - hätten entscheiden können. Ich war damals aber nicht bereit, noch mehr von meiner Brust zu opfern für eine Vorstufe, wo doch die meisten "Invasiven" brusterhaltend operiert werden mit nachfolgender Bestrahlung. Später, als ich hier im Forum von den Mitgliedern mit strahleninduziertem Sarkom (extrem selten, aber sehr gefährlich) gelesen habe, war ich froh, keine Bestrahlung bekommen zu haben. Die Risikoabwägung nimmt uns leider keiner ab.

  • Liebe Lavara18 ,

    Auch ich habe das hier gelesen, dass sogar durch die Bestrahlung wieder Schlimmes ausgelöst werden kann (!), ein Wahnsinn.

    Wann hattest du deine erste MRT–Kontrolle nach der OP? Bei mir wollte sie die Onkologin sechs Monate nach der Mastektomie machen lassen – worauf mein Chirurg ganz entrüstet ausrief, dass das ja nicht möglich sei wegen des Expanders.

    Da hatte ich dann doch das erste Mal auch in diesem bgz Zweifel ob ich nicht doch noch vor der Mastektomie eine Zweitmeinung hätte einholen sollen.... aber ich stand in dieser Situation sowas von neben mir, dass ich nur alles weg haben wollte (auch wenn BET möglich gewesen wäre, hätte ich auf alle Fälle die ganze (kleine) Brust weghaben wollen – am liebsten sogar auch gleich die rechte, weil ich solche Angst hatte.....

    Mein Chirurg hat mich nur informiert, dass hautsparend operiert werden würde, über andere Optionen wusste ich nicht Bescheid.

    In einer Mailänder Klink, welche mir von einigen zum Einholen einer Zweitmeinung empfohlen wurde, wird, soweit ich weiß, gleich die Brust wieder aufgebaut und ich HÄTTE also schon bald nach der OP eine MRT machen können..... Jetzt bin ich also in der „Hätte – was–wäre–wenn und warum–habe–ich–denn–nicht“–Phase, sitze heulend in unserem neuen Garten, warte auf den Befund der Pathologie und der Magnetresonanz, während mein Partner und mein Sohn die gerade angekommenen Möbel für unsere neue Wohnung aufbauen, auf die wir uns so gefreut haben und die das Symbol für einen Neubeginn nach den letzten nicht soooo positiven Jahren hätte sein sollen....

    Lg

  • Liebe @Tam 73, ich war vor fast 5 Jahren in ähnlicher Situation wie Du Anfang 18. Hatte auch Probleme mit nässender und blutender rechter Brustwarze. Wurde lange auf Ekzem behandelt. Bis ich im Internet die konkreten Symptime eingab und auf "Morbus Paghet" stieß. Als der Gyn eine weitere Salbe probieren wollte, habe ich drauf bestanden, dass näher untersucht würde. Ich ließ mir die Mamille in einem BZ entfernen. Auch mir wurde damals gesagt, dass das nicht-invasive Carzinom inStu vollständiig im Gesunden entfernt wurde. Man könne bestrahlen, müsse aber nicht. Ich fragte mich damals, wenn nichts mehr ist, was man dann bestrahlen wolle. Also lebte ich fröhlich weiter in der - aus jetziger Sicht - trügerischen Gewissheit, geheilt zu sein. Bis ich am 28. März nachts ein leichtes Ziehen in derBrust spürte, hingriff und den Knoten ertasten konnte. Fassungslos war ich, weil ich drei Tage zuvor noch von einer Gyn abgetastet worden war.

    Das Ergebnis war ein aggressiver nicht hormonell ansprechender Tumor. Zur Zeit bin ich letzte Woche mit 4 X EC fertig. Ab 15. August geht es dann mit 12 x Pacli und 1 Jahr Antikörpertherapie weiter. Die normalerweise standartgemäße Bestrahlung ist bei mir wegen der Spastik fraglich.


    Ihr Lieben alle, ich lese oft mit, aber zum Schreiben fehlt mir oft die Energie. Das Schreiben nimmt etwa die vierfache Zeit Nichtbehinderter in Anspruch. Trotzdem schreibe ich gerne.:)

    Was mich an diesem Thema zum Schreiben treibt, ist die Tatsache, dass ich bisher glaubte, vor fünf Jahren einfach ein oberflächlich arbeitendes BZ erwischt zu haben. Nun lese ich, dass es Standard ist, Frauen mit Brustkrebsvorstufen in trügerischer Sicherheit zu wiegen.:sleeping: Warum - um alles in der Welt - weist man uns nicht darauf hin, dass wir ab jetzt immer mit der Gefahr leben müssen und lieber eine Untersuchung zuviel als zuwenig wahrnehmen:?:

  • Liebe Tam73 ,

    mein Chirurg hatte mir die hautsparende OP mit Erhalt der Brustwarze vorgeschlagen, weil mir die Expanderlösung und ggf. Brustwarzenrekonstruktion nicht geheuer war. Wenn es nur so gegangen wäre, hätte ich die Rekonstruktion gar nicht machen lassen. Ich wundere mich etwas, dass bei Dir trotz Erhalt des Hautmantels überhaupt ein Expander nötig war? Zur Vergößerung? Bei mir ist die Brust etwas kleiner geworden, weil ich durch die vorausgegangene BET etwas Haut verloren habe. Das merkt man im BH aber gar nicht. Sowieso sind die Brüste ja unterschiedlich, weil Silikon eben nicht Natur ist. Ich habe rel. lange über die Rekonstruktion nachgedacht. Das Silikon war mir nicht geheuer. Eigengewebe habe ich nicht ausreichend und ich hätte auch die 2. Baustelle an meinem Körper nicht gewollt. Die 100% Asymmetrie wollte ich aber auch nicht. Und das Wohlfühlen im eigenen Körper ist für die Gesundung wohl auch nicht ganz unerheblich. Also bin ich die Risiken eingegangen.


    Mein erstes MRT hatte ich 16 Monate nach der OP, und zwar nur deshalb, weil die Mammographie der anderen Brust einen Verdacht auf ein Karzinom ergeben hatte. Für die operierte Brust wäre gar kein MRT gemacht worden. MRT ist nicht unumstritten. Die Interpretation ist schwierig und die Einstufung des Ergebnisses nach BIRADS eine subjektive Einschätzung des jeweiligen Arztes.


    Liebe Tam73 ,

    da inzwischen jede 8. Frau in ihrem Leben an BK erkrankt, wiegt sich im Grunde jede Frau in einer "trügerischen" Sicherheit. Ohne das Mammographie-Screening wäre das DCIS bei mir gar nicht endeckt worden. Und wenn das DCIS nicht kalkassoziiert ist - war es bei mir nur teilweise - wird es auch in der Mammo nicht bzw. nicht vollständig erkannt. Nicht jedes DCIS entwickelt sich zu einem invasiven Tumor. Viele Frauen werden wahrscheinlich übertherapiert mit negativen Folgen für Körper und Seele. Ich hatte G3, da ist das Risiko dann schon ziemlich hoch und ich war bereit, die Kröte Mastektomie zu schlucken. Bei G1 hätte ich mich möglicherweise nur für die engmaschige Kontrolle entschieden. Leider ist die Forschung noch nicht so weit, dass man Kriterien für eine Prognose hat, wann sich das DCIS zu einem invasiven Tumor entwickelt und wann nicht.

    Ich drücke die Daumen, dass die Therapie anschlägt und Du siegreich aus dem Kampf hervorgehst.

  • Liebe Tam73 ,

    ich frage mal ganz vorsichtig nach dem Ergebnis des MRT. Ich hoffe, es ist so gut, dass Du keine(n) Unterstützung/Trost aus dem Forum brauchst und Dich deshalb nicht mehr gemeldet hast. Wenn es anders sein sollte, dann lass Dich bitte nicht von meinem "Riesenschreck" vom Schreiben abhalten. Ich habe morgen wieder meine vierteljährliche "Fleischbeschau".

    Alles Gute

    Lavara18

  • Liebe Lavara18 ,


    Danke für deine Nachfrage. Ich habe zwar oft im Forum gelesen, aber nie die Energie gehabt, selbst zu schreiben... auch die Depression hat mich wieder.


    Die MRT hat Verdichtungen im Narbengewebe bestätigt, ein vergrößerter Lymphknoten, der laut Senologem (gibt‘s den Ausdruck überhaupt im Deutschen?) höchstwahrscheinlich auf die plastische OP am 10.07. zurückzuführen ist. Hoffe mal, er behält Recht damit...


    Pathologie–Befund: invasiv, klein, jedoch nicht im Gesunden entfernt, also werde ich am Freitag noch einmal operiert (umzugsbedingt steht meine Krankenhaustasche eh noch halb vollgepackt hinter Kisten und Kartonen)

    Und das Ergebnis des FISH–Tests ist noch ausständig...


    Es gibt auch gute Neuigkeiten: Hatte gestern Ultraschall der Leber und Knochenszintigraphie und es wurde nichts gefunden!!


    Ich versuche mich die ganze Zeit auf die Situation einzustellen, erfolglos, hab ja noch kaum den Schrecken vom Vorjahr verarbeitet.


    Bei dir geht es sicher besser!! Ich drücke dir die Daumen für deine morgige „Fleischbeschau“ und wünsch dir alles Gute!

    Liebe Grüße

  • Ach herrje, liebe Tam73 ,


    lass dich mal ganz fest :hug:.

    Ich weiß nicht ob dich das nun wirklich tröstet, aber ich bin auch eine Rezidiv-Geplagte. Ich hatte 2017 ein invasives Karzinom + DCIS + Mikrokalk und habe das Komplettprogramm absolviert, also Chemo - BET - Bestrahlung - Antihormontherapie.

    Trotz allem habe ich ein Rezidiv. Deshalb hadere bitte nicht mit dir, ob du alles Notwendige an Therapie erhalten hast oder nicht. Leider gibt es bei dieser Krankheit keine Garantie, ganz egal was man macht.

    Allerdings hast du doch wirklich ganz großartige Nachrichten inmitten all des Schlamassels: Ultraschall Leber und Knochenszinti sind o. B. :thumbup::thumbup:, Hey, das ist wirklich super!!

    Somit konnte das Mistdingens sich noch nicht ausbreiten, ist lokal begrenzt und ist mit Sicherheit gut behandelbar :thumbup::thumbup:


    Weißt du schon ,wie es weitergeht? Ob noch etwas außer der OP angedacht ist?


    Bitte verzage nicht. Der Schock sitzt jetzt ganz, ganz tief. Das ist nur allzu verständlich und es ging mir nicht anders. Aber es wird leichter - versprochen! Ich helfe der lieben Kirsche und ziehe mit ihr ganz kräftig an der Strickleiter, um dich aus dem Loch rauszuziehen!


    LG

    Pschureika

  • Liebe rollimary ,


    Auch bei dir möchte ich mich für meine späte Antwort entschuldigen, ganz besonders, weil du trotz deiner Schwierigkeiten geschrieben hat... ich bin unter normalen Umständen nicht so....


    Du (und wie ich gelesen habe auch andere im Forum) hast auch einige ungute Erfahrungen bezüglich der Ergebnisse verschiedener Untersuchungen gemacht, und solche Sachen ziehen einen noch weiter hinunter.... ich mein, man verlässt sich/versucht sich auf Untersuchungsergebnisse zu verlassen (eine andere Wahl hat man ja eh nicht) und wenige Tage nachher ...


    Bei mir war es so, dass ich auch privat zu zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen gegangen sind und meine Onkologin beim letzten Follow–up im Juni mit mir geschimpft hat, dass ich keine „außertourlichen“ Untersuchungen machen soll... dafür hat sie mir Kontrolluntersuchungen in kürzeren Abständen aufgeschrieben (alle drei anstatt alle sechs Monate).....

    Ultraschalluntersuchung zwei Tage vor der plastischen OP gemacht, wo es hieß, alles in Ordnung... die Tumor Zellen im Narbengewebe konnten im Ultraschall nicht gesehen werden.


    Alle Ärzte, mit denen ich vor einem Jahr gesprochen hatte, sagten, es sei wichtig, eine “Übertherapierung“ zu vermeiden, wenn es nicht invasive tumore sind und alles im Gesunden entfernt wurde...

    Wie geht es dir zurzeit mit deiner Therapie?

    Liebe Grüße


  • Liebe Tam73,

    das tut mir von Herzen leid. Der einzige, zugegeben schwache Trost ist, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Ich kann mir vorstellen, dass man nach Deinen Erfahrungen sehr misstrauisch wird und das Gefühl bekommt, immer die A....karte zu ziehen. Aber verzage bitte nicht. Es sieht doch sehr so aus, als sei es noch nicht fünf nach zwölf.

    Für die OP am Freitag drücke ich Dir beide Daumen. Du hast doch - leider - als OP-Kandidatin schon Routine. Das schaffst Du!

    Alles Liebe

    Lavara18

  • Danke, liebe Pschureika ,

    Für deine lieben Worte. Ich hab auch schon vieles von deiner Geschichte still mitgelesen, und dachte immer wieder in den letzten Tagen: vielleicht sollte ich ‚Pschureika‘ mal anschreiben und fragen, wie du mit der ganzen Situation umgehst... 😊


    Wenn ich lese, dass bei dir alle möglichen Therapien gemacht wurden und du trotzdem ein rezidiv bekommen hast.... weiß ich erst recht nicht mehr was glauben und machen, da „schwimmt“ man so richtig orientierungslos im tiefsten schwarzen Wasser und weiß überhaupt nicht mehr in welche Richtung ... und ich bin so ein Kontrollmensch, der sich immer von allem selbst überzeugen und vergewissern muss und das funktioniert bei dieser Krankheit, wie du geschrieben hast, und bei diesen Untersuchungen nicht.


    Ja, die Ergebnisse der ersten Untersuchungen sind beruhigend (auch wenn ich trotzdem immer Angst habe, dass wieder etwas übersehen wurde). Hast du diese Untersuchungen schon hinter dir? Wirst du auch am Freitag operiert?


    Ich nehme an, ich werde dieses Mal sicherlich eine Chemotherapie bekommen (kenne mich damit bis jetzt noch Null aus), was eine Bestrahlung betrifft, muss ich noch fragen, da ich ja ”schon” seit vier Wochen das “definitive” Silikonimplantat habe, mit dem eigentlich alles hätte abgeschlossen sein sollen. Haha!!


    Danke für deine liebe Mithilfe bei der Strickleiter von Kirsche , die schon während der Magnetresonanz gute Dienste geleistet hat 😀🤗ich hoffe, dir hat sie auch schon gut geholfen!


    Viele liebe Grüße!