Krebs ist voll ansteckend, oder???

  • Liebe Hase bei vielem kann ich garnicht mitreden, was die Behandlungen betrifft. Aber ich denke auch, dass unterschiedliche Konstitutionen auch unterschiedliche Reaktionen hervorrufen können. Trotzdem ist der Austausch hier auch sehr hilfreich.

    Deinem Satz, dass ein gesundes Miteinander immer spannend bleibt und das es schöner ist, dass mit einem Lächeln oder einer Umarmung zu tun, kann ich nichts hinzufügen. Ich bemühe mich da immer wieder drum, aber manchmal hilft einfach nur loslassen um seinen inneren Frieden zu finden.

    Und das mit der Familie krieg ich auch noch hin, wenn es mir psychisch besser geht:)

    Leben und leben lassen, ein schönes Lebensmotto!!

  • Hallo, ihr Lieben!


    Ich wollte mein Thema mal wieder aufleben lassen, es sind ja fast 5 Monate vergangen, seit ich es erstellt habe. Ich kann jetzt berichten, wie es mit den „Freunden“ so weiterging...


    Aaaaalso:


    Eine „Freundin“, die doch tüchtig weinen musste, als sie erfahren hat, dass ich krank bin, hat sich während der ganzen Chemo nicht ein einziges Mal bei mir gemeldet. Bei Facebook konnte jeder sehen, dass es mir die ganze Zeit gut ging, da ist diese besagte Person auch mit mir „befreundet“. Als sie dann erfahren hat, dass ich nach der OP krebsfrei bin, war sie „wahnsinnig stolz auf mich“! Häääää??? Läuft die jetzt in der Gegend rum und erzählt, was sie für eine tolle Frau kennt? Eine, die den Krebs besiegt hat???

    Ich habe das gemacht, was wir alle getan haben, ich habe mich behandeln lassen. Und ich hatte Glück, die Behandlung hat sehr gut angeschlagen. Ich selber habe das nicht beeinflusst, es ist einfach passiert...

    Die brauche ich nicht mehr, die postet immer nur in eine WA-Gruppe, was wir doch alle für tolle Kollegen waren (wir haben mal vor ein paar Jahren zusammen gearbeitet), sie vermisst uns so sehr! Drauf gesch... sorry, ist eigentlich nicht die Art, wie ich mich ausdrücke, aber dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich habe diese WA-Gruppe verlassen....


    Dann habe ich da noch diese Freundin im Angebot, die mir im August nicht mehr zum Geburtstag gratulieren mochte, da es ja mein letzter sein wird. Die war sich wirklich sicher, dass man an Brustkrebs auf jeden Fall sterben wird! DAS hat mich echt geschockt und die musste ich erstmal aufklären! Sie meinte, dass sie mit Krebs so gar keine Erfahrung hat... komischerweise kann ich mich daran erinnern, dass sie die kurzen Haare von Silvie Van der Vaart (oder wie auch immer die Dame heißt) nach deren Chemo echt toll fand! Die hatte auch Brustkrebs...

    Diese Freundin habe ich behalten, sie hat mir ganz oft gedankt, dass ich sie so gut aufgeklärt habe! Bei ihr war das doofe Verhalten einfach Unwissenheit und sie löchert mich ständig mit Fragen. Mittlerweile sitzen wir zusammen und sie strubbelig mir über meinen Kopf und freut sich, wie plüschig ich schon wieder bin!


    Und dann habe ich da noch diesen tollen Freund, der einfach nicht wahrhaben will, dass ich die Chemo gut weggesteckt habe! Der hat mir ständig Tipps gegeben, was ich gegen die NW machen kann, die ich gar nicht hatte! Als er dann mit Klangschalen und Meditation kam, war‘s bei mir erstmal echt vorbei! Ich bin echt kein Typ für sowas und das weiß er! Wir waren zwar nie ein Paar, aber wir standen uns sehr nah. Wir sind sogar zusammen in Urlaub gefahren....

    Ich habe den das letzte Mal im Juli gesehen, er versucht aber immer wieder, ein Treffen zu arrangieren. Ich bekomme aber immer kurz vorher so eine Wut auf den, dass es bisher nicht geklappt hat. Allerdings mag ich ihn irgendwie... gerade hat er wieder nachgefragt, ob wir uns nicht mal wieder sehen können. Aber er ist halt auch derjenige, der meinte, dass ich ja vielleicht abnehmen würde, wenn ich Chemo bekomme... ich hatte schon vor meiner Erkrankung zugenommen, aber sowas braucht man dann auch nicht....


    Uuuups, das ist ein langer Text geworden, aber vielleicht liest den doch jemand. Ein paar wirklichen Freunde habe ich behalten, die waren die ganze Zeit echt cool! Und ich habe neue Leute kennengelernt. Bei der Chemo und auch hier im Forum! Wenn daraus echte Freundschaften werden, freue ich mich!


    LG Gonzi🍀🍀🍀

  • Liebe Gonzi

    Ich freue mich das du einige liebe Menschen an deiner Seite beibehalten konntest .

    Und das du liebe neue Menschen kennengelernt hast , ich wünsche dir sehr das es gute Freunde werden 😊😘

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Hallo Gonzi,


    Krebs und Freundschaften ist schon was komisches :P

    So gehts mir auch. Es war echt extremst, wer sich bei mir alles gemeldet hat, nachdem sie erfahren hatten, dass ich einen Tumor habe. Bis zur letztendlichen Diagnose waren sie alle sehr rührig und haben oft nachgefragt. Als dann feststand, welcher Tumor und ich einfach auch nicht wirklich gesagt habe, was es genau ist, sondern nur leicht behandelbar und alles wird wieder gut, rissen die Kontakte sehr schnell wieder ab.


    Nur eine handvoll Freunde und die Familie sind geblieben. Fragen wie es mir geht und wie ich zurecht komme. Der Rest ist wieder spurlos von der Bildoberfläche verschwunden. Aber ganz ehrlich, diese Menschen braucht man dann auch nicht.


    Ich halte mich an die Freunde, die mir gut tun und sich für mich interessieren. Und über die Familie geht sowieso nichts ;)


    Liebe Grüße und alles Gute

    Tanja

  • Hallo liebe Gonzi ,


    für mich war die Diagnose auch eine Möglichkeit auszusortieren, das war zwar teilweise sehr traurig, aber doch sehr nötig!

    Von einer "Freundin" war ich zutiefst enttäuscht. So Sätze: " das schaffen wir gemeinsam!" "Ich bin für Dich und Deine Kinder IMMER da.", fielen am Anfang der Diagnose und was war? Sie kaufte sich einen Hundewelpen!

    Mal abgesehen davon, dass es genau der Hund war, den wir eigentlich in dem Sommer kaufen wollten, aber aufgrund der Erkrankung ging das ja nicht mehr, konnten meine Kinder jetzt nicht IMMER vorbeikommen, denn das Hundilein war ja jetzt wichtiger!

    Sie hat übrigens nicht EINMAL gefragt, bis jetzt, wie es mir geht?

    Mittlerweile grüße ich nur noch und gehe weiter.


    Von anderen Menschen hingegen war ich mehr als positiv überrascht.

    Mir wurde spontan sehr viel Hilfe angeboten und das war und ist bis heute auch ernst gemeint.


    Also ärgere dich nicht über diese Menschen, die sind es einfach nicht wert und freue dich über deine neue Freunde.


    Liebe Grüße und ein gutes, gesundes Jahr 2020!

    Anja 🍀🐞🐖

  • Liebe Alle.

    Erlebt ihr auch, dass sich Kontakte unter Therapie reduzieren, sprich die Leute sich zurückziehen. Mich ärgert dies sehr, weil ich vorher sehr aktiv war, damit Freundschaften nicht einschlafen. Habe selbst keine Kontaktangst zu Kranken. Es wird immer einsamer. Mag jetzt auch nicht mehr die "Aktive" sein. Ich wünsche mir nur mehr Wärme. Versteht ihr was ich meine.

    LG Rose

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Mit so einer Lebensbedrohlichen Erkrankung trennt sich die "Spreu vom Weizen". Ich habe es vor 13 Jahren so erlebt und dieses Jahr wieder. Es macht Außenstehenden Angst vor der eigenen Endlichkeit. Solange alles okay ist, kein Problem.

    Mir ist, außer dem engsten Familienkreis, eine einzige gute Freundin geblieben. Sie hatte 2007 auch Brustkrebs und wir haben uns bei der Chemo kennengelernt. Sie kennt meine "Macken" und ich Ihre.

    Ich kann ihr die Ohren vollheulen und sie meine. Wir lachen viel miteinander und sind auch schon mal total albern.

    Ich bin froh sie "gefunden" zu haben...

  • Liebe Rose_S ...ich verstehe, was du meinst. Aber oft wissen Freunde und Bekannte auch nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen und können. Ich habe es bei meiner Ersterkrankung gemerkt. Je offener ich damit umgegangen bin, desto näher kamen auch die Freunde. Jetzt bei meiner Metastssuerung gab es gar keine Probleme. Im Gegenteil, wir nutzen viele Gelegenheiten, um gemeinsam Schönes zu erleben. (Im Moment ja nicht wegen Corona und das fehlt mir total). Vielleicht ergreifst du doch noch mal die Initiative und erklärst deinen Freunden, dass sie mit dir so normal wie möglich umgehen sollen. Manchmal sind es nur Ängste und Sorgen, die sie zurückweichen lassen. Ich wünsche dir sehr, dass deine Freundschaften wieder aufleben, denn diese Kontakte brauchen wir sehr und sie geben uns auch ein Stück Normalität zurück...liebe Grüße :hug:

  • Hallo Rose_S diese Erfahrung musste ich ebenfalls bei meiner ersten BK Erkrankung machen.

    Das war Ende 2015 Anfang 2016.

    Sogar meine Nachbarin zu der ich sonst ein super Verhältnis hatte, hat wenn sie mich mal gesehen hat, so getan als wenn sie mich nicht gesehen hat oder die Straßenseite gewechselt.

    Auch was sich bis dahin Freunde genannt hat, haben sich abgewandt.


    Meine Nachbarin habe ich dann einfach mal direkt angesprochen und konfrontiert.

    Es ist wie Charly 57 auch sagt. Viele wissen einfach nicht wie sie mit einem Menschen umgehen sollen der Krebs hat,weil sie auch denken wir wollen Mitleid.

    Aber das will keiner von uns.

    Einfach nur normal mit uns umgehen.

    Jetzt bei meiner erneuten Erkrankung haben sich viele Freunde und auch Nachbarn daran,, gewöhnt,, wie sie mit mir umgehen sollen.

    Sie fragen wie es mir geht und Nerven nicht mit fragen. Ich will nicht immer von dieser sch.... Krankheit erzählen und wir reden über ganz alltäglichen und allgemeine Dinge.

    Gute und ehrliche Freunde werden weiterhin Kontakt zu dir haben.

    Gib ihnen eine Chance..... und mache einen Schritt nach vorne.....

    Wer sich dann trotzdem von dir abwendet ist dir kein wahrer Freund.


    Ich wünsche dir einen schönen Abend.

  • Liebe Rose_S,


    ja das verstehe ich nur all zu gut, mir ist es ähnlich ergangen. Sogar eine meiner Töchter hat sich distanziert. Wenn man in so einer SituatIon ist, zeigt sich wer die wahren Frende sind und wie man zu Dir steht. Es ist soooo traurig. 😥😥

  • Liebe Rose_S , ich selbst habe diese Erfahrung bis jetzt noch nicht machen müssen. Aber ich verstehe was du meinst. Und ja, das ist ganz sicher enttäuschend. Ich denke aber auch, dass manche nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Es ist sicher eine gute Idee, damit offen mit den Freunden umzugehen. Und wenn sich jemand trotzdem distanziert, dann war es vielleicht kein richtiger Freund oder Freundin😌lG 18-09-Sonnenschein

  • Liebe Rose_S


    Ich habe allen Freunden und Bekannten, auf die ich Wert lege, gleich nach der Diagnose gesagt, dass ich Krebs habe und jetzt nicht so aktiv sein kann wie gewohnt. Da ich keine Besuche im Spital mag, haben wir vereinbart, dass ich mich melde, wenn ich fit genug für Aktivitäten bin- Kaffeetratsch, Essen gehen , Theater...Zwischendurch haben wir eben telefoniert.

    Alle haben das eingesehen.


    Mir ist es wichtig, dass der Krebs nicht im Mittelpunkt steht und wir gemeinsam etwas unternehmen - jedenfalls hat das bis zu den Einschränkungen durch das Corona-Virus gut geklappt. jetzt bleib eben nur das Telefon oder Mails, aber abgesehen von der gegenseitigen Frage nach dem Befinden gibt es andere Dinge, über die wir reden.


    Sollte ich Bedarf haben, über psychische Belastungen durch den Krebs zu reden, habe ich die Möglichkeit, zwei Psychoonkologinnen anzurufen (Strahlenklinik und Onkologische Klinik). Bisher war das nicht der Fall.


    Grüße Gerda

  • Liebe Rose_S

    Ich habe auch erleben müssen das sich viele Menschen die ich als Freunde , nette Bekannte betietelt hatte während meine Krebstherapie dünn gemacht haben . Ich habe dann den Kontakt abgebrochen das war 2018 und jetzt kann ich nur bestätigen das nicht jeder es verdient hat beständig in meinem Leben bleiben zu dürfen . Zu Beginn tat es weh, ich habe mich gefragt warum machen die das ...? ... habe ich was angestellt ? ...dann habe ich gedacht was solls ich habe meine Lieblingsmenschen und nur die zählen für mich , mein innerer kleiner Kreis

    Jetzt meldet sich einige wieder wollen wissen wie es mir geht , es meinem Mann geht .....Hmmmm... ich denke diese Leute haben Langeweile, denken sie können was neues erhaschen was sie aus ihrer momentanen Tristess herausholt .....aber sie sind mir wirklich egal geworden . Es ist schlimm für die betreffenden Leute denn es zeigt wie oberflächlich sie sind , ich brauche diese Leute definitiv nicht mehr in meinem Leben .

    Ich bin sogar so ehrlich zu mir selber das ich auch nicht mehr schaue ob ich wem kennenlerne mit dem ich mich "befreunden" möchte , es ist gut so wie es ist . Ich bin total zufrieden und entspannt , muss mich nicht mehr teilen oder Kompromisse machen ....Wenn jemand in mein Leben kommt den ich mag wo mein Herz UND mein Verstand sagt das könnte eine Freundschaft werden bin ich aber vorsichtiger als zuvor . Ich habe auch keine Lust mehr auf diese Kategorie die vorher um mich rumgeturnt sind ....das ist reine Zeitverschwendung .

    Zu Beginn dachte ich auch die können nicht damit umgehen ....A er mal ehrlich die einzigen die wirklich damit umgehen müssen sind ja wohl wir ! Und dann noch unsere Partner und Kinder und Verwandte. Und nicht die sogenannten Freunde die sich rah machen . Die zeigen nur jetzt ihren wahren Charakter und das sie es nicht wert sind in unserem Leben bleiben zu dürfen .

    Ja ich bin da krass ...wer bei mir weg ist der bleibt weg ......ich bin schließlich kein Auffanglager für oberflächliche charakterlos Menschen die einen im Stich lassen wenn man selber mal Hilfe braucht . Ich bin froh das ich die vom Hals habe . 😁

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Mir ging es gottseidank nicht so, aber ich schätze mal, der Grund dafür war, dass sich durch meine Vorerkrankung der Freundeskreis schon sehr ausgedünnt hat.

    Wer verzichtet für eine Freundin auf Weichspüler und Parfum? Das war genau EINE Freundin. Die Beste halt. :*

    Und die ist mir gottseidank auch in meiner Krebserkrankung erhalten geblieben.

    Ich habe eine gute Bekannte, eine weitere Freundin meiner Besten, mit BK und mittlerweile Metastasen in Knochen, Leber und Kopf. Sie hat in den letzten Jahren immer wieder einen herben Schlag nach dem anderen weggesteckt, wie ich es sicher nicht hätte können. Wir haben immer wieder Kontakt, gerade durch meine Freundin, und machen auch mal etwas zu dritt (was halt noch geht mit ihr). Sie ist mein persönlicher Held, so positiv und immer noch mit Freude am Leben. Wieso, um Himmels willen, sollte man da auf Abstand gehen? Kann ich nicht nachvollziehen.

  • IT IS Back 2007   Charly 57   Walnuss   Mieze66   18-09-Sonnenschein   Hamster   kruemelmotte   garbanza


    Liebe Alle.

    Vielen Dank für eure Sicht und Schilderung eurer Erfahrungen. Ich musste lange darüber nachdenken, was mich doch sehr aufgewühlt hat. Es ist doch sehr vielschichtig.


    Aber wie gehe ich auf jemanden zu, der nur dumme Sprüche drauf hat, mich 2 Wochen nach der Diagnose fragt, ob ich den ersten Schreck überstanden hätte. Der nicht versteht, wenn ich so kurz nach Diagnose zu keiner Kaffeerunde gehen möchte. Der sich bei Freunden beschwert, dass ich sie nicht sehen möchte. Ja und dieses Verhalten hat gesessen... das hat mich sehr verletzt. Dieses schlecht reden... dies kann ich null ab. Ich war so fertig von der Diagnose und Chemo. Selbst mein Mann hatte Eochen vorher mit ihr telefoniert und gefragt, warum sie sich nicht bei mir meldet. Keine richtige Antwort. Ich war so traurig, dass sie nicht anrief oder per Whatsapp schrieb. Ich habe keine Kraft oder Lust auf oberflächlichen Besuch. Such jetzt nicht. Diese Freundschaft schreibe ich ab. Würde gern aber noch ein Gespräch haben wollen. Aber wie mache ich dies? Wie rede ich mit der Person? Ich möchte ihr schon sagen, wie ihr Verhalten ankam und ich mir schlechtes Gerede über mich nicht wünsche. Wird schwierig, denn sie hat immer das letzte Wort.

    Die Ausrede, man weiß vielleicht nicht, wie man mit Erkrankten umgegen soll gilt nicht. Dafür habe ich kein Verständnis. Absolut null. Es gibt so viele Möglichkeiten sich auszudrücken, sein Wohlwollen auszudrücken. Eine Nachbarin hat mir damals einfach Blumen geschickt, weil sie nicht wusste. Ich habe mich darauf gemeldet. So hat sie geklärt, was ich mir wünsche. Hatte mich sehr gefreut.


    Ok. Ist lang geworden. Bin gespannt, was ihr mir zu der einen Person ratet. Meine Gefühle kann ich leider nicht so gut niederschreiben. Genau dieser Fall kocht in mir immer sehr hoch. Hoffe ihr versteht es ein wenig.


    Ganz liebe Grüße

    Rose

  • Liebe Rose_S , ja das ist sehr schwierig. Wie geht man damit um, willst du wirklich nochmal das Gespräch suchen - gut für dich wahrscheinlich wichtig - aber auch anstrengend. :/ Ich glaube da gibt es kein Patentrezept.

    Leider trennt sich bei solch einer Diagnose die "Spreu vom Weizen", wir haben das leider auch vor 10 Jahren bei meiner ED feststellen müssen, jetzt 2016 mit der ED der Metastasen haben wir noch deutlicher gemerkt wer die waren Freunde sind. Auch ich habe so ein Beispiel: Eine sogenannte Freundin hatte zu meinem Mann gesagt: Ich könnte Anke ja mal anrufen. Natürlich meinte er, hat sie nicht getan und ich habe sie beim nächsten Treffen darauf angesprochen. Die Antwort war: Damit könnte sie sich nicht auch noch belasten. Ich bin sonst nicht auf den Mund gefallen, aber da ist mir nichts mehr zu eingefallen.

    Tja, für mich ist diese Freundschaft "gestorben", so jemanden brauche ich nicht. Ich habe auch lange überlegt ob ich das Gespräch mit ihr suche, habe aber für mich beschlossen diese Dame einfach zu ignorieren wenn ich sie sehe. Aber da hat halt jeder eine andere Strategie.

    LG

    Anke

  • Liebe Rose_S

    Mit einem einer Brüder bin ich an dem gleichen Punkt, kein Besuch seit einem Jahr, also seit der Diagnose, hat immer im aktuellen Monat gesagt, er käme im nächsten Monat. würgt mir amTelefon nur eiskalte Sprüche rein. Weil ich es so leid war bin ich nicht mehr ans Telefon gegangen wenn er anrief.

    seine Frau ist auch total verhaltensgestört, ein Jahr lang kein Gespräch, aberzwei Päckchen zu Weihnachten... dann schrieb sie mir doch neulich glatt in einem whats App unsere Familie solle weiterhin so gut zusammenhalten....

    ... Wahrnehmungen gehen auseinander.


    Meinem Bruder habe ich klipp und klar vor einer Woche die Meinung gesagt. Da war er beleidigt, er wolle mich trösten und mir Mut zusprechen aber das käme wohl nicht an. Ich ertrage sein dummes Geschwätz nicht mehr und seine ewigen Ausreden bzgl Besuch.


    Mein Gefühl ist, da lässt sich nichts klären also lasse ich es. Meine wirklichen Angehörigen müssen irgendwann entscheiden ob die zwei Nasen zu meiner Beerdigung kommen sollen...

  • Liebe Alle.

    Vielen Dank für eure Kommentare. Ich werde berichten was ich gemacht habe.


    Kavallo

    Es tut mir leid, dass du auch sowas durchleben musstest. So eine Verletzung sitzt. Da wäre mir die Kinnlade auch runter gefallen.


    Caro_caro

    Dein letzter Satz hat mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich auch, wer kommt dann noch zu meiner Beerdigung. Da bleibt nicht viel übrig. Total erschreckend. Da muss ich noch was ändern. Meine Oma hat immer gesagt, wer mich zu Lebzeiten nicht besucht, braucht zu meiner Beerdigung auch nicht kommen. Ihr Wunsch kam bei vielen nicht an. Zur Beerdigung kamen sie. Da habe ich mich auch gefragt ... verdrehte Welt.


    So jetzt wünsche ich allen ein frohes Osterfest. Euere Geschichten und Meinungen haben mir sehr geholfen. Fühle mich nicht mehr so allein.


    LG

    Rose