Krebs ist voll ansteckend, oder???

  • Hallo liebe Krebs-Bekämpfer!

    Sagt mal, habt ihr auch diese Erfahrung gemacht? Man weiht ein paar Freunde in seine Krankheit ein und alle sind extrem betroffen. Man schreibt, dass es einem trotzdem gut geht und dann kommen erstmal ein paar Nachrichten zurück, die meisten mit: „Oh, ich muss gerade weinen!“

    Und dann schreibt man zurück, dass Krebs nicht unbedingt tötet, dass man gute Aussichten auf Heilung hat und dass es einem eigentlich ganz gut geht. Und danach kommt nichts mehr. Wie geht ihr damit um?

    Ich war bislang immer der Meinung, dass Freunde kommen und gehen. Aber bislang war die Situation auch nie ernst, ich war ja immer fit!

    Wie seid ihr damit umgegangen?

    LG Gonzi

  • Liebe Gonzi

    Ich habe auch 2 langjährige Freundinnen bei der Erkrankung verloren, Kannte beide noch aus Schulzeiten , obwohl es mir gut ging und ich schnell wieder fit und arbeiten war , konnten diese beiden nicht mit Erkrankung umgehen , aber ich habe trotzdem viel Unterstützung von anderen Freunden und der Familie VG SONNE

  • Hallo Gonzi

    das Problem haben wir glaube ich alle, Freunde die sich in Luft auflösen, Verwandte die den Kopf in den Sand stecken, Leute die einen wie aussätzig anschauen weil die Fingernägel zerbröseln, Freundin die mich allen ernstes fragt warum ausgerechnet ich Krebs bekommen habe...... und und und


    Also ich habe das ganz einfach gelöst, diese Personen hab ich aussortiert, die brauche ich nicht mehr. Ich lege mich auch nicht mit ihnen an oder bettle dass sie mich besuchen. Treffe ich sie auf der Straße gibt es ein "grüß dich" und das war es.


    Denn es gibt sie auch die wenigen aber um so wertvolleren Menschen, die helfen, unterstützen und oder einfach nur da sind. Die brauche ich, auf alle anderen kann ich verzichten.

    Das ist wie im Kleiderschrank, raus mit den Klamotten die nicht mehr getragen werden, die nehmen den Lieblingsstücken nur den Platz weg

  • Liebe Gonzi ,

    ich habe leider auch diese Erfahrung machen müssen. Als ich mein Umfeld über meine Diagnose Brustkrebs informierte, hab ich in viele betroffene Gesichter blicken müssen. Ja und auch Tränen sind geflossen. Auch als ich denen mitteilte, dass ich mit der Diagnose klar komme und im Kampfmodus bin, selbst da habe ich dann noch in fragende Gesichter blicken müssen. Die dachten wahrscheinlich alle, die hat einen an der Klatsche oder so. Die muss doch verzweifeln und durchdrehen, aber nicht damit klar kommen.


    Als ich meinen Arbeitskollegen (wir sind ein gut eingespieltes Team von 10 Kollegen und arbeiten schon alle viele Jahre zusammen) mitgeteilt habe, dass ich beruflich 9-12 Monate pausieren muss wegen dieser Diagnose, da war die Reaktion genauso.

    Mittlerweile bin ich schon 3 Monate krank geschrieben und ich habe nun nur noch zu 3 Kollegen regelmäßig Kontakt. Die anderen scheinen einen schon vergessen zu haben. Traurig, hätte ich nie gedacht.


    Freunde, mit denen ich schon jahrelang im Fitnesstudio trainiert hatte, melden sich immer weniger, seit sie von meiner Diagnose wissen. Klar, ich gehe zwar auch nicht mehr dorthin. Aber in der Chemophase fühlt man sich auch nicht danach bzw. die Kondition ist im Keller. Entschuldigung, dass ich mich auch noch dafür rechtfertigen muss🙄, denke ich mir dann ganz oft.


    Ich glaube auch, dass Außenstehende oft auch unsicher sind wie sie mit uns "Schwerkranken" umgehen sollen. Krebs ist halt noch immer ein Tabuthema in der Gesellschaft und mit dem Beigeschmack tot behaftet. Das verunsichert vielleicht auch Viele.


    Ich selber gehe offen mit meiner Erkrankung um. Wer was wissen will, darf mich gerne fragen. Ich dränge mich jedoch niemanden mehr auf.


    Mit meiner Familie kann ich bis heute nur schwer über das Thema reden. Da wird dann gleich das Thema gewechselt.

    Deshalb bin ich auch so froh, dass es dieses tolle Forum zum Austausch gibt. Den hin und wieder braucht auch eine starke Frau mal ein offenes Ohr bzw. Auge😉 für etwaige Sorgen, Fragen oder Austsusch mit Gleichgesinnten.


    In diesem Sinne ... ich wünsche allen Frauen hier viel Kraft und Ausdauer in den Therapien.

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Hey ihr lieben, danke für die Antworten! Ja es ist nicht so einfach, es ist ein bisschen, wie eine neue Handynummer... ich gebe die einfach nicht mehr jedem und ich denke, dass ich ein paar neue Bekannte haben werde! Man sitzt ja mit Menschen zusammen während der Chemo, oder???

  • War bei mir anders, habe durch dieses miese Viech erst mal gemerkt, wie vielen ich was bedeute. Habe nach dem ersten Schock, wo ich alle zurück gestoßen hab und keinen mehr sehen wollte, viele Nachrichten und Hilfsangebote bekommen. Mein NFS-Team hat mir eine ganz tolle Karte geschickt. Ich war so gerührt, dass Tränen kullern. Das hat mir viel Kraft gegeben. Gleiches gilt für mein Team bei der FFW, die mich weiter im Rahmen der Möglichkeiten einbeziehen und nicht über kurzfristige Absagen sauer sind.

    Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Denn was du heute kannst erleben, kann dir morgen keiner geben. :)

  • Ich habe durch die Krebserkrankung endlich mal aussortieren und sauber machen können was meine Mitmenschen angeht . Habe gnadenlos sortiert und es tut sehr gut diese Leute wegsortiert zu haben . Ich sehe das inzwischen sehr positiv , denn nicht jeder Mensch ist es Wert in meinem Leben bleiben zu dürfen 😉 und ich bin überrascht worden das Menschen in mein Leben gekommen sind von denen ich das nicht gedacht habe .ich denke das ist ein Werdegang der so oder so gekommen wäre , eben viel später und auch etwas netter aber unausweichlich denn man sieht auf einmal deutlich welche Menschen einen umgeben haben und was sie wert sind . Sieh es nicht negativ oder sei nicht zu traurig ....mit einem gewissen Abstand wird vieles deutlich auf was und wem es dir in deinem Leben ankommt :hug: ....du wirst dich zwangsläufig verändern und diese Veränderungen sind gut und rum gut ....bei mir ist es wenigstens so

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Ich kann das mit dem Aussortieren auch so bestätigen. Ich habe Hilfe und Unterstützung bekommen, wo ich es nicht erwartet hatte und viel Liebe und Anteilnahme durch Freunde, Kollegen und Verwandte. Es gab Freunde die sind aussortiert worden weil sie sich höchst egoistisch verhalten haben, das Weinen (bei nicht so engen Freunden) gehört für mich dazu. Sie weinen um sich selbst und können deswegen bleiben wo der Pfeffer wächst.


    Ich habe neue Freunde gefunden, hier im Forum, in der Krebssportgruppe und auch durch meine neue Sichtweise, die mir diese Krankheit aufgemacht hat.


    Also, Gonzi , ich würde den Egoisten noch eine Chance geben, ihr Verhalten zu Überprüfen und ihnen auch gerne erklären wie das bei dir ankommt. Wenn das nichts bringt- tschüss. Das Leben ist zu kurz für falsche Freunde.

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich denke, dass fast alle Menschen Angst vor der Diagnose Krebs haben. Sie verdrängen diese, um ihr Leben führen zu können. Wenn wir dann von unserer Erkrankung erzählen, kommt die Angst und die Erkenntnis, dass es nicht immer nur die anderen trifft.

    Noch etwas: Meine Onkologin sagte im Chemo-Abschlussgespräch zu mir, ich solle mich mit Menschen umgeben, die mir guttun und diejenigen, die das nicht tun, aussortieren. Es ist also goldrichtig, was Ihr tut oder getan habt.

    LG, Moni13

  • Liebe Gonzi , dass Leute so reagieren - diese Erfahrung machen wir alle. Ich rechne es ihnen nicht böse an, vermutlich hätten wir auch mit Erstaunen, Schreck und Sprachlosigkeit reagiert, wenn es einer Freundin von uns zugestoßen wäre. Es ist für die Gesundgebliebenen furchtbar schwer, damit umzugehen; Worte, die uns stören, sind aus Unsicherheit erwachsen. Ich habe mich deswegen von niemandem getrennt, sie sind schwächer als ich. Auf Dauerbetuttelei Marke Ach, wie geht es denn dir reagiere ich lächelnd mit einem Danke, und selbst? Dann hört das ganz schnell auf. Offensiv mit der Krankheit umgehen, aber sich nicht damit den Leuten aufdrängen ist für mich die beste Lösung. Ich lasse auch locker und sachlich mal einfließen, dass ich dieses und jenes besser nicht tun sollte wegen meiner Knochenmetastasen. Das kommt dann so selbstverständlich daher wie wenn ich etwas wegen eines Meniskusschadens nicht tun könnte. Die normalen Leute lernen schnell. Ärgerlich würde ich nur, wenn mir jemand eigenes Verschulden der Krankheit andeuten würde, oder mir jemand obskure Heilmittelchen nahelegen will.

  • Hallo ihr lieben!

    Ich hatte grundsätzlich immer nur wenige Freunde, aber immer viele Bekannte. Ich unterscheide da ganz streng! ☝️🧐 Meine echten Freunde konnte ich stets an einer Hand abzählen und das war gut so... aber ich werde auch meinen guten Bekannten noch eine Chance geben, sich an meine Diagnose zu gewöhnen, ich kann ja durchaus verstehen, dass sowas erstmal sehr verunsichert. Ich werde jetzt ab und zu mal was zu meinem Krankheitsverlauf in meinen WA-Gruppen posten und dann sehe ich ja, wer sich von seiner Schockstarre erholt und wer nicht.

    Ich vergesse aber auch meine eigene Reaktion nicht, als eine gute Freundin mir vor ein paar Jahren ganz locker bei einer Pausen-Zigarette mitteilte, dass sie Brustkrebs habe. Mir fiel die Kinnlade runter und sie grinste mich an. Ich dachte, sie würde nur so cool tun, heute weiß ich, dass dem NICHT so war, sie war wirklich cool!

    Sie hatte genau die gleichen Gedanken im Kopf, wie ich sie jetzt habe: das Viech bringt mich nicht um, ICH werde es töten!!!

    Man kann diese Einstellung erst verstehen, wenn man selber betroffen ist. Und dann ist es wahrscheinlich auch besser, wenn man seinen Bekannten persönlich davon berichtet und nicht nur was schreibt. Aber ich habe natürlich auch keine Lust, bei jedem an der Tür zu klingeln, um meine Diagnose mitzuteilen. 😂

    Ich werde jetzt einfach mal abwarten, meine echten Freunde gehen bislang offen mit der Sache um und stellen auch ihre Fragen.

    Übermorgen habe ich meine erste Chemo, und dass ich vor dieser echt Schiss habe, wissen die auch.

    Ich hatte auch vor dem Port Angst, aber seit heute nervt er mich fast gar nicht mehr. Ich bin noch ein bisschen flügellahm und ärgere mich beim einkaufen, dass manche Sachen wirklich richtig weit oben stehen (ich bin 171 cm groß, mich hat das bislang nie gestört!) und ich mich so strecken muss, ich finde dieses Fremdkörper-Gefühl noch immer nicht so schön...

    Heute kam meine erste Kopfbedeckung von Am... Es war so klar, dass die nicht auf meine Rumsmurmel passt! 😂😂😂 Ich habe Kopfgröße 61 (nein, der Kopf muss so, da ist nichts drin, was da nicht reingehört! 😂😂😂). In meiner Familie haben alle Frauen einen großen Kopf. Und auch dicke Haare, ich warte dann mal, bis die weg sind, vielleicht passt das Teil ja dann... 😊

    Ich wünsche euch allen nur das Beste, habt einen schönen Abend! 🙋🏼‍♀️

    Und drückt mir bitte die Daumen für die erste Chemo am Freitag, ok? Ich fürchte mich gar fürchterlich vor Übelkeit, damit kann ich so gar nicht umgehen... 🤢🤢🤢

    LG Gonzi

  • Liebe Gonzi

    Bitte hab keine Angst vor der Chemo . Ich hatte wirklich ganz fürchterliche Panik ....mein Mann dürfte solange bei mir bleiben bis ich von selber gesagt habe das er beruhigt Heim gehen darf .

    Dir wird alles haarklein erklärt und du wirst immer unter Beobachtung sein , es kann dir nichts passieren . Die Chemoschwestern in der Onkologie sind für alle Fälle gewappnet und reagieren schneller wie der Blitz 🌩. Wirklich ! Und du bekommst sicher vorab ein Medikament was gegen Übelkeit hilft . Ich selber habe nur ein paar mal während der ganzen Chemo spucken müssen und das war dann daheim . Die Bedarfsmedikamente die du für daheim bekommst kannst ja gleich nehmen wenn du etwas bemerkst ...also eh es los geht . Ich fand die Epiburicin und Cyclophosphamid auch total harmlos obwohl mein Onkologe meinte die hat es wohl in sich ....OK eine Glatze hab ich bekommen ....abba lieber die als ein Zettel am großen Zeh 😉

    Und mir war mal flau im Magen ......aber ansonsten war wirklich nichts ....hatte meinen Onkologen auch gefragt ob er sich sicher ist das es Chemo ist 😉🤣

    Es können ABER MÜSSEN KEINE Nebenwirkungen kommen . Warte nicht darauf . Geh viel an die frische Luft und mach Sachen die deiner Seele gut tun 😘 es wird alles gut laufen 😘🍀

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Hallo Ihr Lieben,

    da ich erst neu im Forum bin, kommt jetzt noch ein Beitrag zu diesem Thema. Es beschäftigt mich schon eine geraume Zeit.Es gibt so viele Menschen die mit einer Krebserkrankung leben. Sie sind überall. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß sich Freunde, Nachbarn und noch viel schlimmer Familienangehörige, nicht mehr bei mir melden. Das Leben von Krebspatienten und Gesunden trennen Welten. Ein Rückzug wegen dieses zwar durchaus menschlichen, aber dennoch irrationalen Grundes ist hochgradig verletzend. Was für „Gesunde“ noch theoretisch ist, wird in der Krebserkrankung konkret: Es ist eine bedrohliche und langwierige Erkrankung, aber nicht ansteckend. Ein Anruf oder eine SMS würde schon reichen, aber sich überhaupt nicht mehr melden, dafür habe ich kein Verständnis.

  • Hallo zusammen,


    so bunt wie die Beiträge hier geschrieben sind, so unterschiedlich sind auch wir Menschen.

    Es geht ja auch gar nicht nur um die "Gesunden", auch wir sind total unterschiedlich. Manche wollen über ihre Krankheit sprechen, wie ich. Ich hatte es schon fast jedem erzählt, bevor ich noch überhaupt eine Diagnose hatte. Andere können und wollen nicht darüber sprechen. Und dies kann sich dann aber auch je nach Situation dann wieder ändern. Auch die Leute, die ihren Alltag nachgehen (müssen) sind einfach ganz unterschiedlich drauf. Ich hatte in meinen Stressphasen auch nicht immer nur ein offenes Ohr für alle, die das vielleicht gerade nötig hatten. Es gibt ja noch viele andere Probleme, die wie Menschen so jeden Tag haben: Beziehungskrisen, Geldsorgen, Zukunftsängste ....

    Da ich mit meiner Krankheit sehr offen umging, es gab sogar einen Artikel in einer Tageszeitung über mich, hatte ich sehr viel Zuspruch. Mir wurde das dann fast schon zuviel. Es tauchten Leute wieder auf, mit denen ich lange keinen Kontakt mehr hatte und da wieder jedem gerecht zu werden und ihm zu antworten, war dann wiederum ein Spagat.

    Ich lies einfach alles geschehen. Ich denke, wir sollten auch gar nicht soviel bewerten oder gar urteilen. Einfach Menschen, auch uns selbst sein lassen. Gnädig mit sich sein und auch mit anderen. Vielleicht einfach auch mal lächeln über eigene und anderer Fehler.

    Klar klingt alles nach viel Theorie.

    Auch wir möchten, dass nicht alles, was wir machen oder auch nicht, ständig auf irgendeiner Goldwaage abgewogen wird. Wir wollen vielleicht auch einmal einfach nur blöd sein und danach immer noch nett behandelt werden.

    Klar, jeder Mensch liegt einem nicht und das ist ja auch ok. Wir müssen uns ja nicht unbedingt mit jedem gut verstehen. Aber dann ist es halt so. Gar nichts schlimmes. Interessanterweise kann sich so etwas dann auch mal wieder ändern. Die Beziehungskiste ist schon sehr bunt.


    Gut, dass wir nicht alle gleich sind, so bleibt Leben spannend.


    Wünsche euch viel Raum zum Lächeln

    Ingrid

  • Liebe mi vida , mit einer Krebserkrankung kann man auch "normal" weiterleben.


    Natürlich ist das Leben in der metastasierten Situartion ein kleines bisschen eingeschränkter,, denn Marathonläufe und Extremsportarten entfallen.


    Nichts desto trotz kann man seine Freundinnen weiter treffen, zum Grillen gehen usw.


    Aber wie immer im Leben ist das keine Einbahnstraße und Anrufe, Emails oder WhatsApp Kontakt dürfen gerne "eingefordert" werden.


    Darauf warten, das alle zu einem kommen, ist unrealistisch. Das hat nichts mit dem Krebs zu tun. Dein Umfeld ist natürlich im Moment verunsichert. Jeder weiß, das Chemo etc. ansteht und es geistern noch viele veraltete Vorstellungen in den Köpfen der Menschen.


    Da hilft ein ganz offener Umgang mit der Erkrankung, eine E-Mail z.B in der Form:

    Ich hab das Brustkrebs, das ist zu 95% heilbar, im Moment bin ich in Therapie, das bedeutet x Chemos. An den ersten 6 Tagen gehts mir nicht so gut, da melde ich mich evt. Nicht sofort

    danach freu ich mich über eure Anrufe, Emails und Whatsapps.

    Ich bin immer noch ich und werde das überstehen.


    Das funktioniert prima. Ich hab 1 alten Kumpel verloren aber sehr viel Zuspruch bekommen von ganz unerwarteter Seite und auch neue wertvolle Menschen in mein Leben aufgenommen!! Nur nicht einigeln. Und offener Umgang mit Gefühlen und Ängsten (etwas dosiert bei mitleidenden Eltern 🙈).


    Hoffe du hast bald wieder alle um dich. Liebe Grüße Eli

  • Liebe Hase Ingrid ^^mir gefällt dein Beitrag, ich empfinde und erlebe es ähnlich wie du. Ich bin auch in den ersten Tagen hier durch den ganzen Ort getigert und habe es jedem erzählt, obwohl die Diagnose noch nicht gesichert war. Mittlerweile gehe ich auch anders damit um. Das war einfach eine Schockreaktion. Ich bemühe mich auch, meine Mitmenschen sein zu lassen wie sie sind und gnädig mit ihnen und aber auch mit mir zu sein, was mir nicht immer so gut gelingt. Am schlimmsten ist es aber auch wie mi vida sagt, wenn innerhalb der eigenen Familie keine Nachfragen kommen und ein völliges Ignorieren. Ich versuche es zu verstehen, aber es tut einfach sehr weh.

    Übrigens ist Hase mein Kosename, den mir mein Mann gegeben hat, wegen meiner Hasenzähne.:rolleyes:

    Du hast recht, ich möchte auch einfach mal nur blöd sein und trotzdem nett behandelt werden, deswegen werde ich mich noch mehr bemühen, über das Verhalten meiner Mitmenschen einfach hinweg zusehen;)

    Liebe Grüße Patricia:hug:

  • Liebe pegesa ,


    danke für dein positives Feedback.

    Ja mit Gnade mit unserer aller Schwächen umgehen ist nicht immer einfach. Manchmal muss man ja auch korrigieren, damit nicht alles aus dem Lot fällt. Kluge Kommunikation ist da wohl ein sehr wichtiger Weg.

    Wir alle haben unsere wunden Stellen. Werden diese berührt, reagiert jeder auch sehr individuell ohne, dass uns das alles so bewusst ist. Sich selbst da zu durchschauen ist da schon eine Kunst.

    Spannend fand ich schon wie unterschiedlich wir hier auf die gleichen Medikamente reagieren. Einige Symptome werden ziemlich bei allen ausgelöst, manche nur bei einzelne und selbst bei einem selbst ist nicht jeder Chemozyklus gleich. Natürlich können wir da Tipps geben, aus eigener und anderer Erfahrung. Aber dennoch reagiert wiederum jeder auch nach momentaner Lage wieder sehr individuell.


    Mit seelischen Verwundungen umgehen ist da sehr ähnlich. Für mich manchmal sogar härter. Allerdings ist der Körper da auch eine Einheit. Meine schlimmsten körperlichen Symptome während der Chemo hatte ich einmal, als ich totalen psychischen Stress hatte. Sonst ging es mir immer ganz gut.

    Manches braucht dabei einfach auch nur Zeit. Manches muss man aber auch irgendwann angehen. Offen aussprechen tut dabei manchmal noch mehr weh. So wie man eine bereits verkrustete Wunde wieder aufbrechen muss. Aber manchmal braucht es das um einen besseren Heilungsprozess einleiten zu können. Aber eben auch nicht immer.

    Für mich war bisher immer ein Schlüssel für ein gutes Miteinander: Den anderen versuchen zu verstehen. Das gelingt oft nur aus der Vogelperspektive, aus neutraler Sicht.


    Leben und ein gesundes Miteinander bleibt immer spannend. Aber auch hier lohnt es sich wie bei unserer Krankheit auch darum zu kämpfen.

    Schöner natürlich wenn es mit einem Lächeln, einer versöhnender Geste und einer Umarmung geschieht.


    Wünsche euch viele Umarmungen dieses Wochenende

    Ingrid


    PS.: Meine Familie hat bei meiner Krankheit übrigens auch sehr unterschiedlich reagiert. Manche konnten darüber sprechen, andere nicht. Vielleicht manchmal sogar die nicht, die einem total am Herzen liegen. Für jeden braucht es dann eine individuelle Lösung. Ich habe da mit jedem so gesprochen wie er es eben brauchte. Soweit ich das natürlich selber konnte.

    Leben und leben lassen! Ja, das ist manchmal eine ganz schöne Herausforderung.