Eierstockkrebs bei meiner Mutter

  • Hallo ihr Lieben,


    nach langer Zeit als stiller Mitleser habe ich mich nun doch entschlossen einen Beitrag zu verfassen. Ich hoffe es stört euch nicht, dass ich nur Angehöriger bin und nicht selbst betroffen.

    Es geht um meine Mutter, sie hat im März diesen Jahres mit 54 Jahren die Diagnose Eierstockkrebs, FIGO Stadium 3a, G3 erhalten. Nach erfolgreicher Operation (Tumorrest R0) und 6x Chemotherapie hat sie nun die Behandlung soweit beendet. Der Arzt meinte, man könne weiterhin noch für 1 Jahr den Antikörper Avastin verabreichen. Wir sind uns sehr unschlüssig, ob sie Avastin nehmen soll, da die Nebenwirkungen scheinbar auch nicht zu verachten sind.

    Habt ihr damit Erfahrungen?


    Ich freue mich euch kennen zu lernen,


    Viele liebe Grüße

    Vogel 🙂

  • Hallo lieber Vogel ,


    natürlich bist Du herzlich in unserem Forum willkommen. Hier tummeln sich viele Angehörige, die ihren Müttern oder auch Töchtern zur Seite stehen. Gerade auch zu Deinem speziellen Thema ist hier schon einiges geschrieben worden und sicher werden auch die Foris auf Deine Fragen eingehen und von ihren Erfahrungen berichten, wobei die naturgemäß auch sehr unterschiedlich sind.


    Klar, es ist für Euch als Familie keine leichte Zeit, aber Du wirst sehen, gemeinsam mit anderen Betroffenen lassen sich Berge viel besser abtragen und geben wieder freie Sicht auf bessere Zeiten. Ich wünsche Dir und Deiner Mutter jedenfalls alles Liebe und einen konstruktiven Erfahrungsaustausch.

  • Vogel


    Hallihallo und schön, dass du dich jetzt auch angemeldet hast und keine stille Leserin mehr bist. Du findest die Eierstockkrebstruppe unter Gyn. Erkrankungen und auch einen Thread mit Avastin gibt es mit den Erfahrungsberichten.

    Ich habe Avastin für ein Jahr alle 3 Wochen als Infusion in der Tagesklinik erhalten. Unter Avastin ist bei mir ganz laaaangsam der Tumormarker wieder gestiegen. Ich kann dir nicht sagen ob es nicht ohne Avastin viel schneller gegangen wäre. Darüber nachzudenken bringt in meinen Augen nicht viel, nur....man sollte alles unternehmen und in Anspruch nehmen was die Ärzte anbieten. Zumindest ich halte es so. Ich hatte Nebenwirkungen, die allerdings auf den verunreinigte Port zurückzuführen waren. Daher zählen meine Erfahrungen betreffend Nebenwirkungen nicht, da sie ja nicht objektiv sind.

    Lies dich in Ruhe ein, es gibt doch viele Erfahrungsberichte.

    Liebe Grüsse aus Wien und aus der Eierstockkrebstruppe Rezidiv

  • Hallo, Vogel !


    Gut, dass Deine Mama bisher alles gut geschafft hat! R0 nach OP ist super!

    Prinzipiell wird ab FIGO III Avastin verabreicht. Ich war von vorneherein eher skeptisch, wenn man sich die Kosten/Nutzen-Rechnung ansieht. Aber jeder Mensch ist anders, und die NW müssen nicht gravierend sein. Mein behandelnder Arzt ließ mir keine Wahl. :| Also bekam ich es auch für 1 Jahr. Litt unter NW, aber es haben sich alle im Laufe der Zeit wieder vertschüßt, die auf das Avastin zurückzuführen waren. :)

    Das Schöne - 3 Jahre nach Diagnose kein Rezidiv. War damals so alt wie Deine Mama.


    Lest Euch in Ruhe durch die Beiträge, holt evtl. eine Zweitmeinung ein, und dann entscheidet.

    Alles Gute für Deine Mama und auch für Dich! Deine Mama kann sich glücklich schätzen, Dich an ihrer Seite zu haben! :thumbup:

  • pupi1230 , Monalisa , Marie Louise Vielen Dank für eure freundliche Begrüßung! Es ist wirklich toll, dass es dieses Forum gibt!


    Wahnsinn, wie viele Frauen es doch gibt mit dieser speziellen Krankheit. Vor allem auch junge, uns wurde immer gesagt normalerweise trifft es meistens ältere Frauen ab 70.

    Marie Louise Wow 3 Jahre ohne Rezidiv, das ist ja super!!! Ich hoffe so sehr dass meine Mutter das auch schafft.. die Angst vor einem rezidiv ist im Moment doch recht groß.


    Heute haben wir die Blutwerte und den Ca 125 wert bekommen, der liegt derzeit bei 12. Unser Onkologe möchte deshalb auch auf ein CT verzichten und nur einen Ultraschall machen. Ob das so richtig ist weiß ich auch nicht, aber wahrscheinlich würde man dort im Moment eh nicht viel sehen. Mich hat es nur etwas gewundert, ich dachte ein CT oder MRt wären Standard.


    Ich werde mich gerne der Eierstockkrebstruppe unter Gyn. Erkrankungen anschließen. 😊

    Liebe Grüße, Vogel

  • Hallo, Vogel !


    Ca 125-Wert von 12 ist super! So was von im grünen Bereich :)

    Da ist wirklich ein CT nicht nötig, was ja eine nicht unerhebliche Strahlendosis mit sich bringen würde. Diese Untersuchungen werden nur bei dringenden oder begründeten Fragestellungen angewendet, und das ist bei normalen Werten nicht der Fall. Eine Ultraschall-Untersuchung ist nicht belastend und verschafft auch einen Überblick. Wurde bei mir auch so gemacht.


    Deine Mutter wird das auch schaffen! :thumbup: Mindestens!


    LG ML

  • Hallo Marie Louise ,


    Ja da hast du recht, eine Ultraschall-Untersuchung ist dann wirklich die bessere Wahl. 🙂

    Hast du denn irgendwas bestimmtes an deiner Lebensweise seitdem verändert? Ich lese immer wieder, dass die Psyche auch so eine wichtige Rolle spielt. Leider lehnt meine Mutter bisher einen Besuch beim Psychologen ab.

    Liebe Grüße Vogel 😊

  • Hallo Vogel ,


    Meine Lebensweise ist auf jeden Fall entspannter als vor der Diagnose. Ich kann Problemen gelassener begegnen und vieles relativiert sich; d. h. die Prioritätenliste verändert sich. Ich achte auf gesunde Ernährung, gönne mir aber auch mal was Gutes; es soll keine Gesetzlichkeit, die wiederum Streß auslöst, daraus werden. Viel Gemüse, wenig Fleisch, und wenn, dann gute Qualität, sparsam Zucker;....da könnte ich vieles erzählen, möchte Dich aber nicht zutexten. Wenn Du konkrete Fragen hast - gerne. Es gibt übrigens einen eigenen Thread zum Thema...

    Bewegung ist wichtig; aber genaus so in entspannter, Freude machender Weise, und nicht als Wettkampf. Ich gehe z. B. sehr gerne Bergwandern, aber die Touren sind jetzt kürzer, weil ich nicht mehr so viel schaffe. Und ich brauche länger für die entsprechenden Abschnitte, aber das plane ich einfach so ein. Täglich 30 min an der frischen Luft; bei jedem Wetter ist für mich ein Grundsatz.


    Besuche bei Psychologen sind bei mir leider auch nicht immer positiv verlaufen. Aber für konkrete, belastende Situationen hole ich mir Hilfe. Da muss man notfalls mehrere Anläufe wagen. Ich habe eine zum Großteil unterstützende Großfamilie hinter mir, und einen sehr guten Freundeskreis. Dafür bin ich sehr dankbar! Die nächsten Angehörigen leiden mit; denen wollte ich nicht zu viel zumuten.

    Das gilt auch für Dich; achte gut auf Dich und Deine Ressourcen!

    Was mir auch wichtig und hilfreich ist, ist mein Glaube. Im Gebet Lasten abgeben zu können, empfinde ich echt entlastend, und ich habe wirklich des öfteren Hilfe auf verschiedenste Weise erlebt.


    Hoffe, das war nicht zu viel Text. :S LG ML

  • Liebe Marie Louise ,


    Danke für deine Nachricht, nein das ist keineswegs zu viel Text, ich freue mich über jede Zeile! 😊


    Die Ernährung haben wir auch etwas umgestellt, obwohl wir bereits vorher schon immer sehr gesund gegessen haben. Während der Chemo hat unser Arzt dazu geraten so wenig wie möglich Zucker bzw Süßes zu essen. Meine Mutter hat sich daran strickt gehalten, mittlerweile gönnt sie sich aber ab und zu wieder eine Kleinigkeit, da sie sowieso sehr schlank ist und die Kilos welche sie nach der OP verloren hat noch nicht wieder drauf sind.

    Ich denke aber auch, sich alles zu verbieten bringt nichts.

    Das ist super, wenn du im Glauben viel Kraft findest!


    Oft überlege ich warum es gerade meine Mutter getroffen hat, ich weis es bringt überhaupt nichts da es auf diese Frage keine Antwort gibt. Das einzige was mir einfällt, sollte es wirklich einen Grund geben, wäre eben die Psyche. Ich glaube Stress zu reduzieren ist sehr wichtig. In unserer Familie gibt es einige Streitigkeiten die es schon seit Jahrzehnten gibt. Sehr belastend und nicht unterstütztend für meine Mutter. Gerne würde ich helfen und vermitteln aber bisher lief das nie positiv.

    Ich wünschte ich könnte mehr tun...


    Meine Mutter ist derzeit auf Kur, ich hoffe sie kann dort ein wenig abschalten und entspannen 😊 körperlich geht es ihr doch schon wieder genau wie früher, darüber sind wir sehr froh 🙂


    Liebe Grüße

    Vogel

  • Hallo, liebe Vogel !


    Schön, dass Deine Mutter jetzt ihre Kur genießen kann. Das hat mir nach den ganzen Strapazen sehr gut getan. Die guten Therapien und der Austausch mit Menschen, die ähnliches mitgemacht haben, habe ich als so wohltuend empfunden.


    Streitigkeiten in der Familie sind furchtbar. Ich wünsche Deiner Mutter, dass sie lernt, wo sie sich einfach draushalten soll, weil es eh nichts bringt. Sie muss nun achten, dass es ihr gut geht. Das gilt auch für Dich. Sei einfach da für sie, aber denke nicht, Du musst es richten, wenn es Dich nicht direkt betrifft. Das würde Kraft kosten und höchstwahrscheinlich von niemandem honoriert werden.

    Die Psyche spielt meiner Meinung nach schon eine nicht geringe Rolle, die sich in vielerlei Beschwerden und Krankheiten niederschlagen kann.

    Aber zerbrich Dir nicht den Kopf, warum Deine Mama von dieser Erkrankung betroffen ist. Es ist, wie es ist, und das gilt es zu "regeln".

    Es gibt viele Faktoren, die Bedeutung haben können. Die wichtigen, wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht sind mittlerweile Allgemeinbildung, aber ich habe viele Menschen gesehen, die sich sprichwörtlich nichts gesch... haben, und denen geht es prächtig. Zumindest von außen betrachtet.


    Ihr, v. a. Deine Mama, habt einen harten Weg hinter Euch. Nun dürft Ihr getrost nach vorne blicken.

    Ist die Entscheidung bez. Avastin schon gefallen?


    :hug: LG ML