Der Kampf beginnt

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:

    Ich bin 49 Jahre alt und nach der Diagnose "Magen-Karzinom" im Sommer 2016 wurde mir der Magen entfernt. Weitere Therapien waren nicht erforderlich, da keine Lymphe befallen waren. Nun wurden seit April 2019 einige Knochenmetastasen bei mir festgestellt, die Folgen des Magenkrebses sind. In der nächsten Woche beginnt die Chemo (Flot) und natürlich habe ich Angst vor dem, was auf mich zukommt. Ich bin aber fest entschlossen, zu kämpfen und mich nicht unterkriegen zu lassen und von diesem Forum erhoffe ich mir, Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht und die auch Lust auf Erfahrungsaustausch haben und natürlich wäre es auch schön, wenn wir uns gegenseitig ein bisschen Mut machen...….. :thumbup:


    Liebe Grüße,

    Jule

  • Liebe Jule69 ,


    Herzlich Willkommen hier im Forum. Ich hoffe, du wirst hier einen guten Austausch finden.

    Ich komme aus der Brustkrebsecke, habe aber auch Knochenmetas. Neben der systemischen therapie würde ich an 3 Stellen bestrahlt und bekomme jetzt monatlich Bisphosphenat Infusionen. Mir geht es insgesamt sehr gut, Wenig Schmerzen und kann ein normales Leben führen.

    Bekommst du neben der Chemo noch eine weitere Behandlung? Wie kommst du klar mit der Diagnose?

    Liebe Grüße, Annette

  • Liebe Annette,


    ach, deine Nachricht hat schon Gutes bewirkt....Ich freue mich, dass es dir insgesamt sehr gut geht. Das macht mir Mut, denn gefühlt liest und hört man ja nur von Übelkeit, Müdigkeit, Haarausfall, Konzentrationsstörungen, brüchigen Nägeln, kribbelnden Fingern, Taubheitsgefühlen und und und...….Da wird mir schon beim Gedanken an die Chemo ganz schlecht. Umso schöner, dass es dir dabei offenbar ganz gut geht und es auch Menschen zu geben scheint, die -bei allem Übel- halbwegs mit der Chemo klarkommen.


    Ich war heute in der Strahlenklinik, der Prof. rät von einer Bestrahlung ab, weil ich noch keine Knochenschmerzen habe und weil laut Szintigraphie keine Gefahr von Knochenbruch zu drohen scheint. Er meint, die Bestrahlung würde meinen Körper nur zusätzlich schwächen und sollten sich Schmerzen einstellen, könnte man in den Chemo-Pausen immer noch Bestrahlungen vornehmen. Tja, man ist so hilflos und muss ja irgendwie glauben, dass sie wissen, was sie tun. Misstrauen macht alles ja auch nicht leichter.....


    Die Diagnose hat mich ziemlich runtergezogen, wobei ich im Grunde ein total positiver Mensch bin. Es ist mehr die Angst vor dem Unbekannten, die mir gerade etwas zusetzt und natürlich ist im Hintergrund auch immer die Angst, dass die Chemo nicht anschlägt und es nicht mehr therapierbar wäre. Ich habe einen 20jährigen Sohn, der gerade sein Studium begonnen hat und der Gedanke, ihn nicht wenigstens bis zum Abschluss begleiten und unterstützen zu können, ist unerträglich (von seinem Vater bin ich seit 15 Jahren getrennt und der Draht zwischen den beiden ist eher nicht so toll).


    Wie bist du mit der Diagnose umgegangen und kannst du mir vielleicht Tipps geben, ob ich etwas "nebenbei" tun kann, um bei Kräften zu bleiben und die Chemo durchzuhalten?


    Ich danke dir und schicke dir ganz liebe Grüße,

    Maike

  • Liebe Maike,


    meine Söhne sind auch 20 und 22 Jahre alt und ich hab noch vor sie ganz lange durch das Leben zu begleiten 😊 Bin mir auch sicher, dass du deinen Sohn noch lange unterstützen kannst. Mir wurde gesagt, dass man mit Knochenmetas lange und gut leben kann.

    Das nur bei Bruchgefahr bzw. Bei Schmerzen bestrahlt wird, kenne ich auch. Ist doch gut wenn du es nicht brauchst.

    In Bezug auf Chemo kann ich nicht mitreden, hab noch keine gehabt. Mein Krebs ist stark hormonabhängig und wird mit Antihormontherapie und CDK4/6 Hemmer in Schach gehalten. Du findest hier im Forum aber ganz viele Infos zum Thema Chemo. Eins der wichtigsten Dinge, egal für welche Behandlung, um weniger Nebenwirkungen zu haben und die Stimmung zu heben ist Sport/Bewegung wann immer es geht.

    So wie bei dir, sind auch meine Metastasen erst Jahre nach der Erstdiagnose entdeckt worden. Es ist erst einmal ein großer Schock, aber so wie du hab ich mir ganz schnell gesagt, dass ich kämpfen werde. Das die Behandlung wirkt, die Schmerzen erträglich sind hilft mir natürlich sehr.

    Ja, das Leben, der Alltag hat sich verändert, und das nicht freiwillig, aber es ist auch viel schönes daraus entstanden. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass deine Chemo anschlägt!!

    Ich drück dich :hug:

  • Liebe Jule69,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Du hast ja schon ganz schön etwas hinter Dir - und jetzt dieser Schock. Verständlich, dass Du Angst vor der Zukunft hast. Ich finde es toll, dass Du hier in den Austausch gehst, vielleicht lassen sich dadurch Deine Ängste reduzieren. Zur Unterstützung schicke ich Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo@ Jule69, ich hab Magenkrebs mit Bauchfellmetastasen. Bekomme Flot,die Chemo vertrage ich ganz gut. Es gibt Tage die sind mal nicht so gut, der Durchschnitt ist erträglich. Wenn ich Übelkeit habe sag ich mir immer besser Chemo wie Zettel am Zeh. Mir hilft das 😊. Meine Onkologin hat mir die NW. mit Medikamenten gut angepasst. PNP hab ich in den Fingern. Wir sind alle Kämpfer, drück dir die Daumen. Liebe Grüße Urlaubsfee