Mastektomie + Silikon nach Bestrahlung - Erfahrungen gesucht

  • Hallo Mädels,

    ich hatte vor 1,5Jahren meine BET mit anschließender Bestrahlung (TN MammaCa, keine Genträgerin).

    Ich wollte damals eigentlich eine beidseitige Mastektomie, aber nachdem 3 Brustzentren das ablehnten, weil alles nach Komplettemission aussah, wurde brusterhaltend operiert.

    Überraschung, die pCR blieb aus. Trotzdem denke ich, dass die kleine OP damals die richtige Wahl war. Alles heilte ratzfatz. Leider gab es durch die Bestrahlung aber ein Lymphödem in der Brust, was nicht mehr weg ging.


    Noch immer überlege ich, beide Brüste in einer hautsparenden Mastektomie entfernen zu lassen. Aufgebaut werden müsste mit Silikon.

    Zu groß ist mir das Lebzeitrisiko einer Neuerkrankung. Ich bin 28. Mein Risiko steigt mit zunehmendem Alter leider gewaltig an. Nach 20 Jahren hab ich bei TN ohne Gendefekt zahlen von 12 - 20% gefunden. Da bin ich grade mal 48. Wie sieht es dann wohl mit 68 aus? Oder gar 88?...




    Ich hab zwar über die Suchfunktion etwas rumgestöbert, ist aber alles etwas konfus und zeitraubend.


    Daher meine Fragen an euch:


    1. Ist hier jemanden, der trotz vorangegangener Bestrahlung Implantate trägt? Hat das alles geklappt?


    2. Wie fühlt sich das für euch an mit den Implantaten? Könnt ihr sie annehmen oder bleiben sie Fremdkörper? Habt ihr wenigstens in der Haut etwas Gefühl? Gefällt euch eure Brust?


    3. Wie ist das, wenn man nicht mehr stillen kann? Fehlt einem da als Mama sehr? Ich hab noch keine Kinder. Aber schon jetzt ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken. Fühle mich verrückter Weise schon jetzt als Rabenmutter. Weil ich das Gefühl habe, den zukünftigen Kindern etwas vorzuenthalten, was sie eigentlich brauchen. Was ihnen zusteht. Und so viel besser wäre als die Babymilch aus dem Supermarkt.


    Ich danke euch schon jetzt für eure Antworten.

  • Kajuscha


    Ich kann dir bzgl. Mastektomie nichts sagen, aber zum Stillen.


    Stillen kann wunderschön sein, es kann aber auch belasten oder tatsächlich nicht funktionieren.


    Wenn du dich für eine Mastektomie entscheidest, tust du es, weil du deine Chancen auf ein langes Leben erhöhen möchtest. Ich denke, dass die Erfahrung für ein Kind, das seine Mama verliert, traumatischer ist als ein Nicht-gestillt-werden.


    D.h. Schon mit der Mastektomie tust du deinem noch nicht geborenen Kind etwas Gutes, auch wenn du dann nicht stillen kannst.


    Das ist meine Meinung!


    P.S kenne drei entzückende Geschwister, die alle nicht gestillt wurden und trotzdem altersgerechte entwickelt, nicht übergewichtig und intelligent sind.

  • Kyscia


    Du hast natürlich völlig Recht mit allem, was du schreibst. Ich danke dir. Aber fürs Gefühl ist es trotzdem einfach...komisch. Ich mach mir halt einfach zu viele Sorgen über ungelegte Eier (im wahrsten Sinne des Wortes :D).


    Bei meinen Freundinnen ist halt der absolute Still-Hype ausgebrochen. "Stillen ist Liebe", sag ich nur. Da bekommt man sogar als Noch-nicht-Mama den Eindruck, mann ist schlecht und egoistisch, wenn man das mit dem Stillen nicht hinbekommt :(

  • Liebe Kajuscha ,

    Ich habe eine kleine 3 jährige Tochter und konnte sie nicht stillen. Natürlich hatte ich mir das damals vorgenommen aber es ging einfach aus verschiedenen Gründen nicht. Das schlechte Gewissen damals hielt sich ganz schnell in Grenzen, es ging halt einfach nicht. Und auch mit Fläschchen werden Kinder groß. Meine Kleine ist ein glückliches und völlig gesundes Kind.... und eine absolute Kuschelmaus! 😍 Das kann man nämlich genau so beim Fläschchen geben.

    Und glaub mir, auch absolute Still- Verfechterinnen würden bestimmt lieber ihre Brust "abgeben " und darauf verzichten als Brustkrebs zu bekommen!


    Also kein schlechtes Gewissen haben. 😊Dass wir leben und für unsere Lieben da sein können, ist viel wichtiger.



    LG ☀️

  • Hallo Kajuscha ,

    Ich hatte vor 1 Jahr die beidseitige subkutane Mastektomie mit Silikonaufbau und anschließend Bestrahlung des gesamten rechten Brustkorbs inklusive Achsel und Lymphabflusswege. Dabei war mir das 50%ige Fibroserisiko bewusst. Bislang ist sonographisch keine Fibrose nachweisbar, aber die rechte Brust ist trotzdem fester als die linke. In der Haut habe ich nur deutlich vermindertes Sensibilitätsempfinden, habe aber dass Gefühl, dass es noch stetig besser wird. Aber kein Vergleich zu einer echten Brust!

    Zumindest optisch sind die Silikonbrüste sogar eine Verbesserung, was eine kleine Entschädigung für das fehlende Gefühl ist. Insgesamt konnte ich die neuen Brüste gut annehmen. Nach der Op war ich schnell wieder fit und habe trotz Axilladissektion keinerlei Bewegungseinschränkungen.

    Ich hoffe, ich habe damit deine Fragen ausreichend beantwortet. Aber frag ruhig weiter, wenn du weitere Fragen hast. ;)

    Liebe Grüße

    Limaja

  • Little sunshine , AnjaM

    Ich danke euch für eure Worte. Ihr habt natürlich Recht mit dem, was ihr sagt. Trotzdem ist das alles irgendwie nicht so einfach :(


    Limaja Limaja

    Du machst mir Mut. Mal ganz abgesehen von der Optik, vor der ich etwas Angst hab ist es halt echt das Gefühl, um das es mir geht. Ich mein damit nicht mal die direkte Sensibilizät von Brustwarze und co. Dir hat durch Bestrahlung links eh sehr gelitten. Ich hab nur Bedenken, dass es sich anfühlt, wie son Karnevalskostüm. Son Umschnallbusen quasi. Also, als hätt man sich da einfach irgendein Gewicht dran gehangen, an den Oberkörper. Das wäre mein Worst-Case-Szenario.

  • Liebe Kajuscha , ich hatte Mitte Mai meine beidseitige Mastektomie mit Sofortaufbau und danach jetzt bis Anfang August Bestrahlung. In beiden Brüsten ist Gefühl da, zwar nicht so wie früher aber es ist ja auch nicht so lange her. Ein Fremdkörpergefühl habe ich auch nicht unddie Optik hat sich verbessert.

    Zum Thema stillen kann ich dir sagen, ich habe meine beiden Mädels jeweils sechs Monate lang gestillt und es war zumindest am Anfang kein Spaß. Bei vielen klappt es auch aus verschiedenen Gründen einfach nicht. In meinem Freundeskreis haben auch einige auf das Stillen verzichtet und alle diese Kinder sind kerngesund und gescheit und haben eine wunderbare Bindung zu ihren Eltern.

    Ich hoffe du kommst zu einer für dich richtigen Entscheidung und drücke dir die Daumen :hug:.

    Liebe Grüße, Mari79

  • Hallo Kajuscha ,


    mein drittes Kind ist Flaschenbaby. Durch die schreckliche Diagnose im Januar wurde er früher geholt und stillen wurde mit sofort verboten wegen der Chemo . Ich fühlte mich schrecklich . Die ersten beiden wurden gestillt . Für mich fühlte es sich unnormal an und ich hatte die Angst , dass da durch die Nähe zum Baby fehlen würde. Es kam ganz anders . Unsere Flaschennahrung ist sehr gut und es gibt eine große Auswahl . Ist zwar teuer als stillen 😉, dafür könnte ich nachts ausruhen und mein Mann kümmerte sich um den Kleinen. Er entwickelt sich prächtig. Ich kann dich als Frau verstehen ,das du niemals diese Erfahrung bekommst . Dadurch bekommst du ganz viel andere wichtige Erlebnisse leben lang .

    Meine linke Brust wurde mit Implantat aufgebaut und fühlt sich gut an . Ist kein Fremdkörper für mich . Jeder der sieht , denkt das ist meine eigene Brust und fragt nach ob ich tatsächlich operiert wurde 🤭.

    LG

    Tatjana