Brustkrebs Diagnose

  • Hallo Ihr Lieben,


    seit letzter Woche Dienstag steht meine Welt Kopf. Ich hatte einen Knoten in der Brust entdeckt und bin zu meinem Gyn, der nach einem Ultraschall sehr schnell eine Mammographie angefordert hat, die ich am Donnerstag hinter mich gebracht habe.

    Der Radiologe konnte die Befürchtung leider nur bestätigen und so bekam ich eine Überweisung ins Brustzentrum. Auch hier bekam ich noch am Freitag einen Termin. Nach weiterem Ultraschall wurde die Biopsie durchgeführt.

    Da ich noch relativ jung bin (36) konnte auch im Ultraschall nicht genau erkannt werden, wie groß der Tumor ist. Von anfänglichen 2cm, glaubt die OÄ im BZ eher an 5/6cm und dass er sich über zwei Quadranten erstreckt.


    Im nachfolgenden Gespräch hat sie mir keine Hoffnungen gemacht, dass bei der Biopsie ein gutes Ergebnis herauskommt. Ob es bösartig ist oder nicht erfahre ich morgen, dann wird kurzfristig auch das Staging durchgeführt.

    Sie hat mich schon seelisch darauf vorbereitet, dass ich wahrscheinlich mit der Chemo anfangen werde und die Brust voraussichtlich auch nicht erhaltend operiert werden kann. Da ich noch so jung bin, sollten alle Register gezogen werden.


    Ich hab so eine Angst. Vor der Tumorbiologie, vor dem Staging. Was, wenn der schlimmste Fall eintritt und er schon gestreut hat? Eigentlich bin ich doch gesund und fit. Übernächsten Sonntag wollte ich einen Halbmarathon laufen.


    Ich bin kein Gewinnertyp, musste in meinem Leben viel kämpfen und habe inzwischen zwar ein gutes Leben, aber irgendwas ist immer. Es fällt mir sehr schwer, positiv zu denken.

    Mein Mann hat riesige Angst, dass ich sterben muss und meine Tochter weiß es noch gar nicht. Sie ist noch nicht einmal acht Jahre alt.


    Aber es tut mir gut, darüber zu reden.


    Liebe Grüße,

    Fani83

  • Liebe Fani83


    Es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Bei der Diagnose sind alle völlig neben der Spur, da man ja - wie du schreibst - nicht das Gegühl hat krank zu sein. Mir ging es ganz genauso. Versuche tief Luft zu holen und optimistisch zu bleiben. Du hast gute Chancen wieder ganz gesund zu werden. Das schlimmste am Anfang ist das Warten und die Ungewissheit. Von daher ist es gut, dass deine Termine so kurzfristig erfolgen. Dann kannst du den Kampf aufnehmen und es wird psychisch leichter. Ich drücke dir alle Daumen fürs Staging (es ist ganz ganz selten, dass schon bei der Erstdiagnose Metastaden gefunden werden).


    Ganz liebe Grüße

  • Liebe Fani83 die Anfangsphase ist am schlimmsten, wenn man noch nicht weiß, was auf einen zukommt, welchen Tumor man genau hat usw. Du hast aber sehr gute Voraussetzungen, weil du sonst so gesund und fit bist, das macht es leichter, die Therapien durchzustehen. Geh weiter laufen, das kann dir nur gut tun :-)

  • Liebe Fani83 das ist nur zu verständlich, wie du dich gerade fühlst. So eine Nachricht ist erst einmal ein Schock, aber es ist gut, dass jetzt alles sehr schnell geht, so bleibt dir die lange Warterei erspart. Du hast gute Chancen alles gut zu überstehen und wieder ganz gesund zu werden.

    Ich drück dir ganz fest die Daumen und wünsche dir alles alles Gute

    Patricia:hug:

  • Hallo Fani,


    ich kann dich gut verstehen. Vor etwa drei Wochen ist es mir ganz genauso ergangen. Der Anfang ist am schlimmsten. Ich dachte die ganze Zeit, ich bin im falschen Film...

    Versuche eine Sache nach der anderen abzuhaken. Sobald sich alles ordnet, wird es besser. Und wenn Du dann einen Plan hast, kannst Du anfangen, zu kämpfen! Gut, dass Du so fit bist! Beste Vorraussetzungen für die Chemo!

    Bald wirst Du Dich auch wieder freuen können. Glaube mir, man kann nicht immer traurig sein!

    Überlege Dir, ob Du nicht mit Deiner Tochter rasch redest. Ich habe 4 Kinder und habe es allen sofort und immer alles gesagt. Sie verstehen das ganz gut , haben Verständnis und auch keine Angst.Sonst wären sie sehr verunsichert gewesen, warum plötzlich alles anders ist, viele Termine, alle heulen...

    Wenn Kinder merken, dass alles anders ist, und keine Erklärung haben ist es bestimmt angsterfüllter...unbekanntes ängstigt immer!

    Im Moment geht es wahrscheinlich noch nicht, aber wenn auch dein Mann sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, wird er seine Angst verlieren! Natürlich: Brustkrebs ist keine Grippe, aber es ist wirklich gut behandelbar!

    Je mehr ich übrigens in meinem Umfeld davon spreche, desto mehr tolle Geschichten höre ich und auch wenn ich es natürlich niemanden gönne, Krebs zu haben, tut es doch gut, zu hören wie viele Frauen schon Brustkrebs hatten z.T. Jahrzehnte her...

    Alles wird gut:):saint: alles gute fürs staging:hug:

  • Hallo liebe Fani83 , willkommen hier, auch wenn die Umstände definitiv echt besser hätten sein können. Ja, die Zeit, wenn man noch nichts genaues weiß, ist wirklich schlimm. Was ich dir mit auf den Weg geben kann ist, die Entscheidung für dieses Forum war schon mal richtig gut. Tipps, Tricks, Ratschläge, mal richtig nörgeln und jammern, hier geht das alles.

    Mach einen Schritt nach dem anderen und du hast soviel, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Du schaffst das, weil wer sich nen Halbmarathon vorgenommen hat, muss ja ne Kämpfernatur sein (mein geplanter im Mai viel leider wegen der Diagnose ins Wasser) Ich frage mich allerdings, könntest du nicht doch laufen? Als Ablenkung, und wenn medizinisch möglich? Lg DieOlle.

  • Liebe Fani83


    bitte laß den Kopf nicht hängen! Es ist gerade nicht leicht für dich, das wissen alle hier in diesem tollen Forum.


    Egal was rauskommt, du wirst es packen. Diese Ungewissheit am Anfang ist zermürbend, aber wie Tiscali schon geschrieben hat, geh weiter laufen, lenke dich ab, verbringe Zeit mit deiner Familie. Alles andere hilft ja auch nichts.


    Ich habe das auch alles erst im Juni durchgemacht und stecke jetzt mitten in der Chemo. Es ist alles zu schaffen! Auch ich bin noch jung und habe Familie, einen 11 jährigen Sohn. Die Diagnose war wie ein Schlag ins Gesicht... ich war gesund, keine Beschwerden, Arbeit, Haushalt, Kind.. und dann, bäm. :|


    Hier im Forum gibt es so viele hilfreiche Informationen, ich finde es hilft ungemein sich so gut wie es geht zu informieren. Mir hat es die Angst etwas genommen.


    Sei lieb gegrüßt

  • liebe Fani83 . Es tut mir leid das Du das auch durchmachen musst .Diese Angst bis Du Die Diagnose hast , ist fast nicht auszuhalten . Meiner Meinung nach hat die Gyn wenig Emphatie gezeigt (sie habe wenig hoffnung ) sowas sagt man doch nicht . Ich wünsche Dir viel Hoffnung Ruhe und Kraft .l.g :hug:

  • Ich will mich doch mal kurz bei Euch melden und einen kurzen Bericht abgeben.


    Am 10.9. bin ich operiert worden, die Chancen standen gut, dass ich keine Chemotherapie gebraucht hätte. Leider war dann doch der Sentinel befallen, obwohl er sowohl im MRT als auch bei der ‚Sichtprobe‘ nach OP unauffällig war.


    Momentan liege ich noch in der Klinik, morgen muss ich um einen Termin in einer näheren Klinik für die Chemo kümmern. Die Chemo ist für mich der absolute Horror, ich will meine Haare und meinen Körper behalten, ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, in der Zeit ein gutes Körpergefühl zu behalten (was mir sehr wichtig ist). Die Nebenwirkungen machen mir richtig schlimm Angst, dagegen hätte ich ‚nur’ Bestrahlung und OP als Spaziergang empfunden.


    Fühlt euch alle lieb gegrüßt,

    Fani83

  • Liebe Fani83 ,

    die Chemo ist dank moderner Begleitmedikation zu schaffen, aber deine Haare wirst du wohl opfern müssen. Es sei denn, deine Onkologie bietet Kühlhauben an. Das könntest du vorab klären.

    Deinen Körper wirst du höchstwahrscheinlich behalten, denn dafür machst du schliesslich die Behandlung!!

    Manche Frauen nehmen ab, andere Frauen nehmen zu. Das kann man nach der Chemo alles wieder hinbiegen.

    Sogar während der Chemo kann man in aller Regel an den meisten Tagen Sport machen.

    Und falls ein Brustaufbau nötig wird, gibt es da auch verschiedene Möglichkeiten.

    Mach dich nicht zu verrückt.

    LG, Moni13

  • Liebe Fani83 ,


    zum Körpergefühl: du bist ja bereits sehr sportlich, das hilft dir jetzt ungemein! und eine chemo bedeutet nicht Bettlägerigkeit... ich habe zwischen den Terminen Sport gemacht, Laufen & Yoga und es ging gut. Klar gibt es Tage, da ist man schlapp und es geht nicht. Aber für alle anderen Tage gilt: rein in die Laufschuhe und raus!


    Ich wünsche dir alles Gute!