Verzicht auf Bestrahlung?

  • Hallo an Alle,


    ich habe beidseitigen Brustkrebs, der im Juli erfolgreich operiert wurde. Die Prognose ist nicht ungünstig. Hormonempfindlich, Her2neutral Ki67 Werte gut. Aufgrund der Größe beide T2, eine Seite G1, eine G2, keine Metastasen, kein Lymphknotenbefall.


    Empfohlene Therapie: Tamoxifen und Bestrahlung.


    Meine Frage: die Tabletten werde ich nehmen, bei der Entscheidung zur Bestrahlung bin ich unentschieden. Ich kenne zwei Frauen aus meinem Freundeskreis, die sich aus dem ein oder anderen Grund dagegen entschieden haben und damit bisher (zum Teil schon seit Jahren) sehr gut leben. Ich selbst neige ebenfalls dazu, die Bestrahlungen nicht in Anspruch zu nehmen auch weil ich Raucherin bin.


    Gibt es in diesem Forum Frauen, die zwar die Tabletten genommen haben sich aber gegen die Bestrahlung entschieden haben? Wenn ja, wie sind die Erfahrungen?


    Ich würde mich über Beiträge sehr freuen.


    Liebe Grüße

  • Tara12

    Mein tumor war auch 100% hormonabhängig.hätte auch bestrahlung und tamox haben sollen.auf grund einer wundheilungsstörung hätten wir erst 6 monate nach op mit bestrahlung anfangen können. Das war aber zu lange,so dass ich keine bekommen habe.nehme seit mai18 tamox und vertrage es super. Op war im dez17

    Lg frankenlady

  • Liebe Tara12 ,

    jede Frau sollte - nach gründlicher Recherche und reiflicher Überlegung - selbst entscheiden, welche Therapien gemacht werden und welche nicht. Angst vor der Therapie sollte dabei jedoch keine Rolle spielen, sie ist ein denkbar schlechter Berater. Ich habe das volle Programm an Behandlungsmöglichkeiten genommen, welches die moderne Medizin mir im Kampf gegen eine potenziell tödliche Krankheit bot. Alles Andere wäre für mich nicht in Frage gekommen. Falls der Krebs zurückkommt und dann vielleicht schon Metastasen gebildet hat, müsste ich mich fragen, ob ich es hätte verhindern können. Das wollte ich auf keinen Fall. Ist meine persönliche Meinung und nur als Denkanstoß gedacht.

    LG, Moni13

  • Danke Moni13, es ist nicht nur die Angst als Raucherin sondern auch generell Zweifel. Mit meiner Diagnose hätte man vor 10 Jahren vermutlich noch dringend eine Chemo empfohlen, so wie damals bei meinen beiden Bekannt/innen. Davon ist zum Glück heute keine Rede mehr. In der Patientinnenleitlinie gibt es eine Statistik über Tamo und/oder Chemo. Die zeigt, dass Tamo alleine die annähernd gleiche positive Wirkung hat wie Chemo bzw. Chemo und Tamo. Leider finde ich keine entsprechende Aussage zu Tamo und Bestrahlung.

  • Liebe Tara12 Ich kenne mich mit den Statistiken bzgl. der Bestrahlungen nicht aus, frage mich aber warum du evtl. auf sie verzichten möchtest. Ist es die Angst vor Langzeitnebenwirkungen? Denn beim Rauchen ist wissenschaftlich bewiesen, dass es Krebs verursacht und du tust es trotzdem. Ich glaube, dann würde ich lieber auf dieses "Laster" verzichten und alles tun, um zu leben. Aber letztendlich ist es deine Entscheidung.

    Viele Grüße

  • Herzlich Willkommen Katuxxa86


    Oder welche Infos habt ihr von Ärzten mitgenommen?

    Ich wollte mich auch nicht bestrahlen lassen. Aussage meiner Ärztin:

    BET + "sauberer" Lymphknoten oder LK mit Krebszellen = Bestrahlung

    Ablatio + LK mit Krebszellen = Bestrahlung

    Ablatio + "sauberer" Lymphknoten = keine Bestrahlung

    Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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  • Die Bestrahlungen können heutzutage viel genauer und exakter, sozusagen im Millimeter Bereich, ausgeführt werden. Man wird einige Male überprüft, wieder angezeichnet und die Striche werden jedes Mal sehr genau mit den Lichtern der Bestrahlungsgeräte eingesetzt.

  • Liebe Katuxxa86 , lass dich gut beraten von am besten mehreren Ärzten, wenn du unsicher bist. Der heutige Stand zur Bestrahlung ist der, den dein Arzt dir schon erläutert hat, zumindest wenn keine Besonderheiten, wie Genmutationen oder eben IBC vorliegen. Risiken bringt jede Behandlung, auch die Chemotherapie und diese hast du auch gemeistert. Ich wüsste nicht, warum die Bestrahlung dem Kinderwunsch entgegen stehen sollte. Aber das solltest du dir genau von den Ärzten erläutern lassen.

    Am Ende entscheidest du, welche Behandlungen du machen willst und das solltest du mit gutem Gewissen und aus Überzeugung tun, nicht aus Angst vor was könnte alles passieren.


    LG und einen schönen Sonntag wünscht

    Jana

  • So kenne ich das auch. Ablation und grosser Tumor (ab T2) ohne LK Befall ->> Bestrahlung überdenken

  • lissie , genau. Bei meinem Rezidiv wurde auch nicht mehr bestrahlt, obwohl rechts. Dass es was macht mit einem habe ich an der Wundheilung gemerkt. Ich habe eine sehr gute Wundheilung, aber das bestrahlte Gewebe zickte etwas. Dauerte halt.


    Violet_ , ich kann Dir da auch keinen wirklichen Ratschlag geben. Ich war auch erst sehr ängstlich, aber dann dachte ich, was hab ich sonst für Alternativen.

    Und dann war es in der Strahlenpraxis oft so lustig mit all den Frauen dort, das Personal war sehr empathisch, dass ich meine Angst einfach verloren habe.

    Und mir geht es gut. 😊

  • Hallo Violet_ ,

    ich erhalte zur Zeit Bestrahlungen, die sechste von insgesamt 25. es werden bei mir drei Lymphknotenmetastasen, Schlüsselbein und oberes Mediastinum bestrahlt. Ich hatte auch sehr große Angst. Mittlerweile hab ich mich wieder entspannt, da ich keinerlei Nebenwirkungen spüre. Nun gut, vielleicht kommt es ja noch, aber mein Strahlenarzt meint, dass es nicht unbedingt sein müsse. Also hoffe ich weiter, wichtig ist, dass es hilft.

    Also hab keine Angst. Liebe Grüße Mieze66

  • Meine Ärztin hat mir dringend zu einer Bestrahlung geraten und das, obwohl ich ihr gesagt habe, dass ich wahnsinnige Angst vor der Strahlung und den evtl Spätfolgen habe.

    Dazu noch das Tamoxifen.

    Die Angst ist so riesengroß, aber niemand kann sie mir abnehmen.

  • Violet_ ,

    das kann ich sehr für verstehen, doch wie gesagt, wenn keine andere Möglichkeit besteht.

    Versuche es vielleicht erst einmal entspannt auf dich zukommen zulassen. Mit der Zeit verlierst du dann eventuell diese große Angst.

    Wünsche dir das Beste, noch einen schönen Abend! Mieze66

  • Violet_

    ich finde es sinnvoll, dass du die Bestrahlung kritisch hinterfragst. Mein Vater, (Ingenieur mit Strahlungserfahrung), hat sich nach seiner Prostatakrebs OP bewußt gegen die Empfehlung gewandt und auf eine Bestrahlung verzichtet (er ist 17 Jahre rückfallfrei und gesund). Ich selbst hatte trotz Mastektomie und sauberen Wächterlymphknoten eine Bestrahlung. Mein Tumor war sehr groß und konnte daher nur mit minimalen Randabständen operiert werden. Ich habe aber noch im Ohr, dass die Chirurgen mir sagten "bei dieser Größe müssen wir Ihnen das empfehlen" und erst im Nachhinein bilde ich mir ein, auch die Ergänzung zu hören "aus rechtlichen Gründen", und ein spürbares Zögern.

    Auf jeden Fall bedauere ich rückwirkend, dass ich mich damals, anderes als bei der restlichen Behandlung, nicht wirklich mit der Bestrahlung auseinander gesetzt habe, sondern sie ohne großes Nachdenken absolviert habe. Bisher ist alles gut gegangen, aber es können auch neue Krebserkrankungen aus der Bestrahlung resultieren. "Viel hilft viel" ist bei einer Krebsbehandlung nicht unbedingt das beste Motto.

    Ich würde es vermutlich von den Resektionsrändern abhängig machen und von meiner Angst vor einem lokalen Rezidiv. Wenn sicher im Gesunden geschnitten wurde, würde ich (aus meiner heutigen Sicht) die Bestrahlung in Frage stellen. Wenn sehr knapp geschnitten wurde würde ich ernsthaft darüber nachdenken, sie zu machen, weil sie ein Rezidiv verhindern kann. Man muss sich bewusst machen, Bestrahlung ist eine rein lokale Behandlung. Die Gefahr von Metastasen senkt sie sie, anders als Chemo oder AHT, nicht.

    Und ihrer Nebenwirkungen werden nicht immer so deutlich angesprochen wie das aus meiner Sicht angemessen wäre. Steht zwar alles im Kleingedruckten, aber verunsichern wollen die meisten Ärzte ihre Patienten ja dann doch lieber nicht.

    LG und eine sorgfältige Entscheidung,

    Baumschatten