Hallo, ich bin neu hier

  • Hallo, all Ihr tapferen Frauen und Kämpferinnen,


    bin neu hier: 55 Jahre alt, lebenslang überzeugte Single-in (das macht es jetzt in gewisser Hinsicht einfacher - denn ich trage für niemanden eine direkte Verantwortung, meine Eltern sind beide tot, ich habe keine Kinder -, in anderen Hinsichten schwieriger...), überzeugte Christin, lebe im Main-Taunus-Kreis, arbeite in Frankfurt am Main. Ich habe noch ein wenig Skrupel, "aus der Deckung" zu gehen, obwohl ich prinzipiell entschlossen bin, offensiv mit meiner Krankheit umzugehen. Ist aber auch grade für mich selbst alles noch sehr "frisch".


    Meine Geschichte: Nach Feststellung einer Hautverhärtung an Brust rechts Frauenarzt, Mammographie etc., seither der diagnostische Untersuchungsreigen. Bekannt schreckliche Wartezeit von 1 Wo. seit Biopsie.. - dann letzten Mittwoch Diagnose erhalten: Inflammatorisches Mamma-CA, invasiv-lobulär.

    Organe und Knochen gemäß Diganostik momentan "clean", Lymphknoten-Biopsie-Ergebnis und MRT stehen aus. Therapievorschlag Chemo - OP - Bestrahlung liegt seitens BZ "auf dem Tisch". Arbeite momentan noch "normal" und brauche jetzt für mich eine "Sondierungsphase" (Infos recherchieren, weitere Meinungen einholen, mit vielen Leute reden...)


    So viel für den Moment. Habe schon viel hier im Forum gelesen, und bin beeindruckt von dem, was hier so viele gerade aushalten oder schon jahrelang ausgehalten und oftmals glücklich überstanden haben. Auch beeindruckt von Euren Fachkenntnissen. Ich bin zwar naturwissenschaftl./medizinisch nicht ganz unbeleckt, muss mich aber trotzdem jetzt erst mal so mit den gröbsten Dingen vertraut machen... Abgesehen vom Gefühl der "Zeitenwende" im persönlichen Leben und den großen Ängsten, die Euch allen vertraut sind, treibt mich momentan noch sehr um, was AUF und AUS meiner Arbeit wird - so sehr ich mir gleichzeitig bewusst bin, dass es jetzt ums nackte Überleben geht.


    Werde demnächst mal stöbern, was es schon alles an Themen in diesem Forum gibt bezüglich der konkreten Diagnose, aber auch bezüglich "Wie finde ich sinnvolle Therapieplanung für mich und kann diese auch für mich annehmen?"

    Wünsche allen einen schönen, sommerlichen Sonntag und Gottes Segen auf dem jeweiligen weiteren Weg!

  • Liebe Tendresse,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Schön, dass Du unser Forum gefunden hast und jetzt offensiv mit Deiner Erkrankung umgehen willst. Ja, diese Ängste vor der Zukunft kennen wir alle sehr gut. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Stöbern und schicke Dir zur Unterstützung ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Ganz herzlichen Dank, liebe Alice, für Dein Willkommen - und das Paket kann ich natürlich sehr gut gebrauchen :hug:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat gelöscht, unnötig an der Stelle, da der zitierte Beitrag direkt obendrüber steht

  • Tendresse willkommen in dieser Gruppe fantastischer Frauen. Ich war schon in vielen Foren, aber noch nie in einem, wo der Umgang derart positiv, mitfühlend und kenntnisreich war. Dafür danke ich an dieser Stelle auch mal allen.

    Du wirst hier viele Geschichten von Frauen finden, die Arbeit und Therapie gut unter einen Hut bringen konnten, ich bin selbst auch gerade dabei, bin selbständig und habe bisher nur ganz wenige Tage nicht arbeiten können. Allerdings habe ich auch erst Chemo und OP hinter mir.

    Offensives Umgehen mit der Krankheit finde ich sehr gut, damit auch viele viele Frauen mitbekommen, wieviel sich in der Therapie geändert und verbessert hat und wie hoch die Heilungschancen mittlerweile sind.

  • Tiscali : Vielen lieben Dank für Deine Worte! Auch für das Mutmachen, was die Kombi Therapie/Arbeit anlangt. Ist für mich momentan halt noch völlig unwägbar, weil die Reaktionen auf die Chemo ja höchst individuell sind.

    Dieses Forum finde ich auch klasse - informativ und sehr hilfreich.

    Dir alles Gute weiterhin!!

    Liebe Grüße, Tendresse.

  • Liebe Tendresse auch von mir ein herzliches Willkommen, ich bewundere deine klare und strukturierte Art, dich mit deiner Erkrankung auseinander zu setzen. Du wirst hier ganz viel Informationen und Unterstützung von starken Frauen bekommen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deine weitere Behandlung und dass du einen für dich gut gangbaren Weg findest das mit deiner Arbeit vereinbaren zu können.

    Alles Gute für dich

    Patricia

  • Hallo liebe Tendresse ,


    Sei willkommen hier.

    Als ich deinen Einstiegsbeitrag las, war ich sofort wieder in meiner Anfangssituation. Hat sich alles sehr ähnlich angefühlt.

    Ich wünsch dir das allerbeste für die weiteren Untersuchungen.

    Und dass die Zeit bis zum Start der Behandlungen schnell vergeht.


    Ich bin seit der Diagnose krankgeschrieben. An Arbeiten war und ist nicht zu denken. Das liegt aber einzig und allein an meinen diversen Erkrankungen, die ich vor der Diagnose schon hatte.

    Ich hatte deswegen schon die Rente für 63 geplant. Nun kann ich froh sein, dass ich mich in die Rente für Schwerbehinderte retten kann mit 61.2. Bzw in die EU Rente.


    Du wirst sehen wie es bei dir läuft.

    Es gibt hier viele, die während der Behandlung weiter arbeiteten.

    Vielleicht schaffst du es ja bis zum Beginn der Behandlung weiter zu arbeiten. Damit kannst du dir die Krankengeldtage etwas nach hinten verlängern.


    Ich werde Ende September ausgesteuert. Und muss schauen womit ich finanziell die 8 Monate bis zur Rente überbrücke.

    ALG 1 vielleicht. Antrag läuft.


    Ich dachte zu Anfang auch 1 Jahr und ich geh wieder arbeiten.

    Da aber der Pathologe Resttumor gefunden hat, der die Chemo überlebt hat, hab ich zusätzlich 14 zyklen Chemo verordnet bekommen und wie kann es anders sein, hab ich Nebenwirkungen wie erhöhte Temperatur, Infekte. Ich kann weder zur Reha noch zur Arbeit. Aber ok, ich will und werde mein Rezidivrisiko weiter senken.


    Im Laufe der Behandlung hat sich mein Blick auf die Krankheit arg geändert.

    Im ersten Jahr hatte ich Angst vor den Behandlungen. Jetzt im zweiten Therapiejahr hab ich Angst, dass Behandlungen nicht gemacht werden können.


    Also, auf in den Kampf!

    Ich schick dir ein grosses Paket an Kraft und Zuversicht.


    Liebe Grüsse

    Die Schwefelbadhexe

  • Liebe Schwefelbadhexe ,


    ganz herzlichen Dank für Deine Begrüßung und Deine "Geschichte". Da kann ich Dir nur alle Daumen drücken, dass die neue Chemo-Session, kombiniert mit der Dir offenbar innewohnenden eigenen Kraft, allem Bösen den Garaus machen wird...

    ...und Du zuversichtlich in Deine Rente wirst starten können. Die 8 Überbrückungsmonate werden auch rum gehen. Klar sind die Sorgen um Finanzielles und Organisatorisches auch nicht ganz unrelevant, aber ich hoffe und wünsche Dir, dass Du da mit hinreichend Gott- und/oder Lebensvertrauen ausgestattet bist.


    Was mich betrifft: ja, ich hatte bisher sehr viel Glück in meinem Leben, was die Gesundheit anlangt... Das war mir auch immer sehr bewusst, denn ich bin Hospizhelferin und als solche seit vielen Jahren aktiv, so weit es der Beruf erlaubt hat.


    Momentan lerne ich, recherchiere ich, wälze die Therapiemöglichkeiten, so weit mir schon bekannt, hin und her.. - auch die Frage nach dem besten Therapie-ORT treibt mich um.. Aber das wird Dir alles ebenso ergangen sein.


    DANKE nochmals für Deinen Zuspruch - und alles Gute für Dich! Mögen die aktuellen Nebenwirkungen erträglicher für Dich werden..

    Liebe Grüße, Tendresse

  • Hallo Tendresse , es ist gut, das du hier bist. Es wäre zwar viel besser, wenn du dich nie mit dem Thema hättest auseinandersetzen müssen, aber es ist jetzt so. Hier gibt es immer jemanden, der zuhört, Tipps gibt und im Notfall auch mal auffängt.

    Deine Gedanken bezüglich Familie kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch keine Kinder, allerdings unfreiwillig. Jetzt bin ich trotzdem froh. Aber meine Eltern, meine Schwester und vor allem mein Mann leiden schon auch sehr. Das tut mir auch am meisten weh. Ich kann es aber nicht ändern.

    Gearbeitet habe ich bis zur ersten Chemo, schon um Ablenkung zu haben. Auch zwischendurch arbeite ich von zu Hause, ich brauche das. Mein Chef ist froh, dass ich noch unterstützen kann und ich habe alle Freiheiten.

    Ich wünsche dir, dass die Zeit bis zum Behandlungsbeginn schnell vergeht, denn das ist die schlimmste Zeit. Danach wird man ruhiger.


    Viele Grüße von der Ostsee von

    Kampfjule

  • Liebe Kampfjule ,

    ganz vielen lieben Dank für Deine Worte und Infos, auch wie Du das mit der Arbeit machst!

    Dass das Mitleiden Deiner Liebsten Dir am meisten weh tut, glaube ich sofort. und es lässt sich wohl nur lindern, indem Du ganz deutlich machst/sagst/zeigst, wie gut Dir ihre Liebe tut, und jeden einzelne Versuch würdigst, Dir zu helfen, Gutes zu tun...

    Auch ich merke jetzt schon, wo ich nur wenige gute Freunde eingeweiht habe, wie schwierig das für das "Umfeld" werden kann und wie hilflos das machen kann. Zum Glück sind sie alle ehrlich, und geben mir schon jetzt die Weisung: "Gib' klare Ansage, wie wir helfen können." Das finde ich toll.

    Dir alles Gute auf dem weiteren Weg! Sicher werden wir noch voneinander hören, lesen...

    Herzliche Grüße aus Rhein-Main

    Tendresse