Mama hat Lungenkrebs

  • Hallo zusammen,


    alles begann anfang des Jahres mit Schmerzen im Knie. Meine Mutter wurde ins MRT geschickt dort sah man einen "Tumor" dieser wurde entfernt und stelle sich als Metastase eines unbekannten primär Tumors raus. Nach weiteren Untersuchungen bekam meine Mutter die Diagnose Lungenkrebs - Stadium 4. Es wurde eine palliative Chemo in Kombination mit einer Immuntherapie begonnen. Diese hat sie ziemlich aus der Bahn geworfen und sie bekam eine Lungenentzündung. Darauf folgten 2 Wochen Krankenhausaufhenthalt. Die 2. Chemo bekam sie noch auf Station und wurde dann entlassen. Bei der 3. Chemo erlitt sie einen anaphylaktischen Schock und musste eine Nacht Stationnär bleiben. Das Kontroll CT war sehr ernüchternd. Die Therapie hatte nicht angeschlagen. Letzte Woche Freitag wurde dann ein neue Chemo versucht - eine die, die Blutgefäße des Tumors angreifen soll. Nun ist wieder warten angesagt...


    Ich selbst bin MTA und arbeite in der Pathologie und kenne die Statistiken bzgl. der Überlebenschancen recht gut und habe wirklich große Angst. Meine Mutter und ich stehen uns sehr nahe. Wenn man diese Zahlen liest, fällt es einem sehr schwer jeden Tag weiter zu machen...


    Die Diagnose an sich, ist leider nicht mal das schlimmste an der ganze sache. Viel mehr das "Verhalten" bzw. der "Gemütszustand" meiner Mutter, machen mir viel mehr zu schaffen. Anfangs noch von Panik und Hysterie begleitet, welche sich nach einigen Wochen wieder legte und in leichte Kampfstellung um schlug, sind wir nun wieder an einem Punkt angekommen, wo ich mir Abends wirklich Sorgen mache, ob sie Morgens noch mal die Augen auf macht. Jeder Lebenswille ist erloschen. Essen will sie nichts, hat keinen Appetit, will niemanden außer der engen Familie (mein Vater und meine Schwester) mehr sehen, drüber reden will sie auch nicht, Psychologen schon mal gar nicht. Sie sitzt nur noch auf dem Sofa und starrt auf den Fernseher und wird von Tag zu Tag schwächer und dünner. Samstag (der Tag nach der neuen Chemo) ging es ihr noch super. SIe konnte rumlaufen, wir saßen im Garten, haben Karten gespielt und keine Luftnot. Seit gestern (Donnerstag) ist sie extrem schlapp, müde (?), hat luftnot und ist wieder sehr teilnamslos. Von Kampfgeist keine Spur mehr. Irgendwo kann ich es sogar verstehen, denn 2009 hatten sie ein Ovarialkarzinom (Überlebenschance damals 1%) und 2012 Brustkrebs. Heute 2019 jetzt Lungenkrebs und da stehen die Chance ja auch echt beschisssen.


    Mir fällt es gerade sehr schwer selber nicht aufzugeben. Ich weiß aber auch nicht mehr, was ich noch machen soll. Zum Arzt will sie nicht. Nach einem Kortisonspray fragen, damit sie besser Luft bekommt will sie auch nicht. Es hat ewig gedauert bis sie endlich nach Schmerzmitteln für ihr operiertes Knie gefragt hat, mit denen sie - oh wunder - tatsächlich weniger Schmerzen im Bein hat und besser laufen konnte.


    Was die Luftnot betrifft, bin ich etwas skeptisch, denn Samstag noch konnte sie laufen und sich während dessen sogar mit mir unterhalten ohne Luftnot. 3 Tage später sind wir im heute und ich verstehe mal wieder die Welt nicht mehr. Ich vermute mal, dass dies weniger vom Tumor kommt, denn der wird wohl nicht innerhalb von 3 Tagen solche Symptome verursachen, sowas käme schleichent und nicht von jetzt auf gleich. Ihr HB ist sehr niederig bei 9,7 und dadurch, dass sie so schlapp ist, ist vermutlich auch alles anstrengender.


    Am Mittwoche haben wir einen Kontrolltermin bei ihrem Onkologen. Lieber wäre mir, wenn sich das jetzt nicht bessert, vorher ins Krankenhaus zu fahren. Nur was soll ich machen, wenn sie alles nicht will?


    Ich fühle mich wirklich hilflos und nach dem was ich so im Internet gelesen habe, auch sehr Mutlos...


    Tut mir leid für den langen Text, aber das musste wirklich mal raus...


    LG

    YBERION


    PS: meine Mutter ist 64

  • Lieber YBERION , herzlich willkommen hier in unserem Forum, auch wenn der Anlass sich mit dir auszutauschen nicht schön ist.


    Der Kampfgeist deiner Mutter ist wirklich bewundernswert. Sie war immer erfolgreich, wie schade, dass ihr nun die Puste ausgeht, aber auch verständlich, ständig Chemo, ständig Kampfmodus, immer die Schlappe, das etwas Neues wieder kommt. Das ist mehr als frustrierend und demotivierend.


    Mein Schwager ist vor einigen Monaten an Lungenkrebs erkrankt. Inoperabel, die Prognose nicht gut, aber er gab nicht auf und ich hab ihn motiviert positiv zu denken, jeden Tag. Er wechselte den Arzt. Bekam Vinorelbin mit Carboplatin und hat die gleichen Symptome, wie du sie bei deiner Mama beschreibst.

    Darunter leidet er sehr, aber irgendwann schlug die Kombi doch an und die Bestrahlung, die parallel zur Chemo lief, machten den Tumor kleiner, so das nun doch die OP mit kurativem Ausblick gewagt wird. Ein überraschend gutes Ergebnis.

    Es gibt leider viel veraltete Informationen im Netz und auch bei Lungenkrebs schon viele gute Erfolge. Und leider sind auch viele (schlechte) Ärzte schnell dabei zu sagen... oh da haben sie aber nicht mehr lange. Das ist oft Unsinn, Gott sei Dank, denn sonst wäre viele von den Mädels hier schon lange nicht mehr da. Unglücklicherweise sind solch unbedacht ausgesprochenen Worte für viele Patienten ein dunkler Schatten, der sie lange nicht losläßt. Bei meinem Schwager müssten wir gegen so einen dunklen Schatten massiv angehen. Die Angst hatte ihn lange am Wickel.


    Offensichtlich sind die Nebenwirkungen bei Lungenkrebs sehr stark. Eine der Nebenwirkung sind eine starke Depression, Luftnot, Wunde Speiseröhre und Schlaflosigkeit. Die Blutwerte trudeln stark ab und nicht jeder Arzt verschreibt die Aufbauspritzen.

    Gibt es noch etwas über das sie sich freuen würde, das man ihr in Aussicht stellen kann? Ein Familienurlaub mit Allen Kindern und Anhang oder etwas Anderes Schönes?


    Was kannst du tun? Dich oft sehen lassen, ohne Arbeit zu verursachen (quasi Kaffee selber kochen etc.) positiv motivieren. Mit zum Arzt gehen und mal nachfragen, nach Leitlinientherapie, weitere Vorgehensweise.... dich informieren und offen mit ihr Reden.

    dir darüber im Klaren sein, das die Nebenwirkungen der Chemo sich aufsummieren und dem Körper wenig Erholzeit bleibt.

    Helfen, ohne Anstrengend zu sein, das ist Wichtig, vermutlich möchte sie auch deswegen keine Besucher. Im Garten, Einkaufen, Fahrdienste etc.

    wichtig ist, das ein Mindestgewicht nicht unterschritten wird. Darauf achten, weil sonst nicht genug Widerstand da ist!!! Und akzeptieren, das es ihr Leben und ihr Körper ist!


    Hoffe die Therapie wirkt schnell und das dann nichts wieder kommt.

    Psychologische Hilfe ist in so einer Phase sehr wichtig. Weil aus so einer Angstspirale kommt man nicht so leicht alleine raus.


    Liebe Grüße Eli

  • Lieber YBERION ,


    herzlich willkommen im Forum!


    Ich hatte auch Lungenkrebs, bin 2017 operiert worden und galt anschließend als geheilt. Ich habe aber außerdem noch COPD.

    Ich kenne das Gefühl, wenn bei kleiner Belastung schon Luftnot mit Angst-/Panikgefühlen auftritt, außerdem noch das Trauma der Krebsdiagnose (zu der Belastung durch andere Krankheiten) dazukommt, dass man dann schon dazu neigen kann, zu resignieren. Ich empfinde die ganzen Behandlungen, die ständigen Arztbesuche auch als sehr anstrengend, und ich denke, deiner Mutter wird es vielleicht ähnlich gehen. Vielleicht verweigert sie die Behandlungen, weil ihr davor graut, die ganze Prozedur mit Terminen, Wartezeiten, Arztbesuchen durchmachen zu müssen, wo sie doch so k.o. und müde ist. Vielleicht hat sie auch schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht (kenne ich auch).

    Einen richtigen Rat kann ich dir gar nicht geben, außer dass du immer wieder versuchst, sie zu motivieren und sie zu den Terminen begleitest (oder ein anderer). Ich würde ihr auch empfehlen, sich die Sprays verschreiben zu lassen. Gerade bei akuter Luftnot hilft ein Kortisonspray sehr gut. Dass sie Schmerzmittel nimmt, ist gut, denn ohne große Schmerzen sieht die Welt auch anders aus.

    Zu der Luftnot: bei mir wechselt das auch immer total, mal kann ich mich belasten, als ob mir kaum was fehlt, mal kann ich kaum 10 Schritte gehen. Diese wechselnde Belastbarkeit ist normal, hängt von der Tagesform und davon ab, wie gut man abhusten konnte.


    Ich wünsche deiner Mutter alles Gute und dass ihr Kampfgeist wieder erwacht. Elenear hat ein gutes Beispiel von ihrem Schwager gebracht, vielleicht könntest du sie anhand von guten Beispielen dazu bewegen, wieder etwas positiver in die Zukunft zu schauen.


    Viele Grüße Lupine

  • Hallo Elenear   Lupine ,


    vielen Dank, dass ihr Euch die Mühe gemacht habt, mir so viel zu schreiben, es tut echt gut auch mal positive Dinge zu hören, denn aktuell wird uns nur das negative in Form von geringen Überlebenchancen erzählt. Seit Samstag nacht, liegt meine Mutter mit einer erneuten Lungenentzündung wieder im Krankenhaus. Dazu kommt eine Pilzinfektion im Mund, sowie ein Exanthem, wo keiner so genau weiß, wo es herkommt. Bin aber ganz froh, dass ich sie Samstag Abend noch ins Krankenhaus gefahren habe, so konnte es diesmal gar nicht so schlimm wie beim letzten Mal werden. Die Mundinfektion ist schon besser geworden. Läuft auch schon wieder ein paar Schritte über den Flur und isst und Trinkt wieder ganz gut. Hat auch ein paar Kilo wieder zugenommen. Hatte gerade ein Gespräch mit meinem Vater, der mich fragte, was wir machen wenn der schlimmste Fall eintritt. Aktuell zieht mich das sehr runter, da ich da gerade nicht drüber nachdenken möchte, das kann ich immer noch tun, wenn es so weit ist. Ich bin kein Freund davon, mir über ungelegte Eier gedanken machen zu müssen. Es kommt eh immer anders als man denkt oder plant.


    Nochmal vielen Dank für eure tollen Texte, die haben mir wirklich wieder etwas Mut gegeben.

    Viele Grüße

    Sebastian (YBERION)

  • Lieber Sebastian YBERION , es freut mich, das ihr diesmal früh genug ins KKH gefahren seit.


    Die Mundinfektion ist leider bei einigen Therapien eine Besch.... Nebenwirkung. Diese Freude habe ich auch im Moment und da hilft wohl doch nur Hin und wieder Chlorhexam***** Forte. Das werde ich mir morgen aus der APO besorgen. Und im Notfall gibt's beim Zahnarzt noch so eine blaue Lösung, da kommt man in so einem Fall übrigens sehr sehr zügig dran.

    Alle anderen Mundspüllösungen sind zu "harmlos" und bekommen das nicht weg.

    Bei Chemo gegen Lungentumore und Pleurametas, kommen oft Lungenembolien, Lungeninfektionen oder Entzündungen dazu. Unter anderem, weil die Therapien die Blutwerte der weißen und auch roten Blutwerte fallen lassen, was zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führt.

    Frustrierend für deine Mum, weil man in der Leistung und Dadurch Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist.

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    Nimm deinem Papa das bitte nicht übel, dass er nach einer klaren Regelung für den Worst Case fragt.

    Wenn für den schlimmsten Fall alles geklärt ist, gibt uns Betroffenen das ein beruhigendes Gefühl, alles notwendige schon mal erledigt zu haben.

    Jeder lebt sein Leben und hat wenn man so ein Schicksal erlebt das Ende eh schon durch geplant.

    Für dich hört es sich furchtbar an , aber für deine Mutter und Papa sind es maximal 2 Stunden Arbeit sich auszutauschen, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Beerdigung und Testament auszufüllen. Und dann können sie erleichtert aufatmen.

    Solange das nicht fertig ist, hat Frau immer das Gefühl, nicht richtig abgesichert zu sein.


    Sieh es bitte mal aus der Perspektive deines Papas, der im Schlimmsten Falle alleine zurückbleibt. Nicht nur muss er mit dem Verlust und Schmerz fertig werden, soll er dann noch beim Bestatter sitzen und Entscheidungen treffen, welche Urne oder Sarg, Feuer oder Erdbestattung usw.?

    Das willst du doch bestimmt auch nicht.

    Es ist ihm Wichtig die Wünsche deiner Mutter zu kennen und das geht nur, wenn man offen darüber spricht.

    es ist beruhigend, zu wissen, was dann zu tun ist.


    Bei den guten Bestattern gibt es oft kostenlos Hefte, in denen ist ein Blanko Formular für PatientenVerfügung und Vorsorgevollmacht drin, aber auch ein Prospekt, an dem man alles strukturiert durchplanen und ankreuzen kann, von der Bestattungsart bis hin zur Musik und auf den letzten Seiten ist auch Platz für ein Testament. Die Frm findest du im Netz.

    Das ist super hilfreich. Das kostet nur 3 Stunden, alles ist erledigt , dann wird es abgeheftet in einem Ordner und jedes Jahr einmal aktualisiert.


    Es bedeutet nicht, das man sofort mit seinem Ableben rechnet!!!! Man stirbt keinen Tag eher, wenn man das nicht hat, aber es beruhigt.


    Und ach tut es gut, mal darüber zu reden.

    Liebe Grüße Eli

  • Lieber YBERION es tut mir sehr leid dass Deine Mutter so schwerkrank ist. Ich lebe auch nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt". Wer wann stirbt ist nicht immer vorhersehbar. Und es gibt Fälle in denen jemand noch Jahre gut gelebt hat. Warum dann nicht auch Deine Mutter.


    Nichts desto trotz sollte sich jeder Gedanken machen und entsprechende Vorsorge treffen. Ich bin 44 Jahre alt, gesund und habe eine Patientenverfügung, Testament und eine Vorsorgevollmacht. In meinem Testament ist hinterlegt das ich im Friedwald beerdigt werden möchte. Ich möchte damit nur sagen, sterben kann jeder immer und jederzeit. Auch wenn man nicht damit rechnet.


    Ich wünsche Dir viel Kraft. Ich bin bzw. war selbst Angehörige und weiß wieviele Gedanken einen durch den Kopf schießen. Wie hilflos man daneben steht und das Gefühl hat nichts sinnvolles tun zu können. Du bist für Deine Mutter da. Und das ist ganz toll.

  • Hallo zusammen, meine Mutter wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen. Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Fieber und Entzündungswerte sind wieder im Normbereich. Auch die Infektion im Mund ist wieder ab geheilt. Das Exanthem ist weg. Sie ist mit einem HB von 8 etwas schwach auf der Brust. Kalium ist auch was niedrig. Ein Pfleger der Station sagte uns, dass Tumorwachstum Kalium verbrauchen würde. Nun machen wir uns wieder Sorgen. Hoffe, dass es zu Hause jetzt etwas besser klappt und die Therapie anschlägt. Die Metastasen machen mir große Sorgen. LG Sebastian

  • Hallo YBERION ,


    es freut mich, dass deine Mama wieder nach Hause konnte. Wo hat sie denn Metastasen? Ich habe das in deinem Text nicht ganz herausfinden können. Sie hatte im Knie, richtig?

    Wer kümmert sich bei euch um deine Mutter zuhause?


    Als ich deinen Beitrag gelesen habe, konnte ich sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht, da ich in ziemlich der gleichen Lage bin wie du. Meine Mama hat auch Lungenkrebs mit Metastasen in Knochen (Wirbelsäule), Leber und im Kopf. Die Diagnose ist gerade fertiggestellt und nun geht es langsam mit der Therapie los. Heute hat sie ihre erste Bestrahlung für den Kopf.

    Wie bei deiner Mutter macht mir vor allem ihr Gemütszustand Sorgen. Auch meine Mutter liegt eigentlich den ganzen Tag auf der Couch, isst sehr wenig, weil sie keinen Appetit hat und zeigt gerade überhaupt keinen Kampfeswillen oder überhaupt Interesse sich mit irgendetwas zu beschäftigen... Ich kann also sehr gut deine Gefühle nachempfinden..


    Ich wünsche dir viel Kraft für diese Zeit!

    Viele liebe Grüße

    Pia

  • Hallo Alruna92 ,


    meine Mama hat Metastasen an Leber, Niere und Schulter/Halsbereich und in der Lunge selber nochmal. Aber dort sitzt auch der Primärtumor. Das Knie wurde operiert und die Metastase blieb bis jetzt zum Glück auch fern und kam nicht wieder. Hoffe das bleibt so, weil sie aktuell kurze Strecken (Bad, Küche) mir Krücken schmerzfrei laufen kann. Alles andere machen wir mit dem Rollstuhl weil sie sehr schwach ist. Aber damit scheint sie sich gerade zu arrangieren. Heute haben wir zusammen gekocht. Etwas, was vor ein paar Wochen unmöglich schien. Sie hat zwar im Rollstuhl gesessen aber sie merkt wohl, daß er ihr auch einen Teil Freiheit wieder schenkt, wenn gleich er ihr auch einen Teil nimmt.


    Aktuell betreuen wir, (Vater, Schwester und ich) unsere Mama. Haben aber über die Krankenkasse eine pflege Stufe beantragt. Denn so langsam sind unsere Urlaubstage alle aufgebraucht.


    Meiner Mama haben die Krankenhaus Aufenthalte recht gut getan, weil sie dort mit Leidensgenossen in Kontakt kam und gesehen hat, daß man auch mit metastasen noch gut und gerne leben kann.


    Darf ich fragen welchen lungenkrebs deine Mama hat?


    Ich wünsche dir und deiner Mama nur das Beste.


    LG Sebastian

  • Hallo YBERION


    Schön, dass ihr zusammen kochen konntet. Ich denke auch, es tut sicher gut, auch so Alltagsdinge (auch wenn mit Rollstuhl) zu erledigen.


    Das verstehe ich gut mit euren Urlaubstagen. Vor dem Problem stehe ich auch, da ich mich eigentlich alleine kümmere. Ich habe nun erstmal meine Stunden reduziert, aber wir haben auch eine Pflegestufe beantragt. Ich hoffe, das dauert nicht so lange. Ich bin gespannt, wie lange es bei euch dauert und welche Pflegestufe deine Mama erhält. Wenn es dir nichts ausmacht, kannst du mir das ja gerne mal schreiben, wenn es soweit ist.


    Das ist natürlich schön, dass deiner Mama die Krankenhausaufenthalte gut tun! Ich denke generell ist der Kontakt zu Gleichgesinnten sicher gut. Vielleicht gibt es bei euch ja in der Nähe ja auch eine Gruppe von Betroffenen, oder so? Meiner Mama haben die Aufenthalte überhaupt nicht gut getan, weil sie sehr viel Leid und Tod gesehen hat und damit kann sie sich gerade noch überhaupt nicht auseinandersetzen. Sie war nervlich total am Ende und ich war froh, dass ich sie dann wieder mit nach Hause nehmen konnte.


    Ich weiß nicht genau, welche verschiedenen es gibt. Auf dem Arztbrief steht Adenokarzinom der Lunge. Dann steht da noch Initiale TNM-Klassifikation: cTxNxM1

    Kannst du damit was anfangen oder meinst du was anderes?


    Dankesehr, das wünsche ich euch auch!

    Viele liebe Grüße

    Pia

  • Alruna92


    meine Mama hat auch ein Adenokarzinom der Lunge. Ich selber arbeite in der Pathologie und kenne mich daher recht gut, mit diesen Dingen aus. Darf ich fragen, ob ich eine molekularpathologische Untersuchung gemacht worden ist? Darf ich fragen in welcher Klinik deine Mutter betreut wird?


    Denn gerade beim Adenokarzinom gibt es gute personalisierte Behandlungen. Zum Beispiel kann bei gewissen Mutationen des Tumors mit gezielten Medikamenten dieser in Schach gehalten werden. Ebenfalls gut wäre eine Imunhistochemischeanalyse des Tumors, da manche Tumore PDL1 bilden und man dort mit einer Imuntherapie gut angreifen kann.


    Leider trifft dies alles nicht auf meine Mutter zu und es bleibt nur die Chemotherapie. Aber vielleicht ja auf deine?

    Wurde eine Biopsie der Lunge gemacht? Wenn ja, wird es Resttumormaterial geben, an dem man diese Untersuchungen machen kann. Fragt mal den Onkologen danach, falls dies nicht schon im Vorfeld passiert ist.

    Das alles in keine Garantie für ein Wunder aber es sind gute Ansätze und eine 100% Garantie wirst du leider auch nicht bekommen. Denn jeder Mensch ist individuell und das ist auch gut so. Keiner kann den Verlauf der Erkrankung vorhersagen. Was Anfangs scheiße aussieht, muss nicht auch immer so enden.


    Sei einfach für deine Mama da und genießt den Augenblick. Bei meiner Mama hat es auch ein paar Monate gedauert bis der erste Schock überwunden war und auch heute ist nicht jeden Tag Kampfmodus angesagt. Es ist ein bisschen wie Achterbahn fahren. Es gibt und weniger gute Tage. Manchmal macht man 3 Schritte vor und am nächsten auch wieder 2 zurück. Aber lass dich davon nicht entmutigen, auch wenn es sehr schwer ist.


    liebe Grüße
    Sebastian

  • Hallo YBERION  :-)


    Ich weiß nicht genau, was molekularpathologisch heißt, aber meinst du damit, ob Gewebe untersucht wurde? Von der Lunge nicht, da sie panische Angst vor eine Lungenbiopsie hat, es wurde aber Gewebe von der Leber rausgenommen und untersucht.


    Ich kann dir gerne sagen, in welcher Klinik, jedoch hatte ich hier irgendwo gelesen, dass man keine Namen von Kliniken nennen darf? Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe, aber ich schreibe es dir als Private Nachricht.


    Insgesamt verstehe ich leider nicht alles, was die Ärzte so sagen und mit vielen Begriffen bin ich auch etwas überfordert oder bekomme es gar nur aus zweiter Hand zu hören, weil ich nicht bei allen Gesprächen dabei sein kann und sie dann das weiter gibt, was sie verstanden hat.

    Sie hat mir nur irgendetwas erzählt, dass sie wohl testen wollten (ich glaube mit dem Gewebe der Leber) ob sie eine andere Therapieform als Chemo bei ihr anwenden können, das wäre wohl bei wenigen Prozent gegeben, aber bei meiner Mama war das nicht der Fall. Worum es sich dabei genau gehandelt hat, weiß ich aber nicht.. Wie bei deiner Mama hieß es dann, es würde nur Chemo geben und Bestrahlung, aber die ist ja für den Kopf.


    Danke für deine Worte, man hört raus, dass du echt Ahnung hast und auch mit deiner Mama schon etwas "weiter" bist als ich. Also von der Entwicklung, nach Diagnose, Ergebnis, Schock etc. Mein Papa hatte zwar letztes Jahr auch Lungenkrebs, ist aber leider daran gestorben und das ging alles so schnell. Nach seiner ersten Chemo hatte er eine Lungenembolie und das war nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses gerade mal ein paar Wochen später. Außerdem war er ein ganz anderer Typ, still alles für sich ausgemacht, ihm ging es auch schon so schlecht, als alles bekannt wurde, dass man keine große Hoffnungen hatte.


    Seit wann wisst ihr es bei deiner Mama? Und wie viele Chemo's hat sie schon hinter sich? Wie sehen diese aus bei ihr? Meine soll zwei Flaschen an einem Tag bekommen, dann 3 Wochen Pause und so weiter. Ich weiß, sehr ungenau, aber das hat auch noch nicht so richtig begonnen.


    Ganz liebe Grüße

    Pia

  • Hallo Duy ,


    wie es meiner Mama geht ist schwer zu sagen. Die neue Chemo verträgt sie auf jedenfall besser. Der Husten ist weniger geworden und an manchen Tagen fast ganz weg. Dann gibt es Tage wo er wieder schlimmer ist. Das Knie (metastase wurde entfernt) tut nach wie vor immer mal wieder weh. Genauso wir der Rücken (auch metastase) aber es gibt auch Tage wo es nicht weh tut. Sie bekommt am Mittwoch die 5. Chemo und dann ist ct. Hoffe dass diese chemotherapie nun angeschlagen hat. Aber sie ist mental etwas gefästigter und macht auch wieder Pläne für die nähere Zukunft. (nächstes Frühjahr evtl. ein Urlaub). Nach wie vor ist die Luft immer mal wieder etwas knapp aber in der Wohnung läuft sie an Krücken ganz gut. Für einkaufen und Unternehmungen ist sie aber auf den rollstuhl angewiesen.


    Wie es mir geht? Ich habe Angst, dass die chemotherapie wieder nicht angeschlagen hat und man nichts mehr tun kann. Die metastasen machen mir große Angst und auch sorgen. Eigentlich bestehe ich nur noch aus Angst und Sorge. Denn der Pathologe sagte mir dass es selbst wenn die Therapie anschlägt und einen Unterschied von ein paar Monaten macht die sie noch zu legen hätte. Die Frau von der Pflege Kasse (Mama hat jetzt eine pflege Stufe) meinte aber dass die Ärzte oft sehr schnell und sehr harrt in ihrem Urteil wären und wir nicht aufgeben sollten...


    Nur irgendwie überwiegt in meinem Kopf der Gedanke, dass der Arzt ja wohl recht haben muss weil er eben Arzt ist. Ich hoffe dass ich mich da einfach täusche...


    Danke der Nachfrage


    LG YBERION

  • Lieber YBERION ,

    Die Frau von der Pflegekasse hat nicht unrecht, gib nicht auf. Versuche einfach, trotz aller Sorgen, die Zeit mit ihr zu verbringen. Vielleicht ist in den Chemopausen auch ein Kurzurlaub machbar.

    Ich schicke dir ganz viel Stärke und auch Mut zu.

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)

  • YBERION


    oh Mann ich wünsche dir wirklich das die Chemotherapie anschlägt. Mag sein das der Arzt das so meint. Aber er ist eben NUR Arzt. Ich hab jetzt bei meiner Mama auch viel erlebt und dazwischen immer wieder richtig Angst gehabt. Aber bitte lass das nicht an dich ran. Ich habe 2 Freunde da sollten die Mütter schon vor 6 Monaten gestorben sein. Laut Ärzte!! Fertig machen bringt nix. Genieße die Zeit mit ihr. Diese Krankheit erinnert uns nur das unsere Eltern eben sterblich sind, jetzt mal blöd ausgedrückt. Und das macht uns Angst. Weil wir ja jung sind und nie darüber nachgedacht haben das es ja mal passiert irgendwann. Einfach weil wir zu jung sind für diese Gedanken. Aber wann die Zeit gekommen ist wissen wir trotz der Krankheit nicht. Ich drück dich ganz fest. Kopf hoch <3


    Lg Duy

  • Duy ,


    Danke für die Aufmunterung. Aktuell geht er Mama nicht gut. Ich war übers Wochenende bei meiner Tante. Mein Onkel ist vor ein paar Wochen verstorben und ich musste Papiere regeln. Als ich Heim kam habe ich erfahren dass sie sich mehrmals übergeben hat. Heute hatte sie Magenschmerzen und gegen Abend leichtes Fieber. Von 36,1 auf 37,5. Werde das beobachten. Wenn es morgen nicht besser ist fahren wir ins Krankenhaus. Bin wieder total unruhig..


    LG YBERION

  • Hallo YBERION


    Es tut mir leid, dass es deiner Mutter aktuell nicht gut geht. Deine Ängste und das Zittern um die geliebte Mutter kenne ich.

    Meine Mutter bekam im März 2018 die Diagnose Knochenmarkskrebs mit einer zus. krebsbesingten Begleiterkrankung. Unheilbar, fortgeschritten und kompliziert...


    Dir ersten Monate gingen wir durch die Hölle. Bettlägrigkeit, Ohnmachtsanfälle, Erbrechen, mehrere stationäre Aufenthalte im KH etc.


    Ich habe das Gefühl alles wie am eigenen Leib miterlebt zu haben, da ich meiner Mutter auch sehr nahe stehe.



    Niemals hätte ich gedacht, dass sie sich aus diesem Tief rauskämpfen könnte, denn es stand sehr schlecht um sie. Aber sie kämpfte sich mehr oder weniger zurück ins Leben und meistert heute ihren Alltag ohne fremde Hilfe.


    Sie hat einen eisernen Willen und ist mein grösstes Vorbild. Natürlich hat sie immer noch sehr viele Beschwerden. Und die werden nicht weniger. Aber sie lässt sich nicht runterkriegen und wir unternehmen praktisch täglich etwas zusammen und wir geniessen jeden Augenblick und hoffen auf noch viele Monate ja warum nicht auch weitere Jahre..?! Das weiss niemand und Statistiken interessierten mich von Anfang an nicht.


    Ich habe lernen müssen, dass diese Krankheit schlechte Tage mit sich bringt, aber auch immer wieder gute Tage zulässt.

    Es ist schön, dass deine Mutter dich/euch. Ich wünsche ihr, dass ihre Beschwerden gelindert werden können und euch noch viele viele gute Tage.


    Fühlt euch gedrückt

    TochterB

  • Danke für die Aufmunternden Worte. Aktuell geht es ihr ein bisschen besser. Hat wieder Hunger und Husten und Schmerzen halten sich in Grenzen. Heute ist die 5. Chemo. Danach wird ein erneutes CT gemacht. Hoffe das es nun geholfen hat und sie vielleicht noch ein paar schöne Jahre hat.


    LG YBERION