• Hallo

    Meine Diagnose hab ich noch nicht lange, die Behandlungen noch vor mir.

    Was mir eine unbeschreibliche Angst bereitet, ist das Auftreten eines Rezidivs.

    Ich habe das Gefühl, nahezu jede Frau kriegt diesen Krebs irgendwann wieder.

    Ich weiss nicht, wie ich mit dieser ständigen Angst Leben soll. Ich bin erst 37 und muss dann 10 Jahre Tamoxifen nehmen.

    Man hört ständig, das man nach einer gewissen Zeit als geheilt gilt. Doch ich lese selten von Frauen, die nur einmal die Diagnose Krebs erhalten.

    Wie seht ihr das?

    Wie geht ihr mit dieser Angst um?;(

  • Liebe Nicki1982 ,

    ich habe auch erst im April meine ED erhalten und seitdem Angst, ich könnte es nicht schaffen, er könnte wiederkommen usw.. Ich denke, man muss - auch wenn es noch so schwer ist - lernen, damit zu leben, sonst frisst uns die Angst auf.

    Ich bin dabei mich dieser Angst zu stellen, auch wenn es mir im Moment gerade nicht so gut gelingt ... bin schon den zweiten Tag dauernd am Heulen, mag nix essen und trinke mit Müh und Not, kann mich zu nix aufraffen. Dabei hatte ich die drei Tage zuvor einen richtig guten Lauf.

    Selbst meine Miezen lassen mich in Ruhe, weil sie merken, dass es mir nicht so gut geht.

  • Liebe Nicki, das kann ich gut verstehen diese Angst kenne ich nur zu gut, man kann sich natürlich Psychologische Hilfe holen ,

    was auch OK ist das muß man selbst Entscheiden.

    Manchmal hilft es auch sich einfach so gut wie möglich abzulenken und die Angst zu verdrängen . Jeder entwickelt so seine

    Art damit um zugehen, manchmal ist es auch der Partner oder eine gute Freundin die Dich immer wieder aus dem Angsttal zieht.

    Auf jeden Fall hilft es so gpositiv wie möglich damit um zugehen und fest drauf vertrauen , Du besiegst dieses Untier .

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, so wie einen fähigen Onkologen . Wenn Du über alles gründlich aufgeklärt bist wird Du ruhiger.

    Sei ganz fest umärmelt :hug:Pinki

  • Liebe Nicki1982

    Doch ich lese selten von Frauen, die nur einmal die Diagnose Krebs erhalten.

    das liegt daran, dass diese Frauen zurück im Alltag sind und nicht mehr ständig über Krebs reden oder Schreiben. Viele waren auch erkrankt, als es solche Foren wie dieses hier noch gar nicht gab, von denen hört man logischerweise auch nichts. Nur aus meinem Umfeld: die Schwiegermutte meiner besten Freundin hatte vor 30 Jahren Brustkrebs, hat damals die Chemo abgelehnt und wird jetzt 94. Eine andere Freundin hatte den Krebs jung (unter 40), das ist 12 Jahre her, es geht ihr gut. Eine Kundin sagte mir, dass sie vor 20 Jahren operiert wurde und seitdem nichts wieder aufgetreten ist...

    Denk immer nur an den nächsten Schritt - bevor die Behandlungen anfangen, ist es am wichtigsten, dass du alles tust, um möglichst fit in die Therapie zu gehen. Hol dir einen Termin beim Psychoonkologen, die können helfen.

  • Tiscali , Pinki so habe ich noch gar nicht gedacht.

    Danke das du mir die Augen öffnest.

    Irgendwie drehen sich meine Gedanken immer und ich bin wie ferngesteuert.

    Aber ich muss meine Diagnose erstmal verarbeiten. Ist ja erst 4 Wochen her.

    Ich muss an mir arbeiten, dass ich nicht auf alle die gesund sind eine Riesen Wut bekomme.

    Ich finde es einfach ungerecht, das Menschen, die jahrelang ihren Körper ausmerzen, mit Drogen, Alkohol oder sonstigem Zeug gesund bleiben und steinalt werden.

    Selber macht man Sport, ernährt sich gesund, pflegt die Grosseltern, man ist einfach ein guter Mensch. Und zack bumm....Krebs mit 37 Jahren.

    Das ist einfach ungerecht. Ich hoffe ich kann bald anders darüber denken ja meine Krankheit annehmen. Derzeit kann ich das noch nicht.:(

  • Nicki1982 diese Wut haben wir wahrscheinlich alle immer mal... andererseits... jeder zweite erkrankt irgendwann im Laufe seine Lebens an Krebs. Jede 7. Frau bekommt Brustkrebs... manchmal hab ich mich dabei ertappt, wie ich auf der Straße gezählt habe, immer von 1-7..... diese Krankheit verändert uns auf eine ganz andere Weise, als andere Krankheiten, weil sie uns keine Chance gibt, ihr auszuweichen...

  • Krebs entscheidet nicht zwischen gutem und schlechten Mensch (Drogen - und Alkoholabhängige sind aber weder schlecht, noch Gesund). So ist das nunmal und solche Gedanken habe ich auch nie gehabt. Ich als religiöser Mensch war auch nie ärgerlich auf Gott oder mein Schicksal. Ich bin nur ein Jahr jünger als du, ich kann dich verstehen. Und ich will dir jetzt einfach mal Hoffnung machen. Die Schockstarre in der du dich befindest, wird vorbei gehen. Du wirst wieder essen und trinken und auch wieder lachen und fröhlich sein. Das geht sogar, wenn man wie ich einen Figo 4 Krebs hat. Dein Leben ist nicht vorbei, du bist ein Mensch und keine Statistik. Und in einem Forum wie diesem tummeln sich eben die Frauen, die gerade im "Krebs Land" angekommen sind, oder aus diesem nicht ausreisen können. Da draußen laufen tausende Frauen und Männer herum, die die schlimmsten Diagnosen erhalten, für verloren erklärt wurden und trotzdem leben.

    Meine Worte mögen dich gerade vielleicht nicht erreichen, vielleicht tun sie das aber noch.


    Du lebst noch, das wird auch so bleiben.


    LG

  • Sonne69

    Das freut mich. ❤ Wir als Erkrankte sehen durch unseren Filter oft nur das Negative, sehr schlechte Verläufe und diese Ängste werden noch durch Dr. Google und Ärzte "Statistisch gesehen...." befeuert. Dabei müssen wir nur die Augen aufmachen und die FAKTEN anerkennen. Ja, Krebs ist extrem gefährlich und sehr viele Menschen sterben daran. Die andere statistische Wahrheit ist aber genau so Fakt. Es überleben auch genug Menschen, auch mit wildesten und härtesten Verläufen.


    Warum nehmen wir uns nicht das Recht und die Hoffnung zu letzten zu gehören?

  • Liebe Wearetwd


    Sicher ist der erste Schock riesig u jede von uns geht damit anders um. Ich bin froh, hier in diesem Forum auch so viele verschiedene Ansichten zu erfahren, wie ich mit der Angst umgehe.

    Ich bin nach der ED Ende Juni 2019 u auch "Dank google" in ein ganz tiefes Loch gefallen u da aber ganz schnell wieder rausgekrabbelt, weil ich leben will u alles tun möchte, um mit ärztlicher u meiner Hilfe meinem TN Tumor nicht die Chance geben möchte, sich in meinem Körper "Freunde" zu suchen oder sich auszubreiten. Wenn es dazu kommen sollte, haben die Ärzte immer Plan B, C usw in ihrer Wundertüte.

    Die Angst ist für mich kein guter Ratgeber mehr, sondern die Zuversicht, Kraft und Stärke, die wir in uns haben u die uns hilft, diese großen körperlichen u seelischen Strapazen zu überstehen.


    Glg 😊🍀☀️

  • Liebe Nicki1982 ,

    liebe Sonne69 ,

    liebe Wearetwd ,

    liebe Tiscali ,


    vor der Krebsdiagnose war ich fest davon überzeugt und sogar absolut sicher, dass ich niemals Krebs bekommen würde, warum auch immer. Wenn ich von anderen mit Krebserkrankung gehört habe: die anderen kriegen das, ich ja nicht.

    Bis es mich erwischt hat. Die Ängste, die damals hochgekommen sind, sind nie ganz weggegangen. Früher habe ich bei Krankheitssymptomen immer gedacht, das geht schon wieder weg. Jetzt horche ich gleich ganz anders in meinen Körper hinein, denke darüber nach, was die Symptome bedeuten könnten, google gleich alles und beobachtet mich viel mehr als vor meiner Krebsdiagnose.

    Ich denke, jede von uns hat Angst vor einem Rezidiv (es wäre fast schon unnormal, wenn das nicht so wäre), aber man lernt mit der Zeit, damit umzugehen, und manchmal vergisst man auch die Angst für einen längeren Zeitraum, auf jeden Fall verliert sie an Intensität.


    Viele Grüße Lupine

  • Liebe Nicki1982 ,

    Zuerst mal finde ich, dass Du viel zu jung für diese blöde Krankheit bist!


    Ich war überzeugt, dass ich nie im Leben Krebs bekomme. In meiner Familie gibt es keinen Krebs, meine Großmütter sind sehr alt geworden. Meine Mutter und meine Tanten sind alle über 85 Jahre. Ich habe auch kein gesundheitliches Risiko und trotzdem bin ich an Krebs erkrankt. Ich finde es ist einfach Schicksal, wie wenn man im Straßenverkehr einen schweren Unfall hat. Leider kann uns so etwas jederzeit erwischen und dann darf frau auch wütend, traurig und ängstlich sein. Aber dann, nach einer gewissen Zeit, versuche wieder aufzustehen, möglicherweise mit psychischer Hilfe (gibt’s sicher in jeder Stadt oder frag im KH nach) und nimm dein Schicksal an. Geh Schritt für Schritt vorwärts, das hat mir geholfen. Zur Zeit dreht sich bei mir auch alles nur um die Krankheit, aber ich bin überzeugt, dass auch wieder bessere Zeiten kommen.

    Ich wünsche Dir gute Ärzte, Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis und vorallem Mut und Zuversicht, dann schaffst du das! Davon bin ich überzeugt.

    LG Doris

  • Liebe Ichmussesschaffen

    Oh ja, wir alle sitzen im selben Boot leider.

    Aber ich finde es beruhigend zu wissen, dass an nicht alleine ist. Wir schaffen das bestimmt, mit allen Höhen und Tiefen die dazu gehören.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, lass mal von dir hören, bin jederzeit da wenn du was brauchst, oder dich einfach mal auskotzen möchtest!!!

  • Ichmussesschaffen


    Es wird immer schlechte Tage geben, doch es werden noch viel mehr gute Tage kommen!

    Jetzt kämpfen wir erstmal und vertreiben dieses Mistvieh von 🦀

    Ich muss auch noch lernen damit umzugehen.

    Ich habe am Dienstag eine 2.OP und bekomme eine Drainage gelegt weil sich bei meiner Narbe von der Lymphknotenentfernung immer wieder Flüssigkeit sammelt.

    Nächste Woche wird dann mit dem Tamoxifen gestartet und dann Bestrahlungen.

    Ich habe gottseidank keine Chemo.

    Ich hoffe du hast einen guten Arzt und familiären Rückhalt.

    Es ist extrem wichtig mit jemanden reden und weinen und lachen zu können!!!!

  • Nicki1982

    Hier im Forum und auch in Selbsthilfegruppen sind mehr erkrankte Frauen, oder Frauen,die in der Nachkontrolle sind.Die geheilten Frauen, die leben ihr normales Leben häufig "ausserhalb" weiter und wollen irgendwie nichts mehr von der Diagnose hören.Ich kenne das von meinen beiden Tanten.Sie wollen diese Zeit vergessen.Meine eine Tante ist 1995 erkrankt,die andere 1996.Sie haben 5 Jahre Tamoxifen genommen und sind geheilt...nach 23 und 24 Jahren kann man das sagen.Aber sie sind nirgendwo,weder in Foren,noch in ner Selbsthilfegruppe,weil sie die Erkrankung hinter sich gelassen haben.Ich bin hier auch geschockt,weil soviele Negativbeispiele hier zu lesen sind.Das deckt sich nicht mit den Aussagen der Klinikärzte,die von 87-95 prozentiger Heilungsrate sprechen.Heute riet man mir in der Klinik,nicht mehr ins Internet zu gehen,weder googeln, noch Foren,noch Selbsthilfegruppen...sondern bei Fragen die Ärtzte oder speziellen Onkologen zu fragen. Und bei Problemen soll ich mich an die Klinik wenden.Oft ist es in Selbsthilfegruppen auch so,das alle Frauen in irgendeiner Krise stecken,da zieht man sich gegenseitig runter.Deshalb bin ich in keiner drin.Wenn es eine psychologisch angeleitete Gruppentherapie gäbe,würde ich auf jeden Fall hingehen.Das sollte aufbauen,nicht runterziehen.Schade,das die Statistiken nicht von geheilten Frauen sprechen,sondern von den Erkrankten oder schlimmer.Die Statistiken sind auch ungenau.Die 5 und 10 Jahres-Überlebensstatistiken sind auch ungenau.Sie zeigen an,wer von der Studiengruppe noch lebt.Experten sagen aber, die Erfolgsquote wäre höher,wenn die Herzinfarkt, Diabetes,oder anderen Todesfälle aus der Statistik rausfallen würden.

  • Doch, es gibt hier einige, bei denen die ED schon länger her ist, die aber nicht mehr so oft schreiben.

    Ich hatte erst Brustkrebs, im selben Jahr Gebärmutterhalskrebs und zwei Jahre später ein Lokalrezidiv in der Brust.

    Hat mich schon runtergehen. Da ich aber keine Metastasen hatte, ist nach der OP die Uhr wieder auf Null gestellt, meine Nachsorge mit Mammo und US okay, also lebe ich.

    Ich möchte mich dem Krebs nicht ausliefern, gehöre auch zu den Leuten, die sich mehrere Meinungen holen, damit ich das Gefühl habe, ein wenig mitentscheiden zu können.

    Mein Leben hat sich insofern verändert, dass mich bestimmte Dinge nicht mehr aufregen, ich bin in vielen Dingen gelassener geworden, habe in meinem Bekanntenkreis aufgeräumt, neue Freunde getroffen, zwei gute Freundinnen dazugewonnen, die auch Brustkrebs haben, mit denen ich mich anders als mit Gesunden austauschen kann, aber wir haben auch viel Spaß.

    Der Krebs gehört zu mir, wie der Diabetes zu meiner Kollegin.

    Ich bibbere bei der Nachsorge, aber ansonsten genieße ich mein Leben.

  • Hallo zusammen, hab auch seit 4 Wochen die Diagnose mamma ca und meine erste Chemo war am Montag. Und ich fühle mich so elend. Hab auch so furchtbare Gedanken und keinen Lebensmut. Laut meiner Homöopathin kommen diese Gedanken durch die Chemo. Die wirft auch im Hirn alles durcheinander. Ich versuche immer wieder eine positive Einstellung zur Chemo zu bekommen, aber es fällt mir schwer.