Gebärmutterkrebs - Total-OP und Folgen

  • Leider ist die Nadel rausgerutscht und sie haben nur 300 ml abgezogen. Vermutlich ist genauso viel Wasser drin, wie auf der anderen Seite. Heute nochmal stechen wäre zu riskant. Naja und der Schwamm würde gewechselt.


    Ich durfte dabei sein. Das war irgendwie beruhigend. Die Brachy wird natürlich erstmal ausgesetzt. Das Wichtigste ist jetzt erstmal, dass die Naht in der Scheide heilt. Das ist momentan noch wichtiger, als der Bauch, sagt die Ärztin. Seit heute morgen 6 Uhr bis jetzt sind nochmal mindestens 600ml Lymphflüssigkeit aus der Drainage geflossen.

  • Hallo!


    Ich bin entsetzt über das, was ich hier gelesen habe. Ich habe ganz andere- sehr positive Erfahrungen gemacht- als Kassenpatientin in einem Wiener Städtischen Spital.


    Mir wurde- auf eigenes Drängen, denn mehrere Gynäkologen fanden keinen Grund für die gelegentlichne leichten Schmierblutungen- Anfang September Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernt- problemlos vaginal und Laparoskopie- assistiert ( 3 kleine Schnitte). Ich war am nächsten Tag schon munter unterwegs und wurde nach 5 Tagen entlassen. Als die Ärzte den Entlassungsbrief schreiben wollten, kam der histologische Befund- seröses Endometriumcarcinom G3. Am nächsten Tag war das wöchentliche Tumorboard, in dem das weitere Vorgehen- Lymphknotenentfernung in einigen Wochen und Durchuntersuchung- beschlossen wurde, was ich zwei Tage später in der Gyn. Ambulanz erfuhr. Da hatte man mir schon die Termine gemacht für Cystoskopie, CT, MR und Vorbesprechung der Coloskopie und ich konnte alles innerhalb weniger Tage ambulant absolvieren. Die Lymphknotenentfernung war Anfang November. 3 von 17 waren befallen. Es war eine große Bauch-OP mit Schnitt vom Nabel abwärts und 2 Drainagen, die erst nach 11 bzw. 12 Tagen entfernt werden konnten, weshalb ich 13 Tage im Krankenhaus war. Die Blasenkatheter wurden übrigens am Abend des OP-tages (Hysterektomie) bzw. am 1. postoperativen Tag entfernt und ich lief dann - noch etwas gebremst- auf der Station herum.


    Das Tumorboard sprach sich für eine simultane Strahlen-Chemotherapie aus, die Besprechungstermine machten gleich die Gynäkologen für mich aus. Inzwischen habe ich mit der Bestrahlung (von außen) begonnen und die erste Chemotherapie hinter mich gebracht. Der Port wurde am selben Tag gelegt, netterweise unter Sedierung.


    Ich kann jederzeit auf der Onkologischen Abteilung anrufen ( in Österreich gibt es kaum niedergelassene Onkologen und die Chemo läuft entweder stationär oder in Tageskliniken, die vom Spital betrieben werden). Einmal in der Woche wird die Haut routinemäßig von einer Spezial-Krankenschwester in der Strahlentherapie kontrolliert, sie steht ebenfalls jederzeit bei Problemen zur Verfügung, ebenso wie die Ärzte. Um die Termine für die zuletzt folgende Brachytherapie, die in einem anderen Krankenhaus stattfindet, wird sich die Radionkologin kümmern.


    Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Onkologie in einem älteren Pavillon untergebracht ist und - wegen des neuen Tumorschwerpunkts- die Zimmer nicht mehr umgebaut werden. Es gibt noch 4-6-Bett-Zimmer. Auf der Gynäkologie im neuen OP- Zentrum waren es nur 1- und2-Bettzimmer (auch für Kassenpatienten).


    Übrigens schaute die Psychologin der Onkologie spontan bei mir vorbei, um sich vorzustellen, und hinterließ ihre Telefonnummer. Auf der Radioonkologie gibt es eine weitere Psychologin, mit der man Kontakt aufnehmen kann.


    Ich hoffe, dass es bei der Mutter von Nini78 keine weiteren Komplikationen gibt.

  • Hallo zusammen.


    Ich wollte mal kurz einen kleinen Zwischenbericht von meiner Mama geben.


    Mittlerweile hat sie nach ein paar Komplikationen (wie sollte es auch anders sein) ihren Port. Sie bekommt jetzt nach jeder Chemo Neulasta gespritzt und die Chemo wurde reduziert. Seitdem gab es bis jetzt keine Probleme mehr mit den Leukos. 3 von 6 Zyklen Pacli/Carbo hat sie jetzt hinter sich. Die 2. hat sie ohne weitere Probleme überstanden. Die dritte Chemo war am 13.01. und seitdem sind die Thrombozyten im Keller von 52 runter aud 47 dann wieder rauf aud 68. Wir waren jetzt 14 Tage lang jeden zweiten Tag beim Hausarzt zur Blutabnahme um am nächsten Tag auf den Anruf aus der Klinik zu warten. Letzten Samstag mussten wir sogar nach Essen in die Klinik zur Blutabnahme. Montag sollte die vierte Chemo sein, die wurde erstmal um eine Woche verschoben.


    Das nervt gewaltig, aber wem erzähl ich das. Laut Blutbild von gestern sind die Thrombozyten jetzt bei 115 und Hämoglobin bei 8,8 (davon war bis jetzt noch nie die Rede). Da wir sonst nie ein Blutbild zu Gesicht bekommen weiß ich nicht, wie das Hämoglobin die letzten Male war. Jetzt haben wir morgen den letzten Termin zur Blutabnahme vor der möglichen Chemo am kommenden Montag und sorgen uns, dass sie nochmal verschoben werden muss.


    Zu niedrigen Thrombozyten findet man hier im Forum leider auch sehr wenig. Ein bisschen Angst habe ich auch, dass sie die Chemo jetzt vielleicht ganz abbrechen, da sie ja schon eine Reduzierte bekommt.


    Ansonsten geht es ihr ganz gut. Sie ist seit Mitte Dezember Zuhause. Der Bauch ist immer noch offen, aber das Loch ist schon viel kleiner und wird täglich von ihr selbst versorgt. Die Chemo steckt sie so ganz gut weg. Die erste Woche hat sie immer "schwere Beine", wie sie sagt. Manchmal ist ihr flau im Magen, aber das war es auch schon. Nur die Blutwerte spinnen, aber das bemerkt sie nicht. Meiner Meinung nach ist sie fitter, als vor dieser ganzen Geschichte.


    Was mir überhaupt nicht gefällt, sind die ganzen Abläufe auf der onkologischen Station. Einen Arzt bekommt man nie zu Gesicht. Nur, wenn man ganz dringend darum bittet kann man Glück haben. Wir haben seit 7 Wochen keinen gesehen. Auch nicht während der Chemo. Und wenn man Sorgen oder Fragen hat, erreicht man nach 16 Uhr Keinen mehr. Was auch sonst eher schwer ist. Man fühlt sich sehr alleine gelassen.


    Naja, das war's erstmal. Wir warten jetzt mal die Werte von morgen ab und hoffen, dass die Chemo am Montag stattfindet.


    LG Nini