Aufkommende Panik

  • Hallo meine Lieben, ich weiss heute nicht wohin mit mir. Kennt ihr das, es geht euch Tage gut, man verdrängt es, weil es fehlt einem Augenblicklich nichts. Doch dann kommt die Angst, unverhofft.Panik. ich habe die op hinter mir, nun nächste Woche Gespräch für Bestrahlung und mir wird so bewusst das es nie wieder gut wird. Es wird nie wieder wie vorher. Diese Unbeschwertheit ist weg. Ja ich geniesse vielleicht auch intensiver, aber ich bin auch trauriger. Ängstlicher.

    Versteht ihr das?

    Sorry fürs jammern, ich weiss einige sind schlimmer dran, aber ich weiss heute nicht wohin mit mir. Meine Kinder verdrängen es. Ich will dich einfach nur für sie da sein😢😭

  • Liebe Hexchen , ja, wahrscheinlich kennen wir das alle. Ich habe dein tolles Testergebnis gelesen und nun schau erstmal ganz fest darauf. Du wirst den Mietnomaden raus schmeißen und das ganz ohne Chemo. Du brauchst jetzt Zeit, das Ganze zu verkraften und das ist völlig normal. Vor der Bestrahlung hatte ich fast mehr Angst als vor der Chemo, aber wahrscheinlich wirst auch du die wie so viele gut rocken. Nach dem 3. Mal hast du raus, wie es läuft und dann rechnet es sich zügig runter.


    Nein, es wird nie wieder so unbeschwert aber es muss auch nicht so bleiben wie es jetzt ist. Es wird sich immer mal das Gefühl einschleichen, dass du doch auch irgendwie noch Glück gehabt hast. Bei mir ist das oft beim Essen so, wenn es ganz lecker schmeckt.


    Und dann hoffst du ganz stark, dass es dir weiter gut gehen wird. Dauerhaf. Und ich bin sicher, dass du alles dafür tun wirst, was möglich ist.


    Du wirst für deine Kinder da sein, bestimmt.


    Ich erzähle nochmal von meiner Freundin, die vor mehr als 17 Jahren BK mit einer Fernmetastase im Knochen hatte und der es heute gut ziemlich geht. Sie hat etwas Probleme mit einem Lymphödem, mehr eigentlich nicht. Allerdings ist auch sie nicht ganz Angst frei. Aber es ist für sie gut auszuhalten.


    Du hältst diese Bestrahlung durch und dann kannst du ganz nach vorne schauen.


    Alles Gute für dich


    LG Sonnenglanz

  • Sonnenglanz danke ;(deine Zeilen tun gut. Ich fügte mich verstanden. Von euch und ja du hast Recht, ich habe vor der Bestrahlung richtig Angst :hot: ich weiss was du meinst - mit dem Glück gehabt . Aber es ist und bleibt unberechenbar , denn es ist Krebs.


    Es hilft mir ungemein das wir hier Urheberrechte alle wissen wie es dem anderen geht. Mein Umfeld versteht es nicht- ich fühle mich belächelt. So nach dem Motto "stell dich nicht so an".

  • Liebe Hexchen , ja, es ist und bleibt eine sehr unschöne Krankheit und du sollst dich ordentlich haben, denn verdrängen nützt nix. Du hast alles Recht der Welt, deiner Angst Ausdruck zu verleihen. Und die Seele ist auch ganz verunsichert.


    Neeee, dieses 'Glück' meinte ich nicht als 'Glück', sondern die guten Chancen bei immer noch mega großem Käse. Ich fühle mich ja auch eher zu den 'das hätte noch schlimmer kommen können' Gehörenden, aber letztendlich sind wir nicht sicher, was noch geschehen wird.


    Trotzdem hoffe ich sehr, dass auch für dich wieder mehr Normalität kommen wird und das möglichst bald. Für mich ist es inzwischen - 10 Monate nach Therapieende - etwas leichter geworden, aber die Angst wird uns leider nicht mehr ganz verlassen. Im Urlaub hatte ich öfter Tränen in den Augen, weil ich dachte, nie mehr werd ich denken, dass eine so schöne Zeit selbstverständlich ist. Und ich habe mir das Unbeschwerte auch zurück gewünscht.


    Du wirst es durch stehen und sehen, wie es besser werden wird, nur leider nie mehr ganz gut. Aber hoffentlich doch dauerhaft gesund.


    :hug::hug:


    LG Sonnenglanz

  • Liebes Hexchen , mir ging es wie dir. Nach dem Ende der Chemo und zu den Bestrahlungen hat sich auch bei mir Angst und Panik eingestellt. Gerade weil man bei der Chemo so intensiv betreut wird und man auch das Gefühl hat, die Chemo macht alles platt. Danach fällt man in ein Loch. Ich fand die Zeit der Bestrahlungen besonders schwer, manchmal sogar schwerer als die Chemo. Aussdem hat man am Ende der Chemo auch einfach mit der seelischen Fatigue zu kämpfen. Alles in Allem - du bist ganz normal in deinem Empfinden. Die Angst lässt einen nicht mehr wirklich los aber es wird besser mit der Zeit, ehrlich.


    Ich wünsche dir dass du bald wieder seelisch zu Kräften kommst. Aber sei nicht zu hart mit dir. Du hast schon viel durchgemacht :hug:

  • Liebes Hexchen , ich verstehe dich sehr gut, denn mir geht es ähnlich. Als ich in der Diagnosefindung war, habe ich immer nur bis zur nächsten Untersuchung/Visite/Gespräch gedacht und bin ansonsten sehr sachlich und total verkopft mit dem Thema umgegangen. Mir hat das in der Zeit und während der Chemo geholfen. Doch irgendwann später nach der Chemo habe ich eine Heidenangst bekommen...vor dem nächsten Untersuchungsergebnis, vor dem weiteren Krankheitsverlauf, vor der Zukunft, vor einem Fortschreiten der Erkrankung. Ich denke, das ist normal. Mittlerweile kann ich den Krebs tagelang ausblenden, das ist richtig schön. Doch letztlich hat sich mein Leben dauerhaft geändert, und ich glaube nicht, daß es wieder so wird, wie es einmal war. Es bleiben Ängste, da bin ich ganz sicher, damit muss ich leben, müssen wir leben. Doch ich habe auch einen anderen Blick auf das Leben bekommen. Klingt vielleicht hochtrabend, ist aber nicht so gemeint. Was ich sagen will ist, ich kann viel mehr genießen, freue mich viel mehr über Dinge wie ein gutes Gespräch, ein

    Treffen mit Freunden, schöne Unternehmungen, meinen Hund, eine Blume, darüber, daß meine 90-jährige Mutter so fit ist und wir noch viel unternehmen können uvm. Diese Dinge hatte ich auch vor meiner Diagnose, doch jetzt sind sie für mich nicht mehr selbstverständlich sondern kostbar. Das ist eine neue Qualität in meinem Leben. Allerdings hätte ich trotzdem lieber auf den Mistkerl verzichtet!;)

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Hexchen ,auch mir ging es wie Dir.. Bin wunderbar mit erhobenem Haupt durch die Therapien gegangen und dann in den Bestrahlung... 🙄oh mein Gott, jetzt sind die Behandlungen durch und mir bleibt nur abwarten und hoffen das der Mistkerl nicht wieder kommt.

    Ich habe mit etlichen Leuten gesprochen, psychoonkologen, Ärzten, meiner Heilprakterin...alles sagten das Gleiche

    Es ist nicht unüblich, das der Einbruch, die negativen Gedanken erst zum Ende oder nach Ende der Behandlungen kommen.

    Es gibt Frauen, die brechen bei der Diagnose zusammen und welche erst nach den Behandlungen.

    Ich gehöre auch zur Fraktion der zweiten Sorte...ab Diagnose völlig fokussiert auf die Therapie und danach der Einbruch 😞

    Und Du hast Recht, auch mein Umfeld kann es nicht richtig verstehen...sie verstehen nicht, das auch bei 90% ein Rest von 10% bleibt, das eine diese Erkrankung und die Behandlungen prägen.. unabhängig ob man Chemo hätte oder nicht.

    Verstehen können es nur Frauen, die es mitgemacht haben.

    Ich für meinen Teil habe Frauen gefunden (kennengelernt in der Therapie) mit den ich sprechen kann wenn es mir nicht gut geht und umgekehrt, oder hier im Forum...

    Daheim werde ich es auf ein minimum reduzieren🍀

    Lass Deine Gedanken und Ängste zu

    Liebe Grüße Annett 🙏🤗

  • das meine ich , ich bin froh hier zu sein.

    Busenwunder , Annett1972 , Bonny und Frieda  :hug::*

    Danke euch allen für eure Sicht, es tut gut zu wissen das man nicht allein und nicht verrückt ist.

    Ja, man genießt mehr, aber man hat das unbeschwerte aufstehen am Morgen verloren. Zwar ist man dankbar dafür aufzuwachen, aber eben nicht mehr unbeschwert. 😥

    Meine Umgebung will fast nichts hören- gestern als im TV die Politikerin ihre Diagnose mitteilte, ich fing an zu weinen. Aber meine Kinder verstanden nicht warum , keiner versteht es.... ihr wahrscheinlich schon.

    Ich drück euch ganz lieb:*:hug: Und hoffe für uns alle das beste.