KalteTraene - Hallo

  • Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich bin neu hier und die Beiträge im Internet lassen die Adern gefrieren und den Puls rasen...Todesangst...was man liest,ist...jede 4. Frau verliert...

    Und wenn man die Chemo googelt, kommt raus, das diese Leukämie verursacht.Wenn man Brustkrebs überlebt,bekommt man Leukämie?Gruselig.Was ich daran nicht verstehe,das diese Chemotherapie auch ein Bestandteil der Leukämiebehandlung ist...eine Chemo gegen Leukämie verursacht also Leukämie?


    Aber mal von vorn.Ich war ahnungslos das 2.Mal beim Mammographie-Screening, dazu jedes Jahr zusätzlich beim Ultraschall ,da meine Tante Brust und meine Oma Eierstockkrebs hatten.Bis letztes Mal war der Befund einigermassen in Ordnung,das heisst polyzystische Mastopathie beidseits.

    Diesmal kam ein Brief vom Mammographiescreening,das Nachuntersuchungen nötig sind. Die Tastbefunde waren in Ordnung,keine Auffälligkeiten, keine typischen Brustkrebsanzeichen, Brust weich.Im Mammographie-und Ultraschallbefund sah es anders aus...also folgte die 1.Biopsie ..mit unklarem Befund, ..." Hoch verdächtig,aber nicht bewiesen" ...der Radiologe schickte mich ins Krankenhaus zur 2.Stanzbiopsie....die bestätigte den Verdacht auf Mamma Ca.

    Bald stand fest...Tumor ca.2 cm, hormonrezeptor-positiv, Her2 negativ, Staging Untersuchungen unauffällig und es konnte operiert werden.Die Ärzte rieten zur operativ-brusterhaltenden Operation.Das kam für mich auf Grund der familiären Vorgeschichte nicht in Frage.Ich bat um komplette Masektomie und ohne späteren Brustaufbau. Daraufhin bekam ich ein Gespräch mit der Psychoonkologin, die abklären sollte,ob das meine wirkliche Überzeugung ist und nicht eine Kurzschlussreaktion.

    Dann folgte die Masektomie( 3 Wächterlymphknoten frei ) und 2,5 Wochen später die Eierstockentfernung. Am Tag 21 begann die Chemotherapie ( 4 x EC und 12 x Paclitaxel ) Nächste Woche beginnt die 3.Chemo.


    Obwohl die Ärzte vor der Operation sagten,das ich vermutlich keine Chemotherapie brauche,sondern nur Tamoxifen, hat das Tumorbord nun doch die Chemotherapie entschieden.

    Warum? Vermutlich weil der Ki 67 bei 50 liegt.Und weil der Tumor statt 2,0 cm wie angenommen nun 2,2cm betrug.So zumindest die Aussage der einen Ärztin.

    Die Chemo scheint in dieser Kombination an unserer Klinik eine Standart-Chemotherapie zu sein,die bekommen fast alle, ....Her2 positive Patientinnen neoadjuvant und mit Antikörpern, Triple negative Patientinnen ebenfalls neoadjuvant und die hormonrezeptor-positiven Patientinnen adjuvant.Das scheint ne Breitband-Chemo zu sein, die für alle Typen passt.

    Aber dann liest man, das sie Leukämie verursachen soll...und die Angst kommt zurück....wer kennt sich da aus?Gibt es Statistiken oder sind das Einzelfälle?


    Andererseits soll ich Tamoxifen nehmen nach der Chemo,ist alt bewährt, haben 2 meiner Tanten genommen,aber das Anti-Hormon Präparat ist auch nicht ohne und steht im Verdacht,bei längerer Einnahme Gebärmutterkrebs zu verursachen,da sich die Schleimhaut immer zu hoch aufbaut.Dann doch gleich Gebärmutterentfernung,oder?Ist jemand hier im Forum,der Erfahrungen mit Tamoxifen hat?Wenn ja,wie habt Ihr es vertragen?



    Fakt ist, ist hab wahnsinnige Angst....Angstzustände nachts, kann kaum noch schlafen und wenn,dann Alpträume! Die Ärzte sagen, Brustkrebs ist gut behandelbar und verweisen auf gute Quoten.Aber im Internet steht das Gegenteil..Rückfälle,Todesfälle von "geheilten Patientinnen" wie beispielsweise die Moderatorin Miriam Pilhau und andere.Und wenn man weiter googelt...dann ist man von Brustkrebs nach 20 Jahren noch nicht mal geheilt,aber die Nachsorgeuntersuchungen enden nach 5 Jahren...ich hab einfach nur noch Angst...

  • Hallo und Willkommen @KalteTraene :)


    Ich glaube ein Teil deiner Angst kommt von den vielen ungenauen Infos die du da liest.


    -Chemos können andere Probleme / Krankheiten auslösen. Genau wie Impfungen, Infektionen, Op's und derlei. Risiken gibt es immer und überall.

    -Da du deine Eierstöcke raus hast, kannst du auch Leztrozol nehmen. Oder Tamoxifen für 2-3 Jahre und dann Letrozol. Ich habe noch nicht gelesen, dass Tamoxifen für Gebärmutterkrebs verantwortlich ist, aber die Schleimhaut baut sich tatsächlich auf.


    Nachsorgeuntersuchungen hast du quasi dein Leben lang, du gehst ja weiter in die jährliche ab einem gewissen Zeitpunkt.

    Warum du Chemo bekommen hast, war vielleicht ein Grenzfall, aber KI 50 ist schon höher, da wirkt die Chemo auch gut.


    Und ja, jeder mit einer Krrebserkrankung lebt mit dem Risiko, dass es irgendwann wieder ausbricht, das tut es aber nicht bei jedem. Jede 4te Frau die betroffen ist verliert nicht den Kampf, sondern erkrankt eventuell wieder. Das ist schon ein Unterschied.


    Tv Damen werden da herausgepickt und groß produziert. Es gibt auch tausend andere Tv Damen die Krebs bislang überstanden haben, nur gibt es da ja keine große Story zu erzählen.


    Möglicherweise brauchst du aber auch einen Gesprächspartner mit dem du diese Ängste besprichst. Durch die Entnahme von den Eierstöcken kann auch dein Hormonhaushalt ins Chaos gestürzt worden sein, vielleicht mitunter ein Auslöser für Ängste.


    Aber es ist auch natürlich Angst zu haben vor einer Krankheit bei der man nie weiß wie es weitergeht. Ich denke Krebs ist mitunter ein psychisches Problem, man muss lernen mit der Ungewissheit zu leben. Diese Ungewissheit ist eigentlich bei jedem Leben mit dabei, aber man ist ihr nicht bewusst. Nach Krebs lebt sie Seite an Seite mit einem.

  • Hallo Vael,

    danke für Deine Antwort. Ja es war vielleicht ein Grenzfall mit der Chemo, ich hatte im Vorfeld auch gesagt,das es mir lieber wäre eine zu bekommen,weil ich mich sonst nicht sicher gefühlt hätte. Da ich genau aus diesem Grund die Masektomie wollte,denke ich auch, das die Ärzte wegen dem Ki 67 auf Nummer sicher gehen wollten,damit die Masektomie auch Sinn macht ( sie wäre nicht nötig gewesen,sondern auf meinen Wunsch hin)

    Wie auch immer,nun mach ich die Chemo und muss sie auch durchhalten,immerhin soll sie ja helfen. Die Chemo-Ärztin meinte auch, bei zu niedrigem Ki 67 profitieren manche Patientinnen nicht von der Chemo,da schlägt sie nicht gut anndeshalb erspart man sie ihnen.Und das es bei Werten über 30 sehr wirkungsvoll ist. Dann macht es Sinn, durchzuhalten.


    Seit die Eierstöcke raus sind ,geht es mir psychisch viel besser.Vorher war es anders, 14 Jahre lang aller 3 Monate Ultraschall und CA 125-Tests,immer wieder Zysten am Eierstock,die kontrollbedürftig waren, auffällige MRT Untersuchungen, mit viel Angst verbunden,weil ja meine Oma an Eierstockkrebs gestorben ist. Nun ist das pathologische Ergebnis da.Die Zysten an den Eierstöcken waren gutartig,das ist eine Sorge weniger.Bin froh,das die OP noch vor der Chemo war.So habe ich den Kopf frei für die Chemo.Mein Gentest für familiären Brustkrebs wurde gemacht,das Ergebnis dauert aber Monate...


    Ich gebe Dir Recht,das es auch andere TV -Damen gibt,denen es heute gut geht....und ja, darüber wird nicht berichtet,obwohl das vielen Betroffenen Mut machen würde.

  • Hallo Vael, wir hatten ja schon im Forum "Lobulärer Brustkrebs" miteinander zu tun. Eigentlich passe ich auch eher hierhin, weil die Angst ja mein großes Problem ist. Im Moment frage ich mich gerade, warum ich mich durch die Chemo quälen soll (ich schlafe nachts fast gar nicht mehr), wenn bei einem niedrigen Ki diese wahrscheinlich sowieso nichts bringt. Du hast ja auch die dosisdichte gemacht und hattest auch befallene Lymphknoten. Wie hoch war Dein Ki?

  • Hallo Charlotta,

    sorry...aber ich sagte nur,bei niedrigem Ki 67 schlägt die Chemo nicht so gut an, das heisst nicht,das sie gar nicht anschlägt.Da Deine Hormonrezeptorwerte für Östrogen und Progesteron sehr niedrig sind, wird vermutlich auch Tamoxifen nicht allein das Mittel der Wahl sein.Ich denke,deshalb schlagen Dir die Ärzte die Chemo vor. Aber wenn Du zu Deiner Chemo Fragen hast, stelle sie während der Chemo dem Personal.Sie sind im Brustzentrum für alle Fragen offen.Ich werde auch bezüglich des Leukämierisikos nochmal nachfragen.Aber ich las gerade beim Krebsinformationsdienst,das das sehr seltene Fälle sind, das ist erstmal beruhigend.Bei sovielen Frauen,die diese Chemo bekommen,hätte man sonst sicher die Medikamenten-Cocktails umgestellt, um Leukämierkrankungen zu vermeiden.Die Studien, auf die ich mich bezog, betraf Frauen,die in den 90-iger Jahren Brustkrebs hatten.Welche Medikamente damals benutzt wurden,weiss ich nicht.

  • Hallo Kalte Träne,

    das Restrisiko für Leukämie ist auch unter diesen neuen Medikamenten vorhanden, aber das ist es gar nicht, was mich umtreibt. Die Chemo macht mir psychisch so zu schaffen, körperlich komme ich ganz gut damit klar. Übrigens habe ich gerade mein Profil korrigiert: Ich hatte nur "12" geschrieben, meine aber: 12/12, also 100% hormon-positiv. Anschließend bekomme ich Aromatasehemmer.

  • Liebe KalteTraene,


    herzlich willkommen in unserem netten Forum!


    Ich verstehe deine Bedenken zu Chemo und Tamoxifen, es ist immer ein Eingriff in das Gesamtsystem Körper, aber es sind zur Zeit sehr wichtige Mittel gegen den Krebs! Wenn dir eine Therapie suspekt vorkommt, dann lass dir den Nutzen von den Ärzten verständlich erklären.

    Zu Tamoxifen magst du vielleicht hier mal ein bisschen lesen?

    Ich wünsche dir bei uns einen guten Austausch und alles Gute für deine Chemo!

    Viele Grüße von
    Charis


    Mitglied des Moderatoren-Teams


  • Hallo Carlotta2 ich müßte nachschauen mit meinem KI ich glaube zwischen 35-40 oder so. ( ist ja schon ein Weilchen her bei mir :)


    Übrigens während Chemo hatte ich auch sehr große Probleme mit dem Schlafen. Unter Epirubicin war es glaube ich am Schlimmsten, alle 2 Stunden wach und Pinkeln gehen, mit Pacli konnte ich dann nicht mehr schlafen weil die Füße dick und heiß waren, also teilweise denke ich das kommt mitunter von der Chemo. Auch jetzt ( mit Letrozol) habe ich noch manchmal Probleme mit dem Schlafen, manche Nächte schlafe ich super ein, und schlafe durch, andere Nächte geht irgendwie alles schief.

  • Danke für Eure Antworten.Ich hab viel hier im Forum gelesen und merke,das ich mit meiner Angst nicht alleine bin.In der Familie habe ich Unterstützung durch 2 Tanten und eine Cousine,die auch Brustkrebs hatten.Aber in den Neunzigern waren die Behandlungsmethoden noch andere.Meine Tante meinte heute zu mir,das man diese Angst sein ganzes Leben behält,bei jeder neuen Untersuchung.Sie hat sie heute immer noch, auch nach 25 Jahren.Sie sagt, diese Diagnose,die sie damals bekam, das ist für sie so als wäre es gestern.Und sie hat immer noch diese Angst.

  • Ich denke auch, daß diese Angst bei den Kontrolluntersuchungen bleibt. Das ist nicht schön, doch letztlich ist es gut, daß wir engmaschig kontrolliert werden.

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Hallo @KalteTraene ,

    ja,diese Ängste werden uns leider bleiben.Ich hatte meine letzte Chemo 2017 und mir geht es mittlerweile ganz gut.

    Näheres steht in meinem Profil.

    Es wird aber mit der Zeit besser und ich denke nicht mehr täglich an den Krebs und dann vergesse ich auch mal,dass ich erkrankt war.Natürlich kommt immer wieder mal ein Tiefpunkt,dem ich aber nicht mehr soviel Bedeutung schenke.Ich lebe mein Leben wie vor dem Krebs alles andere kann ich nicht beeinflussen.Versuche einfach positiv zu denken.

    Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe dass Du Deine Ängste einigermaßen in den Griff bekommst:*

  • giecher71 ....die Angst begleitet mich täglich und manchmal ist sie so gross,das ich einfach nicht weiter weiss.Was in meiner Region fehlt und dringend nötig wäre,ist eine von Psychologen moderierte Brustkrebs-Gruppe.Aber leider existiert so eine Gruppe nicht.Am Tag der Chemo geht es immer,da hab ich das Gefühl,es geht vorwärts,aber dann lässt die Zuversicht wieder nach.

    Meine Zeiteinteilung hat sich geändert.Es gibt die Zeit vor der Diagnose und die Zeit danach.Mein Leben ist total aus den Fugen geraten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat gelöscht - Antwort auf #11

  • Hormonrezeptor-positiv....Her2 negativ....Eure Erfahrungen zu OP und Behandlung bitte



    Hallo Ihr,

    wer von Euch ist hormonrezeptor -positiv und welche Behandlungen habt Ihr bekommen?Wie sieht die Nachsorge aus?

    3 Mal editiert, zuletzt von Alecto () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Guten Morgen @KalteTraene , meine Diagnose ist jetzt knapp ein Jahr her. Ich habe alles gebucht. Chemo, OP , Bestrahlung und AHT. Das ist aber abhängig von der Tumorbiologie. Meine erste Nachsorge fand ich katastrophal bei meinem Gyn. Werde mich jetzt selbst um einiges kümmern, was ich wichtig finde.

    GLG

  • Guten Morgen liebe @KalteTraene , so pauschal kann man das nicht beantworten.

    Generell kann man sagen, das Hormonrezeptorpositiv und Her2 negativ eine durchaus günstige Prognose hat.

    Die Therapie und Behandlung hängen aber auch noch davon ab, wie hoch Dein KI-Wert ist, sind Lymphknoten befallen, welches Grading ( G1, G2 oder G3) ? ). Sicher ist, das Du 10 Jahre eine Antihormontherapie machen musst, vermutlich mit Tamoxifen, Bestrahlung steht auch auf dem Programm

    Mein Tumor war Hormonpositiv und Her2 negativ ( in meinem Profil stehts genau), ich hatte erst Chemo, dann OP, dann Bestrahlung. Jetzt nehme ich Tamoxifen.

    Therapieende war bei mir letztes Jahr am 30.11. Zur Nachsorge gehe ich alle 3 Monate, im Wechsel zu meiner Gyn ( Ultraschall oben und unten), und in meiner Klinik ( MRT, Ultraschall, Mammographie...je nachdem )

  • Liebe @KalteTraene ,

    laß Dich mal :hug:ich verstehe Dich wirklich,war ja bei mir nicht anders.Aber es wird mit der Zeit echt besser.Du bist ja noch mitten in der Therapie.Bei mir es es ja schön länger her.

    Schicke Dir eine Glückselfe zu🧚‍♀️die passt auf Dich auf

  • Liebe @KalteTraene ,

    da pflichte ich dir bei. Unser aller Leben ist mit der Diagnosestellung komplett aus den Fugen geraten. Und so wie vor der Diagnose wird es auch nie mehr, dafür ist das Erlebte und Durchlittene zu gravierend. Das Leben dannach ist ein anderes, was aber auch etwas Gutes haben kann.

    LG, Moni13

  • Hallo @KalteTraene, die offizielle Nachsorge sieht wohl tatsächlich nur eine bildgebende Untersuchung ( Mammographie und US) pro Jahr vor. Begründung ist, dass die Gefahr der Rezidive in den ersten Jahre eher klein (er) sei.

    War selber überrascht, hatte das ganz anders gelesen. Aber es kann sich ja jeder selber die Termine machen.

    Ich halte es wie Ronda : halbjährlich im Wechsel US und Mammographie. Dazwischen normale Krebsvorsorge bei der Gyn.

    Lg an Alle

  • Liebe @KalteTraene ,


    bitte schau dir doch mal ganz in Ruhe unsere verschiedenen Themenbereiche hier im Forum an, nutze auch gern die Suchfunktion.

    Du wirst zu deinen Fragen (OP, Antihormontherapie, Nachsorge...) viele bereits vorhandene Themen finden, wo du dich einklinken kannst.


    Viele Grüße

    Ally

  • Ich habe die gleichen Werte. Also Hormon positiv und Her negativ.

    Bin erst operiert worden. Dann sollte auf jeden Fall bestrahlung und AHT folgen. Derzeit warte ich auf das Ergebnis eines Gentests der dann hoffentlich Klarheit gibt ob vorher noch eine Chemo gemacht wird.

    Das liegt daran, dass zwei Lymphknoten befallen sind. Das haben sie Ber erst nach der OP festgestellt.