tiefer Ki-Wert aber HER2++

  • Guten Morgen in die Runde!

    ich habe eine Frage an Leute, die sich mit dem HER2 auskennen. das Herceptin (Antikörper-Therapie) gibt man ja im Moment zusammen mit Paclitaxel (Chemotherapie).


    Hat der Ki-Wert einen Einfluss darauf, wie gut das Herceptin wirkt? Da ich gelesen habe, dass Chemotherapie vor allem bei einem höheren Ki-Wert wirkt stelle ich mir gerade diese Frage.


    Bei mir war das so, dass ich eigentlich gar keine Chemotherapie hätte machen müssen, wäre da nicht HER2 dann doch knapp positiv gewesen. und weil man das nur mit Chemotherapie bekommt, habe ich noch Pacli dazubekommen. Im Nachhinein frage ich mich, ob das Herceptin mit meinem tiefen Ki-Wert von 7% überhaupt was bringt...


    Ich habe meine Chemotherapie hinter mir und mache nun alle 3 Wochen Herceptin Infusion. Meinen Onkologen sehe ich eigentlich nicht.. und seit er mich vor andern Patienten mich lächerlich gemacht hat, weil ich nach Fussreflexzonen-Massage gefragt habe gegen meine Neuropathien, habe ich eigentlich überhaupt keine Lust ihn zu fragen.


    Deswegen stelle ich Euch diese Frage....

    Wer kann mir helfen?


    Danke! Claudia

  • Liebe Nachtigall69

    zu deiner Frage kann ich als hormonelle BK-Kandidatin leider nichts Kluges beisteuern. (Da melden sich bestimmt andere Foris bei dir).

    Aber zu dem Onkologen, der dich vor versammelter Mannschaft lächerlich gemacht hat, muss ich jetzt was schreiben, sonst platze ich!! 😡 Wieder mal ein klassischer Fall von "Beruf verfehlt"! Bei einem Möbelschreiner mag das ja noch angehen, aber im Umgang mit Krebspatienten ist das übel! Wir wünschen dem Onkologen nichts Lebensbedrohliches, aber er soll in einer Situation, in der er sich schwach fühlt, auch mal an einen Berufsverfehler geraten!!!

    LG, Moni13

  • Liebe Nachtigall69 ,


    nun sind wir schon zwei, denn genau diese Frage interessiert mich auch brennend. Habe diese Frage auch dem Krebsinformationsdienst gestellt (per Mail, telef. kommt man da ja nicht durch), aber leider keine Antwort bekommen, die mir wirklich weiterhilft...:rolleyes:

    Bei mir wurde bei der Biopsie gleich festgestellt daß ich HER2 positiv bin. Habe noch alles vor mir, auch die Voruntersuchungen stehen noch aus und die Warterei macht einen fertig ;(

    Meine Diagnose: Her2 positiv, Hormonunabhängig (ca. 1cm), G2 links, Ki 67: 16%


    PS: bin ganz der Meinung von Moni13, denn wie dich der Onkologe behandelt hat, das lässt auch mir die Zornesröte ins Gesicht treiben :cursing:


    LG

    Frusti

  • Liebe Nachtigall69 Claudia

    die Chemo erreicht nur die Zellen, die sich gerade in Teilung (Ki-wert) befinden. Bei her2/neu positiv haben die Krebszellen eine zusätzliche Antenne. Herceptin belegt diese Antennen so dass die Krebszelle keine Wachsttumysignale mehr erhält. Im Vergleich zur Chemo erreicht Herceptin auch ruhende Zellen, die sich nicht teilen. Der Ki-Wert ist daher nicht relevant für den Antikörper Herceptin.


    Liebe Grüße Basti

  • Basti oh wenn das wirklich so ist, dann bin ich ja erleichtert... ich habe die Vermutung, dass ich die chemo bekommen habe, weil es anders im Moment nicht von Kasse bezahlt wird... danke dir herzlich für info!


    Frusti bei mir war das so, dass ich in Biopsie HER2 negativ war. also, alles paletti.. dachte ich (naja., wenn man so will... ) keine Chemo... ,.. ich bin 95% hormonabhängig .. resp. mein Krebs.. .. nach der Operation wurde mein Befundgespräch zwei mal verschoben, weil "die noch was gefunden haben.. ".. das war die schwierigste Zeit bis jetzt.. und: mein HER neu ist halt nach Dish-Test doch positiv.. ich war also schon operiert... deswegen kann man bei mir auch nicht kontrollieren, ob die Chemo und das Herceptin wirklich Wirkung hat... Bei Dir scheint es den "normalen" Weg zu gehen, zuerst Chemo (so hat man Kontrolle über Effektivität) dann op..


    ich weiss nicht, ob es andern auch so geht: ich habe Chemo und Bestrahlung hohen Hauptes alles gemacht, war positiv.. war aktiv mit andern Sachen.. und jetzt bin ich in ein Loch gefallen.. mit Neuropatien (nur wenig.. Taubheit an Zehen)... schlapp.. (die Bestrahlung hat mich ein paar Wochen nach Ende sehr müde gemacht)..

    das Endgespräch beim Onkologen habe ich schon geshabt (nach der 11. Pacli).. und er sagte halt: Neuropatien brauchen Zeit, ich könne ein wenig Igelbälle o.ä benutzen, aber man spürt schon, ob der Onkologe denkt, dass das wirklich was bringt oder nicht..


    bezüglich meinem Onkologen: leider wohne ich in einer eher unterentwickelten Gegend zblg. Onkologen.. man hat nicht so viel Auswahl.. obwohl ich mir überlege, mal einen Termin bei seinem Kollegen in der Praxis zu machen. (da ich ich eh alle 3 Wochen für Herceptin da bin)

    Moni13 danke für deine Zeilen... ich finde es auch total daneben. ich vermute er würde das natürlich nie zugeben, dass er mich lächerlich gemacht hat. er findet vermutlich eher, dass ich ihm nicht vertraue.. (weil ich- obwohl er gesagt hat, man könne nicht so viel tun dagegen- Wege suche, um trotzdem was gegen Neuropatiehn zu tun.. zb. Fussreflexzonenassage.. ) ... (werde übrigens nächste Woche eine Akkupunkur machen .. mal schauen)


    aber sein Tonfall.. und auch seine Art zu reden (während er redet tippt er noch was andres ein in den computer).. hat mir wirklich genügt! ich bin heulend aus der Praxis raus..


    deswegen habe ich eigentlich keine Lust mehr, diesen Menschen noch einmal zu sehen.. geschweige denn etwas zu fragen (man ist ja dann in der schwachen Position) wo er dann sagen kann: "ich habe Ihnen doch schon alles erklärt".. denn aus seiner Sicht bin ich ja ein easy Fall, nicht Palliativ, und die Chemo ist vorbei.. (ich verstehe schon, dass er ganz andere Fälle hat, wo es viel ernster um Leben und Tod geht.. !).. trotzdem finde ich auch, habe ich nur einen Onkologen verdient, der mich ernst nimmt..

  • Liebe Nachtigall69 ,


    das ist bei dir wirklich alles blöde gelaufen, vor allem, daß man nun nicht mehr kontrollieren kann, ob die Antikörper auch wirken.:(

    Ja, bei mir wird es dann den normalen Weg gehen, zuerst die Chemo und Antikörper und dann die OP.

    Und die Überlegung, daß du einen Termin mit einem anderen Onkologen (wenn auch die gleiche Praxis) ausmachen willst, finde ich richtig gut. :thumbup:Denn wie dieser Onkologe mit dir umgegangen ist, das geht ja gar nicht :cursing::cursing:

    Sei lieb gegrüßt :*

    Frusti

  • Hallo Nachtigall69 ,

    eine interessante Frage, die Du gestellt hast. Ich bin auch HER2-positiv aber mit KI67-Wert 51%, daher andere Ausgangsposition. Ich hätte daher keine Antwort gewusst und bin froh, dass Basti die so gut beantwortet hat.

    Mir geht es ähnlich wie Dir, ich bin recht gut durch die Chemotherapie, OP und Bestrahlung gekommen allerdings auch immer noch Neuropathien, Fatigue und Verhärtung der OP-Umgebung (Nekrose und immer Tastbefund). Zudem Schluckbeschwerden ( vermute durch Aramatasehemmer -aber Ärzte kennen diese NW nicht). Meine positive Grundhaltung gerät dadurch immer mehr ins Wanken.

    Aber Dein Onkologe ist wirklich noch der Hammer. Lass Dir nichts gefallen. Dumme Fragen gibt es nicht und zudem liegt jeder Fall anders. Lass Dich nicht klein machen!

    Wenn es einen anderen Onkologe gibt, fände ich es eine gute Idee den zu fragen. LG und weiterhin alles Gute Sally11

  • Sally11 Danke Dir..

    ja, irgendwie ist jetzt der Sturm der Therapien vorbei.. und die Aertze sieht man auch nicht mehr so häufig... übrig bleibt ein belastetes Herz und Neuropatien... und Schlappheit.. etc. aber eben.. lieber das als sterben. aber niemand kann sicher sagen, dass diese Therapien alle nötig sind/waren...

    ja das mit dem anderen Onkologen werde ich mal angehen.. ist zwar auch ein wenig peinlich, wenn der in derselben Praxis ist... aber.. dann ist es halt so...


    herzliche Grüsse! Claudia

  • Hallo liebe Sally11 ,

    du schreibst hier von Schluckbeschwerden eventuell. durch Aromatasehemmer? Ich habe seit paar Wochen immer mal Reizhustenanfälle und mich schon gefragt wo das auf einmal herkommt? Ich nehme seit Januar Anastrozol. ..Ob das echt davon eine NW ist....

    L.g.von Amy

  • Hallo Amy48 , das glaubt mir aber niemand so richtig. HNO-Arzt glaubt an Vitaminmangel, Strahlenklinik an Antikörper und ob ich mit offenem Mund schlafe (!), BZ hat von dieser Nebenwirkung nichts gehört. Aber in den NW auf dem Beipackzettel steht, dass es zu Schluckbeschwerden und Problemen im Rachen kommen könnte. Bestrahlt wurde bei mir nur die rechte Brust, die Schluckbeschwerden sind aber links. LG Sally11

  • Amy48 hast du husten und Halsschmerzen? Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Symptome alle auf Nebenwirkungen abzuwälzen... evtl zu anderem Hno?


    Was mir so spontan in den Sinn kommt: hat man an Reflux gedacht? Und dann gibt es noch seltene Formen von Gürtelrose (wie Angina)... würde die Symptome ernst nehmen!!! Liebe Grüße! Claudia