Erfahrungen mit Heilpraktikern

  • Bei einer Krebserkrankung kann man nur schwer feststellen, inwieweit Heilpraktiker oder Heiler helfen können. Denn hier müssen unbedingt schulmedizinische Maßnahmen eingesetzt werden und alles andere erfolgt nur begleitend.


    Es gibt aber Krankheiten, deren Entstehung der Schulmedizin genauso rätselhaft ist wie Krebs, an denen man aber selbst ohne Therapien niemals sterben wird. Sofern dann die Schulmedizin, anders als z.B. bei Brustkrebs, ziemlich wenig therapeutische Möglichkeiten hat, kann man munter alternativmedizinische Angebote „ausprobieren“.


    Ich habe das getan. Denn lange vor meiner Krebserkrankung hatte ich schwere Neurodermitis. Ich bin zu diversen Heilpraktikern und auch zu Heilern gepilgert. Sie haben erfolgreich meine D-Marks bzw. später Euros eingesammelt. Eine Erleichterung meines Geldbeutels war aber der einzige Erfolg, den ich zu verbuchen hatte. Meine „Von-Kopf-bis-Fuß-Neurodermitis“ blühte weiter munter vor sich hin und trieb mich mit dem ständigen unstillbaren Juckreiz fast in den Wahnsinn.


    Als ich dann an Krebs erkrankte, verzichtete ich lieber auf komplementäre Unterstützung und vertraute der leitliniengemäßen Behandlung. Denn warum sollten die Behandlungen durch Heilpraktiker oder Heiler bei einer Krebserkrankung erfolgreicher sein als bei meiner Neurodermitis?


    LG Tubi

  • Ehrlich gesagt krieg ich bei dem Thema immer großes Herzklopfen. Ich kenne hier Leute, die solche Panik vor Chemo haben, dass sie erst mal "alles andere" probieren und tja bei einem hofft man nun dass es nicht zu spät ist für die Chemo ... Ich finde das einfach nur gefährlich.


    Ich hatte früher zweimal "Hautprobleme" (Nesselsucht und Rosaria), beidesmal haben Globoli das Ganze verschwinden lassen. Für sowas finde ich Homöopathie großartig. Es geht ja auch nicht "um Zeit". Meine Ärztin, die auch homöopathisch arbeitet hat sich geweigert irgendwas bei mir zu tun. Weil sie auch Schulmedizinerin ist und weil sie eben an die Wirkung dieser MIttel glaubt und es eben bei vielem keine Tests gibt wie sie mit Chemo etc. zusammen wirken.


    Ich denke, dass viele "Mittel" die wir zusätzlich nehmen können, gegen die Angst helfen können, wenn wir daran glauben (auch gewisse Ernährungsdinge etc). Das find ich gut. Aber ich sehe da eben auch die Gefahr, dass sich gewisse "Heiler" an unseren Ängsten bereichern. Deshalb versuche ich lieber was anderes gegen die Angst zu tun, das nichts kostet. Und vielleicht lasse ich mir, wenn mein Immunsystem okay ist und mein Onkologe das okay gibt Globoli geben. Und ich versuche mich ausgewogen zu ernähren. Was anderes mache ich nicht. Aber das bin ich. Und das ist meine Meinung und ich denke bei anderen "Krebsarten" sind alternative Therapien auch besser erforscht etc.

  • Ja, ihr habt recht, heikles Thema. Ich würde mich auch niemals allein auf Alternativen verlassen. An einer Alternative habe ich vor ein paar Jahren einen sehr guten Freund verloren. Der hatte den Glauben an die Schulmedizin nach Chemo und später Metastasen verloren und verließ sich dann auf etwas Neues. So nach dem Motto: Chemo hat mir beim ersten mal nicht geholfen, also warum jetzt? Das gefährliche Spiel musste er leider verlieren, auch wenn er dann trotzdem positiv eingestellt gehen konnte...


    Ich sehe es wie du, Wolke. Glaube versetzt Berge. Und wenn mir ein paar Kügelchen und Heilsteine helfen stärker zu glauben und ich dadurch merke, dass ich keine Antiemetiker aus der Klinik nehmen muss, dann ist das für mich persönlich ganz wunderbar. Meine Onkologin stützt das, was die HP tut und dadurch fühle ich mich ausreichend abgesichert. Aber das gilt natürlich nur für mich!


    Die Heilsteine wurden in erster Linie von meinem Verlobten angestoßen, der da schon immer ein großes Interesse dran hat. Ihm tut es gut, dass er mir damit Gutes tun kann und nicht nur hilflos neben mir sitzen muss. Ob die nun tatsächlich helfen, oder nicht. Sie fühlen sich gut an und das ein oder andere Mal kann ich mir einbilden, dass sie mir Ruhe schenken, was ich wiederum als sehr wertvoll empfinde.
    Wer also immernoch wissen möchte, was für Steinchen ich so trage, dem schreibe ich gerne eine Nachricht. Hier im Forum habe ich gerade eher das Gefühl, dass der Austausch darüber kontraproduktiv für Einige ist und eher Ängste auslöst und das möchte ich nicht.


    LG!

  • ich finde es toll, dass sich doch so viele auf dieses Thema einlassen :thumbsup: ! Und ich lese jeden Beitrag ganz interessiert, egal welche Richtung ihr vertretet.


    Bald kommt das neue Jahr und da darf man sich doch auch was wünschen, natürlich erstmal Gesundheit und Harmonie für alle :thumbsup: , aber danach würde ich mir wünschen, dass sich der ein oder andere Fori, der hier fleißig mitliest, sich auch mal an den Themen beteiligt (sich traut). Auch eure Beiträge sind wichtig!!! Und ihr müßt ja keine Romane schreiben, ein Zweizeiler reicht. Und es macht auch viel Freude sich hier zu beteiligen :thumbsup: , vielleicht probiert ihr es einfach mal aus und wenn es doch nix für euch ist - lasst ihr es halt wieder...
    Na ja, ist ja nur ein kleiner Wunsch...


    Für diejenigen,
    die heute Nacht nicht mehr am Sonnendeck vorbeischauen:


    Alles Liebe, Gesundheit und Stärke
    für 2014,


    Wölfin

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo zusammen


    :)



    Wann fängt man denn am besten mit der Misteltherapie und dem hochdosierten Vitamin C an? Vor während oder nach der Chemo?


    Meine Freundin fängt morgen mit der ersten Bestrahlung an und gleichzeitig (parallel) geht Donnerstag die Chemo los.



    Lieben Gruß und gute Nacht :sleeping:

  • Ich habe nichts zusätzlich genommen. Wie die meisten hier wissen hatte/habe ich Leukämie. Da darf man das Immunsystem nicht stärken oder aufpuschen, weil dann auch die Chance dass die Leukämie wiederkommt größer ist.

    Am Beispiel von Darmkrebs hat mir das aber auch ein Onkologe erklärt. Ich habe es so verstanden, dass ein "zu gutes" Immunsystem bei jeder Krebsform nachteilig sein kann.
    Es wäre schön, mehr über diese Dinge zu wissen...

  • Hallo Zusammen,


    auch ich möchte mich kurz zum Thema melden. Da ich schon vor meiner Erkrankung bei einer Heilpraktikerin (starke Entzündungen um die Augen) in Behandlung war, habe ich sie jetzt auch gebeten, mir durch die Strahlentherapie zu helfen.
    Die Ärztin in der Strahlenpraxis war sehr aufgeschlossen für dieses Thema und meinte das wohl beide Ärzte sowie Heilpraktiker besser gemeinsam arbeiten würden als jeder für sich. Habe auch etwas für mein Immunsystem bekommen und in den nächsten zusätzlich noch etwas für meine Hautprobleme, die von meiner Erkrankung fast weg waren dann durch den Stress allerdings wieder voll ausbrach. Ich fühle mich also begleitend gut aufgehoben, würde allerdings bei einer Krebserkrankung nicht auf die Schulmedizin verzichten wollen.


    Es grüßt euch
    Bergfreundin

  • Hey,
    Ich nehme von Beginn an das Selen-Enzym-Linsenextrakt ein. Allerdings hatte ich gestern auch erst meine zweite Chemo und kann daher sicher noch nicht so viel berichten, bis jetzt ist alles gut geblieben und ich vertraue dem einfach.
    Ich habe nach meiner OP das zweite Buch von A. Rexroth von Fricks gelesen und war zu einem Vortrag von ihr, sie erzählt wie sie es geschafft hat und ich finde es sehr motivierend.


    Meine HP hatte ich schon vor meiner Tumor Erkrankung und ich glaube es hat mir viel gebracht, allerdings möchte Sie mir auch mit Pilzen helfen, nur bin ich total unsicher und ich habe entschieden das das nicht mein Weg ist, sie versteht das und wir suchen neue Wege.... Ich glaube man muss komplett überzeugt sein, sonst macht es keinen Sinn.
    Ich liege gerade mit tierischen Schwindel im Bett und hätte jetzt natürlich auch gern ein zaubermittel dagegen ;(
    Würzi

  • Hallo Würzi71,


    auch ich lasse mich ganzheitlich behandeln, mit Selen, Vitamin D usw.
    Auch nehme ich Heil/Vitalpilze zu mir. Und ich fühle mich sehr gut.
    Wenn du Fragen hast, jederzeit.


    LG Lexi

  • Hallo Würzi,


    zu komplementärmedizinischen Therapien kann ich Dir insgesamt wenig sagen, da ich weitestgehend darauf verzichtet habe.


    Allerdings sollten Deine Ärzte über alles, was Du zusätzlich zu Chemo, Bestrahlung und Antihormontherapie einnimmst, informiert sein (und zugestimmt haben). Denn manches hat unerwünschte Wechselwirkungen (entweder wird die Wirksamkeit der Therapie verstärkt oder abgeschwächt - und beides ist nicht gerade besonders gut), was wir als Betroffene oft nur schwer einschätzen können.


    Herzliche Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo,


    als ich mein Erstgespräch beim Chefarzt der Strahlenklinik hatte, der ganz sicher kein naturheilkundlich orientierter Arzt ist, fragte ich ihn, was er zur Begleitung der Strahlentherapie empfielt, meinte er, ich solle 300 mg Selen einnehmen. Dadurch werden die freien Radikalen abgefangen. Und ich hatte dann auch noch das Glück, dass mir das von der Gynäkologin auf Kassenrezept verordnet wurde.


    Leider kann ich mir die Misteltherapie finanziell nicht leisten, obwohl ich von ihr überzeugt bin.


    Grüßle


    rose55

  • Hallo Tochter T,


    die Mistel wird seit Anfang des Jahres nicht mehr von den Kassen bezahlt. Oder bekommst Du die zur Zeit noch?



    Grüßle


    rose55

  • In NRW sind Mistelpräparate rezeptfrei und daher müssen gesetzlich Versicherte die
    Behandlung normalerweise selbst zahlen.
    Es gibt eine Ausnahme bei den Pat., in der palliativen Behandlung kann der Arzt die
    zugelassenen Mistelmedikamente zulasten der Krankenversicherung verschreiben,
    um die Lebensqualität zu verbessern.
    Einige Kassen beteiligen sich an den Kosten, wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
    Daher immer Rücksprache mit EURER Krankenkasse. Wenn die Krankenkasse einen Teil
    dazu gibt/ oder ganz bezahlt, lasst euch die Verordnung auf einem grünen Rezept verschreiben.


    Mit diesen Rezept könnt ihr auch rezeptfreie Medikamente bei der Steuer absetzten,
    denn dann hält der Arzt die Medikamentation für erforderlich!!!
    Auch Beihilfeberechtigte, z.B. Beamte und privat Versicherte sollten die Kostenübernahme
    einer M-therapie mit ihrer Versicherung abklären.


    Ich denke das ist Bundesweit einheitlich!?!


    Grüßle :) Ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

  • Hallo Ika,


    in BW konnte die Mistel auf Rezept verordnet werden. Die Kassen haben das dann übernommen. Da ich 3 Injektionen in der Woche machen müßte und eine 8er Packungen 65 Euro kostet, werde ich das nicht machen. Schweren Herzens, weil ich so oft die positive Wirkung der Therapie beobachten konnte, vor allem als begleitende Therapie bei Chemo und Bestrahlung.


    Grüßle


    rose55

  • Hab noch mal recherchiert: Konnte verordnet werden nach vorheriger Abklärung durch die Krankenkassen, die mittlerweile niht mehr zahlen bzw. einen so geringen Anteil, dass es nicht wirklich was ausmacht,

  • Liebe rose55 :P


    das ist wirklich schade :(


    ALs ich das erste mal erkrankte, war das Standard.
    Jede BK-Pat. hatte Mistel bekommen, außer die Pat., die nicht wollten.
    Seit dem hat sich wirklich viel verändert. Leider auch zum negativen für uns Pat.
    Aber......sehr viel zum positiven, das habe ich über die 27 Jahre gut beobachten können :thumbup:


    Grüßle :) Ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

  • Hallo rose55,


    möchte deine Frage noch beantworten.


    Nach der Chemo- und Strahlentherapie hatte ich meinen Arzt auf die Misteltherapie angesprochen, die er mir ohne weiteres verschrieben hatte. Da das nun schon ein paar Jährchen her ist, bin ich da wohl gar nicht mehr auf dem laufenden.


    Ich hatte heute mal bei meiner Krankenkasse nachgefragt und man sagte mir, daß diese nur noch im Endstadium bzw. in der palliativen Behandlung verordnet werden könne, wie Ika schon geschrieben hatte.


    Liebe Grüße
    TochterT

  • Guten Morgen Tochter T,


    dann hoffe ich, dass ich nicht in den Genuß der Kostenerstattung durch die Krankenkasse komme.


    Danke für die Info!


    Grüßle rose 55

  • Guten Morgen Tochter T,


    dann hoffe ich, dass ich nicht in den Genuß der Kostenerstattung durch die Krankenkasse komme.


    Danke für die Info!


    Grüßle rose 55