Wie begleite ich meine schwer kranke Freundin?

  • Ihr Lieben 😊

    Ich weiß gar nicht genau, ob meine Frage in diesem Thread richtig ist. Ich versuche es einfach mal.

    Ich habe vor einiger Zeit schon mal von meiner Freundin berichtet. Sie hat ein kleinzelliges Bronchialkarzinom. Im Mai hat sie die Diagnose bekommen und die geschÀtzte Lebenserwartung betrug noch ca 6 Monate.

    Jetzt geht es ihr sehr sehr schlecht. Sie liegt palliativ im Krankenhaus.

    Ich bin oft bei ihr. Manchmal bekommt sie es gar nicht mehr mit. Manchmal kann ich nur ihre Hand halten und manchmal ist sie wie immer. Wir können reden und lachen.

    Ich wĂŒrde ihr so gerne eine Freude machen. Ich dachte an Duftöl oder so etwas.

    Welche DĂŒfte eignen sich denn? Ich habe ihr schon vorgelesen, meinen ipod bespielt und ihr mitgebracht. FĂ€llt euch noch was ein?


    Ich habe noch nie jemanden auf diesem Weg begleiten mĂŒssen. Und da ich ja auch selbst krank bin gehe ich da schon ziemlich an meine Grenzen. Aber wir kennen uns ĂŒber 30 Jahre!


    Kommt gut durch die Nacht ihr Lieben

  • Liebe Mogret ,

    geeignet ist auf jeden Fall das Duftöl, das Deiner Freundin gefĂ€llt. In der Aromatherapie gibt es DĂŒfte mit bestimmten Wirkungen, Lavendel z.B. soll beruhigend wirken, aber wenn jemand den Geruch nicht mag funktioniert es nicht. Mit Körperpflegemitteln kann man jemandem etwas Gutes tun, da nimmt man am besten das Vertraute.

    Auch der Geschmackssinn möchte Impulse, wenn Essen/Trinken nicht geht kann man auch den MundspĂŒlen, natĂŒrlich nur wenn die Schleimhaut intakt ist. Wenn Du & Deine Freundin das möchten kannst Du auch ihre Pflegekraft fragen was Du fĂŒr sie tun kannst, die haben da bestimmt eine Idee.

    An erster Stelle steht aber die Beachtung Deiner Ressourcen und Wege fĂŒr Dich, Deine Akkus wieder aufzuladen, aber es klingt als hĂ€ttest Du das im Blick, beachte Deine Grenzen.

    Viele Menschen schrecken davor zurĂŒck sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es ist unglaublich wertvoll was Du da fĂŒr Deine Freundin tust. Pass' auf Dich auf.

    Lieben Gruß & gute Nacht,

    Rike

  • Liebe Mogret , in dieser Situation ist fĂŒr deine Freundin das GrĂ¶ĂŸte Geschenk deine Anwesenheit, damit hilfst du mehr, als du glaubst.

    Deine Freundin hat vermutlich alles, was sie benötigt, denn die palliativ Stationen sind oft mehr, als gut ausgestattet.

    Sei bei ihr, halte ihre Hand, wenn sie das möchte. Sei nicht betrĂŒbt, wenn sie es vielleicht in Angst mal nicht ertrĂ€gt.

    Helf ihr hoffen und an sich selbst glauben. Schau, ob sie gegessen oder getrunken hat oder etwas trinken möchte.

    Das ist völlig ausreichend und wertvoller, als alles Andere.

    Diese Situation kenne ich und verstehe deine GefĂŒhle sehr gut.

    Ich hoffe ihre Ärzte sind einfĂŒhlsamer, als bei meiner Freundin Ane.

    Bleib fĂŒr sie stark, sie wird sich sehr darĂŒber freuen, auch wenn sie es dir nicht direkt sagt.


    Alles Gute fĂŒr euch Zwei. Eli

  • Liebe Rike

    Liebe Elenear


    Vielen lieben Dank fĂŒr eure Antworten.

    Es ist grad alles so schwer....

    Sie hat ja auch noch ihren Mann und drei inzwischen erwachsene Kinder. Sie ist auf jeden Fall gut betreut und aufgehoben.

    Ich sehe mich da eher so in der Rolle der Kummertante. Auch fĂŒr ihre Familie.

    FĂŒr die zwei Töchter war ich Patentante. Der Junge ist etwa so alt wie mein Sohn und als Kind waren sie unzertrennlich.

    Gestern hatte ich die Àlteste Tochter auf einen Kaffee hier. Dieser Kummer und die Angst der Angehörigen macht mir grade noch viel mehr zu schaffen als das Sterben meiner Freundin.

    Sie ist im Krankenhaus tatsĂ€chlich gut betreut. Sie hat den selben Onkologen wie ich. Deshalb weiß ich, dass sie da gut versorgt ist. Und da wir hier sehr lĂ€ndlich leben und jeder jeden kennt, wissen die palliativ Schwestern wer sie ist, kennen sie und die Familie.

    Ich bekomme im Moment jedesmal einen Schrecken wenn mein Handy piept und ihr Mann mir schreibt.

    Vorgestern ging es ihr so schlecht, dass ich beinahe gehofft habe, er wĂŒrde anrufen und sagen sie hat es geschafft.

    Heute nachmittag werde ich ihn im Krankenhaus ablösen.

    Ihr habt recht. Wahrscheinlich reicht es ihr, wenn sie einfach merkt das jemand da ist und sie geliebt wird. Aber ich hab irgendwie dauernd das BedĂŒrfnis ihr eine Freude zu machen.

    Entschuldigt, wenn ich euch das alles zumute. Ich war noch nie in einer solchen Situation und es ist wirklich belastend.

    Aber, und das ist mir ganz wichtig, ich will diese Erfahrung auch nicht missen. Wir haben soviel zusammen erlebt - und jetzt gehen wir das auch bis zum Ende.

    Mir tut es nur gut, es hier los zu werden. Dort bin ich meist diejenige die tröstet.

  • Mogret Hallo du Liebe. Wenn ich dir von meinen Erfahrungen mit dem Sterben berichten darf.... Meine Freundin ist vor ca. 35 Jahren an Knochenkrebs gestorben. Sie war 19. Es waren Eltern, Freund und wir als Freundinnen immer bei ihr. Sie war in den letzten Tagen nicht immer bei vollem Bewusstsein. Hat viel vor sich hin gedĂ€mmert. Aber wenn wir mit ihr geredet haben, dann hat sie gelĂ€chelt oder sonst irgendwie reagiert. Wir haben sie gehalten, die FĂŒĂŸe und HĂ€nde massiert und gestreichelt. Als sie starb, hielt ich ihren linken Fuß. Ihre Eltern sagten, sie hĂ€tte auf mich gewartet und jetzt konnte sie gehen. Sie lag in TÜ und wir wohnen in der NĂ€he von Esslingen... Also sind wir jeden Tag hin gefahren. Auch wĂ€hrend ihrer Erst Diagnose, wir gingen noch zur Schule, war ich fast jeden Tag bei ihr. Ihre Eltern holten mich ab und im Auto habe ich gelernt oder Hausaufgaben gemacht. Sie hörte einfach auf zu atmen. Sie hatte Metastasen in Lunge, Leber, SchĂ€del...Sie hĂ€tte so gerne noch eine Hochzeit in Weiß gehabt....Ich glaube, dass es genug fĂŒr sie war, dass wir da waren, sie berĂŒhrt haben und immer mal wieder mit ihr gesprochen haben. Wir hatten große Angst, dass sie ersticken muss. Aber das haben die Ärzte damals vermeiden können.

    Ich wĂŒnsche euch als Freunde gemeinsam mit der Familie - finde keine Worte...

  • Liebe Mogret ,

    sie stirbt nicht allein und das ist das Wertvollste ( wie ich finde) was du und ihre Familie ihr schenken könnt.

    Ich habe sehr viel Respekt vor deiner Anteilnahme und FĂŒrsorglichkeit, gerade weil du ja ebenfalls in einer sehr anspruchsvollen Situation steckst.

    Viel Kraft wĂŒnsche ich dir.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Bianca

  • Liebe Mogret,


    ich finde es soooo schön wie du deiner Freundin beistehst. Meine Mama hatte auch so eine beste Freundin und ich habe sie immer dafĂŒr beneidet. Ihre Freundin hat meine Mama bis zum Schluss begleitet.


    Meine Mama ist leider vor 2 Jahren gestorben, ich war und bin immer noch unglaublich traurig. Sie war der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich vermisse sie so sehr.

    Doch sie hat mir auch das beste hinterlassen und zwar ihre Freundin.

    Ihre Freundin ist jetzt fĂŒr mich meine Fast Ersatz Mama.

    So fĂŒhle ich mich nicht so ganz alleine.

    Sie hatte meiner Mama auch am Sterbebett versprochen, dass sie sich keine Sorgen machen soll und das sie immer fĂŒr uns da sein wird.

    Wir sind zwar alle schon erwachsen aber trotzdem, ihre Freundin ist fĂŒr mich und meinem Bruder ein unglaublich wichtiger Mensch.


    FĂŒr deine Freundin ist es bestimmt unglaublich schön zu wissen, dass auch du fĂŒr ihre Kinder da bist.


    Ich wĂŒnsche dir ganz viel Kraft und ich hoffe das deine Freundin nicht mehr soviel und lange Leiden muss.

  • Meine Mutter ist ja letztes Jahr gestorben. Sie wollte in den letzten Wochen keinen mehr so richtig sehen. Sie hat uns Kinder auch oft wieder weggeschickt. Ich habe sie zu nichts gezwungen. Ich bin tĂ€glich zu ihr ins Krankenhaus gefahren und war bei ihr und wenn es nur fĂŒr 5 Minuten war. Sie war einfach so unheimlich mĂŒde. Sie wollte auch nicht mit der Psychologin sprechen.


    Aber wenn sie etwas gebraucht hat, hat sie es gesagt. Und wir konnten uns alle von ihr verabschieden. Ihr sagen dass sie gehen darf. In den letzten 2 Tagen war sie in einem DĂ€mmerzustand. Da haben wir ihr die Lippen befeuchtet und ihr mit einem Schwamm etwas Wasser getrĂ€ufelt. Sie hatte soviel Wasser in den Beinen, dass eine Massage fĂŒr sie schmerzhaft gewesen wĂ€re.

    Ich glaube sie war glĂŒcklich das alle ihre 3 Kinder bei ihr waren zum Schluss. Das wir zusammenhalten und eine tolle Familie sind. Sie konnte zum Schluss loslassen.


    Ein Richtig und Falsch gibt es wahrscheinlich nicht. Ich finde es toll wie sehr Du fĂŒr Deine Freundin da bist.

  • Liebe Mogret, ich habe meinen Papa vor drei Jahren hinĂŒber begleitet. Auch er war zuletzt nur noch im DĂ€mmerzustand und bei meiner Überlegung, was ich ihm noch Gutes tun könne außer Lippen befeuchten, etc, bin ich auf folgendes gekommen: ich habe ihm auf mein Handy Musik geladen, die er mochte (u.a. StĂŒcke aus Riverdance, das wir mehrfach gemeinsam besucht hatten und was ihn jedesmals zu TrĂ€nen gerĂŒhrt hat...) und (leise) vorgespielt. Ich weiß natĂŒrlich nicht, ob er das noch wahrgenommen hat, aber instĂ€ndig gehofft habe ich es. Da wir die Musik in dern AuffĂŒhrungen zusammen erlebt haben, hat dies unsere Verbundenheit auch noch einmal verstĂ€rkt...


    Ich finde es toll, wie du deiner Freundin zur Seite stehst und ich wĂŒnsche ihr, dass sie nicht schlimm leiden muss.


    LG CrapCrab

  • Liebe Mogret ,


    ich habe sowohl meine Mutter als auch meinen Vater beim Sterben begleiten dĂŒrfen...


    Meine Mutter hat es sehr genossen, wenn ich ihr die FĂŒĂŸe eingecremt und ein wenig sanft massiert habe. Ich habe ihr aus einem Buch vorgelesen, das mochte sie auch sehr. Wir waren uns besonders nah in dieser Zeit und konnten uns voneinander verabschieden, uns versöhnen und ich konnte loslassen.


    Bei meinem Vater verlief der Sterbeprozess anders, aber ich bin davon ĂŒberzeugt, dass er mich in den letzten Augenblicken noch hören konnte. Auf meine BerĂŒhrung hat er beruhigt reagiert.


    Wie die Andren schon gesagt haben: deine Anwesenheit ist schon wohltuend fĂŒr deine Freundin.

    Manchmal mag man dann auch ein LieblingsgetrÀnk mittels WattestÀbchen im Mund verkosten.. egal ob Saft, Kaffee oder Wein. Um Trinken im eigentlichen Sinne geht es da oft nicht ( mehr)...das kenn ich aus den Hospizen, die ich beruflich oft besucht habe..

    Auch Musik oder Vorlesen ist etwas, das Viele noch gut wahrnehmen und geniessen können.


    Ich bin sehr beeindruckt, wie du in deiner eigenen belastenden Situation dir die Kraft und Zeit nimmst, deine Freundin zu begleiten.

    Alles Liebe fĂŒr euch beide.


    MoKo

  • Kriegerin64

    Bibsi

    Calpe

    positiv_denken

    CrapCrab

    MoKo


    Ihr Lieben Frauen!!!!!

    Ich sitze hier und lese eure BeitrĂ€ge auf meine Frage und bei mir kullern grade die TrĂ€nen. Ich bin ganz gerĂŒhrt von euren Antworten. Danke dafĂŒr!!!!

    Ich sitze im Krankenhaus bei ihr. Sie schlÀft und ich warte auf ihren Schwiegersohn. Er löst mich ab.


    Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen, weil ihr alle schreibt, wie beeindruckt ihr seid weil ich sie so begleite.

    Ich habe bis jetzt noch gar nicht darĂŒber nachgedacht, es nicht zu tun. Irgendwie ist das jetzt alles so gekommen.

    Wir waren jeweils mit zum Brautkleid kaufen. Wir haben uns gegenseitig durch die Schwangerschaften begleitet und noch viel schlimmer :wir haben unsere Kinder zusammen durch die PubertÀt gebracht. Wir waren uns mal ganz nah. Und eine zeitlang auch ganz fern.... Und jetz schaffen wir das auch zusammen.

    Aber es stimmt schon. Grad hab ich das GefĂŒhl, es saugt meine ganze Kraft aus mir heraus. Es wird Zeit das ich nach Hause komme und meine Familie um mich hab.


    Was mir ganz doll zu schaffen macht grad ist das ich manchmal denke, dass ich mit meinem Krebs "GlĂŒck" hatte. Er ist zwar auch nicht mehr heilbar aber ich kann gut damit leben.


    Ihr Lieben!!! Ich danke euch so fĂŒrs Lesen. Wenn man hier so sitzt und ins grĂŒbeln kommt ist es gut, wenn ihr da seid und zuhört!

  • Liebe Mogret

    Ich finde du bist eine tolle Freundin , du bist ein wertvolles Geschenk, ich wĂŒrde auch gern öfters bei meiner sterbenden Freundin sein aber 417 km machen es sehr schwer, wir lernten ums vor 11 Jahren in einem Urlaub kennen, sie erkrankte 2017 an BauchspeicheldrĂŒsenkrebs und ist nun seit 13 Tagen in einem Hospiz. Ich denke wie du , ich hatte mit meinem Krebs auch "GlĂŒck", wir waren als Überraschung vor 4 Wochen noch mal bei ihr, ich habe gefragt ob wir jetzt noch mal kommen sollen, sie möchte es nicht, sie sagt ich soll das Ende nicht sehen , zumal ich ja auch Krebs hatte, es fĂ€llt mir schwer, aber ich akzeptiere es, wir schreiben uns so gut es noch geht und halten Kontakt per Sprachnachricht bis zum Ende. Dir alles Gute und viel Kraft fĂŒr das was kommt. VG SONNE70

  • Liebe Mogret ,


    ich habe dich als sehr fĂŒrsorglichen und warmherzigen Menschen kennengelernt und was du jetzt fĂŒr deine Freundin tust, spiegelt genau das wider und berĂŒhrt mich sehr!


    Ich möchte dich einfach mal in den Arm nehmen und dir Kraft wĂŒnschen, mit deiner Freundin diesen Weg zu gehen.

    Liebe GrĂŒĂŸe Katrin

    ________________________________________________


    Rock it Babe 8o

    Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast

    We signed up to do this dance before we were born

  • Grad hab ich das GefĂŒhl, es saugt meine ganze Kraft aus mir heraus

    ich habe zwar noch niemanden begleitet, aber könnte mir vorstellen, dass man wie man viele Sachen aus anderen Perspektiven sehen kann, diese dann auch anders wirken. Man könnte auch sagen es ist eine Ehre jemand beim Sterben zu begleiten. Nur die engsten Freunde oder Familie sind dann willkommen, und du bist eine derjenigen. Es ist in sofern eine sehr große Ehre, deine Freundin bis dahin begleiten zu dĂŒrfen.


    Anstrengend ist das sicherlich, aber vielleicht hilft es dir deine eigene Kraft nicht zu verlieren, wenn man es so sieht.

  • Ach ihr lieben.


    Mit soviel Zuspruch hatte ich gar nicht gerechnet

    Liebe Sonne70 es tut mir leid, dass du diesen Weg auch grade gehen musst. Sie möchte das du dich an sie erinnerst wie du sie seit Jahren kennst. Nimm es als Geschenk. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann vergessen kann wie wenig von meiner Freundin am Ende ĂŒbrig bleibt. Und ihr habt ja Kontakt!


    Ach blonderengel78 ! Danke fĂŒr deine Worte! Manchmal ist es auch ein Fluch wenn man sich so um andere Sorgt.

    Ich flĂŒchte mich grad gern mal in deine Arme.

    Diese Krankheit ist echt ein Ar..... ch. Morgen geh ich erstmal meine Kollegen an der Arbeit besuchen. Ich brauche mal ein bisschen NormalitÀt.


    Ja Vael . Ich sehe es auch als Ehre sie begleiten zu dĂŒrfen. Es macht mir aber auch Angst. Denn ich habe auch Krebs. Und wenn ich sie ansehe frage ich mich oft ob ich auch irgendwann so da liege.

    Meine Prognose ist positiver. Aber wir wissen ja alle, dass der Schein trĂŒgen kann.

    Trotzdem betrachte ich es tatsÀchlich als Geschenk bei ihr zu sein.


    Doch Elisa

    Leider hat sie oft große Schmerzen. Sie bekommt zwar eine palliative Schmerztherapie aber immer wenn man denkt jetzt ist sie gut eingestellt zeigt der Tumor was er kann. Letzte Woche war sie noch optimistisch gut eingestellt zu werden und dann nach Hause zu können.

    Jetzt sind wir alle froh ĂŒber ein paar schmerzfreie Stunden. Appetit hat sie fast gar nicht. Sie leidet wirklich sehr.


    Die Erkrankung ist im Mai festgestellt worden. Da hatte sie schon Metastasen.

    Eine Chemo wollte sie nicht mehr. Antikörper hÀtten vielleicht den Verlauf verzögert aber auf Grund einer immunerkrankung kann sie diese nicht erhalten.

    Zuerst war sie ganz entspannt. Ich habe sie bewundert wie entspannt sie mit dem Thema umging. Sie hat ihre SchrĂ€nke entrĂŒmpelt, Sachen verschenkt und war mit sich im reinen.

    Da waren die Schmerzen und Auswirkungen noch ganz gut zu ertragen.

    Je schlechter es ihr geht umso verzweifelter wird sie.


    Entschuldigt! Jetzt ist es schon wieder so lang geworden. Aber vielleicht nehme ich es dann auch heute nicht mit in den Schlaf!

  • Hallo ihr Lieben. Ich wollte mal ein kurzes Update geben.

    Sie ist von der Palliativ Station entlassen worden und ist jetzt zu Hause. Der Palliativ Pflegedienst kommt 3x am Tag. Und es geht ihr so mittelgut....

    Seit sie zu Hause ist, wirkt sie ruhiger und entspannter. Nicht mehr so unruhig. Heute geht es ihr ganz gut. Aber die letzten beiden Tage waren die Hölle. Unglaubliche Schmerzen und durch das Morphium hat sie nur gebrochen. Der Notarzt musste kommen. Dann ist die Dosierung der Medikamente verÀndert worden und plötzlich ist der Spuk wieder vorbei. Allerdings schlÀft sie viel.

    Zwischendurch hat sie so Phasen in denen sie plötzlich aufstehen kann und wirklich fit wirkt. Meistens kommt danach aber eine ganz schlimme Zeit.

    Es ist unglaublich anstrengend fĂŒr alle, die fĂŒr sie da sind. Aber gleichzeitig auch extrem intensiv, fast schön, wenn ich das so sagen kann.

    Vor ein zwei Wochen hatte niemand damit gerechnet, dass sie noch einmal nach Hause kommen kann.

  • Liebe Mogret , ich wollte es dir schon lange sagen, wie toll ich es finde, daß du deine Freundin begleitest, konnte nur nicht so gut schreiben wegen meiner Hand. Ich finde es ganz wunderbar, daß deine Freundin zuhause ist und das Leben in vollen ZĂŒgen spĂŒren darf. Das macht es intensiv, schön, aber auch anstrengend. Ich umarme dich und bitte dich, auf dich zu achten. NatĂŒrlich hat sie auch ĂŹhre Ab's, doch ich bin sicher, sie wird getröstet, gut begleitet und geborgen HinĂŒbergehen.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Danke schön liebe Bonny und Frieda 😊

    Ich werde ganz oft gefragt, wie ich das schaffe sie zu begleiten, wo ich doch selbst erkrankt bin. Ganz ehrlich gibt mir das ganz viel Kraft. Mehr als es kostet.

    Ich sehe, wie sie leiden muss. Aber ich sehe auch wie ihr geholfen wird. Die Schwestern vom palliativ Dienst sind Engel! Jeder versucht ihr zu helfen. Ja sie hat Schmerzen und die Übelkeit. Aber sie bekommt immer sofort Hilfe. Das nimmt mir die Angst davor, wenn ich vielleicht mal in dieses Stadium komme (n sollte). Ich kann das gar nicht richtig erklĂ€ren. Aber es ist so friedlich. So liebevoll. Es macht keine Angst.

    Und da ich ja auch immer wieder in meinen Alltag mit Mann Kind und Viechern zurĂŒck kehre kann ich gut abschalten.

    Ich hoffe, das bleibt auch so, wenn sie dann wirklich gegangen ist...