Gedächtnisstörungen

  • gistela

    Auch wenns nichts ändert, tuts gut, wenn mal jemand sagt, dass es zwar nicht als Nebenwirkung drin steht, aber trotzdem so sein kann.

    Man wird deshalb einfach zu oft in die Schiene psychologisches Problem geschoben, was oft gar nicht stimmt.

    Allerdings kann es nur in die Nebenwirkung aufgenommen werden, wenn es an das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medikamente) gemeldet wird. Meine herzliche Bitte deshalb an alle bei denen die Gedächnis- und Wortfindungsstörungen NICHT psychische Ursachen hat und auch definitiv nicht auf eine Chemo geschoben werden kann, die Nebenwirkung zu melden. Die Beipackzettel werden bei neuen Erkenntnissen angepasst.

    KatzenMom 64

    Die Menge an Medikamenten ist natürlich eine Hausnummer... Kein Wunder, dass es dich frustet, wenn Göga nicht mal bereit ist einen Hausarztbesuch wahrzunehmen, während du soviel Eingriffe in dein Leben hinnehmen musst.

    Aber andererseits weiß ich wie dankbar du in Wahrheit bist, dass der Medi Cocktail so gute Wikung zeigt. Ich hoffe mit dir, dass es noch lange so bleibt!

    Für meine kognitiven Probleme hoffe ich auch noch darauf, dass sie sich wieder bessern, wenn sich der Körper an den Östrogenentzug gewöhnt hat.

    Mein nächster Schritt geht zum Endokrinologen und vielleicht ins Schlaflabor, wo ich hoffe endlich eine Anerkennung für meine Probleme zu bekommen, auch wenns nichts ändert. Die Antihormone werde ich weiter nehmen müssen.

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Liebe IBru , fairerweise muss ich sagen dass es bei mir diese Woche nur 1 winzige Tablette am Morgen ist (Aromatasehemmer), ab Samstag, sofern Blutwerte ok, wieder 3 Wochen lang 2 Tabletten zusätzlich (CDK4/6 Hemmer), die anderen Medis sind Spritzen alle 4 bzw 8 Wochen, das nervt kaum. Also mein Medi Cocktail ist eher keiner.

    Mein Mann muss inzwischen morgens und abends je 3 Tabletten schlucken, wegen Bluthochdruck (und Schlaganfall Ende 2019), aber die sind alle ziemlich klein, also gehen auf 1mal runter, und er hat in den vergangenen Jahren immer wieder von sich aus eine „Pause“ eingelegt, manchmal monatelang, und ich hab’s erst gemerkt wenn er lange keinen Nachschub brauchte - und jetzt bin ich dahinter her wie der Teufel hinter der armen Seele.

    Hab ihm X-mal erklärt warum es für seinen Körper nicht gut ist, die Tabletten gegen Bluthochdruck zu pausieren … denn von seinem Bier will er nicht lassen, und das sind mehrere Flaschen pro Tag.

    Also das ist sehr frustrierend, er hatte beim Schlaganfall sehr viel Glück, ein weiterer ginge vermutlich nicht so glimpflich aus, und wie sollte ich einen pflegebedürftigen Mann versorgen ? Beim Gedanken wird mir himmelangst. Ich könnte seine 90 kg nicht mal umdrehen, nicht mit meiner kaputten Schulter. Deshalb hab ich so frustriert und trotzig reagiert, denn normalerweise nehme ich die Medis gerne, und bin in „full compliance“ seit Beginn.


    Das mit der Meldung der bisher nicht gelisteten NW ist ein bisschen schwierig wenn mehr als 1 Medikament genauso lange genommen wird. Ist es die AHT ? Oder der CDK4/6 Hemmer ? Ich vermute bei den kognitiven Störungen ist es die AHT.


    Ich hoffe sehr dass Dir geholfen werden kann und die NW der AHT mit der Zeit auch schwächer werden 🍀✊🍀✊🍀

    Bei mir sind die NW definitiv schwächer geworden oder ganz verschwunden (mal abgesehen von immer wieder niedrigen weißen Blutkörperchen und erhöhtem Cholesterindpiegel - beides spür ich nicht) und von den gefürchteten Gelenk & Muskelschmerzen bin ich ja bisher verschont geblieben, dem Himmel sei Dank.


    Liebe lissie , nein, nie Chemo, die AHT bzw erweiterte AHT ist in meinem Fall die gängige Therapie. Metastasiert seit ED, hormonabhängig IRS ER/PR jeweils 12/12 (mehr geht nicht), relativ langsame Teilungsrate, keine Gefahr eines unmittelbaren Organversagen. Also eine Chemo bei meiner ED hätte mehr Schaden als Nutzen gebracht.

    Eine Chemo steht mir deshalb noch bevor, nämlich dann wenn AHT oder ggfs andere nachfolgende AHTs nicht mehr wirken.

    Deshalb verfolge ich den ganzen Austausch zu Chemos usw hier sehr aufmerksam, irgendwann hoffe ich davon profitieren zu können ohne lang mühsam Infos zu suchen.

    Ich hoffe und wünsche auch Dir von ganzem Herzen dass Deine jetzige Therapie weiterhin gut wirkt und die NW erträglich bleiben 🍀✊🍀✊🍀

  • Vielen Dank, IBru , das hast Du gut geschrieben,

    "Auch wenns nichts ändert, tuts gut, wenn mal jemand sagt, dass es zwar nicht als Nebenwirkung drin steht, aber trotzdem so sein kann."

    Mir tat es wirklich gut.

    Bei meinem Medikament ist das nicht so eindeutig, mit dieser Nebenwirkung, manchmal wird es erwähnt und manchmal nicht.

    Und ob das nun auch noch andere Ursachen hat oder nicht, keine Ahnung, wie soll man das wissen.

    Die Tablette selbst ist eher groß, aber bleibt zumindest nicht im Hals "hängen" ;)

    Viele Grüße und alles Gute, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Per Zufall bin ich auf den Begriff der metabolitischen und toxische Enzephalopathie gestoßen. Reversibel.

    Und das es bei einer Chemo durch den Abbau von Eiweißen zu erhöhten Ammoniak Werten kommen kann, was zu Gedächnisproblemen führen kann.

    Ein interessanter Ansatz. Ist wie immer gefährliches Halbwissen, von dem ich noch nicht weiß, ob es mir weiterhilft.

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Liebe IBru!


    Es ist schon interessant, warum man während der Chemo Gedächtnisstörungen hat- aber helfen tut dieses Wissen nicht. Es hilft nur die Zeit.


    Meine anfangs starken Gedächtnisstörungen haben sich bereits nach einigen Tagen etwas gebessert. Jetzt, 8 Wochen nach der letzten Chemo, sind sie fast weg, ebenso wie die Wortfindungsstörungen. Man muss Geduld haben.


    Viele Grüße Gerda

  • Gedächnis- und andere Störungen sind weder messbar, noch nachweisbar. Es gibt kein Diagnose-Kürzel dafür.

    Obwohl man andere Infos bekommt werden sie, ausgelöst durch eine Antihormontherapie, einer Fatigue (ebenfalls ohne Kürzel) oder psychologischen Auslösern zugeschrieben.

    Mit dieser Einstellung ist keine Ursachenfindung möglich.

    Pech gehabt. Es ist einfach frustrierend.

    Allerdings hat man mich jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass es Hirnleistungstraining auch als Ergotherapie gibt. Es gibt Merktechniken, die man sich aneignen kann.

    Es ist das Kurzzeitgedächnis, was betroffen ist.

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • IBru Beim stöbern durch REHA Kliniken habe ich auch gesehen, dass bei einigen unter Ergotherapie solche Techniken angeboten werden.


    Ich bin leider auch stark davon betroffen und es behindert mich in meinem Beruf. Ich muss viel Buchhaltung machen und merke, dass meine Konzentration und das Gedächtnis stark betroffen sind. Des weiteren habe ich auch oft Wortfindungsstörungen oder sage ein komplett falsches Wort. Und manchmal weiss ich nicht, was ich morgens gefrühstückt habe ... ob ich meine Tabletten genommen habe usw. ... es macht mir ganz schön Angst!