Scham und Einsamkeit

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich lese täglich hier im Forum. Es hilft mir die Krankheit zu verstehen und ich fühle mich nicht ganz so alleine .
    Ich bin noch ganz am Anfang , also chronisch krank bin ich wohl schon lange , aber wissen tue ich es erst seit 2 Monaten . Fange jetzt meinen 2. Zyklus Kisqali u letrozol an und 2 Zoladex und 1 Xgeva habe ich auch schon intus .

    Der Anfangsschock ist wohl überwunden und so langsam sackt es in mir . Tja man gewöhnt sich irgendwie an alles. Ich fühle mich eigentlich wie immer , „gesund“ und noch keine körperlichen Beschwerden .

    Nicht das ich auf den Moment des langsamen Abstieges warte, aber es ist doch ein komisches Gefühl, zu wissen, das es ein voranschreiten gibt .. irgendwann .

    Ein großes Problem .. ich schäme mich für meine Krankheit . Ich wende mich von Freunden ab, mag nicht mit ihnen telefonieren weil ich glaube sie wollen nur ihre Neugier stillen. Die eine wohnt 70 km entfernt , alle paar Wochen kommt eine Mail mit der Frage nach meinem Behandlungsstatus. Ich erwarte da irgendwie mehr !? Ich reagiere dann oberflächlich und bin traurig.
    Eine andere wohnt 20 km entfernt .. genau das gleiche . Wenn sich Bekannte nach meinem Befinden erkunden finde ich das ok , aber Freunde? Sollte da nicht mehr kommen ? Dann bin ich wieder wütend auf mich weil ich so reagiere .
    Hinzu kommt ich bin alleinerziehend . Fühle mich sowieso schon furchtbar alleine mit allem. Hab mich mit der Partnersuche schon immer schwer getan und jetzt wird’s wohl auch nichts mehr mit der großen Liebe . Meine Schwester dagegen , frisch getrennt , der neue schon in den Startlöchern und ich chronisch krebskrank . Ich bin so neidisch auf alles und jeden gerade.
    Klar mal sehe ich es entspannter , aber im tiefsten Herzen bin ich so unglücklich und einsam.
    Manchmal habe ich Gedanken wie .. möge es doch dann schnell gehen, 1,2,3,4,5,6 .. Jahre mit dem Wissen der Krankheit zu leben und dazu alleine macht mir Angst . Die Unbeschwertheit die das Leben leichter macht ist weg , die Hoffnung auf irgendwann ist weg . Jetzt denke ich nur noch von Tag zu Tag , von Woche zu Woche .
    Mein Vater der sich viele viele Jahre nicht gekümmert hat , ruft jetzt täglich an und erzählt stolz von seinen kleinen Kindern und seinen positiven Diagnosen z.b. Hautkrebssceening . „ Nix gefunden Dany. Da denk ich natürlich , schön , aber irgendwie auch makaber das seiner Metastasengeplagten Tochter zu erzählen .
    Ohje ich merke gerade beim Schreiben , ich bin verbittert 😏 Das Leben ist ungerecht . ☹️

  • Dany76 Herzlich Willkommen in diesem Forum! Hier bist du nie allein, kannst dir ALLES von der Seele schreiben.


    Für deine Krankheit darfst du dich nicht schämen. Du bist damit nicht allein und schuld sowieso nicht!!! Das mit den Freunden trifft hier auch viele. Auch ich habe damit Erfahrungen gemacht. Damals war ich auch sehr verletzt. Mit ein bisschen Abstand sieht man vieles wieder anders. Du bist im Moment in einem Ausnahmezustand und somit sehr verletzlich. Kinder und Familie sind sehr wichtig und schön,aber können auch viel Kraft kosten. Freunde haben oft Schwierigkeiten mit der Situation umzugehen. Oft gehen dadurch „Freundschaften“ verloren, aber die Krankheit hat mir auch immer wieder neue geschenkt ☺️

    Eltern sind hilflos, wenn das eigene Kind so krank ist ( versuch dir mal Vorzustellen, wie es dir ginge, wenn eines deiner Kinder schwer krank ist) - vielleicht wollte dein Papa nur eine gute,positive Geschichte erzählen! Was er bestimmt nicht wollte, war dich damit belasten.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass du auch nach deiner Krebserkrankung noch eine neue Liebe finden kannst. Er wird dich so lieben, wie DU bist. Mit deinen kleinen Narben und deiner Geschichte und deinen Kindern.

    Deine Unbeschwertheit ist wohl weg, aber es gibt trotzdem noch schöne Zeiten- lass es zu! Dann wirst du dich auch wieder besser fühlen. Gib dir selbst die Zeit die du brauchst und sag deinem Umfeld was du brauchst oder nicht willst- sie werden es verstehen und können dann damit besser umgehen.LG Baybsie

  • Liebe Dany76 ,


    es gibt keinen Grund, dich für deine Erkrankung schämen zu müssen! Krebs bekommen ist einfach Pech und alle, die etwas anderes behaupten, sind naiv. Hier im Forum sind so viele erkrankte Frauen, die ernährungstechnisch alles richtig gemacht haben, die viel Sport machen und immer auf ihre Gesundheit geachtet haben - und trotzdem sind sie erkrankt. Ich bekomme immer wieder die Krise, wenn man mir sagt, ich soll positiv denken, dann habe ich bessere Chancen, dass der Mietnomade auf Dauer verschwindet. Es mag ja entsprechende Studien geben, aber das Problem ist : Der Umkehrschluss ist falsch! Wenn ich also irgendwann einen Rückfall habe, heißt das nicht, dass ich nicht positiv genug gedacht habe...


    Unsensible Menschen werden deinen Weg immer wieder kreuzen. Aber mach dir klar, dass sie einfach nur unsensibel und nicht boshaft sind. Wahrscheinlich sind deine Freundinnen sogar stolz darauf, dass sie gelegentlich - trotz ihres wahnsinnig stressigen Alltags - sich die Zeit nehmen und digital (statt telefonisch) nachfragen, wie es dir geht. Menschen wie dein Vater sind vielleicht auch nur einfach hilflos, weil sie nie gelernt haben, die Gefühle anderer Menschen zu begreifen. Sie wollen nicht verletzen, aber reden einfach nur gedankenlos, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Mit der Zeit wird dich aber möglicherweise irgendjemand unterstützen, von dem du es nicht erwartet hättest. Dein Weg ins Forum ist ein guter Schritt. Hier findest du immer jemanden, der dich ernst nimmt und sich Zeit nimmt.


    Ich wünsche dir sehr, dass du es schaffst, deinen Freunden ehrlich zu sagen, wie du dich fühlst und was du von ihnen erwartest, wenn ihr Freunde bleiben wollt. Von alleine werden sie wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, dass du mehr Kommunikation und mentale Unterstützung brauchst. Also nimm den Hörer in die Hand und aktiviere deine Freundinnen. Wenn sie das nicht verkraften, dann hat die Freundschaft nichts getaugt und es ist nicht schade drum. Es gibt keinen Grund, dich zu verstecken nur weil du im Moment krank bist. In ein paar Jahren bist vielleicht du die Gesunde und die anderen sind krank... Das Leben ist immer für Überraschungen gut.

  • Liebe Dany76 ,was soll ich sagen...ja das Leben kann verdammt ungerecht sein😟 und man darf auch mal mit dem Leben hadern, aber bei allem Mist den wir erleben, darf man das Leben nicht vergessen.

    Die Unbeschwert bekommen wir nicht wieder..was wir bekommen ist eine andere Sicht auf die Dinge.

    Als mein Mann mit 32 J an einem Hirntumor starb war mein großer Sohn 3 und der kleine genau 3 Monate...ich dachte das schaffe ich nie (der kleine noch geplagt mit schwerster Neurodermitis). Also entweder kämpfen oder die Kinder leiden. Leider waren meine Eltern die einzigen die mich unterstützt haben.. 😥

    Den Mann den später kennengelernt habe, hat mich finanziell fast ruiniert...

    Ein paar Jahre später habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und dachte...ja...es läuft es wird alles gut....denkste... 2016 hatte ich einen Schlaganfall... warum wusste keiner, man fand nichts... und dann als zur Krönung 2018 der Brustkrebs 🤔😥

    Ja, ich aber sehr mit dem Leben gehadert, aber es hat mir nicht geholfen...

    Was mir hilft, ist ein Blick auf meine Jungs, meinen Mann....dafür WILL ich leben...und natürlich für mich selbst auch!

    Auch ich dachte ich habe liebe Freunde, kannte sie seit meiner Kindheit...Bei mir hat nicht mal Einer nachgefragt wie es mir geht....sie haben sich nicht getraut... Bullshit..

    Was kam neue Freunde, welche ich noch gar nicht so lange kannte, sie waren da für mich, haben mich motiviert...eine liebe Kollegin hat mir jede Woche eine Motivationskarte mit lieben Wünschen geschickt🤩

    Jetzt bin ich abgeschweift....was ich aber sagen wollte... Das Leben kann noch immer schön sein...schau auf Deine Kinder...geniesse die Zeit mit Ihnen...gönne Dir was und wenn es ein Kaffee in der Sonne ist...

    Eine neue Liebe kommt, wenn Du am wenigsten damit rechnest...und auch neue Freunde kommen oft von Seiten, wo Du es nicht gedacht hättest...

    Ich drücke Dich jetzt aus der Fern🤗🤗... LG Annett

  • Hey Dani,


    erst einmal: Du bist nicht allein! Es gibt hier uns, die wir hier alle herumkrebsen. Und es gibt draußen haufenweise Ex/Herumkrebsende und überhaupt- wieviel Millionen Menschen auf der Welt?


    Ja, Du bist krank. Aber das sind so viele Menschen! Und ich mache da keinen Unterschied wer was hat. Auch "nur" Depressionen kann eine tödliche Krankheit sein. Und auch "nur" Krebs ohne Metastasen kann Quatsch machen plötzlich. Eine mit schlimmsten Bauchspeicheldrüsenkrebs sollte letztes Jahr sterben - ist sie aber nicht (Toitoitoi)! Wir sitzen hier herum und sind am jammern und was macht die? Weiterleben, Spaß haben und macht jetzt Ernährungskurse! Wir können nur das Beste aus der Situation machen. Aber das Beste ist nicht darin zu versacken.


    Und ja: Mir ist das auch peinlich krank zu sein. Sollte es aber nicht. Aber ich bin so eine. Mir ist es auch peinlich aufs Klo zu müssen!🙈😂


    Zu den Freunden/Bekannten: Hab auch grad wenig Lust jemanden zu sehen. Ich glaube einfach deshalb, weil ich erstmal selbst "klarkommen" muss. Ich weiß noch gar nicht recht was ich von jetzt an will und was nicht und wen ich will und was nicht..bin in ner Findungsphase nun ;).


    Das mit dem Neid kenne ich auch: Was die Leute alles planen können! Die bauen Häuser, bekommen Kinder, planen Urlaube und man selbst hängt da.. . Aber: Wir haben die Chance jetzt zu lernen wie man jeden Tag lebt! Die nicht! Ist das nicht geil?!?! Und wer weiß: Die Planungen der anderen könnten auch ganz schnell über den Haufen geworfen werden, wie wir ja wissen, aber das wünsche ich niemandem!


    Und zu den Leuten die Dich fragen wie es Dir geht: Es gibt da feine Unterschiede.

    Bei mir ist es so: 90% der Leute fragen "gut" nach und ich antworte auch gern. Die die bescheuert nachfragen, also wo ich fühle dass da irgendwas nicht stimmig ist, antworte ich sogar etwas ausführlicher, in der Hoffnung dass diese Leute entweder verstehen oder aus meinem Leben verschwinden. Oft ists bei denen glaub ich nur Unwissenheit.


    Jemand fragte mich nach der 2. Chemo ob ich mit der Chemo jetzt fertig wäre: 😂😂😂😂😂😂. Oder: Wie oft ich in der Woche nun Chemo hätte: 😂😂😂 Das meine ich. Die Leute checken es nicht. Und denen versuche ich das zu verzeihen.


    Du könntest mal probieren den Leuten nicht oberflächlich zu antworten, wenn Du denn magst. Weil wenn Du Dich öffnest, könnten die anderen Menschen Dich vielleicht mehr verstehen und anders mit Dir umgehen..ich weiß es nicht?


    Ich bin dankbar über jeden der fragt. Heißt es doch, dass man denen nicht egal ist oder?


    Zu Deinem Vater: Das er sich täglich meldet heißt ja eigentlich auch, dass Du ihm nicht egal bist erstmal oder? ☺ Ja und dass er erzählt, dass alles gut verlaufen ist bei seiner Untersuchung ist doch toll!☺ Je nachdem wie er das gesagt hat, hättest Du (im Fall dass et es doof gesagt hätte) sowas sagen können: Ach super, dass bei Dir wenigstens nichts ist, dann hab ich wenigstwns jemand der sich um meinen Sarg kümmetn kann!😂 Ja ich weiß, schwarzer Humor, ich mag das😂😂🙈🙈.


    Und zur großen Liebe: Tss! Warum solltest Du jetzt nicht mehr liebenswert sein? Man weiß doch nie wie lange der Partner lebt? Vielleicht verliebt sich der Krankenhausarzt in Dich und ihr habt die geilsten 10 Jahre eures Lebens? Lieber 10 tolle Jahre als 25 scheiß Jahre! (Ich hab willkürlich irgendwelche Zahlen geschrieben). Ich hatte mit jemandem mal die tollsten 4 Monate meines Lebens! Es waren nur 4 Monate - na und? Das wichtigste ist doch ne schöne Zeit auf diesem Planeten zu haben. Du schreibst Dir geht es gut? Toll! Dann nutze das! Pass auf dass es so weit es geht dabei bleibt!


    Wir sollten versuchen positiv zu denken. Uns nicht runterziehen lassen. Uns nicht im Übermaß mit dem Schxxx beschäftigen. Noch sind wir nicht tot verdammt. Also leben!


    Jemand sagte zu mir: Der Krankheit nicht so viel Raum geben sollte ich. Boah ich schreib wie Yoda 😂😂..egal.. . Und da ist etwas dran. Natürlich braucht sie auch ihren Raum. Den bekommt sie ja auch..durch Krankenhausbesuche..etc.). Aber wir alle brauchen Raum ohne die Krankheit. So lange das eben möglich ist. Und ich versuche gerade mir diesen zurückzuholen. Vielleicht wäre das auch etwas für Dich? Ich möchte mich so wenig wie möglich mit meiner Krankheit beschäftigen wie notwendig ist. Ich bin kein Arzt. Ich kann nur versuchen in Zukunft so gut es geht für mich zu sorgen. Und mir bei Ärzten Hilfe holen.


    Gerade bin ich derzeit nicht soooviel im Forum. Um nicht darin zu versacken und NUR an die Krankeit zu denken. Weil ich weiß von mir, dass ich damit schnell übertreibe. Ich kann nicht nur kurz vorbeischauen..ich bin dann 2 Stunden unterwegs und komme auf Gedanken die ich vorher nie gehabt hätte...bei mir nährt es die Angst. Aber das muss jeder für sich entscheiden und es händeln wie es passt.


    Falls ich irgendwas doof geschrieben haben sollte tut es mir leid. Ist sicher nicht so gemeint. Bin grad auf dem Weg zur Chemo und grusle ich vorm Port anpieksen ;).


    Falls Du mal nen Kaffee trinken möchtest, sag Bescheid ;).


    Viele Grüße❤

  • Baybsie   cat58   Annett1972   Kumiori

    Ihr Lieben 🤓 Soviele aufbauende Worte zu lesen , da schwindet doch gleich die dunkle Wolke im Kopf . Ich danke euch ❤️
    Gut das wir nicht wissen was in der Zukunft ist und deshalb bin ich auch dankbar das es mir jetzt körperlich gut geht . Wie immer eigentlich 😀

    Das positive ist tatsächlich das ich bewusster werde . Ich habe mich schon vorher viel mit meinem Innenleben beschäftigt , aber bin doch mehr oder weniger unbewusst durchs Leben geschlittert . Schon seltsam das erst eine Bombe einschlagen muss .. denn dann erst begreift man es richtig .
    Muss mich auch noch an die ganzen Arztpraxen gewöhnen .. ich gehöre doch da gar nicht hin .. so fühle ich mich .
    Die liebsten Grüße aus Hamburg und morgen wird schön relaxt 🍀🌸

  • Ich bekomme immer wieder die Krise, wenn man mir sagt, ich soll positiv denken, dann habe ich bessere Chancen, dass der Mietnomade auf Dauer verschwindet. Es mag ja entsprechende Studien geben, aber das Problem ist : Der Umkehrschluss ist falsch! Wenn ich also irgendwann einen Rückfall habe, heißt das nicht, dass ich nicht positiv genug gedacht habe...

    cat58 gaaaaanz genau Cat, genau DAS habe ich auch gedacht, als ich das immer wieder hörte! 😡 Das ist richtig unfair, hab ich gedacht! Wie viel positiv denken reicht denn aus? Gibt es dafür eine Skala?

    Genauso geht es mir bei dem Satz: Patienten die Aktiv bleiben unter Chemo vertragen sie auch besser.

    Da geht mir echt der Hut hoch😡

    Unsensible Menschen werden deinen Weg immer wieder kreuzen. Aber mach dir klar, dass sie einfach nur unsensibel und nicht boshaft sind...

    schön geschrieben Cat. Wenn ich das nur irgendwann schaffe so zu denken wie Du 😘🙂

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  • Kornblume99 genau ..wenn ich solche „Positiv Denkerei“ Sätze höre, gehts bei mir rechts rein und gleich links wieder raus. Sie wollen ja nur helfen . Aber ich denke die Denkerei hat keinen Einfluss auf den Verlauf. Positives Denken hilft es sich leichter zu machen . Ich probiere es gleich mal aus 😀
    Das ist ein enormer Druck den wir von außen bekommen .. Sport, Ernährung, da noch n Mittelchen. Ich red da immer gleich gegen an . Ist vielleicht auch nicht immer gut .
    Ich habe auch positive Gedanken täglich , aber ich kenne eben die Fakten und dann kommen halt wieder andere Gedanken . Ein auf und ab , Tag für Tag. Ich vermisse wirklich die Unbeschwertheit !

  • Liebe Dany76,

    herzlich Willkommen im Forum.

    Du hast ja schon einiges an Therapie hinter Dir. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass die Metas schrumpfen und sich die Nebenwirkungen der Chemo in Grenzen halten.


    Ja, den Spruch, mit dem positiven Denken habe ich auch oft gehört. Irgendwann habe ich ihn einfach überhört 😉


    Ich hoffe, dass Du Dich hier im Forum nicht so einsam fühlst, nette Frauen kennenlernst und Du Kraft tanken kannst. 🍀


    Liebe Grüße,

    Die Bruehlerin

  • Liebe Dany76 ,


    Deine Geschichte hat mich sehr berührt, niemand sollte sich in unserer Situation einsam fühlen. Also erst einmal von ganzem Herzen ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Meiner Erfahrung nach ist es für Freunde und Verwandten nicht leicht die richtigen Worte zu finden. Eine meiner Freundinnen hat meinen Mann gefragt ob sie mal vorbei kommen kann.

    Deine Freunde und vor allem auch Dein Vater machen sich sicher Sorgen um Dich.

    Ich hoffe Du findest hier im Forum gute Gespräche. Du bist nicht allein!

    Liebe Grüße

  • Liebe Dany76 ,

    mir geht es wie dir. Komischerweise kommen mir gerade wenn wieder "positiv Denken"-Sprüche oder geh davon aus, dass alles raus ist bzw. alles gut wird wieder negative Gedanken ... dass man seitens einiger Ärzte belogen, falsch behandelt, nicht ernst genommen wurde und einem bewusst wird, dass all das vielleicht mehr geschadet als genutzt hat usw. Fragt mich dagegen jemand, wie es mir geht, ob soweit (den Umständen entsprechend) gut ist oder wie weit die Therapie ist/man sie verträgt, kann man ruhig drüber reden und es kommen positive Gedanken.

    Als ich den ersten Schock überwunden hatte, hab ich immer gekitzelt, wo bekomme ich schon eine Bruststraffung auf Krankenkassenkosten. Jetzt, wo meine Haare überwiegend weiß wiederkommen, kommt wenn ich drauf angesprochen werde dass andere viel Geld für diese Haarfarbe zahlen. Sicher irgendwie Galgenhumor, aber es bricht das Eis. Ich habe gemerkt, viele nehmen Anteil bzw. möchten es, sind einfach nur unsicher. Wenn sie merken, dass man drüber reden kann, spürt man, dass es ernstes Interesse an dir als Mensch ist.

  • Lieben Dank dieBruehlerin   Buchliebhaberin   ratlos für eure Worte!
    Das Gefühlschaos welches wir erleben , kann wohl kaum ein Nichtbetroffener nachempfinden.
    Ich merke das ich mich langsam mit dem Ganzen arrangiere. Ich will auch nicht immer die Schuld auf andere schieben , weil letztendlich liegt es ganz bei mir . Ich weiß ich sollte auch aktiver auf meine Freunde zu gehen , aber um Aufmerksamkeit zu bitten oder einfach nur da sein , fällt mir schwer .

    Komischerweise war das schon immer meine Schwachstelle . Ich ziehe mich schnell zurück in die Einsamkeit und bedauere mich ..so kenne ich es. Da ist die Krankheit vielleicht sogar nebensächlich . Die Muster sind die selben .

  • Liebe Dany76

    meine erste Reaktion war auch "Ich will niemanden sehen und hören!" Aber die Leute um mich herum waren hartnäckig und haben immer wieder ein offenes Ohr und Hilfe angeboten, da konnte ich nicht anders. Ich musste mein Schneckenhaus verlassen. Aber ich versuchte vorher auch schon auf andere zuzugehen bzw. offen zu sein für neue Begegnungen. Wenn du das nicht kannst, ist es sicher jetzt doppelt so schwer. Vielleicht bittest du ja mal einfach wen um Hilfe, ohne auf deine Erkrankung zu sprechen zu kommen? Vielleicht warten deine Freunde und Bekannten nur auf so ein Signal von dir.

    LG