Mein Leben seit der Diagnose Mammakarzinom

  • Hallo, ich bin Sabrina, noch 3 Wochen lang 38 Jahre alt, verheiratet und Hunde- und Mädchenmama. Ich habe vor genau 4 Wochen beim Umziehen einen Knoten an der Brust entdeckt. Freitags war dann schon ziemlich klar, es ist Brustkrebs und montags hatten wir die Bestätigung. In den letzten 3 Wochen war ich bei etlichen Untersuchungen und Gesprächen, der Port wurde implantiert, die Chemo vorbereitet, das CT war zunächst sauber, jedoch wurde bei der Knochenszintigrafie eine Auffälligkeit gefunden und eine Metastase nicht sofort ausgeschlossen werden, also noch mal ins MRT und letzten Montag, während meiner ersten Chemotherapie kam dann endlich nach einer Woche Zittern die Entwarnung. Also es ist aktuell „nur“ der Tumor in der Brust (G2-3, T1, N0, M0).
    Nachdem nun nach diesem Ärztemarathon langsam etwas Ruhe einkehrt, fühle ich mich ordentlich überrollt und kämpfe mit den ersten Nebenwirkungen der Chemo.

    Meine Tochter ist aktuell mein bestes Antidepressivum und hält mich über Wasser. Mein Mann nimmt mir den ganzen organischen Teil ab und meine Eltern sind allzeit einsatzbereit. Den Kämpfermodus habe ich noch nicht ganz erreicht. Im Moment muss ich mir erst noch die Zeit geben, das alles in meinem Kopf neu zu sortieren und auch mal traurig und wütend zu sein. So viele Leute sagen jetzt „du bist so stark - du schaffst das!“. Ich finde das echt schwierig. Ja ich weiß dass ich stark sein kann. Aber ich muss doch auch mal schwach sein dürfen. Und mich von anderen auffangen lassen. Wer nur starr und stark ist, kann irgendwann zerbrechen. So erlebe ich es zumindest.

    Ich wünsche allen hier anwesenden Frauen viel Kraft und auch einfach eine gute Portion Glück. Ich bin gespannt auf den Austausch mit euch.

  • Beenee Hallo! 💚lich Willkommen

    Das was im Moment in dir vor geht, ist völlig normal nach der Diagnose. Da muss und kann man nicht immer stark sein. Du hast eine tolle Familie und da kannst du dich fallen lassen. Sollte es trotzdem Dinge geben, die du mit deiner Familie nicht besprechen kannst, bist du hier gut aufgehoben. Hier kann jeder sehr gut nachvollziehen, was in dir vor geht.

    Auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt, aber du bist schon mitten im Kampfmodus. Weiterhin alles Gute Liebe Grüsse Baybsie

  • Liebe Beenee ,

    Herzlichen Willkommen. Gut, dass es bei all der besch... Diagnose wenigstens keine Metastasen gibt. Bei mir ist es auch so und darüber kann man schon froh sein.

    Aber ich fühle ganz sehr mit Dir. „Du bist so eine starke Frau. Du schaffst das!“ ist auch mein meist gehörter „Lieblingsspruch. Und ich hab ihn mehr als satt. Ich hab vorher schon oft gelächelt, wenn es mir nicht so gut ging. Wenigstens jetzt hab ich doch auch mal das Recht schwach zu sein.


    Ich glaube, die wissen einfach nicht, was sie sagen sollen und sind froh, wenn sie irgendwas gesagt haben und aus der Situation wieder raus dürfen in der wir gefangen sind.


    JA, lass Dich auffangen und sei auch mal schwach.

    Die die nicht recht wissen was sie sagen sollen, dürfen auch gern mal mit einem makaberen Spruch abgespeist werden.


    Lass Dich drücken und hier kannst Du alles rauslassen, hier werden Dich viele auffangen.


    Liebe Grüße,

    Claudia

  • Hallo Beenee ,


    Herzlich Willkommen. Da hast du ja schon einiges geschafft. Ich hoffe, dass sich deine NW noch einspielen. Hast du auch zunächst EC bekommen?


    Das mit der Stärke musste ich mir auch oft anhören. Man steht da immer so ein bisschen ratlos/fassungslos davor und weiß nicht, wie man reagieren soll. Man will ja nicht urplötzlich vor dem Gegenüber heulend zusammenbrechen, obwohl man sich momentan so fühlt. Ich habe immer in mich reingemurmelt: "ja, genau" oder so etwas und das Thema gewechselt. Fürchterlich. Aber ich denke auch, dass es daran liegt, dass die Leute nicht wissen, was sie sonst sagen sollen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung habe ich das eigentlich nicht mehr gehört. Läuft also unter "Erstreaktion"^^. Ich wünsche dir mitfühlende Freunde und Verwandte und möglichst wenige Nebenwirkungen.

  • Hallo ihr 3, danke für eure aufbauenden Worte. Es tut gut, zu wissen, dass man mit den Ängsten, Sorgen und Problemen nicht alleine da steht...


    Ja bei mir ging es am Montag los mit der ersten von vier ECs und dann 12 Paclis hinterher. Ich bin gespannt.


    Ich hoffe einfach, dass ich bis zur nächsten Einheit in einen einigermaßen vertragbaren „Normalmodus“ zurück finde um neue Kraft zu tanken und einfach zu erfahren, dass ich jetzt nicht nur durchhänge. Klingt zumindest in dem thread zu genau dieser Chemo nicht so, als wenn alle nur noch Rumhängen.


    Für mich schürt das nicht Einschätzbare enorme Unsicherheit und einen großen Batzen Angst. Das verwundert mich aber auch nicht. Ich habe mich schon einmal aus einer Angststörung gekämpft und werde mir auch diesmal wieder externe Hilfe holen.

    Passt auf euch auf und bis bald.

  • Beenee Guten Morgen

    ein paar aufbauende Worte: EC hab ich schon zweimal durch, die ist nicht ohne, aber mir ging es trotzdem gut. Bei mir war die erste Gabe eigentlich immer die schlimmste. Ab dann war ich richtig eingestellt mit den Begleitmedikamenten und geblieben sind niedrige Leukozyten. Mal hab ich die Chemo eine Woche verschoben oder ich hab eine Spritze bekommen, damit die Produktion angeregt wird. Klar ist man nicht mehr so fit, aber für den Alltag zu Hause hat es gereicht 😉die Pacli war bei mir viel verträglicher, da haben nur noch die Fuß- und Fingernägel gelitten. Die Chemo steckt jeder anders weg, da hat jeder seine eigene Geschichte- hilfreich sind hier eher die Erfahrungen was man bei den Nebenwirkungen dann tun kann.

  • Hallo Beenee,

    bin auch bei der 2. EC. Bei der ersten EC gab es auch NW. Habe noch ein Medikament zu meinen Päckchen gegen NW bekommen, Und es geht gut.Ist auch schon wie Baybsie sagt eine sehr individuelle Sache und Kopfkino haben bestimmt sehr viele. Bin auch so ein Kontrolfreak, aber langsam findet man einen Weg für sich und ich denke du bist auch auf den richtigen Weg.

    LG

  • Liebe Beenee,


    Herzlich willkommen in unserem Forum. Bei so einer Erkrankung kann man nicht nur stark sein, das geht nicht. Wenn Du magst, stärken Dir unsere Foris gerne den Rücken für die Therapie. Meine Tochter war damals 3 Jahre alt, deshalb verstehe ich Deine Sorgen sehr gut. Ich wünsche Dir alles Gute und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.