BET - und dann ist plötzlich doch wieder alles anders

  • Hallo,


    kurz zu mir: Ich bin 28 Jahre alt und habe die Diagnose DCIS. Hatte mich deshalb für eine BET entschieden. OP habe ich schon hinter mir, bin total zufrieden mit dem Ergenbis, was ich niemals gedacht hätte und es verheilt alles gut, ich komme in meinem Alltag wieder vollkommen normale zurecht. Außer eben das schwere Tragen aber das übernimmt dann eben jemand anders. Ich hatte mich jetzt schon total mit dem Gedanken angefreundet in 3 Wochen die Bestrahlung zu machen und dann in 6 Monaten die andere Brust angleichen zu lassen, da man den Unterschied schon sehen kann.

    Nun war ich beim Nachgespräch der OP und plötzlich soll die BET nun doch nicht gereicht haben. So ganz habe ich das ganze noch nicht verstanden, ich war zu geschockt und leider konnte meine Mutter dieses Mal nicht mit zum Gespräch, sodass ich mir kaum etwas merken konnte und irgendwie nichts richtig aufnehmen konnte. Das ärgert mich sehr, da ich mich bis zum nächsten Gespräch am Dienstag gerne informiert hätte. Naja.

    Man hat wohl im DCIS selbst aggressive kleine Tumore gefunden und die liegen so, dass man sich nicht sicher sein kann ob im im dahinterliegenden Gewebe auch noch welche sind. Der Arzt rät mir nun zu einer Mastektomie. Über diese hatte ich vorher auch nachgedacht und ärgere mich jetzt ziemlich sie nicht sofort gemacht zu haben. Das ich absolut zufrieden bin mit dem Ergenbis der OP macht es nur noch schlimmer.

    Der Arzt meinte außerdem, dass es noch die Möglichkeit gibt der Brust noch eine Scheibe Gewebe zu entnehmen um zu schauen ob dieses frei von Tumoren ist. Allerdings habe ich hier Angst, dass das dann wie die BET eine weitere sinnlose OP wäre wenn dann doch festgestellt wird, dass dort noch mehr sitzt.


    Und dann kam noch die Aussage meines Arztes: "Sie sind eine Kandidatin für Chemotherapie." Hat mich im ersten Moment total geschockt. Von Chemotherapie war bei mir nie die Rede und plötzlich soll ich eine machen? Wieso, frage ich mich. Ich bin ehrlich, eine Chemotherapie stelle ich mich für mich sehr schlimm vor und ich will sie nicht machen wenn sie nicht absolut unumgänglich ist.

    Dann ließ der Arzt noch etwas fallen, dass ich eine Anti-Hormon Therapie brauchen würde und, dass man meine Eileiter für 5 Jahre stilllegen würde. Ich bin 28 Jahre, ich wollte immer Kinder haben. Ich habe solche Angst, dass ich das nach der Chemo und nach dem Abstellen der Eileiter nicht mehr kann. Das es dann zu spät ist.


    Ich bin einfach vollkommen durch den Wind seit dem Gespräch gestern, bin aber froh in einer Woche das nächste Gepräch zu haben, wo meine Mutter mich begleitet und ich nochmal Fragen stellen kann. Habe mir schon eine kleine Liste angelegt aber mir fällt es im Moment schwer Fragen zu formulieren, weil ich das Problem nicht so ganz verstanden habe. Er hat es zwar zweimal erklärt aber ich war absolut nicht aufnahmefähig in dem Moment. Irgendwas von 30-40 % Risiko, irgendwas wegen meinem Alter... Ich weiß es nicht. Und es macht mich verrückt.


    Warum ich euch jetzt hier schreibe ist, weil ich fragen wollte ob jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat und mir davon berichten könnte. Wie seit ihr mit sowas umgegangen? Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben?

    Ich wäre einfach dankbar über jede Art von Austausch, das hat mir bei der ersten Entscheidung über die OP- Methode auch sehr geholfen.


    PS: Eine positive Nachricht gibt es aber: Die Lymphknoten sind frei ^^

  • Liebe Annanas

    sehr ähnlich habe ich das so erlebt im Sommer letztes Jahr.

    Allerdings war ich da schon 45 und die Aussicht auf Antihormone war für mich nicht so schlimm, da das Thema Kinder für mich ja eh keine Rolle mehr spielte.

    Aber ich hatte auch zuerst eine BET und die war so gut geworden! Irgendwie dachte ich auch zu 99% benötige ich dann "nur" Bestrahlung und eben AHT.

    Dann eine Woche später der Befund: Tumor größer als gedacht, Empfehlung zur Mastektomie und CHEMO! Das fand ich auch erstmal ganz furchtbar. Schlimmer als die Erstdiagnose. Ich hatte dann auch noch einen Lymphknoten betroffen.


    Dein Tumor ist also hormonpositiv. Deshalb die AHT. Und du bist noch sehr jung. Sogar bei mir meinten sie, ich wäre ja "relativ" jung und soll noch lange gesund bleiben. Daher das volle Geschütz. Obwohl ich einen G2 Tumor und einen sehr niedrigen K67-Wert hatte. 5%.

    Weißt du deinen K67-Wert? Bist du in einem zertifizierten Brustzentrum?


    Nehme besser unbedingt zu den nächsten Gesprächen jemanden mit. So viele Infos prasseln auf einen ein. Schreibe dir alle Fragen auf und hake sie im Gespräch ab. Auch zum Thema Kinderwunsch. Da kenne ich mich nicht gut aus. Es gibt sicher eigene Threads zu diesem Thema hier.


    Ich kann dir nur sagen, dass es besser wird, wenn die Therapie anfängt und man sieht, dass es nicht nur unschön ist. Es ist ein langer Weg wenn man viele Wochen Chemo vor sich hat und auf den Kalender schaut. Erstaunlich, dass das Ende der Chemo bei mir schon 8 Monate her ist.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    SanniKa

  • Liebe SanniKa ,

    erstmal danke für deine Antwort :)


    Leider weiß ich meinen K67 Wert nicht, vielleicht erwähnte der Arzt in diesem Zusammenhang 30-40%? Ich weiß es nicht, es kommt auf meine Frageliste. Kinderwunsch steht auch schon drauf.

    Und ja, ich bin in einem verifizierten Brustzentrum und bisher fühle ich mich dort sehr gut beraten und aufgenommen.


    Ich hatte nicht damit gerechnet nochmal so eine Nachricht zu bekommen deshalb dachte ich, dass ich auch gut alleine zu dem Termin kann. Tja, falsch gedacht. Aber zum Glück hat der Arzt gemerkt, dass mich das alles vollkommen überfordert hat und mir dann direkt ein anderen Gesprächstermin angeboten und gebeten, dass ich dann in Begleitung komme.


    Darf ich fragen ob du die Mastektomie dann auch durchgeführt hast? Und wenn ja, wie kamst du damit klar? Habe hier im Forum viel darüber nachgelesen als ich mich über Op-Mehtoden informiert hatte und der Heilungsprozess und das "Danach" scheint da ja nicht ganz so angenehm zu sein wie bei einer BET.


    Chemo stelle ich mir halt einfach total schlimm vor. Besonders das Haar-Thema beschäftigt mich. Darf ich fragen wie das bei dir so war? Ist eine Chemo wirklich so heftig wie man sich die vorstellt?


    Aber auch der lange Ausfall, der durch die erneute OP und die Chemo entstehen würde beschäftigt mich. Ich bin grade erst in meinen Beruf eingestiegen und dann direkt so lange krank zu sein ist eben auch nicht das tollste. Ebensowenig dann evtl. vom Krankengeld abhängig zu sein. Ich habe mich von meinem Freund getrennt und bin grade auf Wohnungssuche, habe den Führerschein angefangen... All das kostet Geld und das macht mir eben auch Sorgen. Aber ich versuche das erstmal hinten anzustellen. Die Gesundheit ist wichtiger. Und eigentlich will ich das ganze ja auch schnell hinter mich bringen.

  • Chemo stelle ich mir halt einfach total schlimm vor. Besonders das Haar-Thema beschäftigt mich. Darf ich fragen wie das bei dir so war? Ist eine Chemo wirklich so heftig wie man sich die vorstellt?

    Liebe Annanas, ich habe leider gerade keine Zeit weil ich zur Arbeit muss :-)

    Wenn du den "Chemo-Thread" anschaust, wirst du sehen, wie unterschiedlich die CHemo wirkt und empfunden wird. Manche können weiter arbeiten, sind nicht durchgehend krank geschrieben. Andere (wenige) mussten auch mal ins Krankenhaus, weil die Immunabwehr im Keller war. Insgesamt steht da ein riesiger BErg an Wochen vor einem, aber es nicht so schlimm, wie man es sich vorher vorstellt. Das habe ich auch erst verstanden, als ich den Infusionsplan erklärt bekam. Jedenfalls war das für mich so. Manchmal war es echt unangenehm und dann konnte ich aber zwischendurch auch schöne Dinge machen. Theater, Reisen (Inland!), Konzerte.

  • Liebe Annanas , erstmal herzlich willkommen hier im Forum, du wirst sehr viele Antworten auf deine Fragen finden.

    Es ist wirklich bitter, dass du erst dachtest, du seist mit einem blauen Auge davon gekommen und dann sowas.

    Bei mir war recht schnell klar, dass ich eine Chemo brauche, a er der erste Arzt sagte auch zuerst, er würde keine für nötig halten. Minuten der Erleichterung und dann hieß es doch, eine Chemo müsse gemacht werden.

    Ich denke, wenn das Ergebnis der Tumor-Konferenz da ist, kannst du dir woanders eine zweite Meinung einholen.

    Bei einem KI67 Wert von 30 oder 40% ist es allerdings sehr wahrscheinlich, dass man es dir rät.

    Ich verstehe deine Angst vor dem Schreckgespenst Chemo sehr gut. Das haben wir alle gehabt!

    Aber, in meinen Augen ist es nicht so schlimm gewesen, wie ich es mir vorgestellt habe. Natürlich geht es einem mal miserabel und es ist eine sehr sehr anstrengende Zeit, aber es ist absolut machbar und mit den Medikamenten, die du gegen die Nebenwirkungen bekommst, auch auszuhalten.

    Die Haare..... Ja, das ist sicherlich ein Thema und es ist auch nicht schön keine Haare zu haben. Aber ich fand es unterm Strich hinterher nicht mehr so tragisch und habe mich sehr über die ersten neuen Haare gefreut und sehe mittlerweile wieder aus wie vorher. 😊Meine Therapie ist im Juni 2018 zu Ende gegangen.

    Lass dich von der Vernunft beraten, nicht von der Angst.

    Ich wünsche dir alles Gute und einen guten Austausch hier 🍀🍀🍀

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Hallo Annanas ,


    ich hatte neben meinem getasteten Tumor auch ein ausgeprägtes DCIS-Areal, sodass bei mir direkt die Mastektomie mit Sofortaufbau (Silikon) gemacht wurde und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und es ist auch alles gut verheilt. Ich fühlte mich aber auch erstmal ziemlich überrumpelt damit, dass die gesamte Brustdrüße entfernt werden muss, aber im Nachhinein war das genau die richtige OP-Methode, da der Tumorbefall der Brust sehr ausgeprägt war.

    Mir wurde ein Tag vor der OP noch Hoffnung gemacht, dass der Wächterlymphknoten frei sein könnte. Kurz nach der OP kam dann die Ärztin und hat mir gesagt, dass viele Lymphknoten befallen waren und ich daher das volle Programm mit Chemo und Bestrahlung brauche. Das war auch erstmal ein Schock. Aber der Therapieablauf ist bei mir aufgrund der befallenen Lymphknoten gegeben.


    Es ist gut, dass du dir deine Fragen vorher aufschreibst und jemanden zum Gespräch mitnimmst. Du kannst dich auch vorher beim Krebsinformationsdienst und ggfs. auch in den Leitlinien zu Brustkrebs über die Richtlinien der Therapieplanung informieren. Mir hat das in den Arztgesprächen sehr geholfen, da ich zumindest annähernd das Gefühl hatte mit dem Arzt auf Augenhöhe zu sprechen. Die Biologie der Tumorzellen ist entscheidend bei der Auswahl der Therapiemethoden (Hormonrezeptorstatus, Her2Neu-Rezeptorstatus, Ki67, Grading). Das bestimmen die Pathologen alles am entnommenen Brustgewebe.

    Lass dir all deine Fragen beantworten und frage immer direkt nach, wenn du etwas nicht verstehst. Du solltest nachvollziehen können, warum du díe Chemo brauchst und Antihormonbehandlung und was diese bewirken sollen.


    Bzgl. Kinderwunsch: Du kannst dich vor Beginn der Chemotherapie von einem Reproduktionsmediziner beraten lassen bzgl. fruchtbarkeitserhaltender Maßnahmen, z.B. Eizellen einfrieren lassen. Mittlerweile bezahlen diese Eingriffe auch die Krankenkassen. Soweit ich weiß ist der Arzt auch verpflichtet dir solch eine Beratung anzubieten, wenn eine Chemotherapie ansteht.


    Du hast auch immer die Möglichkeit, dir eine zweite Meinung einzuholen. Dafür kannst du mit den bisherigen Befunden einfach zu einem anderen Brustzentrum gehen, falls du dich nach dem Gespräch unsicher oder nicht gut aufgehoben/beraten fühlst.


    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass das kommende Gespräch dir mehr Klarheit gibt und wünsche Dir alles Gute für den weiteren Behandlungsweg.


    Liebe Grüße

    Katharina

    Sich eine Minute ärgern, schwächt Dein Immunsystem für 4-5 Stunden. Eine Minute Lachen stärkt Dein Immunsystem für 24 Stunden. :)

  • Chemo stelle ich mir halt einfach total schlimm vor. Besonders das Haar-Thema beschäftigt mich. Darf ich fragen wie das bei dir so war? Ist eine Chemo wirklich so heftig wie man sich die vorstellt?


    Aber auch der lange Ausfall, der durch die erneute OP und die Chemo entstehen würde beschäftigt mich. Ich bin grade erst in meinen Beruf eingestiegen und dann direkt so lange krank zu sein ist eben auch nicht das tollste. Ebensowenig dann evtl. vom Krankengeld abhängig zu sein. Ich habe mich von meinem Freund getrennt und bin grade auf Wohnungssuche, habe den Führerschein angefangen... All das kostet Geld und das macht mir eben auch Sorgen. Aber ich versuche das erstmal hinten anzustellen. Die Gesundheit ist wichtiger. Und eigentlich will ich das ganze ja auch schnell hinter mich bringen.

    Liebe Annanas , ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du mit dem pathologischen Befund völlig überfordert und total schockiert warst. Doch wie heißt es immer so schön, man muss Prioritäten setzen. Und das tust du ja schon, wenn du schreibst, die Gesundheit ist wichtiger. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dein Überleben ist am Wichtigsten, und alles Weitere steht zunächst einmal hinten an.

    Zum Berufseinstieg und zum Thema Geld: Mit der Diagnose Brustkrebs hast du Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis, der als Nachteilsausgleich unter anderem einen verbesserten Kündigungsschutz und einen höheren Steuerfreibetrag mit sich bringt. Bei der Beantragung hilft dir der Sozialdienst deines Brustzentrums. Außerdem gibt es einen Härtefonds - das Thema findest du hier im Forum über die Suchfunktion -, den du möglicherweise in Anspruch nehmen kannst.

    Was die Chemo anbelangt: Toll war sie nicht, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie ich im Vorfeld befürchtet hatte. Ich habe nicht etwa monatelang vor mich hingesiecht, sondern hatte vielmehr neben ein paar schlechten auch viele gute Tage. Und die Haare: Ganz ehrlich - was spielt das für eine Rolle, wenn man durch die Chemo für ein paar Monate seine Haare verliert, im Gegenzug aber noch viele Lebensjahre gewinnt? Zumal sie nach der Chemo ja wieder nachwachsen...

    Wenn du das Für und Wider einer Chemo abwägst, solltest du halt immer bedenken, dass Krebs keine lokal begrenzte, sondern eine systemische Krankheit ist, die den ganzen Körper betreffen kann (in Form von Fernmetastasen). In manchen Fällen lässt sich der Nutzen einer Chemo auch über bestimmte Test (wie z.B. Oncotype) bestimmen. Lass dich dazu gut beraten und hol dir gegebenenfalls eine Zweitmeinung ein.

    Und auch in Sachen Kinderwunsch gibt es Lösungen, wie die Entnahme von Eizellen vor Chemobeginn. Von daher: Kopf hoch und nicht den Mut verlieren!

  • Liebe Annanas ,

    bei mir "entwickelte" sich die Diagnose nach und nach, beim 1.Termin nach Stanze hieß es, BET + Bestrahlung + AHT reichen, Lymphknoten nicht befallen. Also auch blaues Auge.


    Dann hieß es doch Mastektomie, weil doch mehr Krebs in der Brust ist als gedacht.

    Diese war wirklich nicht schlimm, ist jetzt 8 Wochen her und ich lebe quasi ohne Einschränkung und treibe mich auch wieder im Fitnessstudio rum:) Die Brust ist noch komplett taub. Ich hab mir ein Rezept für Physiotherapie besorgt, das tut seeehr gut!

    Nach der Wächterlymphknoten-Entnahme stellte sich raus, dass dieser doch befallen ist. Also noch mal unters Messer und noch mehr L. raus. OP auch nicht weiter wild.


    Es folgte die Chemofrage. Nach 2. Meinung und Genexpressionstest entschied ich mich dafür, in 2 Wochen geht's los.


    Du siehst, man braucht oft viiiiel Geduld und Nerven, bis man letztendlich weiß, woran man ist.

    Hab mir zu Arztgesprächen immer jemanden mitgenommen, das war/ist total hilfreich, weil man ja, wie du selbst schreibst, manches in emotionalen Momenten unter Umständen nicht ganz richtig versteht.


    Bleib zuversichtlich, geduldig und wenns sein muss beharrlich!

    Alles Gute,

    Ontsch

  • Liebe Cookie ,

    ja, mir wurde im ersten Gespräch eben auch gesagt, dass eine Chemo bei mir nicht nötig ist und eine lokale Bestrahlung reicht. Ich hatte sogar Angst vor der Bestrahlung und jetzt eben vorgesetzt zu bekommen, dass ich doch höchtswahrscheinlich eine Chemo machen muss... war im ersten Moment eben echt heftig für mich. Jetzt wo ich ein paar Tage Zeit hatte, freunde ich mich allerdings mit dem Gedanken etwas an. Was sind schon ein paar Haare wenn man danach gesund ist?

    Darf ich fragen wie die Chemo so allgemein abläuft? Wie lange dauert sowas ca? Habe schon gelesen, dass es sehr individuell ist aber würde gerne eine ungefähre Zeitspanne wissen. Immerhin werde ich in der Zeit nicht arbeiten können, oder?


    Liebe Katha-Pult ,

    jetzt wünschte ich mir auch sofort die Mastekomie gemacht zu haben aber ändern kann man es jetzt wohl auch nicht mehr.

    War deine Mastekomie einseitig? Weil das wäre bei mir der Fall und irgendwie habe ich Angst das es asymetrisch wird. Besonders, da die linke Brust ja jetzt durch die BET schon verkleinert worden ist.

    Und, dass es Bestrahlung und Chemo in Kombi gibt wusste ich auch nicht. Wird das dann gleichzeitig gemacht oder wie kann ich mir das vorstellen?

    Ich werde wohl erstmal dem Arzt am Dienstag Löcher in den Bauch fragen. Wenn dann noch irgendwas unklar ist werde ich mich mal nach einem zweiten Brustzentrum umschauen. Den Krebsinformationsdienst anzurufen, darüber hatte ich auch schon nachgedacht nur stelle ich mir das schwierig vor wenn ich mein Problem nicht so ganz erklären kann. Ich denke damit warte ich dann auch bis Dienstag, bis ich dann alles so richtig verstanden habe.


    Liebe Britt ,

    Schwerbehindertenausweis ist schon beantragt, den Antrag hatte ich schon im Krankenhaus bekommen. Kündigungschutz hört sich gt an. Ist nur die Frage ob der auch in der Probezeit gilt? Denn in der befinde ich mich derzeit. Weißt du das zufälligerweise? Weil das wäre dann ne Sorge weniger, die ich mir machen muss.

    Ja, inzwischen bin ich der Chemo auch nicht mehr so abgeneigt. Es wird vielleicht heftig, ich verliere vielleicht meine Haare aber immerhin sind die Chancen danach wieder gesund zu sein höher.

    Wie lange hat die Chemo denn bei dir gedauert? Versuche grade herauszufinden womit ich da ca rechnen muss wegen der Dauer.

    Liebe Ontsch ,

    okay, 8 Wochen hören sich inzwischen gar nicht mehr so schlimm an und das macht mir auch ein bisschen Mut, danke :)

    War es bei dir eine einseitige Mastekomie? Weil die hätte ich ja vor mir und habe etwas Angst, dass das Ergebnis nicht so wird wie ich es gerne hätte. Und hast du das Implantat auf oder unter dem Brustmuskel, dass es so schnell verheilt ist bei dir? Ich glaube ich soll das Implantat zuerst auf den Brustmuskel gesetzt bekommen, wenn das dann ästhetisch nicht ansprechend ist, kommt es unter den Brustmuskel. Wäre dann also wieder eine Op mehr...



    Danke an euch alle für die lieben Antworten <3 Es hilft mir wirklich total mit euch darüber zu sprechen und ich bin unheimlich dankbar, dass ich hier immer auf offene Ohren treffe :)

    Eine Frage hätte ich aber noch an alle, die in einer ähnlichen Situation waren, oder sind, wie ich: Da ich ja an der linken Brust schon brusterhaltend operiert wurde und die Brust damit kleiner ist als die alte, wäre es rein theoretisch möglich die Brust mit dem Implantat wieder auf die alte Größe zu bekommen um eben eine evtl. Angleichungsop der anderen Brust zu vermeiden? Oder wird das dann allgemein so gemacht, dass das Implantat die Größe bekommt, die die Brust nach der BET hat?

  • Darf ich fragen wie die Chemo so allgemein abläuft? Wie lange dauert sowas ca? Habe schon gelesen, dass es sehr individuell ist aber würde gerne eine ungefähre Zeitspanne wissen. Immerhin werde ich in der Zeit nicht arbeiten können, oder?

    Liebe Annanas ,


    wie die Chemo abläuft und wie lange es dauert ist u.a. davon abhängig, was für eine Chemo Du bekommst. Und das wiederum ist abhängig von der Tumorbiologie. Chemo ist ungleich Chemo, darum lassen sich die Fragen nicht pauschal beantworten. Und Deine genaue Tumorformel hast Du ja noch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe.


    Vielleicht magst Du mal in dem Thread etwas lesen, die Chemo bekommen recht viele und dort haben auch Frauen ihre Erfahrungen geschrieben, die andere Chemo-Medikamente bekommen haben. 4 x Ec, 12 x Pacli Dort findest Du nicht nur Erfahrungen, sondern auch viele Tipps.


    Ob Du in der Chemozeit arbeiten kannst und willst, kannst auch nur Du entscheiden. Es gibt hier einige, die haben zumindest teilweise gearbeitet, bspw. Pschureika und giecher71 , andere haben nicht gearbeitet. Das ist ja auch immer ein bisschen abhängig vom ausgeübten Job und eben der eigenen Verfassung, mögl. bestehende weitere Erkrankungen usw.

  • Liebe Annanas ,

    meine Mastektomie war einseitig. Das Implantat hatte etwas mehr Gewicht als die entnommen Brustdrüse (damit es gut sitzt). Die Brust ist nicht größer oder kleiner als die andere, aber deutlich fester - das schmälert die Optik schon...

    Das Implantat liegt unter dem Brustmuskel.


    Meine Chemo wird 6 Monate dauern (4x AC alle 3 Wochen + 12x Pacli wöchentlich).

    LG Ontsch

  • Annanas

    Hallo ich komme zwar aus der Unterleibsecke bin aber genau wie du noch in der Probezeit, ich bin im öffentlichen Dienst und bei uns gilt der Kündigungsschutz nicht während der Probezeit ich weiß aber nicht ob das überall so ist

    LG Manuela

  • jetzt wünschte ich mir auch sofort die Mastekomie gemacht zu haben aber ändern kann man es jetzt wohl auch nicht mehr.

    War deine Mastekomie einseitig? Weil das wäre bei mir der Fall und irgendwie habe ich Angst das es asymetrisch wird. Besonders, da die linke Brust ja jetzt durch die BET schon verkleinert worden ist.

    Und, dass es Bestrahlung und Chemo in Kombi gibt wusste ich auch nicht. Wird das dann gleichzeitig gemacht oder wie kann ich mir das vorstellen?

    Liebe Annanas !

    Meine Mastektomie war einseitig und dank der sehr guten Operateure habe ich eine nahezu perfekte Rekonstruktion meiner Brust erhalten. Klar sie ist deutlich fester als die andere und die halbe Brust ist taub (hatte die OP vor 2 Monaten), aber damit lässt es sich gut leben. Die Ärzte in den zertifizierten Brustzentren sind in der Regel sehr fit in plastischer Brustchirurgie und können viel ermöglichen. Du solltest fragen, ob es möglich ist, dass die Brust nach der Mastektomie wieder annähernd so groß ist wie die andere. Die Option einer Angleichungs-OP hast du allemal.

    Ich habe mich da etwas undeutlich ausgedrückt. Selbstverständlich habe ich erst die Chemo und danach die Bestrahlung. Parallel wird das nicht gemacht, das wäre too much für den Körper. Ich habe insgesamt 4 Monate Chemo, das ist 1 Monat kürzer als die "Standardchemo", da ich in einer Studie bin. Wenn es soweit ist kannst du die Ärzte auch fragen, ob du geeignet für eine Studie wärst. Oft hat man dadurch gewisse Vorteile. Ich habe gehofft, dass mir entweder Chemo oder Bestrahlung oder sogar beides erspart bleibt, daher der Schock, als mir nach der OP gesagt wurde, dass ich das "volle Programm" brauche.

    Sich eine Minute ärgern, schwächt Dein Immunsystem für 4-5 Stunden. Eine Minute Lachen stärkt Dein Immunsystem für 24 Stunden. :)

  • Liebe Tempi ,

    ich glaube die genaue Tumorformel hat der Arzt mir schon gesagt, allerdings konnte ich das in dem Moment alles nicht speichern. Werde da aber nochmal nachfragen um mich besser informieren zu können.

    Und danke für die beiden Threads, werde da gleich mal ein bisschen drin herumstöbern :)


    Liebe Ontsch ,

    danke für deine ehrliche Antwort. Über sowas mache ich mir eben viele Gedanken. Aber eine Angleichung kann man ja zur Not immernoch machen. Auch wenn das wieder eine OP wäre, die ich mir lieber ersparen möchte.


    Liebe bela63 ,

    ich denke da werde ich bei meiner Arbeitstelle einfach mal nachfragen müssen. Aber dafür möchte ich zuerst wissen wie lang meine Ausfallzeit ca. sein wird und das werde ich ja hoffentlich am Dienstag erfahren.


    Liebe Katha-Pult ,

    na das hört sich doch gut an. Mein Operateur hat ja meine BET auch sehr gut hinbekommen, da kann ich also hoffentlich auch ein schönes Ergebnis hoffen :)

    Okay, da werde ich dann mal nachhaken wenn ich weiß ob die Chemo bei mir wirklich durchgeführt werden muss, danke :)

    Ich hoffe dann einfach mal, dass mir zumindest die Bestrahlung danach erspart bleibt. Du hast das ganze jetzt auch noch vor dir, wenn ich das richtig verstanden habe, oder? So oder so wünsche ich dir ganz viel Kraft auf deinem weiterem Weg und danke für deine Antworten, die helfen mir grade echt gut weiter :)

  • Hey :)


    Ich wollte mich nochmal bei euch allen bedanken. Habe das Gespräch jetzt ja hinter mich gebracht und tatsächlich habe ich jetzt die Notwendigkeit der Chemotherapie, der Anti-Hormon-Therapie und der erneuten OP verstanden und allem zugstimmt.

    Durch den Arzt, meine Familie und euch bin ich nun auch der Meinung, dass ich jetzt in meinen jungen Jahres alles tun sollte um den Krebs zu besiegen und das Rückfallrisiko zu verringern. Gerade, weil ich noch so jung bin.

    Werde mir vorher Eizellen entnehmen lassen um später die Chance zu haben noch schwanger zu werden, falls meine Eileiter sich nach der Chemo nicht mehr regenerieren. Das ist für mich nicht die ideale Lösung aber ich bin froh, später die Möglichkeit noch zu haben schwanger zu werden und ein Kind auszutragen.

    Im Moment fühle ich mich sogar tatsächlich sehr gut. Scheinbar hilft es mir genau zu wissen was jetzt kommt. Auch, dass meine Arbeit mir versichert hat, dass ich mir absolut keine Gedanken machen zu brauche. Ich kann wenn ich wieder fit bin wieder einsteigen.


    Also danke für eure Antworten und tolle Beratung :hug:<3