BrienneVonTarth - Seit gestern kann auch ich sagen: Ich habe Brustkrebs

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier schon einige nette und Hilfreiche Beiträge gelesen und wollte mich nun auch beteiligen.

    Ich bin 29 Jahre alt und wohne am nord-östlichen Rand des Sauerlands.

    Vor 3 Wochen habe ich durch Zufall einen Knoten in meiner linken Brust ertastet. Ich hatte "Glück", dass er am Brustansatz gut zu erfühlen war. Direkt am nächsten Tag habe ich es mehrfach telefonisch bei meinem Frauenarzt versucht. Es ging aber keiner ran. Also habe ich meine Mama gefragt, die in der Nähe des Arzts wohnt, ob sie mal schauen kann, ob er Urlaub hat o.ä.. Das Ergebnis war, dass er noch etwa 1,5 Wochen im Urlaub ist. Also was nun? Zur Vertretung gehen? Aber das bringt ja alles völlig durcheinander. Außerdem bin ich noch recht jung. Das wird schon nichts sein. Außerdem bin ich am Vortag gestürzt, vllt ist das eine Art Bluterguss davon. Obwohl ich mir nicht erklären kann, wie da einer hinkommt. Also abwarten und dann sofort nach dem Urlaub zum Arzt.

    Den Montag nach dem Urlaub wieder mehrfach versucht und weil keiner ran ging, direkt nach der Arbeit hingefahren. In den Telefonleitungen und in der Praxis war die Hölle los, aber ich durfte trotzdem bleiben, nachdem ich mein Problem geschildert habe.

    Ich bekam zum ersten Mal Angst, als der Arzt beim Ultraschall hektisch wurde und am Abend unbedingt noch versucht werden sollte in der Radiologie einen Termin für eine Mammographie zu vereinbaren. Das zweite Mal bekam ich bei der Verabschiedung Angst: "ich wünsche Ihnen viel Glück".

    Zwei Tage später hatte ich dann die Mammographie und konnte danach spontan im BZ im Ruhrgebiet eine Stanzbiopsie machen lassen. Das Ergebnis sollte eine Woche später, also gestern, besprochen werden. Leider hatte mein Partner gestern weiter weg eine wichtige Schulung. Da ich zu diesem Termin nicht alleine gehen wollte, musste ich überlegen wen ich einweihe. Damit sich keiner meiner Lieben umsonst Sorgen machen muss, wussten bis dahin nur mein Freund und ich Bescheid. Nach reiflicher Überlegung entschied ich, dass mein großer Bruder mich begleiten soll. Im nachhinein war es das Richtige dieses mal nicht alleine gewesen zu sein. Der Knoten ist bösartig, aber zum Glück wächst er nur langsam. Am Montag werde ich operiert. Da ich vorher noch nie im Krankenhaus war, macht mir das im Moment am meisten Sorge. Die Narkose, Zimmernachbarn und vor allem irgendwelche Drainageschläuche, die aus mir raus hängen. Aber wenn andere das schaffen, schaffe ich das wohl auch.

    Generell fühle ich mich aktuell recht stark und zuversichtlich. Der Sch...er wird es noch bereuen, dass er sich mit mir angelegt hat.

    Dieses Forum ist großartig und ich danke jedem, der sich die Zeit nimmt anderen Mut zumachen.

    Ich habe mir euren Satz zum Kredo gemacht: So schnell wird hier nicht gestorben!

    Jetzt heißt es mich mit meinen Lieben treffen und die Nachricht übermitteln. Ich hasse es anderen Kummer zu machen :(

    Schöne Grüße :)

    Brienne

  • Liebe BrienneVonTarth,


    Herzlich willkommen in unserem Forum. Danke erstmal für das Lob, genauso soll es ein. Gut, dass Du gestern Deinen Bruder mithattest, bei einer solchen Diagnose sollte man nicht alleine sein. Ich wünsche Dir alles Gute und schicke Dir zur Unterstützung ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • BrienneVonTarth Herzlich Willkommen, das geht bei dir ja super schnell👍🏼

    Du hast ja bestimmt vorher noch ein paar Gespräche, auch das für die Narkose. Frag immer was du wissen willst, sag vor was du Angst hast und fordere wenn du was brauchst oder anders haben willst, dann sollte alles gut laufen. Wenn alles gut läuft, bist du die Drainagen schnell wieder los und auch nicht lang im Krankenhaus. Weißt du schon was über deine Operation?

    Ich wünsche dir alles gute und die richtige Einstellung hast du ja schon 😉

  • Hallo liebe Brienne, herzlich Willkommen im Forum, auch wenn es kein schöner Anlass ist. Im Moment fährt das Leben Achterbahn mit dir, aber ich kann dir versprechen, du kommst auch wieder in ruhigere Fahrwasser und das Forum und die tollen Frauen werden dich dabei begleiten. Ich hatte auch einen langsam wachsenden Krebs und wurde nur operiert und mache nun noch eine Antihormontherapie. Ich drücke dir die Daumen, dass du ebenfalls um die Chemo rum kommst. Viele Grüße Anne

  • Hallo ihr Lieben,


    danke für eure netten Worte. Ich bin gestern leider nicht mehr zum Schreiben gekommen, weil ich noch die Einweisung vom FA holen musste, ein paar Leute besuchen musste, um ihnen meine "Neuigkeiten" zu verkünden und war dann noch bei meinem geliebten Pilateskurs, den ich jetzt wohl erstmal ausfallen lassen muss..


    Alice Dankeschön


    Baybsie Michaela63 Ja, ich finde auch, dass es bei mir sehr schnell geht. Aber je schneller das Teil rauskommt, desto besser. Mein FA scheint ein sehr guter zu sein, der sehr schnell reagiert hat. Er hatte mir dann auch eine Klinik empfohlen, die eine Stunde Fahrzeit entfernt ist, aber wohl sehr gut ist. Daher habe ich mich auch für diese entschieden und nicht für die an meinem Wohnort. Meinen schnellen Termin zur Biopsie habe ich wohl dem guten Kontakt zwischen meinem FA und dem Oberarzt der Klinik zu verdanken. Weil meine Anfahrt ja etwas länger ist, wurde der Termin für das Ergebnis der Biopsie nicht 3 Werktage später, sondern 5 Tage später gemacht, damit ich dann auch direkt alle Untersuchungen und Gespräche mit erledigen kann, falls dies notwendig ist und ich nicht nochmal anfahren muss. So war es ja dann auch. Daher habe ich das Staging und die Vorgespräche auch schon durch.

    Ich denke mal, dass meine Operation Standard ist. Ich bekomme zunächst eine leicht radioaktive Substanz gespritzt, um die angebundenen Lymphknoten bei der OP zu identifizieren. Bei der OP wird dann, wenn möglich, am Rand der Brustwarze geschnitten und der Knoten entfernt. Dann noch ein Schnitt unterhalb der Achsel, um die Lymphknoten zu entfernen.

    Der Knoten wird dann für den MammaPrint Test eingeschickt, um zu entscheiden, welche weitere Behandlung notwendig ist. In meiner Erinnerung wird der Knoten sogar nach San Francisco verschickt. Aber das erscheint mir jetzt etwas unlogisch. Vielleicht habe ich das auch falsch verstanden und der Test wurde da nur entwickelt. Aber ist ja auch egal, wo das doofe Teil hinkommt. Ich werde es nicht vermissen. Bis das Ergebnis da ist, dauert es wohl 2 Wochen. In der Zeit wollte ich mich um einen Gentest kümmern, um auch diese Informationen evtl. mit einfließen zu lassen. Der Test wurde mir empfohlen, weil ich noch unter 35 bin, aber vor der Operation ist mir das jetzt doch zu viel. Das Knochenszintigramm wird nach meiner OP, während meines Krankenhausaufenthalts gemacht.

    Michaela63 ich drücke dir auch schon Mal die Daumen :)


    Anne79 Danke, es wäre echt schön, wenn ich um die Chemo drum rum käme. Ich werde in weniger als einem Monat 30 und fände es schön, wenn ich bis dahin wieder einigermaßen fit wäre. Ich Drücke dir auch die Daumen :)


    Ich danke allen und drücke euch auch die Daumen, dass bei euch alles gut verläuft.


    Schöne Grüße

    Brienne

  • Hallo BrienneVonTarth .

    Der Knoten kommt dann zum Onkotype DX Test, der meines Wissens nach ja in Amerika gemacht wird. Der Test kann dir dann eindeutig sagen, ob eine Chemotherapie bei dir sinnvoll ist.
    Ich drücke dir für deine OP alle Daumen der Welt!!

    Ich dachte zunächst auch, ich komme um die Chemotherapie herum und hatte schon einen OP Termin, aber nachdem der hohe Ki-67 Wert kam, und ich eben auch noch recht jung bin (wenn auch älter als du 🤭), war die Entscheidung klar. Nun ist am Montag schon die erste Chemotherapie eingelaufen und ich bin froh, dass wir aktiv etwas gegen dieses miese Ars*** unternehmen!
    Ich wünsche dir viel Kraft und dass du die OP gut verträgst und bald wieder auf den Beinen bist! Wann ist denn dein Geburtstag? Alles Liebe

  • Beenee ja, kann sehr gut sein, dass es der Onkotype DX Test ist. Es war am Mittwoch etwas viel und im Fachwörter merken bin ich sowieso nicht die Beste :D

    Ich wünsche dir, dass du die Chemo gut verträgst und den kleinen Sch***er fertig machst! Wir sind starke, junge Frauen und schaffen das!

    Mein Geburtstag ist der 5. Dezember. Am 7. ist die große Sause geplant und mein Plan ist es wie noch nie ein neues Lebensjahr und generell das Leben zu feiern.

    Schöne Grüße und dir auch ganz viel Kraft

  • Leni48 Ein Onkologe hat gar nicht mir mir gesprochen. Nur die Oberärztin der Gyn. Diese meinte halt, dass sie mir eine Chemo empfehlen würde. Ansonsten hat mich noch niemand beraten.

    Was mich gerade nur erschreckt hat: Nicht heilbar? Wenn ein Fernrezidiv kommt kann man gar nichts machen? Habe ich das richtig verstanden? Das hat mir noch niemand gesagt.. Aber das ist ein guter Tipp für Fragen am 8.1..


    Danke und Liebe Grüße

    Brienne

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  • Hallo BrienneVonTarth , wahrscheinlich ist die Oberärztin der Gyn auch gleichzeitig Onkologin. So ganz klar ist mir auch nicht, warum sie dir zur Chemo rät. Der Nutzen soll unter einem Prozent liegen? Da wäre für mich ganz klar, dass keine Chemo. Niemand kommt auf ein Erkrankungsrisiko von 0%. Und eine Chemo ist nicht zu unterschätzen. Es können Langzeitnebenwirkungen bleiben. Gerade um einer Übertherapierung entgegen zu wirken, haben sich die Krankenkassen dazu entschlossen, die Tests zu bezahlen. Warte mal den Zweitmeinungstermin ab und zur Not machst du noch einen weiteren Termin zur Drittmeinung.


    Zu deiner Frage wegen des Fernrezidivs. Dabei handelt es sich um Metastasen. Wer die hat, gilt als palliativ, d.h. die Krankheit ist nicht mehr heilbar. Mittlerweile wird es dann als chronische Erkrankung angesehen und sie wird mit den verschiedensten Möglichkeiten in Schach gehalten. Ein Lokalrezidiv in der Brust kann natürlich auch beim zweiten Mal wieder so behandelt werden, dass man geheilt werden kann.


    Ich wünsche dir ein aufschlussreiches Gespräch in Düsseldorf. Mache dir einen Fragenkatslog und nimm jemanden mit, da du selbst wahrscheinlich etwas neben dir stehen wirst;).

  • Hallo Teafriend , du sprichst genau meine Meinung aus.


    Gut zu wissen, ich dachte Metastasen könnten dann auch noch mit ner Chemo bombardiert werden und könnten dann auch verschwinden oder, je nachdem wo sie sitzen, auch operativ entfernt werden.


    Aber wie gesagt mal sehen, was in Düsseldorf raus kommt. Ich will ja auch eigentlich, dass es endlich weiter geht und mir nicht unendlich viele Meinungen holen, bis ein Arzt das sagt, was ich hören will. Ein paar Fragen sind schon notiert und mein Freund und meine Mama kommen mit. Hauptsächlich kommen gleich beide mit, weil die selber hören wollen, was mir geraten wird ;)

    Meine Mama hätte auch am liebsten, dass ich die Chemo mache. Sie hat in den letzten 3 Jahre viele enge Vertraute verloren (meinen Vater und meine Großeltern) und hat jetzt natürlich wahnsinnige Angst mich auch noch zu verlieren. Daher hoffe ich, dass die Ärztin sagt, dass eine Chemo nicht sinnvoll ist und meine Mama dadurch etwas ruhiger wird und auch evtl. Fragen stellen kann.


    Schöne Grüße

    Brienne