War im Nachhinein die Chemo eine gute Wahl?

  • Ihr Lieben...ich hatte hier Mal einen Thread eröffnet,der hiess :Atemlos...und nicht nur durch die Nacht...ich möchte niemanden beunruhigen...meine Atemnot wurde auch immer begründet mit Chemofolge...dann aber schickte mich meine Onkologie Mal zum Herzecho...unter der Chemo hatte ich das auch zweimal...war immer in Ordnung und da kamen aber plötzlich fünf!!! Herzdiagnosen als Chemofolge.Wie gesagt,ich will niemanden Angst machen nur sensibilisieren...wenn's gar nicht besser wird.LG Curly

  • Liebe ratlos

    puh, das ist schon mies, wie Di behandelt wurdest.....ich wünsche Dir, dass Du bald Ärzte um Dich hast, denen Du vertrauen kannst und wo Du mit Deinen Sorgen ernst genommen wirst. Fühl Dich gedrückt:hug:

    Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten. 8) (visual statements)


    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. (Alexis Carrel)


    Wer ins kalte Wasser springt, taucht ein in ein Meer voller Möglichkeiten. (finnisches Sprichwort)

  • Liebe SanniKa

    nein, wir hatten nicht dazu geschrieben und ich hatte mir auch vorgenommen, daran glauben zu wollen, dass die Chemo geholfen hat. Leider kommen immer dann, wenn Versäumnisse zutage treten, die Zweifel wieder hoch.

    Aber was du schreibst .... Alter 50, 3/4LK befallen mit teilweiser Kapselüberschreitung aber alles im Gesunden entfernt, niedriger Ki in 9 Tumorfeldern und im 10. ein low DCIS mit etwas höherem Ki67 .... dann bin ich wohl ein Lottofall ... versuchen wir, ob wir einen Treffer haben. Ändern kann ich es eh nicht ... wenn nur nicht diese Sch ... Angst wäre


    ... dass Bestrahlung/AHT damit unnötig verzögert und der Krebs munter weitergewandert ist

    ... dass die Tumorzellen nicht vernichtet sind, sondern sich anpassen

    ... meine vorher trotz Übergewicht gesunden Organe geschädigt sind und spätere Therapien erschweren

    ... ich bei der Nachsorge nicht so engmaschig überwacht werde, dass Rezidive/Metastasen rechtzeitig erkannt werden.


    Wahrscheinlich hab ich gerade nur wieder ein so blödes Tief, weil ich auf Ärzte vertraut habe und das Vertrauen dann enttäuscht wurde. Dazu kommen die einem oft noch so blöde ... ein Betonmast hat mehr Empathie als mancher Arzt.


    Psychoonkologe ... wurde angeblich angeboten, weiß nur nicht wann. Selbst da bekommt man keine Termine.

    Wenn dir das Schicksal Steine in den Weg legt, heb sie auf und bau ein Schloss draus! ;)

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  • Liebe ratlos ,

    das tut mir wirklich alles sehr leid für Dich. Da hast du wohl recht , mit dem Betonmast. ..Ich kenne die " Einfühlsamkeit " der Ärzte leider auch. Meine Ärztin teilte mir am Telefon im August mit, dass sie jetzt für längere Zeit nicht mehr da ist...Es gibt zwar einen Vertretungsarzt, aber er ist nicht auf BK spezialisiert. Zum Glück bin ich jetzt zur Nachsorge in ein BZ gerutscht. Auch wenn sie irgendwann wieder da ist, mir egal, ich gehe ins BZ, da bin ich am besten aufgehoben, da ist alles an Ort und Stelle.

    Ist ja meine Gesundheit. Ich habe in den fast 2 Jahren gelernt, viel zu lesen über Therapien, auch wenn ich mit allen schon durch bin, aber man sollte für alles gewappnet bzw. informiert sein, um eventuell auch Ärzten mal zu sagen, was man eventuell machen könnte. Man muss selbst an so viel denken. Angefangen von Vitamin D Einnahme bis zu den NW der Aromatasehemmer .

    Alles gute für Dich

    L.g.von Amy48

  • Liebe Ratlos.Nach zweimal Krebs und Chemo bin ich auch am Zweifeln mit der Chemo bei mir .Um jede Nachuntersuchung muss man selbst kämpfen,dann heißt es immer das ist nicht nötig und steht nicht in den vorgesehenen Leitlinien.Wenn ich dann was sage, kommt immer auch noch alles von der Chemo die ja schon fast ein dreiviertel Jahr her ist .Die Psyche wird dann als zweites erwähnt.Nach heutiger Sicht wäre ich froh,wenn sie mir mal die ganzen Langzeitschaden die vielleicht bleiben besser erklärt hätten und wie viele auch erst lange Zeit danach erst auftreten.Es ist schön für die Frauen,welche nicht davon betroffen sind.Kommt ja auch immer auf die Tumorart an und was für Chemo gemacht wird .Ich kämpfe jedenfalls schwer mit den blöden Schäden danach.Ist halt bei mir so. Lg Lissy :hug:

  • @ alle Ihr Lieben, bitte verzweifelt nicht oder fragt euch im Nachhinein, ob es klug war, so oder so zu handeln. Hinterher können wir alles besser beurteilen und sind schlauer. Aber zu allem, was ihr durchmacht, sollte euch nicht noch die Frage quälen, ob ihr damals richtig gehandelt habt.


    Die Schicksale hier sind sch... aber versucht nur nach vorne zu gucken oder im Jetzt zu leben. Entscheidungen aus der Vergangenheit zu bereuen kostet nur Kraft. Kraft, die ihr nicht habt oder besser in euer jetziges Leben steckt.


    Keine von euch hat Fehler gemacht.

  • Liebe Kyscia.Du hast ja Recht,aber wenn ständig irgendwelche Anderen Sachen sind .Wenn es bloß für manche Kleinigkeiten sind.Da sind diese Polineuropathien welche bei mir leider schlimmer geworden sind danach .Gut damit lebe ich .Dieser ständige Tinitus ,von Schleimhäuten ganz zu schweigen.Es sind diese tausend Kleinigkeiten .Jetzt ist was gesehen worden in Lunge,was keiner deuten kann ,aber auch erstmal nicht so schlimm ist .Ständig diese Ungewissheit und Warten.Ich glaube jeder steckt da auch anders weg lg Lissy

  • Hallo Ihr Lieben, bei mir war die Chemo ein Grenzfall (nach Oncotype)..man hat mir die Entscheidung überlassen. Ich habe keinen Moment gezögert alle Möglichkeiten auszunutzen die ich habe, egal was da kommen könnte.

    Hätten doch mein Jungs als Kleinkinder schon Ihren Vater an einen Hirntumor verloren.

    Zwischendurch habe ich auch mal gehadert und es hat gut 5 Monate gedauert bis mein Körper die ganzen Wassereinlagerungen hergegeben hat... Ich hatte immer die Aussage meines Gyn im Kopf das es gut 1 Jahr dauert, bis die Chemo aus dem Körper ist.... Jetzt am 11.12.ist die Chemo 1 Jahr her und so langsam bin ich auch wieder geistig komplett da... Mit den starken Knochenschmerzen vom Letrozol lebe ich....es ist wie es ist

    Das Problem ist das kein Mediziner uns genau sagen kann ob sich die Strapazen für uns lohnen, auch wenn wir es gern hätten...

    Ohne Chemo wären aber viele Frauen gar nicht mehr am Leben...wie sagte die psychoonkologin...immer in 5 Jahre schritten denken...so ca. aller 5 Jahre revolutioniert sich die BK Therapie🙏

    Rückblickend wissen wir alle mehr... Aber für mich selbst kann ich später sagen... Ich habe alles getan um gesund zu werden.

    Alles weitere steht nicht in meiner Macht🙏🙏🤗

    LG Annett

  • Hallo Einsiedlerkrebsin,

    ich hatte ja eine OP, bei der schon eine Chemotherapie ca. 2 Stunden im Bauch gespült wurde... eine sogenannte HIPEC. Ich war danach Krebs- und Metastasenfrei. Trotzdem rieten mir die behandelnde Ärzte noch die Absicherungschemo mit 6 Sitzungen mit Carboplatin und Paclitaxel zu machen. Sie sagten zu mir... wer so eine OP macht und diese so erfolgreich übersteht, das es fahrlässig wäre die anschliessende Chemo nicht zu machen. Auch wenn Sie nur zu Absicherung dient um einfach einen Heilungserfolg zu erreichen. Ich habe alles durchgezogen. Heute, 21 Monate später, bin ich gesund, fit, gehe arbeiten und treibe sehr viel sport. Es ist kein Krebs oder keine Metastasen nachweisbar. Mein Blutbild ist auch völlig unauffällig und in Ordnung. Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich diese Art von Behandlung bekommen habe und es durchgezogen hab. Für mich war es nie eine Frage ob ich die Chemo mache oder nicht.

    Ich hatte aber sehr großes Glück mit der Chemo, zwar sind mir alle Haare ausgefallen und ich hatte oft Knochenschmerzen, aber im allgemeinen habe ich diese super vertragen. Keine Wassereinlagerungen, keine Übelkeit, keine Müdigkeit, keine Probleme mit den Nerven. War täglich meine Wanderungen durch den Wald machen, was mir sehr geholfen hat. Es ist erwiesen, dass Bewegung während der Chemo sich sehr positiv auf die Nebenwirkungen auswirkt.

  • Liebe Einsiedlerkrebsin ,

    ich hab es mir fast gedacht, dass Du die Chemo in Frage stellst, weil Du im Moment das Gefühl hast, es geht Dir schlechter nach Abschluss der Chemo. Das klang ja bereits in einem anderen Thread an.


    Wie bereits schon dort geschrieben: Deine letzte Chemo ist nicht einmal drei Wochen her, so schnell hüpft man leider nicht wieder wie ein Flummi durch die Gegend. Nicht umsonst sind zwischen den einzelnen Chemos Pausen, damit der Körper sich halbwegs erholen kann, oder eben gerade so, dass die nächste Chemo stattfinden kann. In der kompletten Chemozeit haben sich Medikamente und Nebenwirkungen kumuliert. Dazu gehören bei manchen auch NWs wie Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme durch Cortison. Du bekommst jetzt außerdem keine Begleitmedikamente mehr, die Nebenwirkungen abschwächen.


    Zur Info nur zum Cortison: Wenn man über mehrere Monate regelmäßig Cortison auch in geringeren Mengen bekommen hat, kann es nach Absetzen erst einmal zu Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen (Kraftlosigkeit, Wassereinlagerungen, Frieren, Müdigkeit, Depressionen usw.). Je nach vorheriger Dosis, Dauer und Art des Cortisons kann es mehrere Wochen dauern, bis spürbar Besserung eintritt. - Und das ist jetzt nur auf das Cortison bezogen, nicht die Chemomedikamente.


    Du musst Dir und Deinem Körper Zeit geben zum Erholen. Das geht nunmal nicht in ein paar Tagen nach 6 Monaten Dauerfeuer mit starken Medikamenten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ab und an frustrierend sein kann, aber es wird besser werden. Mach, was Dir gut tut und Dir Freude macht, Frust trägt nicht zur Erholung bei. :hug:



  • Guten Morgen Ihr Lieben!


    Einsiedlerkrebsin Nein, ich habe meine Entscheidung nie in Frage gestellt, obwohl ich wie SanniKa auch "nur" einen hormonabhängigen G2 Tumor hatte mit KI10% und es vor der BET noch hierß nur Bestrahlung und AHT. Allerdings war ein LK (von 10 entnommenen) befallen und man hat nach der OP in einem MRT noch einen sog. Mini-Satelitten-Tumor gefunden, der dann zu einer Teil-Masektomie (von D auf A/B-Körbchen) geführt hat und die Tumorkonferenz zu einem Oncotype Test veranlasst hat, der einen Luminal B Tumor ergab und damit die Chemo auf den Plan rief.


    Ich habe aber nie gezögert, weili ch schon früher immer gesagt habe, ich würde alles versuchen. Und meine 14jährige Tochter hat mir dazu gesagt, dass sie auch möchte, dass ich alles versuche. Selbst wenn ich dann sterben müsse, aber sie wolle nicht traurig und sauer sein, weil ich NICHT alles versucht hätte...


    Und wie Tempi schon schrieb, lass Dir Zeit, es dauert, bis alles aus dem Körper raus ist. Und dann ganz plötzlich wirst Du irgendwann merken, dass es besser wird (so wie ich eines morgens wieder überglücklich war, meine Wangenknochen wieder zu sehen ;-) ).


    ratlos Puh, wenn ich Deine Geschichte höre, dann bin ich wieder mal sehr dankbar, dass ich mit allen meinen Ärzten so ein Glück hatte (und ich bin auch nur gesetzlich versichert)... Du solltest Dir aber schnellstmöglich einen Psycho-Onkologen suchen, eigentlich müsste Dein BZ auch einen vor Ort haben, zumindestens für ein Akut-Gespräch. Ich glaube nämlich fest daran, dass eine positive Einstellung helfen kann, mit dem ganzen Zeug umzugehen.


    Aber an Deiner Geschichte merkt man mal wieder, wie wichtig auch die Persönlichkeit von Ärzten für den Patienten und dessen Vertrauen in die Behandlung. Ein NC alleine für das Medizinstudium reicht eben nicht...


    Allen anderen wünsche ich weiterhin alles Gute und dass uns der Krebs nicht mehr besuchen mag!!


    LG
    Alltagsheldin

  • Die Grundstimmung hier ist, so scheint es mir, gegen Chemotherapie. Angst ist jedoch ein schlechter Berater

    Allen, die verunsichert sind, ob sie eine Chemo machen sollen oder nicht, möchte ich hiermit ein bisschen Mut machen. Ich habe mich für die OP zu Beginn der Therapie entschieden. Wollte ich so, hat mein Arzt auch mitgemacht. Und dann gleich richtig, Brust ab, weg mit dem Sch...!

    Dannach habe ich sicherheitshalber die Standard-Chemo bekommen (KI 67 war 20%, in Hotspots 35%), Tumor war G2, es waren 4 von 30 Lymphknoten befallen). Es folgten 28 Bestrahlungen und nun 5-10 Jahre Letrozol. Also das volle Programm.

    Mein Standpunkt war und ist, ich habe eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit, da nutze ich alle Möglichkeiten der modernen Medizin, um mein Leben zu retten.

    Das Herz war vor und ist nach der Behandlung laut Herzecho in Ordnung; mein Arzt bescheinigte mir neulich noch ein "Traum-EKG". Auch die letzten Laborwerte waren sehr gut. Neuropathien hatte ich nur wenig unter den Füßen (Dank Igelball?), das hat sich aber zum größten Teil schon wieder gegeben.

    Die Aus- und Nachwirkungen der Therapien können, müssen aber nicht in jedem Fall schlecht sein. Meine Bitte an jede Betroffene: überlegt lange und gründlich!

    LG, Moni13

  • Dieses Thema beschäftigt jeden, der einmal mit Krebs in Berührung gekommen ist. Warum? - weil es noch immer in der Schulmedizin das scheinbar einzige Mittel der Wahl gegen die Krankheit ist. Es wird offen so kommuniziert und man lässt keine Zweifel zu. Zudem wird leider oft dann zusätzlich mit der Dringlichkeit auf das jetzige Handeln in die Psyche des Krebsleidenden eingedrungen, quasi gesagt "sie haben nicht viel Zeit, entscheiden Sie sich jetzt und glauben Sie mir, nur Chemo hilft".


    Dabei geben Mediziner mündlich und schriftlich offen zu, dass es keine Garantie gibt, dass die Chemotherapie helfen wird. es ist die Rede von einer 10-50%igen Chance auf 5 Jahres Überleben. Dabei hat man andersherum eine 100% Garantie, dass die Lebensqualität während der Therapie und einige Zeit danach im Allerwertesten ist. Die einen nehmen dies in Kauf bzw. würden alles dafür tun um das Krebstier loszuwerden (wie gesagt, zwischen 10-50%), andere haben eher lieber 1 Jahr weniger, dafür haben sie eine bessere Lebensqualität (selbstverständlich abgesehen von den krankheitsbeschwerden).


    Niemand kann sagen ob diese Therapie hilft, niemand kann sagen "was wäre wenn...", denn keiner von uns hat die Chance auf den Rewind Knopf. Daher muss jeder für sich selbst die Entscheidung fällen, welchen Weg er geht.



    Meine Mama sollte damals erst keine Chemo gekommen, nur Operation und dann hätte es bei ihrem Frühstadium gereicht, so sagte man. In der Tumorkonferenz wurde lang und breit diskutiert und wir wurden damit konfrontiert dass wir das komplette Paket fahren sollten. Also nach der OP auch Chemo und Bestrahlung in Kombi. Auf die Frage warum, da es ja zuvor nicht notwendig war, nicht über das Organ hinaus ging, nicht gestreut, lediglich ein paar LK betroffen waren, gab es keine Antwort, sondern nur ein böses drängeln, zwingen, beschimpfen, dass wir einen riesen Fehler machen, wenn keine Chemo.

    Zur Bestrahlung wurde nichts gesagt, die kann man ja weglassen, klar, die ist nicht so lukrativ wie die Chemotherapie.

    Ab diesem Zeitpunkt haben wir den Medizinern kaum noch ein Wort geglaubt und das Vertrauen war weg. Man konnte uns nicht erklären warum wir es machen sollen. Meine Mama ist gesundheitlich eh labil, physisch und psychisch ebenfalls. Wieviel der noch verbliebenen Stärke und Lebensqualität bleibt denn, wenn noch eine Chemo auf den Körper einwirkt? Auch diese Frage wurde nicht beantwortet, sondern wurde wie immer nur gesagt, dass man eventuelle Zellen abtöten wolle.

    Wir hatten Angst, und haben die Profitgier regelrecht in den Augen des behandelnden Arztes gesehen und daher die Chemo verweigert. Ja, wir wurden daraufhin nochmals bedrängt, es sei ja ein riesen Fehler.

  • Dabei geben Mediziner mündlich und schriftlich offen zu, dass es keine Garantie gibt, dass die Chemotherapie helfen wird. es ist die Rede von einer 10-50%igen Chance auf 5 Jahres Überleben.

    Liebe Ms.Verzweifelt ,


    schreib doch bitte nächstes Mal dazu, dass es sich bei Deiner Mutter um Lungenkrebs handelt und die Voraussetzungen und Umstände ganz andere sind. Sonst führt das hier zu unnötigen Unsicherheiten.


    Nicht jede Krebsart ist gleich, nicht jede Chemo ist gleich und sogar bei den einzelnen Krebsarten, z.B. Brustkrebs gibt es unterschiedliche Arten.

  • Achso, sorry mir war zwar bewusst, dass Krebs nicht gleich Krebs ist sowohl in gleichen Organen unterschiedlich sein kann, aber auch bei verschiedenen Organen.

    Sorry, mein Fehler.


    Dennoch bleibt die Entscheidung bei jedem selbst und sollte nicht von Ärzten aufgezwungen werden. Das passiert leider sehr oft.

  • Da muss ich Ms.Verzweifelt irgendwie recht geben. Druck durch Ärzte ist kein guter Ratgeber. Genau die Entscheidungen, zu denen man gezwungen wird, sei es Pistole auf die Brust oder überrumpelt, zweifele ich an bzw. diese lassen mein Nervenkostüm bröckeln.

    Hätte man mir damals beim Screening ordentlich erklärt, hätte ich sicherlich nach kurzer Bedenkzeit guten Gewissens zugestimmt, die Biopsie so schnell wie möglich machen zu lassen. Aber kein Wort der Erklärung, einfach nur ... wir machen das jetzt ...

    Hätte man mir meine Tumorbiologie erklärt und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und mich nicht belogen, vor allem hätte man mir die Befunde der Untersuchungen MRT, Skelettszinti, CT erläutert und mich nicht so lala über Nebenwirkungen aufgeklärt, die Chemo wie üblich nach der BET erst nach 8 bis 10 Wochen ....zumindest aber erst wie erbeten nach 5 Wochen begonnen und die Wundnachsorge ordentlich durchgeführt, hätte ich das Wundheilungsproblem nicht bzw. nicht so schlimm gehabt, hätte ich mich vielleicht guten Gewissens zur Chemo entschieden und würde jetzt nicht immer wieder hadern.


    Sorry, aber ich glaube diese Weißkittel wissen gar nicht, welchen Leidensdruck die zusätzlich zu dem aufbauen, den man eh schon mit der Diagnose hat, wenn sie einen so behandeln. Bei mir hat man ja offensichtlich mehrfach gegen die Leitlinien verstoßen. Das ist es, was mich immer wieder zurückwirft, meine Angst füttert.


    Ich habe auch, als die Zweifel an der Chemo aufkamen durchgezogen, weil ich daran glauben wollte, dass mir die Chemo hilft. Dennoch kommt, wenn ich Studien lese oder die Leitlinien die Angst, was wenn die Chemo nicht nur nicht geholfen hat (wäre das kleinere Übel), sondern nicht nur Schaden herbeigeführt hat, weil die tatsächlich wirksamen Therapien verzögert wurden, weil die fehlende Überwachung während der Chemo das Herz angegriffen hat und nötige Therapien in dieser Richtung zu spät kommen. All diese Gedanken verhindern, dass man positiv denken kann. Wie gesagt, ich war nach der ersten Chemo wegen Stechens im Herz in der Notaufnahme, das Stechen ging erst nach den EC weg ... wäre das nicht Anlass gewesen, das Herz zu überprüfen?


    Ja, ich will immer noch daran glauben, dass mir die Chemo mehr geholfen als geschadet hat. Aber das fällt mir derzeit sehr schwer.

    Wenn dir das Schicksal Steine in den Weg legt, heb sie auf und bau ein Schloss draus! ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Forumsregeln

  • Ich finde diesen Thread hochinteressant.

    Um es mal zusammenzufassen: es gibt verschiedene Patientinnengruppen.


    1. Die Grupoe, die die adjuvante Chemo bekamen und immer mit der Ungewissheit leben müssen, ob die Chemo geholfen hat. Einige kommen gut damit klar und glauben fest an die heilende Wirkung der Chemo:).

    In dieser Gruppe befinden sich aber auch häufig Frauen, die eine Tumorbiologie hatten, die sich an der Grenze bewegt, ob Chemo oder nicht. Häufig wurde vor der OP gesagt, keine Chemo, aber dann waren doch mehrere Lymphknoten befallen oder aus G2 wurde G3. Plötzlich kam der Schock, dass doch eine Chemo gemacht werden sollte. Das ist sicherlich schwieriger zu akzeptieren als wenn es von vornherein klar war. Diese Parientinnen hadern sicherlich auch eher mit ihrer Entscheidung.

    Dann befinden sich in dieser Gruppe auch noch Patientinnen, die im Nachhinein mehr Kenntnisse erworben haben und sich jetzt veräppelt fühlen, dass sie mit z.B. einem niedrigen KI Wert eine Chemo gemacht haben. Wenn dann noch das Gefühl entstanden ist, dazu gedrängt worden zu sein, ist klar, dass man das Gefühl hat, die falsche Entscheidung getroffen zu haben:thumbdown:.

    Und am meisten vom Leben veräppelt fühlen sich natürlich diejenigen, die einen Test haben machen lassen (Oncotype oder dergleichen) und sich aufgrund des Testergebnisses zu einer Chemo durchgerungen haben und trotzdem ein Rezidiv bekommen haben. Da ist es doch klar, dass man die damalige Entscheidung bereut.


    2. Dann gibt es noch die Gruppe der Patientinnen mit neoadjuvanter Chemo. Bei den meisten schlägt die Chemo an, sie haben vielleicht sogar eine pcR. Diese Gruppe nimmt die NW hin, sie wissen, dass die Chemo ihnen das Leben gerettet hat:P. Bei den wenigen anderen mit Chemoresistenz sieht es anders aus. Sie wären ohne Chemo besser dran gewesen. Und dass die Ärzte erzählen, man wüsste nicht, ob sich die Tumorbiologie nicht auch ohne Chemo verschlechtert hätte, halte ich für eine Form der Selbstberuhigung. Sie wollen sich im Nachhinein keine Vorwürfe machen, dass sie Patientinnen dazu geraten haben, eine Chemo zu machen.


    Letztlich kann es aber niemand voraussagen, ob eine Chemo anschlägt oder nicht. Mit dem Ergebnis, wie es jetzt nach der Chemo vorliegt, hätte ich persönlich keine Chemo gemacht, aber natürlich war die Entscheidung für die Chemo aus damaliger Sicht richtig.

    Wie hier schon jemand schrieb, wir können unser Leben nicht zurückspulen und es kostet viel Kraft mit der Entscheidung zu hadern. Ich kann meine Entscheidung nicht ungeschehen machen und nehme es jetzt einfach so hin. Die nächsten Entscheidungen, z. B. bei einem Rezidiv trifft man sicherlich anders, weil man einfach mehr weiß und sich gegenüber den Ärzten besser informiert zeigen kann und sich nicht mehr zu irgendetwas drängen lässt.


    Das waren so meine Gedanken zu diesem Thema. Ich hoffe, ich bin euch damit nicht auf die Nerven gefallen oder auf die Füße getreten8).

  • Interessanter Thread.

    Ich hatte bei TN BK auch keinerlei Zweifel am Nutzen der Chemo und hab diese deswegen bis heute nicht hinterfragt. Abgesehen davon wird man hier als Patient nicht wirklich gefragt, da läuft noch alles ziemlich autoritär ab und die meisten meiner Mitpatienten haben die Verantwortung auch gerne in die Hände der Ärzte abgegeben.

    Bei mir ja leider adjuvant also keine Ahnung ob meine Krebszellen darauf reagiert haben oder nicht.

    Was mich in diesem Zusammenhang aber immer mal wieder umtreibt ist der Unterschied im Protokoll- also die Chemo-Dröhnung die man erhält. Die war ja bei mir ziemlich reduziert, im Vergleich zu Deutschland. Die Antwort der Ärzte damals war dass man denkt das Nutzen-Risiko Profil rechtfertigt dieses Chemoprotokoll. Und ich muss auch wirklich sagen, im Vergleich zu einigen hier im Forum waren meine Nebenwirkungen relativ überschaubar.


    Ich fiebere ja meinem dritten Jahr entgegen, dann wird sich weisen, ob es Gründe gibt meine abgespeckte Chemo zu bedauern.

  • Liebe Teafriend .Ich habe auch beim Rezidiv sechs Zycklen Chemo durchgehalten.Carboplatin und Gemzar .Ich hätt eine Woche Pause im Monat.Es war genau vor einen Jahr .Sie haben mir damals auch gesagt ,wäre das einzige Möglichkeit.Die Entscheidung soll jeder selbst treffen,ich selbst würde mich jetzt viel besser vor allen informieren,denn ehrlich irgendwie habe ich damals nur funktioniert. In unserer Situation kann auch nur jeder für sich selber und aus seinen Erfahrungen schreiben,denn kein Mensch weiß ja, was der andere durchlebt hat . Jeder egal was er hier denkt oder schreibt ,hat einen großen Respekt verdient.lass dich mal umarmen.lg Lissy

  • Da liegt der Hase im Pfeffer wenn ihr mich fragt.

    Man funktioniert nur noch und kann kaum einen klaren Gedanken fassen bei einer solchen Schock Diagnose. Und dann kommt der Arzt mit enormer Erfahrung / Wissen / Kompetenz aber auch mit einer großen Portion unternehmerischen Denkens und sagt einem, dass die Zeit drängt, man eigentlich keine Wahl hat denn nur eine Chemo könne heilen. Ohne überlebt man nicht.


    ... Nebenbei klingelts in der Kasse :/