Wie kann man Mut machen?

  • Hallo zusammen.


    Meine Mama ist 82 Jahre alt und diese Woche an Brustkrebs operiert worden. Heute, kurz bevor sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat sie erfahren, dass sie nochmal nachoperiert werden muss, da wohl nicht alles entfernt wurde. Jetzt hat sie fürchterliche Angst und ist nur noch am Weinen. Auch vor der OP diese Woche hatte sie unendliche Angst - hauptsächlich aber vor der Narkose.

    Obwohl ich mittlerweile viel nachgelesen habe und weiß, dass eine zweite OP nicht unbedingt unüblich ist, weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Vor allem weiß ich nicht, wie ich ihr Mut machen soll, da ich selbst sehr große Angst vor dieser 2. OP habe.

    Woraus schöpft Ihr Euren Mut und Eure Zuversicht? Und wie könnt Ihr dies an Eure betroffenen Angehörigen weitergeben? :?::?::?:

    Warum muss man mit 82 noch so eine sch.. Krankheit kriegen?


    In der Hoffnung, dass Ihr mir ein paar hilfreiche Tipps geben könnt....

    Luckygirl

  • Liebe Luckygirl

    Erst einmal sei lieb Willkommen hier bei uns im Forum :hug:

    Es tut mir leid das deine Mama an Brustkrebs erkrankt ist sie sollte auf ihre älteren Tage das Leben genießen und reisen und einfach nur zufrieden sein . Ist sie brusterhaltend operiert worden und ist nur die OP und Bestrahlungen geplant oder soll sie auch noch eine Chemotherapie bekommen ? Weißt du die Tumorbiologie ?
    weißt du ich denke das sie die zweite OP sicher auch gut verkraften wird , es gab doch bei der jetzigen OP keine Probleme oder ? Ich habe hier gelesen das eine Nachresektion von den Frauen hier als nicht schlimm geschildert wurde . Soll es bei der OP um eine Nachresektion gehen oder eine Entfernung der Brust ?
    Ist deine Mama denn sonst fit wie ein Turnschuh ? Klar machst du dir viele Gedanken und hast auch Angst ......aber ihr könnt euch sicher sein das sie wieder sehr gut auf deine Mama aufpassen werden im OP ....ganz ganz sicher .
    Bitte habt die Zuversicht das alles gut gehen wird . :hug:

    Sie wird das schon richten ...weißt Mamas haben Kraft ohne Ende :hug:

    Tröste sie und sprich ihr Mut zu , das wird sie stärken 😘

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Bisher wurde sie brusterhaltend operiert. Von einer Brustabnahme war auch nie die Rede. Jetzt heißt es aber: sollte es noch zu einer dritten OP kommen müssten sie die Brust entfernen. Direkt nach der OP haben sie ihr gesagt, dass es zu 80 % gut gelaufen sein, die restlichen 20 % aber erst nach dem endgültigen Pathologiebefund gesagt werden können. Und das war dann gestern der Schock.

    Meine Eltern leben beide noch und sind ziemlich vital. Daher war ich auch nicht bei den Untersuchungen dabei und weiß nur, dass es ein Tumor Größe 2 war.

  • Liebe Luckygirl,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Leider passiert es öfter, dass eine 2. OP gemacht werden muss. Mit dem bloßen Auge kann man halt doch nicht alles sehen - der Pathologe hat bessere Untersuchungsmethoden. Wenn Deine Mutter die 1. OP gut verkraftet hat, kann man davon ausgehen, dass es auch bei der 2. OP so sein wird. Vielleicht magst Du hier noch einmal Kontakt aufnehmen und fragen: https://www.krebsinformationsdienst.de/. Ich wünsche Euch alles Gute und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Liebe Luckygirl ,


    Bitte bleibt erst einmal ganz ruhig. Bei mir war es ähnlich. Es musste bei der ersten OP nachgeschnitten werden und dann haben sie mir gesagt, in 30 % der Fälle muss nochmal nachgeschnitten werden. Im Internet stand 10 %. Wenn wir das mitteln, sind wir bei 20%.


    Bei mir ist es gut gegangen und hoffentlich geht es bei deiner Mama auch gut. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Also erstmal Kopf hoch. Bei mir saß der Tumor nah an der Brustwarze. Ist die befallen, wird die Brust immer ganz abgenommen. Für mich war es auch die Hölle, obwohl ich es wahrscheinlich irgendwie ertragen hätte. Hauptsache den Krebs los werden.


    Ich hatte Glück. Ich drück euch ganz fest die Daumen für ein gleiches Ergebnis.


    Es sagt wenigbbis nichts über die Heilungschancen aus, ob die Brust komplett entfernt werden muss oder nicht. Bei mir wären die Wahrscheinlichkeiten genauso gewesen wie wenn die Brust abgenommen worden wäre.


    Aussagekräftiger ist: wie groß ist der Tumor gewesen, wie viele Lymphknoten befallen sind, welche Tumorbiologie hat der Tumor? G1, 2 oder 3, hormonabhängig oder nicht, her2 plus positiv oder nicht...


    Mein Tumor war 3 cm, also auch Größe 2, und meine Ärzte finden das nicht soooo dramatisch. Ich find, es war ein Monster.


    Nun ist deine Mutter sehr alt, da freue ich mich mit ihr, dass sie offensichtlich so lange sehr gut gelebt hat. Niemals ist es schön, eine solche Krankheit zu bekommen. Ihr solltet genau hin schauen, was an Therapie sie vertragen könnte und worauf man besser verzichten sollte. Mein Vater ist im vergleichbaren Alter an Gallenblasenkrebs erkrankt und hatte ohne Chemo noch 3 super schöne Jahre, obwohl der Krebs schon in die Leber gewachsen war (keine Metastasen). Meine Oma ist auch im vergleichbaren Alter an BK erkrankt und hat gar nichts machen lassen. Sie sagte, wenn das ihr Schicksal sein sollte, würde sie es annehmen. Das Biest war nicht schön, aber sie ist relativ gut damit über 90 geworden und war sehr glücklich. Bei ihr war das Glas immer halb voll. Es gibt auch andere Fälle, aber erstmal sieht es so aus, als könne alles gut gehen.


    Wenn deine Mutter keine Metastasen hat, sieht es insgesamt sehr, sehr gut aus.


    Wie man Mut macht? Das hängt von deiner Mama ab. Alles, was ihr gut tut, alles was sie zulässt, gute gemeinsame Zeit. Spazieren gehen, weil Sport super gegen den Krebs ist. Wann braucht sie Ruhe, wann Abwechslung? Sie hat eine tolle Tochter, die sie liebt und sich sorgt. Das ist das beste, was sie haben kann. Und da du so bist, ist sie eine wunderbare Mutter.


    Seid einfach füreinander da und ehrlich zueinander, dann kann eigentlich nix schief gehen zwischen euch.


    Alles Gute und LG


    Sonnenglanz

  • Ich bin auch zweimal operiert worden. Vor der OP hatte ich keine Angst, weil ich den Ablauf ja schon kannte. Es wurde der gleiche Schnitt nochmal aufgemacht, so dass es auch optisch keinen Unterschied macht, der Schnitt wurde nur etwas Richtung Achsel verlängert, um weitere Lymphknoten zu entnehmen. Bei der zweiten OP weiß man ja schon, dass man das Narkosemittel verträgt usw. daraus kann man Zuversicht schöpfen.

    Mein Mantra, wenn ich zwischendurch wieder in ein Loch falle und jede Zuversicht verliere ist: auch das wird vorübergehen, und dann kümmere ich mich um den nächsten Schritt.

    Wenn du es irgendwie einrichten kannst, begleite deine Mama zu den Terminen. Es wird euch beiden gut tun, wenn ihr möglichst viele Informationen habt, schreibt auch Fragen vorher auf und habt keine Scheu sie solange zu stellen, bis ihr Antworten bekommt. Leider sind viele Ärzte nicht von sich aus auskunftsfreudig :-( aber es ist ihr Job, uns aufzuklären.

    Ich wünche deiner Mama alles Gute!

  • Liebe Luckygirl

    ich hatte Glück, während der OP wurde per bildgebenden Verfahren das entfernte Gewebe angeschaut und ein Nachschnitt empfohlen. Ich wusste aber auch, der Pathologe hat das letzte Wort und der hat es bestätigt.

    Ich denke, man sollte es so sehen, dass Die Ärzte so wenig Gewebe entfernen wie möglich und so viel wie nötig. Daher ist manchmal ein Nachschnitt erforderlich. Es ist also nichts, was euch Angst machen muss. Natürlich ist in so einem Alter jede Narkose ein Risiko. Wenn aber die Ärzte das Risiko für zu hoch ansehen, würden sie selbst Abstand nehmen. Eine misslungene OP, wenn der Patient auf dem OP bleibt, ist immer auch für der Operateur belastend.


    Vielleicht hilft euch der Gedanke weiter, dass die Zellteilungsrate mit dem Alter abnimmt. Deswegen werden ältere Leute oftmals bei Krebs nicht mehr operiert. Ich denke, deine Mutti muss trotz Krebs in einem guten Allgemeinzustand sein, sonst würde man es nicht tun. Glaub mir, ich heule seit der Diagnose auch dauernd, manchmal scheinbar ohne Anlass. Nehmt euch in den Arm und macht euch gegenseitig Mut. Nehmt euch was Schönes vor und plant das bevorstehende Weihnachtsfest oder sowas. Das lenkt ab.