Eierstockkrebs mit Aszites

  • Hallo,

    ich bin vor ca. 12 Wochen wegen eines mutmaßlichen Blähbauches bei meinem Hausarzt gewesen.


    Dieser konnte im Ultraschall nichts feststellen, hat mich aber zum MRT im Krankenhaus angemeldet. Nach 6 Wochen warten wurde im MRT Bauchwasser festgestellt.

    Ansonsten wurde nichts erkannt.

    Daraufhin wurde 3 Tage später ein CT gemacht. Das Bauchwasser hat sich bestätigt.

    Ansonsten wurde wieder nichts weiteres gefunden.

    Zur weiteren Klärung wurde ich danach ins Krankenhaus eingewiesen. Darmspiegelung und Magenspiegelung blieben ohne Ergebnis.

    Der Gynäkologe hat dann Eierstockkrebs diagnostiziert. Aufgrund des Bauchwassers wird auch vom Befall des Bauchfells ausgegangen. Weitere Aussagen kann man wohl erst nach Öffnung des Bauches machen.

    Momentan wurde ich erstmal mit einem CA125 Wert von ca. 1000 nach Hause entlassen und warte nun seit 3 Wochen auf die OP. Diese wurde leider nochmal verlegt, da das OP-Team vorher nicht mit den entsprechenden Ärzten besetzt werden konnte.

    Leider geht es mir psychisch sehr schlecht.


    Kann mir jemand etwas Hoffnung machen?

  • Liebe Crissi ,


    willkommnen hier in diesem Forum, such wenn der Anlass äußerst bescheiden ist.
    Ich bin auch eine EK Frau und hatte 4 l Bauchwasser. Meine OP war letztes Jahr im Februar. Der Tumor zeigt sicherst sehr spät bei den bildgebenden Verfahren, es ist also nicht ungewöhnlich, dass man erst nal nichts gesehen hat. Ein Glück ist es jetzt aber festgestellt und Du wirst nicht weiter im Kreis rumgeschickt. Ich habe auch einen Monat auf die OP gewartet, weil der Operateur nicht zur VC Verfügung war. Das strapaziert ungemein die Nerven, aber glaube mir es ist ungemein wichtig, dass die richtigen Menschen am OP Tisch stehen. .da braucht es einen Gynäkologischen Chirurg, einen Darmmenschen und sicher einen Spezi für das Bauchnetz, mindestens. Bei mir waren sie zu sechst, und das dauert manchmal, bis das Team steht.
    bitte verzweifle nicht, auch wenn es schwer fällt. Die gute OP ist die halbe Miete bei diesem Krebs. Alles weitere musst Du eh abwarten, also wie weit ausgebreitet, welche Chemo, etc. dazu muss der Pathologe seine Einschätzung geben.
    hab Mut und bleibe zuversichtlich, es kommt nicht auf eine Woche an, auch wenn es Dir die Nerven zerreißt. Du kannst hier gerne immer schreiben und fragen stellen, hier sind viele hilfsbereite Feaurn, irgendeine von uns ist immer online.

    Ganz liebe Grüße

    Löwenzahn

  • Hallo Crissi . Ich kann mich Loewenzahn60 nur anschließen. Hier kommt es glaube ich auf eine Woche mehr oder weniger nicht an. Es klingt seltsam, aber die finale Diagnose kann oft erst nach der großen Bauch OP gestellt werden. Diese OP ist sehr wichtig, und deswegen sollte hier auch wirklich nur ein erfahrenes Ärzteteam (gyn. Onk) , oft in einer multidisziplinaren Zusammensetzung, ans Werk gehen. Am besten bist du in einem der zertifizierten gyn. Krebszentren aufgehoben.


    Wie mir das im Okt 2015 eröffnet wurde (mit 10 l Bauchwasser und einem ca125 von über 4500), war ich erst mal nicht sehr kooperativ.. 'Wie, Sie können mir nicht genau sagen, was da während der OP gemacht wird? Das geht gar nicht. Ich möchte selber entscheiden; zur Not wecken Sie mich eben kurz aus der Narkose auf...' . Ich rechne es dem beratendem Arzt hoch an, dass er mich nicht ausgelacht hat an dem Punkt. Inzwischen habe ich verstanden, dass es wirklich schwer vorherzusagen ist, was genau in der OP passieren wird, v.a. wenn die Bildgebung unklar ist. Deswegen ist ja der erfahrene Gyn-Onk Chirurg im Einsatz. Im Prinzip muss man hier einfach Vertrauen haben.


    Ich glaube dir aber, dass du momentan ein Nervenbündel bist. Das ist die schlimmste Zeit jetzt gerade. Sobald klar ist, was das Bauchwasser verursacht , und du die ersten paar Tage nach der OP hinter dir hast, geht es aufwärts. Dann geht es dir stetig besser und es wird einen definitiven Angriffsplan geben (oder vielleicht ist nach der OP gar keine weitere Behandlung mehr nötig).


    Vielleicht kannst du ja das Klinikteam bitten, etwas vom Bauchwasser zu drainieren, damit es nicht allzu beschwerlich ist, während du auf die OP wartest? Ansonsten git: Halt durch, ziehe Deine Familie und Freunde als Rückhalt heran, und mach am besten einen Schritt nach dem anderen.

    LG, Chinchie

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    Disclaimer: Ich bin kein Mediziner, hoffe aber trotzdem darauf, hier mitreden zu duerfen. :) Wuensche euch allen das Beste, und ein langes Leben, auch mit dem Schalentier.

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  • Hallo und vielen Dank für Eure aufmunternden Worte.

    Es ist schön auch mal etwas positives zu hören.

    Leider habe ich bisher zuviel im Internet gelesen. Das ist ja alles der pure Horror.

    Das es nicht leicht wird und ein schwerer Weg ist mir klar, aber ich versuche positiv zu sein. Nach der Verschiebung der geplanten OP wollte ich die Brocken schon hinwerfen und habe ich fast aufgegeben. Mir geht es psychisch sehr schlecht.

    Aber meine Familie hat mir erstmal in die richtige Bahn zurück geholfen und mir klar gemacht zu kämpfen.

    Ist es eigentlich normal das man im MRT und CT nichts sehen kann? Z.B. bei den anderen Organen, Bauchfell etc..

  • Hallo Crissi,

    bei mir wurde am 19.01.2018 Eierstockkrebs mit Bauchwasser und allem drum und dran entdeckt. Muss aber mindestens schon seit Sommer 2018 in meinem Bauch merkbar gewesen sein, da mein Bauch sich immer komischer angefühlt hat. Operiert wurde ich dann am 16.02.2018. Also fast einen Monat nach Erstdiagnose. Grund war, es musste das gesamte Ärzteteam vorhanden sein, mit allen Spezialisten, um diese OP durch zu führen. Lieber ein bisschen auf die OP warten und die Tage noch genießen, wenn möglich, als sich mit anderen OP-Teams zu frieden zu geben. Auf ein paar Tage hin oder her kommt es hier nicht mehr an. Wichtig ist das Ergebnis nach der OP und da muss alles stimmen!

    LG

  • Liebe Crissi !


    Das ist leider das Heimtückische am EK, dass er sich so lange verbergen kann. Auch "hinter" CT-Bildern. Mein CT nach der laparskopischen Tumorentnahme war völlig bland. Als der Bauch offen war, stellte sich ein anderes Bild dar. Das soll Dich nicht erschrecken, sondern als

    Erklärung dienen.


    Wie meine Vorschreiberinnen bereits betonten, ist sehr wichtig, dass erfahrene Operateure am OP-Tisch zusammenarbeiten, damit alles sichtbare Tumorgewebe entfernt wird. Das ist eine "kitzelige" Kleinarbeit, die sorgfältig abgearbeitet werden muss. Da ist es besser, ein paar Wochen drauf zu warten, bis das Team "steht".


    Gut, dass Du nach furchteinflößenden Infos im Net hier im Forum "gelandet" bist. Hier bekommst Du neben hilfreichen Informationen auch Trost und freundliche Unterstützung.

    Alles Gute für die kommende Zeit! Es wird kein Spaziergang, aber es ist zu schaffen. :thumbup: Schön, dass sich Deine Familie hinter Dir zusammenstellt und Dir den Rücken stärkt.

    Viel Kraft und Geduld! LG ML

  • Hallo Crissi, wo wirst Du denn operiert? Ist es ein Kompetenzzentrum? Das ist sehr sehr wichtig. Diese Diagnose zu bekommen reißt einem die Füße weg. Das haben wir alle erlebt. Aber man darf nichts überstürzen, es kommt jetzt wirklich nicht auf ein paar Wochen an. Das allerwichtigste ist, dass Du tumorfrei operiert wirst und das könne wirklich die Ärzte vom Kompetenzzentrum am Besten. Ich wünsch Dir viel Glück...und Kopf hoch❤️

  • Hallo Alma,


    es ist leider nicht so das es kein ausgewiesenes Kompetenzzentrum ist.

    Aber der Schock nach der Diagnose saß so tief, dass wir (meine Familie und ich) erstmal an nichts denken konnten und nur schockiert waren. Der erste OP-Termin war dann ja auch gar nicht so spät, so dass ich mich der Situation einfach hingegeben habe. Jetzt hoffe ich das Beste und vertraue einfach den Ärzten.


    Wenn ich dein Profil sehe, müsstest du ja eine ähnliche Diagnose wie ich gehabt haben.

    Wie ist es dir denn ergangen? Ich hoffe du bist tumorfrei operiert wurden und dir geht es den Umständen entsprechend gut. Wann wurdest Du operiert und wie war dein weiterer Werdegang? Kannst Du ein einigermaßen ordentliches Leben führen?

    Mir wurde gesagt, dass ich nach der OP sehr schnell die erste Chemo bekomme.

  • Hallo!

    Ich wurde letzten Freitag operiert. Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter raus und ein Stück des Darms. Konnte aber wieder zusammen geführt werden, so dass ich keinen künstlichen Ausgang bekommen habe. Da bin ich froh!

    Für 2 Tage lag ich auf Intensivstation. Danach wurde ich auf Normalstation verlegt.

    Ergebnisse gibt es angeblich noch nicht. Mache mir große Sorgen, ob alles weggenommen werden konnte. Eigentlich ist das Ergebnis der Untersuchung doch klar. Worin können die Unterschiede des „schlechten“ Ergebnisses sein?

    Ich muss sagen, dass ich mich noch immer nicht gut fühle. Bin noch komplett verkabelt und habe noch überall Schläuche. Wann habt Ihr Besserung verspürt?

    Gestern habe ich das erste Essen, eine Suppe, bekommen. Vielleicht geht es jetzt langsam besser.

    Erstmal viele Grüße!

  • Liebe Crissi . Hoffentlich geht es dir jetzt, 2 Tage nach Deinem Post, schon etwas besser. Für mich ging es nach der ersten großen OP nach einer Woche auf einmal steil bergauf (am Tag 8 hatte auch der Darm wieder seinen Dienst aufgenommen, mit etwas Nachhilfe). Nach der zweiten Laparotomie (für Lymphknoten Rezidiv) war ich nach 3-4 Tagen schon wieder ganz gut beinander.


    Aber gut, dass die OP überstanden ist, und dass der Darm ohne Stoma blieb.


    Bei mir hat es über eine Woche gedauert, bis die pathologischen Laborergebnisse kamen. Während der OP wurde nur ein Schnellschnitt gemacht, deswegen war die detaillierte Laboranalyse wichtig. Damit konnte u.a. die Ausdehnung und die Art der Tumorzellen bestimmt werden (z.b. low grade, high grade, borderline, serous, clear cell, mutinous etc), denn davon hängt evtl. auch die Behandlung ab.


    Das wird wieder!


    LG, Chinchie

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    Disclaimer: Ich bin kein Mediziner, hoffe aber trotzdem darauf, hier mitreden zu duerfen. :) Wuensche euch allen das Beste, und ein langes Leben, auch mit dem Schalentier.

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  • Crissi ich hatte eine sehr ähnliche OP wie du, nur das bei mir noch die Gallenblase, 2/3 vom Magen sowie 2/3 Dickdarm und Dünndarm entfernt wurden. Ich lag ebenfalls 2 Tage auf der Intensivstation und bin dann auf die normale gekommen und könnte einfach gar nichts mehr.. Ich war zu 100% ein pflegefall (das mit 24..) Naja um auf deine Frage zu kommen es dauert einfach bis der Körper nach so einer großen OP wieder klar kommt. Auch nach 2,5 Wochen wo ich entlassen wurde war nich daran zu denken meinen Haushalt alleine zu schmeißen.. erwarte nich zu viel zu schnell :) Es wird zu 100% besser es dauert einfach ein wenig und vorallem der Darm ist echt eine Diva bei OP's. Meine OP war Anfang des Jahres und ich hab heute noch einige Probleme mit dem Darm.. ^^ Du packst das aufjedenfall ich schicke dir ganz ganz viel Kraft :)

  • Liebe Crissi ,


    super, dass Du schon mal die OP gut überstanden hast. Das ist Meilenstein Nr. 1.

    Dass Du EK Krebs hast ist klar, insofern hast Du Recht mit der Frage, wascsill da jetzt rauskommen? Rauskommen wird das Stadium der Erkrankung, die berühmte FIGO. Klassifizierung. Da geht es darum, ob der Krebs nur in den Eierstöcken war, das wäre FIGO 1, im kleinen Becken FIGO 2, im gesamten Bauchraum FIGO 3, außerhalb es Bsuchraums FIGO 4. das ist mal grob die Einstufung, dahinter kommen dann noch Buchstaben, a b und c, da kenne ich aber die Einstufungen nicht richtig. Da Dein Darm befallen war, tippe ich bei Dir auf FIGO 3. das machen alles die Pathologen. Es macht für Dich natürlich einen Unterschied, welche Organe befallen waren, ob Lymphknoten sauber waren, etc. da kann also schon Gutes und nicht so Gutes bei rumkommen.
    Ich habe mehrere Wochen nach der Bauch OP gebraucht, bis ich wieder fit war. Der Darm macht oft die meisten Probleme und am längsten. Schön langsam die Kost aufbauen, das ist gut. Der Darm ist eine beleidigte Diva, wenn an ihm rumgespielt wird. Hab Geduld mit ihm und pflege ihn.

  • Danke für Eure Antworten und aufbauenden Worte.

    Bisher habe ich noch keine Erkenntnisse bzw. Ergebnisse.

    Der zuständige Operateur war zum Ende der letzten Woche nicht da und der Stellvertreter tat sich schwer mir etwas zu sagen. Ich hoffe, dass dies kein schlechtes Zeichen ist.

    Mit langsamen Schritten wird es besser. Ich kann schon einige Schritte laufen und selbstständig auf das WC. Eine Drainage habe ich allerdings noch.

  • Hallo!

    Ich muss mich nochmal melden.

    Hat jemand Erfahrung mit PIPAC? Eine Bekannte hat mich darauf hingewiesen.

    Auf Nachfrage bei der Visite wurde mir gesagt, dass es noch nicht genug Erfahrung bei diesem Verfahren gibt!

    Kann mir jemand weiterhelfen?

  • Crissi zu PIPAC kann ich dir nichts sagen aber HIPAC würde bei mir angewendet. Eine Chemo im Bauchraum. Diese wird erhitzt und in Vollnarkose wird die Chemo im ganzen Bauchraum verteilt. HIPAC ist auch noch ziemlich "neu" wird relativ selten verwendet, da es nicht jedes Krankenhaus anbietet.