Wie verläuft die Brustkrebs-Nachsorge

  • Hallo,


    ich bin hier neu und habe ein Problem. Ich war heute zur Nachsorge bei einer neuen Ärztin. Diese wollte mir kein Blut abnehmen um die Tumormarker zu bestimmen. Sie sagte, das wird nicht mehr gemacht um die Patientinnen nicht zu ängstigen. Erst wenn Beschwerden auftreten wir weiterbehandelt. Aber das nicht bestimmen macht mir Angst. Wenn ich Beschwerden habe kann es doch schon zu spät sein.

  • Hallo Drachi,


    bei Brustkrebs sind die Tumormarker oft recht unsicher.


    Einerseits müssen sie nicht unbedingt erhöht sein, wenn sich was tut. Bei meinen Lokalrezidiven waren die Tumormarker immer unauffällig.
    Andererseits können sie auch ansteigen, wenn du einen Infekt hast - und dann ängstigst Du Dich umsonst. Du siehst also, dass auch dir Tumormarker keine endgültige Sicherheit geben.


    Als ich nach meiner Erstdiagnose große Angst vor einem Rückfall hatte, waren mir die bildgebenden Verfahren lieber. Aber das ist in den Leitlinien ebensowenig vorgesehen wie die Tumormarkerbestimmung. Auch wenn wir als Betroffene das Gefühl haben, dass früher erkannte Metastasen besser behandelt werden können, sind die Ärzte anderer Meinung.


    Bei mir ist es jetzt so, dass mir der übliche Ultraschall bzw. die Mammographie reichen, und ich auf die zusätzliche Strahlenbelastung oder die Verunsicherung durch eine Tumormarkerbestimmung lieber verzichte.


    Leider kann der Krebs wiederkommen - mit dieser Angst müssen wir alle leben lernen. Aber bei den meisten kommt er nicht wieder - und das finde ich tröstlich.


    LG Tubi

  • Hallo Drachi,
    auch ich war mir nicht im klaren was der Tumormarker aussagt. Mein Gynäkologe erklärte mir, dass die Werte meist gar nicht aussagefähig oder ungenau sind.


    Bei mir war der Tumor in der Brust 5 cm groß (100 % Östrogen-abhängig) und der Tumormarker unauffällig. Auch nach der Entfernung des Tumors (Amputation der linken Brust) haben sich die Werte nicht verändert, also kann man sich darauf keinesfalls verlassen. Beim Mammografie-Screening wurden Unregelmäßigkeiten entdeckt und gleichzeitig habe ich bei der Selbstuntersuchung (beim Abtasten) auch Verhärtungen festgestellt. Bei der nach einiger Zeit durchgeführten Stanzbiopsie hat sich dann der Verdacht erhärtet und es wurde die Operation beschlossen. Nachdem die Größe des Tumors von vorneherein nicht mit absoluter Sicherheit bestimmt werden konnte (da im Narbenbereich einer früheren Operation gelegen) war zunächst eine brusterhaltende OP vorgesehen, die jedoch auf Grund der dann festgestellten Größe des Tumors mit einer Amputation (mit meinem vollen Einverständnis !) endete.


    Keiner kann mit absoluter Sicherheit den Verlauf einer solchen Erkrankung voraussagen - und wenn, man müsste sich in jedem Fall damit abfinden. Die Angst einer Neuerkrankung bleibt fast bei jedem - glaube ich jedenfalls - aber hoffen dass wir gesund bleiben dürfen wir alle !


    In diesem Sinne viele Grüße aus dem Schwarzwald !

  • Hallo drachi,


    Erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum.


    Ich merke schon, dass Dir diese Frage sehr wichtig ist, so dass Du gleich damit "herausplatzen musst". Tubi und schwarzwaldrose habe Dir sehr gute Antworten gegeben. Ich weiß noch, wie sauer ich war, als ich das erste Mal gehört hatte, dass Tumormarker nicht mehr zur normalen Nachsorge gehören. Aber die sind wirklich sehr unsicher. Vielleicht helfen Dir schon die Antworten, sonst frage weiter! Wir alle haben unseren Fragenkatalog in uns und die Ärzte verstehen oft gar nicht, was wir wollen. Aber wir verstehen Deine Ängste, wir haben sie selber auch.


    Fühl Dich wohl hier im Forum und aufgehoben. Ich freue mich, dass Du da bist.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Mein Arzt nimmt weiterhin alle halbe Jahre Blut ab und es werden neben dem Tumormarker noch andere Werte (u.a. alkalischen Phosphate, Leber etc.) bestimmt.


    Ich bin jetzt im "verflixten" siebten Jahr nach allem und der Arzt möchte mich weiterhin alle halbe Jahre zur Nachsorge sehen; hier wird u.a. auch noch der Tumormarker bestimmt, Armumfang gemessen, Gewicht und Blutdruck gescheckt und alles schön in den dafür vorgesehen Nachsorgepaß eingetragen. Nur zum Knochenszintigramm möchte er mich nicht mehr schicken, aber falls ich das möchte, bekomme ich ohne Probleme eine Überweisung.


    Drachi, an Deiner Stelle würde ich noch einmal mit der Ärztin sprechen und ihr sagen, daß Du nicht zu den Patientien gehörst, die sich ängstigt wenn dieser kontrolliert wird.
    Ich bin der Meinung, die Ärzte sollten in solchen Fällen auf die Wünsche der Patienten eingehen und deren Ängste berücksichtigen - da muß man sich nicht streng an die Leitlinien halten.


    Gruß
    TochterT

  • Hallo ihr Lieben,


    ich war ja heute zu meiner ersten Nachsorge und mich würde interessieren was bei euch in der Nachsorge alles gemacht wird.
    Bei mir war es auch gleichzeitig die Vorsorge und Portspülen. Sie hat mich zuerst alles abgefragt, Beschwerden etc.
    Dann wurde ich untenherum untersucht, Proben genommen, abgetastet. War alles im grünen Bereich, dann sagte sie mir ich kann mich wieder anziehen.
    Da habe ich sie gefragt wird denn kein Ultraschall gemacht vom Unterleib, da sagte sie mir, das einmal im Jahr ausreichend ist und das wäre dann wieder bei mir im August. Als ich sagte ich würde ihn auch selber bezahlen, meinte sie das dass wirklich nicht nötig ist. Jetzt bin ich verunsichert, stimmt das ?
    Sie hat mir weiter die Brüste abgetastete, die Achselhölen, die Wirbelsäule abgeklopft, die Lunge abgehört.
    Weiter ging es dann mit dem Brustultraschall. Bei dunklen Stellen habe ich sie gleich gefragt was das ist,sie hat mir erklärt das es kleine Zysten sind und in der betroffenen Brust Wasseransammlungen die bei mir aber sehr klein sind.
    Hat auch Bildausdrucke von allem gemacht.
    Mit der Eingliederung werde ich nachdem 6.02 für tägl. 3Std anfangen für 14 Tagen und dann sehen wir weiter. Als ich ihr sagte, das in der Reha meinten ich sollte erst so mitte des Jahres wieder voll anfangen, sagte sie,das können die in Reha immer so sagen, sie haben ja es nicht zu verantworten.
    Für mich war jetzt Mite der Jahres auch recht spät, abe rdie Aussage fand ich von meiner Ärztin doch etwas daneben.
    Für mich habe ich entschieden, das ich so im Mai wieder voll mit meinen 25 Std anfange, wenn die Eingliederung gut verläuft.
    Jetzt bin ich gespannt wie es bei Euch so ist mit der Nachsorge.
    LG Strandnixe :hug:

  • Hallo Strandnixe,
    Danke für Deinen Beitrag! Bei mir ist es Donnerstag soweit und ich hab' riesen "Bammel" davor!!! Aber jetzt weiß ich schon mal auf was ich mich ungefähr einstellen kann/muß. Werde hier dann berichten wie es gelaufen ist.
    Liebe Grüße
    Lisa :hug:

  • Meine Nachsorge im Krankenhaus(ambulant) lief ähnlich ab.
    Ich war in 10 Minuten wieder draußen und habe mich gefragt, was das soll.
    Einzig der Hinweis, dass ich mir einen Onkologen suchen sollte,
    war hilfreich. Dort werde ich nämlich richtig untersucht!


    Strandnixe : Ich drücke die Daumen, dass alles in Ordnung ist.

  • Ihr Lieben,
    hatte heute meine erste Nachsorge bei meinem Onkogyn. Ich habe ja nun seit Oktober 2013 eine beidseitige Masektomie, deswegen werden bei mir das Narbengewebe und die Lympfknoten besonders sorgfältig untersucht bzw. abgetastet. Und dies von nun an sehr engmaschig, alle zwei Monate, weil ich ja leider schon dreimal an der Brust erkrankt bin.
    Ultraschalluntersuchungen der Gebärmutter liefen bei mir auch nach der Ersterkrankung im Jahr 2005 einmal jährlich zusammen mit dem Papanikolau Test (schreibt man den so???). Und im Zeitraum von 2005 bis 2010, in dem ich Tamoxifen eingenommen habe, gab es nur eine einzige Auffälligkeit, die meine damalige Gyn dazu veranlasste mir zu einer Ausschabung zu raten, was ich dann auch getan habe. Also meine Erfahrung lehrt mich, dass der Ultraschall der Gebärmutter und Eierstöcke einmal pro Jahr völlig ausreichend ist. Anders sieht es natürlich aus, wenn man Trägerin des Brustkrebsgens ist. Dann erhöht sich ja auch das Risiko im Bereich Eierstockkrebs, was eine engmaschigere Nachsorge zur Folge hat.
    Die Ultraschalluntersuchungen der Brust (damals alle 6 Monate) und die Mammographie (1 x jährlich) habe ich immer bei einem auf Brustkrebs spezialisierten Radiologen durchführen lassen, weil ich dort sicher war, dass er in seiner Praxis:
    a) die neuesten, teuersten und besten technischen Apparate zur Verfügung hat
    c) eine operierte und in meinem Fall auch bestrahlte Brust absolut sachgemäß abschallen konnte und
    b) er tagtäglich nichts anderes tut, als eben diese Untersuchungen durchzuführen.
    Meine damalige Gyn und auch mein jetziger Onkogyn haben die Ultraschalluntersuchungen der Brust nach den Brusterkrankungen nie selbst durchgeführt, sondern mich immer zu einem Spezialisten überwiesen. Wie es jetzt mit Ultraschalluntersuchungen aussieht, habe ich vergessen zu fragen! (Aromatasehirn??, altersbedingte Vergesslichkeit??)
    So, ich hoffe ich konnte ein bisschen zum Thema Nachsorge beitragen. Für alle Foris mit anstehender Nachsorge schicke ich ein Kraftpaket an Energie. Natürlich sind meine Daumen gedrückt!
    Seid lieb gegrüßt und :hug:
    Angie :hot: and cold

  • Ich mache AHT und nehme Tamoxifen. Soweit ich weiß, sollte unter Tamoxifen halbjährlich Ultraschall der Gebärmutter gemacht werden, um zu kontrollieren, wie weit sich die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut hat, weil dies nun mal eine Nebenwirkung des Medikaments ist.
    Ich erinnere meinen Gyn immer daran, und dann macht er es auch (mal mehr, mal weniger begeistert ;) ).


    Liebe Grüße von der Jo

  • Hallo Wolke,
    wie war es heute bei Dir?
    Hallo Ihr Lieben,
    meine Angst war eigentlich unbegründet. Es konnte nicht viel gemacht werden weil die Haut noch nicht verheilt ist und die Brust für weitere Untersuchungen noch viel zu hart ist. Neuer Termin Ende Februar/Anfang März. Je nachdem wie gut die Lymphdrainage "zaubern" kann. Bekomme jetzt zusätzlich noch Krankengymnastik für den Arm. Und endlich was zum schlafen.
    Na, dann schau' ma mal... :sleeping:
    Ganz liebe Grüße :hug:
    Lisa

  • schön, dass deine Gyn zufrieden war! Und Anfang März habe ich auch meinen Termin, da halten wir uns gegenseitig hoch :) . Was sollen wir aber machen, wenn du bald nicht mehr nachts über das Sonnendeck streichst :D ... na ja, okay, darfst auch durchschlafen ;) . Heute ist sowieso Vollmond :D ...


    Liebe Grüße
    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo Lisa,
    auf das Ergebnis muss ich noch warten, aber die Ärztin meinte, dass ich keine zu große Angst haben muss, weil das Blut ganz gut aussieht. Allerdings dachte ich die machen ein Psychoexperiment mit mir. Ich musste ewig allein in einem Raum (ohne Fenster, ohne Klimaanlage - die war total ausgefallen) sitzen und warten (weil die mir zwar das Antibiotikum gegen VRE gegeben haben aber noch nicht 3 x getestet haben ob ich den Sch*** noch hab) Nach zwei Stunden bin ich raus, weil ich dachte ich werde verrückt und vor der Tür auf und abgelaufen. Da war die Luft besser ...
    Manchmal macht mich echt wütend wie die mit einem umgehen.
    LG Wolke

  • Hallo ihr Lieben
    Mich würde heute mal interessieren in welchem Zeitabstand wird denn die Oberbauchsono gemacht?
    Habe das Gefühl das es Unstimmigkeiten zwischen meinem Gyn und dem Doc gibt was die Häufigkeit betrifft mein Gyn meint einmal im Jahr reicht aber wenn ich den Doc der die sono macht richtig verstanden habe soll der Abstand kürzer sein.
    Was habt ihr für Erfahrungen? Danke für eure Antworten.
    LG Fanny

  • Hallo Ihr Lieben,
    liebe Fanny bei mir sagen sie 1 x im Jahr und 1 x im Jahr CT. Hab' jetzt am 10. 2. Termin bei meiner Internistin und werde da nochmal nachfragen.
    Liebe Wolke ist Dein Ergebnis ausgefallen, war alles ok
    Liebe Grüße
    Lisa

  • Hallo Fanny,


    lt. den S-3-Leitlinien für die Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs sowie lt. den Leitlinien der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V.) ist in der Brustkrebs-Nachsorge eine Oberbauch-Sonographie nicht standardmäßig vorgesehen. Lediglich die Zeiträume für eine Mammographie ist in den Nachsorgestandards festgelegt.


    Lediglich zur Abklärung von Beschwerden wird bildgebende Diagnostik eingesetzt. So lange Du Dich also wohlfühlst, wird nicht aktiv nach Metastasen geschaut (und einen anderen Zweck hätte ein Oberbauch-Sono ja nicht).


    Wie die leitliniengemäße Nachsorge aussieht, kannst hier nachlesen:


    S-3-Leitlinien S. 78 + 79 unter http://www.awmf.org/uploads/tx…pie_Nachsorge_2012-07.pdf
    Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen S. 44 + 45 unter http://www.ago-online.de/filea…O_Patienten_2012_Buch.pdf


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.