Keine Gleichbehandlung bei Lohnerhöhung

  • Hallo ihr Lieben,

    ich weiß nicht ob es zu diesem Thema einen eigenen Threat gibt... ich habe nichts gefunden.


    Nach dem Implantatwechsel im letzten Jahr arbeite ich seit November 2018 wieder voll im Dreischichtsystem. Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, stoße ich nicht gerade auf viel Rücksichtnahme von Seiten meiner Chefs.

    Nun habe ich festgestellt, dass es im Betrieb eine Lohnerhöhung für alle Mitarbeiter gab.... außer für mich!!! 😡

    Zu diesem Thema hatte ich mit meinem Chef schon ein Gespräch im April. Dort sagte er mir, dass er momentan nichts machen kann, aber für Oktober auf jeden Fall. Ich war damit überhaupt nicht einverstanden, habe dann aber gedacht: ok, ich habe 1,5 Jahre krank gefehlt... dann warte ich bis Oktober. Meine Arbeit habe ich voll erfüllt, trotz 50% Schwerbeschädigung... im Gegenteil habe ich einiges mehr gemacht als unsere Jungfacharbeiter, die gleich mal nach Einstellung einige Euro mehr bekommen als die schon zum Teil Jahrzehnte im Betrieb arbeiten!

    So nun haben *alle* mehr bekommen... außer ich!

    Ich bin momentan im Urlaub und brauche mal bitte Rat von euch, wie ich mich wappnen kann wenn ich nach Rückkehr meinem Chef gegenüber trete. Gibt es entsprechende Gesetzt die hier Anwendung finden oder ist es gerechtfertigt einem kranken Mitarbeiter weniger zu zahlen?


    Liebe Grüße Pünktchen

  • Liebe Puenktchen ,schwierige Geschichte... Ich persönlich denke, das Du zwar Deinen Chef ansprechen kannst, warum Du keine Erhöhung bekommen hast, aber einen Anspruch darauf hast Du nicht, es sei denn es ist irgendwo vertraglich geregelt.

    Er hat Dir zwar gesagt das Du im Oktober auch eine bekommst, solange das aber nirgendwo steht, hast Du schlechte Karten.

    Und ob das mit Deiner Erkrankung zusammen hängt, wird er (wenn es so ist) niemals so sagen, denn das wäre dann Diskriminierung.

    Die Konsequenz daraus wäre deinerseits Dienst nach Vorschrift und nicht einen Handschlag mehr.

    Liebe Grüße Annett 🤗

  • Hallo Puenktchen , das ist ja wohl das Letzte was Du hier schreibst, kranke Mitarbeiter noch bestrafen. Ich weiß ja nicht um welche Firma es sich da handelt, seid ihr gewerkschaftlich organisiert, gibt es einen Betriebsrat bei euch? Ansonsten würde ich Dir empfehlen den vdk einzuschalten, die Mitgliedschaft dort kostet auch nicht viel. Aber mit so einem Windhund wie Deinem Chef würde ich ohne Hilfe überhaupt kein Gespräch führen und schon gar nicht alleine. Vielleicht hast Du ja auch eine gute Rechtsschutzversicherung in der auch Arbeitsrecht enthalten ist und Du kannst einen Anwalt konsultieren, zumindest mal für ein Beratungsgespräch.

    Unglaublich sowas und absolut no go.


    Biggi58

  • Liebe Puenktchen

    das schreit sehr nach anwaltlicher Beratung und wir können hier wenig raten. Da gibt es noch so vieles, was wir wissen müssten. Hier kommen wie schon geschrieben Diskriminierung wegen Krankheit/Behinderung in Frage, aber auch eine Ungleichbehandlung durch ungleiche Bezahlung gleicher Leistung. Beides im Regelfall nicht einfach zu beweisen, u.U. sogar gerechtfertigt. Du solltest einen Anwalt aufsuchen. Falls du keine Rechtsschutz hast oder nicht in der Gewerkschaft, dann bekommst du bei "Bedürftigkeit" Beratungshilfe.

  • Ich hätte letztes Jahr meine Arbeitgeber beinah vor Gericht gezerrt, wegen eines vergleichbaren Themas, nur dass es bei mir eine Bertiebsvereinbarung gibt.

    Gelernt habe ich, der Arbeitgeber muss beweisen, dass Kein AGG Verstoß vorliegt, also Beweislastumkehr.


    Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), § 22 Beweislast:

    Wenn im Streitfall die eine Partei Indizien beweist, die eine Benachteiligung wegen eines in § 1 genannten Grundes vermuten lassen, trägt die andere Partei die Beweislast dafür, dass kein Verstoß gegen die Bestimmungen zum Schutz vor Benachteiligung vorgelegen hat.

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  • Ihr Lieben,

    vielen Dank für eure schnellen Antworten 🤗

    Leider habe ich keine Rechtschutzversicherung und bin auch nicht in der Gewerkschaft.

    Ich habe mir auch schon zurecht gelegt, die Ungleichbehandlung anzusprechen... es gibt ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetzt!

    Am Liebsten würde ich mich an RTL wenden und einen Shitstorm gegen die Firma starten... so sauer bin ich inzwischen!

    LG Puenktchen

  • Das mache ich😉

    Auf jeden Fall lasse ich mir das nicht weiterhin gefallen!

    Und nun mache ich wirklich nur noch Dienst nach Vorschrift. Meinem kleinen Chef, der die Dienstpläne schreibt, habe ich schon mitgeteilt, dass ich auch keine Nachtschicht mehr mache wenn ich dann ganz allein im riesen Produktionsbereich bin. Das ist unverantwortlich! Nun will er mich versuchen umzusetzen, da bin ich mal gespannt!

  • Liebe Puenktchen

    wie schon gesagt, wir können hier keine Rechtsberatung leisten, auch wenn wir jetzt mehr Infos haben. Egal, ob du nur Indizien vortragen musst oder den Vollbeweis, es ist immer schwierig und kostet Kraft. Der Arbeitgeber findet u.U. Ausreden, warum keine identischen Sachverhalte oder aber die Ungleichbehandlung gerechtfertigt ist. Wie gesagt, es gibt verschiedene Ansatzpunkte. Wenn das durchstehen kannst, hast du gute Chancen.

    Hab selbst gegen meinen früheren Arbeitgeber gewonnen und von der Entschädigung eine PV-Anlage auf dem Dach.

    Sprich doch mal bei deiner Schwerbehindertenvertretung und deinem/r Integrationsbeauftragen vor. Die sollten dich unterstützen. Wenn du es durchsteht, hast du zusätzlich Kündigungsschutz, denn du kannst für eine gewisse Zeit einwenden gekündigt worden zu sein, weil du deine Arbeitnehmerrechte durchgesetzt hast.


    Dein Vorhaben Dienst nach Vorschrift klingt gut. Übrigens besagt Arbeitsschutz, dass du gar nicht allein arbeiten darfst. Also wäre das noch nicht mal Arbeitsverweigerung. Übrigens ist nur durchschnittliche Güte und Leistung geschuldet.... schwer greifbar für den Arbeitgeber.

  • Liebe Puenktchen , ich würde auch zum BR gehen. Habt Ihr eine Schwerbehindertenvertretung?

    Du könntest auch das Integrationsamt anrufen, da es eine Diskriminierung Schwerbehinderter ist. Und falls es eher die Männer sind, die mehr bekommen haben, auch dort eine Diskriminierung.

    Und ich würde auch in drn VDK oder Sovd eintreten, kostet nicht viel, die helfen aber sofort und gut.

    Bin auch drin.


    Ich drück die Daumen.

  • Ihr lieben Rike   Milli   ratlos   Caro_caro   Biggi58   Annett1972 🤗

    Vielen Dank für für euren Rat und Beistand😘

    Ich werde mit meinem Chef sprechen und dann alle Register ziehen die ihr mir empfohlen habt, wenn er mein Gehalt nicht angleicht!

    In diesen Dingen bin ich sehr streitbar und habe einen langen Atem🐂

    Dann werde ich euch berichten. Auf lange Sicht ; ich werde nächsten Juli nochmal operiert ( DiepFlap) und in der Genesungsphase suche ich mir eine andere Arbeit.

    Das ist nicht zumutbar für Frauen mit körperlichen Problemen so schwere körperliche Arbeit für ein bisschen mehr als Mindestlohn!


    Leider ist das hier im Osten ein großes Thema. Gerechte Entlohnung lässt sich 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch nicht durchsetzen... Für uns nicht nachvollziehbar! Hier in Dresden ist nichts preiswerter als im westlichen Teil der Republik.

    Und freie Stellen werden mit Polen besetzt, die geben sich damit zufrieden.

    Viele Grüße und nochmals Danke 🤗

    Pünktchen