Brustkrebs - und jetzt?

  • Hallo liebe Forenmitglieder,


    ich bin über 40 und habe zwei kleine Kinder. Vor ein paar Tagen hat die Frauenarztin per Tast- und Ultraschalluntersuchung relativ sicher Brustkrebs festgestellt. =O


    Jetzt bin ich in dieser ersten Warteschleife bis der Biopsie- und dann der dazugehörige Auswertungstermin anstehen (insgesamt 14 Tage), eine ziemliche Zerreissprobe.


    Wie habt ihr die Zeit am besten durchstanden? Wie die Angst vor den endgültigen Ergebnissen? <X


    Liebe Grüße Momos


    Gibt es eigentlich Stellen wo man hin kann, so zur ersten Schockverarbeitung?


    Die Ärztin war recht distanziert und hat uns alle weiteren Termine (Mammographie, Stanzbiopsie, Befundbesprechung/ggf.OP) selbst ausmachen lassen, nur die Überweisungen mitgegeben, mit der Info: Der Knoten muss raus, machen Sie heute noch Termine aus.


    D.h. am ersten Tag haben mein Mann und ich wie wild umhertelefoniert, weil gerade ein Mammographie-Termin hier in der Gegend (im Ländlichen) nur mit viel Vorlauf zu kriegen ist, da alle Ärzte mit entsprechenden Geräten extrem überbucht sind. Ich bin sehr erleichtert, dass ich den Stanz- und Befundtermin in einen richtigen Brustzentrum bekommen habe. Zuerst dachte ich wirklich, es geht um jeden Tag, habe aber inzwischen mitbekommen, dass es auf ein/zwei Wochen auch nicht ankommt, zumal ich wohl schon mindestens ein halbes Jahr mit dem Ding rumlaufe (2 cm hoch wie breit).


    Na ja und jetzt weiss ich nicht, ob ich den Tag der näheren Klärung fürchte oder ob ich schnellstmöglich wissen will, wie es aussieht - es ist total paradox.

  • Liebe Momos ,

    die Angst und die Warterei zu Beginn sind wirklich sehr schlimm. Schliesslich bist du durch die Diagnose deiner Frauenärztin vom normalen Leben in eine Extremsituation geraten. Das Kopfkino fährt Achterbahn und dunkle Gedanken schleichen sich ein. Dagegen hilft erfahrungsgemäß viel, ganz viel Ablenkung und absolutes Google-Verbot. Wenn du dich informieren möchtest, dann auf http://www.krebsinformationsdienst.de

    Außerdem hat der Pathologe das letzte Wort. Es ist aber besser, sich auf den Worst Case vorzubereiten. Falls es denn so sein sollte, ist Brustkrebs heutzutage gut behandelbar und sehr oft auch heilbar. Und bei Erstdiagnose werden selten Metastasen gefunden. Die Therapien sind durch moderne Begleitmedikation viel verträglicher als früher. Alles Dinge, die du dir vor Augen halten solltest.

    Kopf hoch, du schaffst das!

    LG, Moni13

  • Das wäre was, wenn man direkt nach der Diagnose vor Ort eine Person wie so eine Art Paten hätte, der sich auskennt und einen von Anfang bis Ende durch alles begleitet und einen durch den Dschungel begleitet. Bei der ersten Diagnose habe ich von Untersuchung zu Untersuchung gehofft und dachte, neee, alles nicht wahr und wenn, machst du das für dich beste daraus. Während klinikaufenthalten und Bestrahlungen waren die Ärzte super und informierten immer verständlich. Jetzt beim 2ten Mal im selben Brustzentrum bin ich eine unter vielen, oft muss sich der diensthabende Arzt erst "einlesen".

    Das Forum hier ist super, weil man so viel lernen kann und mitbekommt. Ich bin froh dass ich hier gelandet bin und die Erfahrung von selbst Betroffenen habe, Tips lesen kann und dazu nicht mehr googeln werde, das hat mich total verrückt und ängstlich gemacht. Ich drücke dir alle Daumen und Zehen. Hier sind so viele starke, tolle Frauen, die ihre Erfahrungen weitergeben. Das hilft.

  • Liebe Momos ,


    hier im Forum bin ich relativ neu, mein altes Forum wurde geschlossen. Ich kann nachfühlen wie es dir geht. Die Zeit bis der Befund steht und der Behandlungsplan vorliegt, ist schlimm und gerade in der Weihnachtszeit.

    Deine Gyn hat sich nicht gerade emphatisch und fürsorglich verhalten. Meine Gyn hat damals den Termin für die Mammographie und die Stanze, Befundbesprechung und die Klinikeinweisung für mich telefonisch vereinbart. Zwischen Verdacht, Biopsie und OP lagen gerade mal neun Tage. Ich bin im Sommer 2008 erkrankt, damals hat oft zuerst operiert, dann Chemo, Bestrahlung und Antihormontherapie. Die GYN und der Radiologe meinten, dass 95 % aller Patientinnen überleben, das hat mich damals beruhigt, aber bislang ist alles gut.

    Die Brustkrebsbehandlung hat gute Fortschritte gemacht und den meisten geht es nach Behandlung wieder gut.

    Alles Gute

  • Liebe Momos ,

    hat deine Gyn dich denn an ein Brustzentrum überwiesen? Dort laufen ja normalerweise alle Fäden zusammen...


    Mir hat es in der Anfangsphase sehr geholfen, den Alltag - auch bei mir mit 2 z. T. Jungen Kindern - ganz normal weiterzuleben. Haben geplanten Urlaub (das war in den Sommerferien) und Besuche gemacht, was mich gut abgelenkt hat.

    Dir alles Gute!!

  • Hallo liebe Momos , herzlich Willkommen im Forum:hug:

    Diese Ungewissheit ist wirklich furchtbar:(

    Noch besteht ja auch Grund zu Hoffnung. Brustkrebs kann man nicht wirklich erstasten und auf dem Ultraschall isses auch nur eine Vermutung, also eine sehr gewagte Prognose von Deiner Gyn .

    Aber natürlich kann es nicht schaden sich gedanklich einfach mal mit dem Worst Case auseinander zusetzen, dann hauts einen nicht ganz so um.

    Brustkrebs ist heute gut behandelbar und zu 80-90 % heilbar. Er gehört zu den am meisten erforschtesten Krebsarten. Es gibt viele Therapien.

    Möglicherweise wirst Du 1 Jahr verlieren und daraus gestärkt hervorgehen.

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen:hug:

  • Ich kenne diese Ungewissheit, bei mir liegt es gerade mal drei Wochen zurück. Es ist eine bescheidene Zeit, in der man sich mit allen möglichen Informationen vollstopft in der Hoffnung das man genug weiß. Dein Gym hätte dich etwas auffangen sollen.
    Versuch die Zeit mit schönen Dingen zu verbringen, mit deinen Kindern, mit deiner Familie und Versuch etwas abzuschalten; ist nicht ganz einfach aber sonst bist du ein Nervenbündel und das tut niemandem gut.
    Es gibt Brustzentren die dich begleiten und dir jegliche Hilfe vor und nach der Op geben können.
    Die Infos hier sind super aber im Endeffekt kommt es immer auf einen persönlich an, wie du und deine Familie mit der Situation umgehst. Du darfst nie vergessen das es für den einen gut war heißt nicht das es auch bei dir so sein muss. Drück dir die Daumen und alles alles Gute 🍀🍀🍀

  • Momos Du wirst es bestimmt hier schon oft gelesen haben, die Diagnose und die Zeit bis es dann mit der Behandlung losgeht, ist die schlimmste Zeit. Angst, Ungewissheit, warten und das Kopfkino, alles zusammen macht es nicht einfach. Du hast immer die Möglichkeit dir einen Psychoonkologen zu suchen. Der kennt sich mit der Erkrankung, den Therapien und der Seele aus. Oft ist das auch für die Familienangehörigen eine Hilfe. Dort hat man Zeit über alles zu sprechen, und gerade das ist jetzt sehr wichtig. Und sonst, auch wenn es schwer fällt, lenk dich ab mit schönen Dingen. Ich wünsche dir alles gute 🍀 Liebe Grüsse Baybsie

  • Liebe Momos,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Wie Du siehst, kennen alle diesen Zustand, den Du beschreibst, sehr gut. Komme in Ruhe hier an und fühle Dich verstanden. Für die nächste Zeit drücke ich Dir alle Daumen und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo liebe Momos ,


    ich bin auch noch ganz neu hier. Ich hab am 18.11. die Diagnose bekommen, Die Zeit vom Verdacht bis zur Bestätigung ist sehr schwierig. Wichtig ist, dass man mit jemandem reden kann. Aber ich kann dir eins sagen. Seit ich die Diagnose habe und einen Fahrplan bekommen habe geht es mir viel besser. Mir geht es aktuell sogar ziemlich gut .. also psychisch. Hier bist du gut aufgehoben, das ist ein ganz tolles Forum.

    Alles Gute

    pawa

  • Oh Leute, mir geht's so besch...: Bei der Mammographie und anschliessendem Ultraschall kam vom Radiologen nur, der Tumor wär ja erstaunlich gross schon, 3,5 cm (meine Gyn. hatte von 2 cm gesprochen!) und dann ist er rausgestürmt. ZACK!


    ICH HABE SCH... ANGST ! Ich glaub, ich bin schon tot.


    Ich hab so Angst vor dem Termin, nächste Woche.


    Sagen die dann auch: " Ja, für uns leid, er hat schon gestreut, Sie haben nicht mehr lange. Sie dürfen noch ein bisschen hier sitzen bleiben, wenn Sie wollen" und verlassen dann das Büro?


    Dann brech ich zusammen und mein Mann auch.

  • Liebe Momos ,


    Lass dich Mal vorsichtig 🤗 wenn du magst.

    Es tut mir leid das du so einen unempatischen Radiologen erwischt hast. So was geht gar nicht.

    Auch wenn es doof klingt, aber so schnell stirbt es sich nicht. Nur weil die Raumforderung in deiner Brust 3,5 cm groß ist, heißt das nicht das du das nächste Jahr nicht überlebst. Mein Onkologe hat zu mir gesagt, ein ferrari mit großen reifen fährt nicht so schnell wegen der großen Reifen. Da gehören viele Faktoren zusammen. Die meisten Frauen sind bei erstdiagnose frei von fernmetastasen. Und auch die sind heutzutage gut und lange behandelbar soweit ich hier gelesen habe. Versuche dich weiter abzulenken so gut es geht bis du die endgültige Diagnose bekommst.


    Sei lieb gegrüßt

    Chrissy

  • Hallo Momos , dass der Tumor bei deiner Frauenärztin kleiner aussah kann an den unterschiedlichen Geräten liegen

    . Mein Tumor war bei der Frauenärztin nur 1,8 cm. Am selben Tag im Brustzentrum beim Ultraschall schon 2.5 cm . Und im MRT stellte sich letztlich eine Größe von 3.5 x 2, x cm raus.

    Trotzdem habe ich keine Metastasen in anderen Organen. Es ist schwer, mir ging es vor ein paar Wochen ebenso, aber es ist wirklich so wie alle hier sagen. Versuche ruhig zu bleiben und dich abzulenken. Wenn der Fahrplan steht wird es besser.

    Und NEIN! dir bleibt nicht nur noch ein halbes Jahr. Du schaffst das🍀🍀

    LG Michaela

  • Ich kann mich da Michaela63 nur anschließen. Ruhig bleiben. Brustkrebs ist KEIN Notfall, auch wenn es sich für einen selbst so anfühlt. Die Medizin ist heute schon sehr fortgeschritten was die Behandlung von Brustkrebs angeht. Bitte behalte im Hinterkopf das Brustkrebs zu den Krebsarten gehört die gut behandelbar und oft sogar heilbar sind. Ich habe auch erst vor 6 Wochen meine Diagnose bekommen und muss mir diesen Satz auch noch sehr oft vorbeten.

    Aber genauso ist es.


    LG Knutschkugel84

  • Liebe Momos ,

    ruhig Blut. Nur weil der Radiologe ein Fachidiot ist, der keine Ahnung von Menschen hat, sieht es nicht anders aus als vorher. Es kommt nicht nur auf die Größe an, viele andere Faktoren spielen auch eine Rolle bei der Beurteilung eines Tumors. Es ist nichts verloren, aber auf solche Nichtsnutze trifft man leider immer mal wieder im Laufe einer Krebskarriere. Vielleicht stehen diese Menschen irgendwann auch mal auf der anderen Seite. Dann sollten sie auf Ihresgleichen treffen.

    LG, Moni13

  • Meiner ist auch um die 3 cm, das hat nix zu sagen. Jetzt, wo ich die Fakten kenn versuch ich das zu beeinflussen was ich kann. Ernährung, Bewegung und das Leben (Freunde). Ich lese auch gerade ein gutes Buch, mir hilft das. Falls du den Titel willst - gerne per PN.
    Wir schaffen das!

  • Liebe Momos ,

    Die Zeit des Wartens ist am Schlimmsten, aber bitte versuch trotzdem ruhig zu bleiben, auch wenn es sehr schwer fällt.

    Und auch mir tut es leid, daß du so einen unsympathischen Radiologen erwischt hat, geht überhaupt nicht.

    Und es sei dir auch gesagt, daß die meisten Frauen bei ED keine Metastasen haben. Du wirst sehen, sobald der Fahrplan steht wird es besser.

    Bei mir ist man übrigens vom Ultraschall her (bei der Mammo war nur Kalk von 1cm Durchmesser zu sehen) von einem kleinen Tumor mit 6mm ausgegangen, und nach 3 OP entpuppte sich das Ding als 4,2cm groß.:rolleyes: und ich habe auch keine Metastasen.

    Sei ganz lieb gegrüßt

    Frusti:*