Brustkrebs , HR positiv, Fish-Test negativ, erneute OP +Axilladissektion morgen?

  • Liebe Mitglieder im Forum,

    ich bin 52Jahre, Beruf Krankenschwester (single/keine Kinder) und lebe zZt noch im Ausland . Bei mir wurde Ende Oktober Brustkrebs in der linken Brust diagnostiziert. Am 26.November hatte ich eine OP mit kosmetischer Wiederherstellung/Straffung der Brust und die Entnahme ua des Wächterlymphknoten.

    Jetzt muß ich morgen erneut operiert werden, da der Tumor 28mm statt 20mm groß war und die Lymphknoten involviert sind . Alle Lymphknoten sollen entfernt werden, dh eine Axilladissektion soll durchgeführt werden.

    Ich mache mir jetzt große Sorgen bzgl der Nebenwirkungen und Folgen für mein Leben. Ich bin ein aktiver Mensch und mache gerne Sport. Die evtl Nebenwirkungen wie ein Lymphödem oder Schultersteifheit könnte ich kaum ertragen. Jetzt überlege ich, ob ich die Entnahme der Lymphknoten ablehnen sollte und besser Bestrahlungstherapy wähle? Eure Meinung oder Erfahrungen zu diesem Thema würde mich sich interessieren.

  • Liebe Tash ,

    obwohl vorher alles unauffällig, waren bei mir letztendlich 4 von 30 Lymphknoten befallen. Ich wurde zur Entnahme auch ein zweites Mal operiert und erhielt zusätzlich 28 Bestrahlungen. Mein Arzt ging auf Nummer Sicher und das war in meinem Sinn.

    Ein Lymphödem habe ich (bislang) nicht entwickelt. Der betroffene Arm ist nicht ganz uneingeschränkt beweglich, aber ich kann im Prinzip alles damit machen. Schulterbeschwerden habe ich zeitweise, aber da diese beidseitig auftreten, führe ich sie auf die Nebenwirkungen des Aromatasehemmers Letrozol zurück. Das sind für mich alles "Kriegsverletzungen", die mich kaum einschränken. Jedenfalls würde ich immer wieder so handeln.

    Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.

    LG, Moni13

  • Liebe Tash ,

    Mir wurden 20 Lymphknoten ,einer befallen, entfernt. Während der Bestrahlung habe ich ein Lymphödem entwickelt. Danach Lymphdrainage für ein halbes Jahr. Dannhatte ich ein Jahr Ruhe, jetzt gehe ich seit 10 Jahren wöchentlich zur MLD und trage einen Kompressionsstrumpf. Der Arm und die Schulter sind voll beweglich. Ich passe auf und trage bei manchen Arbeiten Handschuhe. Wurde der Wächter schon entfernt? Auch wenn man weiß, dass eine mögliche Metastasierung nicht allein über die Lymphknoten sondern auch über die Blutbahn erfolgt, entfernt man betroffene immer noch.

    Ein Lymphödem kommt nicht zwangsweise.

    Alles Gute für deine Entscheidung.

    Gruß

    Geli

  • Liebe Moni13 ,

    Du schreibst Du hattest Bestrahlungen. Bei mir wurde auch über Bestrahlungen gesprochen. Jetzt sprechen die Ärzte aber von einer Chemotherapy da die Lymphknoten involviert . Ich habe Angst davor, auch wegen der Reaktionen am Arbeitsplatz 😔. Warum hast Du keine Chemotherapy bekommen?

  • Liebe Tash ,

    ich habe auch Chemotherapie bekommen, vor der ich zu Beginn große Angst hatte. Es war zwar kein Spaziergang, aber durch die moderne Begleitmedikation gut zu schaffen.

    In meinem Brustzentrum wird ab einem KI67-Wert von 15% ( das ist die Teilungsrate) immer Chemotherapie empfohlen.

    LG, Moni13

  • Hallo, ich bin in eine Studie mit Letzerol gekommen, da wurde Letzerol am Tumor getestet 3 Wochen , der KI Wert sank von 20 auf 7.Daher blieb mir die Chemo erspart. Allerdings war kein Lymphknotenbefall, nur der Wächter wurde entfernt, dort war eine Mikrometastase, aber es wurde ins Gesunde geschnitten. So hatte ich 20 Bestrahlungen, und nun lange Zeit, Letzerol. Alles Gute Dir.

  • Liebe Tash ,

    ich hatte 2008 auch das volle Programm, OP, Chemo, Bestrahlung und AHT über neun 3/4 Jahre. Wenn dein Tumor HR2+ positiv ist, gibt es immer Chemo . Ohne Chemotherapie gibt es keine Antikörper. Meist als Doppelblokade Herceptin und Perjeta. Durch diese Therapie hat der Therapie hat der HR2+ viel von seinem Schrecken verloren.

    Alles Gute für deine Entscheidung

    Geli

  • Hallo Geli,

    das hat sich inzwischen auch geändert: ich bekomme die Doppelblockade als Monotherapie, prophylaktisch sozusagen; aber erst 1 jahr nach Mastektomie, weil ich mir eine zweitmeinung eingeholt habe. Mein BZ wollte mir keine Antikörpertherapie verabreichen, weil es diese nur gemeinsam mit Chemotherapie gibt. Und da wäre ich nach Meinung meines BZ übertherapiert worden. Mein Rezidiv war 8 mm, aber immerhin ein G3 und L1 sowie einen Ki 67 von 22%. Anfangs habe ich das so angenommen und war froh, dass ich keine Chemotherapie bekam. Aber inzwischen weiß ich, dass es eine falsche Therapieempfehlung war und nun hoffe ich, dass die Antikörpertherapie in meinem Fall noch was bringt.

    Wie gesagt, es ist offensichtlich möglich, dass die Antikörpertherapie alleine verabreicht werden kann.

  • Hallo Tash,


    auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum der FSH.

    Vielleicht notierst Du alle Fragen, die so beim "Gedanken machen" auftauchen und besprichst sie nochmal mit Deinen Ärzten.

    Ich wünsche Dir eine gute Entscheidungsfindung und hier im Forum weiterhin einen guten Austausch.

  • Liebe Tash

    bei mir wurden 4 LK entnommen, dabei waren 3 von 4 kapselüberschreitend entnommen. Ich sollte auch plötzlich nach der Chemo eine Axilliardissektion erhalten, alternativ die Bestrahlung der Lymohabflusswege und habe mich für die 2. Alternative entschieden, also keine weitere OP. Obwohl nur 4 LK entfernt wurden, habe ich ein leichtes Lymphödem entwickelt.

    Egal wie du dich entscheidest, du wirst nie erfahren, wie du mit der anderen Variante gefahren wärst. Keiner kann vorhersehen, wie dein Körper reagiert.


    Vielleicht helfen dir meine Entscheidungsgründe. Danach ist die Bestrahlung der Lymphabflusswege gleichwertig mit der Axilliardissektion. Letztere bedeutet nicht unbedingt eine höhere Überlebenszeit. Ich habe eine Zweitmeinung zu meiner Entscheidung eingeholt und Tante Gockel befragt, die mir medizinische Abhandlungen dazu zeigte. Danach sind beide Varianten gleichwertig. Beides nebenher bieten keine höhere Überlebensrate. Ich lebe gut mit meiner Entscheidung, aber es muss nicht die für dich richtige sein.

  • Liebe Tash ,

    wozu? Was soll mir das nützen? Fest steht, dass Krebszellen im Lymphsystem schwirren. Deswegen habe ich ja die Chemotherapie erhalten. Einzelne Krebszellen sind nicht nachweisbar. So kann es durchaus passieren, dass 10 LK entfernt werden, von denen keiner betroffen ist, die nicht entfernten LK 11 und 12 sind jedoch betroffen. Dann würde ich mich vielleicht in falscher Sicherheit wiegen.

  • Liebe ratlos ,

    ich habe gestern den zweiten Eingriff an meiner Brust durchführen lassen und gut überstanden. Nach Gesprächen mit meinen Ärzten und einer guten Freundin, habe ich mich gegen die Axillardissektion und für eine Bestrahlung entschieden. Es war eine sehr schwere Entscheidung für mich, aber es fühlte sich am Ende als die für mich richtige Entscheidung an.

  • Liebe Tash

    ich hab ja die Entscheidung auch so, aber recht spontan, getroffen und danach gegockelt, gezweitmeinungt 🤣 und gegrübelt und JA, meine Entscheidung ist für mich immer noch richtig.

    Bei so vielen werden LK massenhaft entnommen und dann ist doch nix, dennoch kommen immer wieder Rezidive und Metastasen. Klar kann bei der Bestrahlung auch einiges an LK kaputt gehen, aber da ich bei 4 LK schon Probleme mit Lymphödem hab (hatte wohl vorher schon Probleme, ohne es zu wissen) und nach der Statistik beides gleichwertig ist, ist es für mich die bessere Lösung.

  • Liebe ratlos ,

    Das stimmt, so sehe ich das auch. Ich finde die Bestrahlungstherapy ist gleichwertig zur OP. Die OP ist sehr radikal, wenn auch interessant für die Ärzte. Da die Anzahl der betroffenen Lymphknoten etwas über die aggressivität - Stadium über meinen Tumor aussagen soll. So haben es mir die Ärzte erklärt. Sie haben mich nicht zur OP gedrängt, sondern meine Bedenken sehr Ernst genommen.

  • Liebe Tash

    das muss ich der Ärztin auch zugutehalten, sie hat nicht versucht, mich zu überreden, sondern meine Entscheidung akzeptiert. Der Strahlenmann hat es auch nicht erst versucht. Ich habe jedenfalls bewusst eine Entscheidung getroffen und fühle mich gut dabei. Im übrigen habe ich auch hier im Forum und von einigen per PN eine Bestätigung meiner Entscheidung bekommen. Deswegen, weil es meine Entscheidung ist, kann ich auch die Unannehmlichkeiten mit der Bestrahlung (seit gestern eine offene Stelle unter der Achsel) gut annehmen.