Wer hat ähnliches durchgemacht?

  • Hallo zusammen,

    habe gerade meinen genauen Biopsiebericht für meinen Brusttumor bekommen. Die Profilierungsrate ist mit 45% hoch. Es besteht eine mäßige bis deutliche Hormonsensibilität. Her2 zeigt einen Score von 0 , negativer Ausfall. Wer kann mir dazu etwas sagen. Bin zur Zeit völlig außer mir und muss viel weinen. Wer hat ähnliches durchgemacht?

  • Hallo, so genau weiß ich es auch nicht , aber ich glaube Her2negativ ist besser als positiv. Was sagt denn der KI Wert und wie wurde der Tumor eingestuft? Immer ruhig Blut.Meine Diagnose war vor der Op schlimmer, danach wurde ich auf DCIS low runter gestuft und ich bin auch Her 2 negativ. 😊

  • Liebe lattegirl ,

    Herzlich willkommen in unserem Forum. Dein Tumor ist Hormonabhängig und Her2-negativ. Das bedeutet, daß du mit einer Hormontherapie behandelt werden kannst. Her2-Positiv würde bedeuten, daß der Tumor aggressiver ist, aber auch da gibt es inzwischen eine Therapie mit Antiköpern. Der Ki-Wert sagt aus, wie schnell der Tumor wächst und sich teilt. Hat man einen hohen Ki-Wert, dann wirkt die Chemo oft besser, weil sie nur die Zellen erreicht, die sich gerade in Teilung befinden.

    Bitte versuch ruhig zu bleiben, auch wenn es schwer fällt. Sobald der Therapieplan steht, wird es besser. Lass dich ganz vorsichtig in den Arm nehmen :hug:
    Auch dir wünsche ich alles Liebe und Gute <3:hug:


    Frusti :*

  • Hallo lattegirl , lass dich drücken 🤗 so wie du deinen Krebs beschreibst reagiert er auf Hormone, also z.B. auf Östrogene die in den Eierstöcken produziert werden. Aber z.B auch in Soja ist (Sojamilch sollte ich z. B. nicht mehr trinken) es könnte aber auch auf Progesteron reagieren, das ist ja auch ein Hormon. Das wird überprüft und danach wird die entsprechende Chemotherapie zusammengestellt. Ich fand das bei meiner Chemotherapie immer spannend, das es so viele verschiedene Sachen gibt. Kein Her2 ist gut, die Krebsart ist aggressiver, aber auch dafür würde es heutzutage schon gute Mittel geben. Komm erstmal zur Ruhe und dann zieh in den Krieg. Ich war auch traurig und diese traurigen Tage kamen bei mir immer mal wieder. Mir hat spazieren gehen geholfen. Ich musste mich zusammen reißen um mich fertig zu machen, aber wenn ich erstmal draußen war ging es mir besser. Und du hast Ja auch keinen Schnupfen, da darf man geschockt und traurig sein. Es gibt auch Psychoonkologen, mit denen kann man auch reden wenn man sich den ganzen Mist von der Seele reden möchtest und wir hören dir hier auch gerne zu 🤗 lass dich nochmal drücken. Ich schicke dir ganz viel Kraft. Und bitte nicht nach allem googeln

  • Danke, allen die geantwortet haben. Mein ki wert ist hoch 45%. Weiß da jemand was? Bin zur Zeit so mit mir beschäftigt, dass ich ängstlich auf alle neuen Ergebnisse reagiere. Sorry, dass ich zur Zeit zwar empathisch empfinde es aber kaum zeigen kann. Was ist wohl besser erst op und dann Chemotherapie oder umgekehrt.

    Würde gerne dem einen oder anderen antworten... schwimme allerdings noch bezüglich Handhabung des Forums.

  • oh, lattegirl was besser ist, sollte dir besser ein Arzt empfehlen. Dafür gibt es ja das Tumorboard. Da dein Tumor hormonpositiv ist, könnte es gut sein, dass du zuerst operiert wirst. Dann kann der ganze Tumor untersucht werden und manchmal wird erst dann entschieden, ob eine Chemo nötig ist oder nicht. Zuerst Chemo wird eher bei triple negativen gemacht, um zu sehen, wie die Zellen reagieren. Nach allem, was ich hier gelesen habe, ist das bei hormonpositiven T. nicht so „wichtig“. Man hat ja noch die Antihormontherapie als Waffe. Ich vermute aber, es wird dir hier niemand eine absolute Empfehlung geben (können).


    lass dir die Vor- und Nachteile vom Arzt genau erklären.

  • Was ist wohl besser erst op und dann Chemotherapie oder umgekehrt.

    Keines ist besser, das richtet sich immer nach dem individuellen Befund.

    Mental kann es schlechter sein, wenn der Tumor im Körper verbleibt, wenn einem das Panik verursacht. Mir hat es nichts ausgemacht, dass der Tumor drin geblieben ist. Mir war nur wichtig, dass die Tumorschmerzen nachgelassen haben und das war immer schon nach den ersten beiden Infusionen so. Ich empfinde ihn nicht als Fremdkörper.

  • Ich würde den Ärzten vertrauen ich hatte ein Triple negatives Mammakarzinom und hatte erst die Chemotherapie...zu Beginn dachte ich gleich Brust ab , beide ab ....dann war mir klar um es richtig beurteilen zu können erst mal Chemo ...sehen wie sie greift .....Gott sei Dank hat die Chemo volle Arbeit geleistet. Ich habe mich auf erst damit arrangieren müssen dass das Karzinom noch herinnen war . Dann war ich aber froh das die Chemo das Karzinom voll erwischt und ich selber sehen konnte das die Chemo gut , hervorragend wirkt . Wenn sich nichts tut dann reagieren die Ärzte gleich, da kannst dich drauf verlassen die therapieren ja so wie es am besten für dich ist und gehen eine Spielchen ein .

    Vertraue ihnen :hug:

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Liebe lattegirl,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Deine Situation kennen wir hier sehr gut. Nach der Diagnose ist nichts mehr so, wie es vorher war und man muss sich erst einmal wieder zurecht finden. Wenn Du noch nicht richtig mit der Technik hier vertraut bist, hilft Dir vielleicht ein Blick in unsere FAQs: FAQ (oft gestellte Fragen). Sonst frage doch einfach einen der Moderatoren. Für Deine Zukunft wünsche ich Dir alles Gute und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo liebe lattegirl , ich nehm Dich jetzt mal in den Arm und reiche Dir eine Big-Box Tempos:hug:

    Tränen werden getrocknet, und jetzt mal tief ein und ausatmen:hug:

    Von der Tumorbiologie her, hast Du zumindest mal nicht das grösste Ar....... unter den Brusttumoren erwischt:*

    Her 2 negativ ist schon mal "gut", Hormonpositiv ist "gut" und der KI von 45 % bedeutet, das Du mit Chemo eine sehr gute Prognose hast:thumbup:

    Es kommen jetzt einige Untersuchungen auf Dich zu, Knochenszintigrafie zum Ausschluss von Knochenmetastasen, Leber und Lungen CT zum Ausschluss von Metastasen an den inneren Organen, möglicherweise noch ein Brust MRT. Diese Zeit ist nervenaufreibend, weil man immer auf Ergebnisse warten muss und sich einredet, das man schon überall Metastasen hat, weil plötzlich alles weh tut.

    Wenn Du die nächsten 2-3 Wochen geschafft hast, wirds besser, das verspreche ich Dir.

    Dann wird der Fahrplan erstellt und die Behandlung geht endlich los. Ich kann nicht hellsehen, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit ist hoch, das Du erst mit Chemo starten wirst ( 20-24 Wochen, abhängig vom Schema), 3-4 Wochen nach Chemoende könnte die Op kommen, und 3-4 Wochen nach der OP startet die Bestrahlung. Anschliessend hast Du noch die Möglichkeit auf Reha zu gehen ( 3 Wochen)

    Alles in allem dauert die Brustkrebsbehandlung ein gutes Jahr. Es wird nicht immer leicht, aber ziemlich sicher überwiegen die guten Tage und Du wirst lernen Dich mit der Situation zu arrangieren ( einfach weil es keine anderen Optionen gibt)


    Meine Tumorbiologie ähnelt Deiner sehr ( kannst Du auf meinem Profil nachlesen), ich hatte allerdings sogar einen Ki von 90 %.

    Seit einem Jahr bin ich mit der ganzen Behandlung durch und es geht mir gut.

    In einem Jahr wirst Du auch hier stehen und neuen Leuten Mut machen, einfach weil Du Dich tapfer durchgekämpft hast:hug:

  • Hallo Ronda!

    Hoffe das klappt auf diesem Wege mit der Antwort!

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Habe gleich mein erstes Gespräch im Brustzentrum. Bin mega aufgeregt! Dein Profil gleicht meinem wirklich sehr. Werde dich zum mitmachenden Vorbild nehmen! Habe aber große Angst vor Metastasen und die Warterei auf Ergebnisse bekomme ich nicht gut hin. Muss unbedingt aus diesem dunklen Tunnel raus. Danke nochmal an dich für deine Worte.🙏

  • Hallo zusammen!

    Danke für eure Antworten. Kann zur Zeit nur eure engagierten Beiträge in Empfang nehmen und noch wenig aus Erfahrung beitragen.

    Mein erstes Date im Brustzentrum war positiv. Eine sehr nette, kompetente Ärztin hat mir alle Optionen aufgezeigt. Der Behandlungsweg, so nenne ich ihn mal hängt ab von den Ergebnissen der anstehenden Untersuchungen, MRT des Oberkörper und ein Knochenszintigramm. Wenn beides, so hoffe ich keinen Befund ergibt werde ich Mitte Januar operiert. Danach Chemotherapie und oder Bestrahlung. Wenn es Metastasen gibt, beginnt alsbald die Chemo und erst danach folgt die Op. Eine sogenannten BrustNurse hat mir dann alle Untersuchungen erklärt auch die Örtlichkeiten im Krankenhaus geduldig nahegebracht. Und immer wieder nachgefragt : Wie fühlen sie sich jetzt? oder Was sind ihre schlimmsten Befürchtungen? Sowohl bei der Ärztin als auch bei der BrustNurse wurden meine Ängste, Befürchtungen und Verzweiflungen empathisch besprochen und ausgeräumt. Ein wichtiger Satz: Wir haben für alles einen Weg!

    Ich wünsche allen Betroffenen eine gute Nacht!

  • lattegirl , das hört sich doch alles super an, scheint als wärst Du da gut aufgehoben:thumbup::thumbup:

    Wenn Du die ganzen Untersuchungen hinter Dir hast, hast Du schon einen Teil des Berges geschafft:hug:

    Der liebe Gott hat Dir jetzt einen grossen Sack Zitronen vor die Tür geschmissen, besorg Dir jetzt noch Salz und Tequilla und mach das beste draus:hug:

  • Hallo Ronda,

    kann jetzt erst wieder schreiben, da Passwort vergessen ( mein Hirn ist zur Zeit ,wie alles im Ausnahmezustand).

    Hatte eben Ct für den Oberkörper. Warte auf das Ergebnis. Ich kann es über das Befundtelefon erfragen. Das Warten ist lähmend. Ich habe schon innerhalb 10 Tagen 4 Kilo abgenommen. Habe das Gefühl aus meiner Haut zu wollen. Kennt ihr das auch, das Gefühl, dass dieser Zustand schnell enden muss, sonst schafft man es psychisch nicht? Ich brauche heute eine gute Nachricht: keine Metastasen!

    Liebe Ronda und alle die helfen können. Wie habt ihr diese Zeit gemeistert?

  • lattegirl Ich kann Dir gar nicht mehr sagen, wie ich die Zeit rumgebracht habe, ging irgendwie.

    Ich saß an manchen Tagen im Wartebereich und hab mich gefragt, wie zur Hölle ich die Hauptrolle in diesem sch.... Film ergattern konnte8|8|

    Habe die ganzen Schwestern und Pfleger beobachtet, die lustig tratschten und Kaffee tranken und hätte alles für deren normales Leben gegeben:P

    Halte Dir vor Augen, das die Wahrscheinlichkeit bei der Erstdiagnose Metastasen zu haben seeehr gering ist.

    Du wirst sehen, am Ende wirst Du Dich freuen, nur einen Tumor in der Brust zu haben:*