BRCA2 - Vorgehen wg. zweiter Mastektomie(vorsorglich)?

  • Hallo Ihr Lieben,


    bei mir wurde im Januar 2019 Brustkrebs festgestellt und dann habe ich auch direkt mit der Chemo angefangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 29 Jahre alt.

    Leider wurde ich auf die Genmutation BRCA2 positiv getestet und eine "reine Tumorentfernung" aufgrunddessen abgelehnt. Nachdem ich im Juni mit der Chemo fertig war habe ich mir im Juli das Brustgewebe komplett entfernen und direkt ein Implantat einsetzen lassen.

    Soweit alles ok, die Brust ist zwar ständig kalt - ziept ein bisschen und leider habe ich kein Gefühl mehr in der Brust :-(


    Nun wollte ich jetzt im Februar die andere Seite machen lassen, da die Ärzte mit dies so vorgeschlagen haben ( erhöhtes Risiko und so weiter). Jetzt bin ich mir allerdings unsicher ob ich das wirklich jetzt schon machen möchte.

    Mein Grund: Wir haben bisher noch keine Kinder und wollten Ende 2020 mit der Planung beginnen. Gerne würde ich wenigstens mit einer Brust noch stillen können.

    Auch den Aufbau mit Eigengewebe wollen die Ärzte am liebsten erst nach einer Schwangerschaft machen, damit keine Narbe den Bauch am Wachstum hindert. So könnte ich mir dann wenigstens eine OP sparen.

    Die Implantate müssen ja leider auch aller 2-5 Jahre ausgewechselt werden( je nachdem wie schnell sich alles einkapselt)... deswegen möchte ich auf kurz oder lang Eigengewebe.


    Meine Mutter ist natürlich von der Idee gar nicht begeistert. Auf der einen Seite als Frau kann sie mich verstehen, aber aus Muttersicht möchte sie lieber das ihr Kind weniger Risiko hat und lieber aufs zB stillen verzichtet. Sie selber lässt sich die Brüste nächstes Jahr abnehmen, da sie auch BRCA2-Trägerin ist.


    In meiner Familie gab es vorher noch nie Brustkrebs - kann ich wirklich nochmal in naher Zukunft so viel Pech haben? Die anderen hatten ja anscheinend viel Glück, das nie was passiert ist.


    Was denkt ihr?


    Viele Grüße

    Nicole

  • Hallo Rukie , herzlich willkommen im Forum!
    Unser „Startzeitpunkt“ ist damit ähnlich, ich bekam meine Diagnose auch im Januar 19. Ich wurde ebenso BRCA2 positiv getestet und in meiner Familie gab es bis dato auch keinen Brustkrebs und/ oder Eierstockkrebs...

    ...In meiner Familie gab es vorher noch nie Brustkrebs - kann ich wirklich nochmal in naher Zukunft so viel Pech haben? Die anderen hatten ja anscheinend viel Glück, das nie was passiert ist.

    Du hattest das Glück leider nicht und keiner kann sagen, warum du das nicht hattest und auch nicht, ob du zukünftig „Glück hast“. Es ist halt nicht geklärt, warum es bei den einen ausbricht und bei anderen nicht...


    Wie war denn deine Tumorbiologie? Wenn du gleich nach Diagnose mit Chemo gestartet bist, war es wohl auch ein „etwas aggressiverer Zeitgenosse“?


    Ich würde dir raten, dich entweder an das BRCA-Netzwerk https://www.brca-netzwerk.de/kontakt/ oder direkt an eines der Zentren für familiären Brust-und Eierstockkrebs zu wenden und dich beraten zu lassen https://www.brca-netzwerk.de/a…tockkrebs-in-deutschland/. Wenn du die andere Seite doch nicht gleich machen lässt, dann kannst du ja zumindest noch die intensivierte Früherkennung nutzen!


    Ich habe bereits die beidseitige Mastektomie hinter mir. Die Empfehlung im Zentrum war, dies in spätestens 2 Jahren machen zu lassen, aber ich wollte das einfach erledigt haben und dann nicht nochmal anfangen. Meine Eierstöcke sind jetzt auch raus. Ich bin aber auch schon etwas älter als du und habe auch keinen Kinderwunsch mehr.


    ...Die Implantate müssen ja leider auch aller 2-5 Jahre ausgewechselt werden( je nachdem wie schnell sich alles einkapselt)... deswegen möchte ich auf kurz oder lang Eigengewebe...

    Wie kommst du da drauf? Das Risiko für Kapselfibrose besteht natürlich, aber das ist ja kein Muss. Ich kenne eine, die hat ihre schon fast 10 Jahre ohne Probleme.


    Vielleicht meldet sich noch jemand, von denen, die in einer ähnlichen Situation waren wie du (Kinderwunsch).


    VG

  • Hallo meinereiner ,


    vielen Dank für deine Antwort!


    Wie kommst du da drauf? Das Risiko für Kapselfibrose besteht natürlich, aber das ist ja kein Muss. Ich kenne eine, die hat ihre schon fast 10 Jahre ohne Probleme.

    So hat es meine Ärztin im Brustzentrum gesagt, deswegen möchte ich dann auch auf Eigengewebe umsteigen. Denn jedes Mal die Narbe wieder öffnen lassen ist auf Dauer sicher nicht so gut.


    Viele Grüße

  • Rukie hol dir eine zweitmeinung. Mein stand ist dass Implantate früher eine Lebensdauer von ca 15 Jahren hatten, mittlerweile werden sie kontrollieren und nur ausgetauscht wenn es Probleme gibt, das können durchaus 30 Jahre und mehr sein. Meine sind nun 2,5 Jahre alt und ich habe null Anzeichen von kapselfibrose uns habe nicht vor, mich in absehbarer Zeit zu trennen.

    Das du kaum Gefühl in der Brust hast, ist ziemlich logisch, Plastik hat nun einmal keine nerven und wird auch keine bilden. Was du mit der Zeit immer mehr spüren wirst ist die Haut. Obenrum fühle ich ne ganze Menge. Untenrum fühlt es sich an als ob ich nen push up anhabe und da drauf fasse. Kann noch werden

    Ein halbes Jahr ist noch nicht sooo lange. Ich habe da langsam angefangen denKompressions-BH abzulegen und mich mit den beiden azufreunden

  • Vielen Dank für eure Antworten.


    Wegen dem Wechseln der Implantate hole ich mir auf jeden Fall noch eine zweite Meinung ein.


    Wie ist eure Meinung die OP zu verschieben und erst nach einer Schwangerschaft durchzuführen? Dafür müsste ich auch ein halbes Jahr vorher mit Tamoxifen aufhören.

    Ich weiss das ich das am Ende selber entscheiden muss, aber ich bin mit so unsicher :(

  • Liebe Rukie , was haben dir denn die Ärzte geraten??? Wie schon gesagt, mir wurde ein Zeitfenster von 2 Jahren genannt...


    Und wenn du eine Schwangerschaft planst, dann muss das ja auch klappen. Kannst du den Zeitpunkt so genau wissen, ist ja wahrscheinlich nicht so einfach nach der Chemo usw. ? Schau doch mal hier rein Junge Betroffene

    VG

  • Nein wissen kann ich das nicht genau.
    Aber dann zumindest die Verhütung weglassen und schauen obs klappt - so ist der Plan und das wurde mir auch von den Ärzten so geraten🤷🏼‍♀️