Hallo, bin neu. Seit gestern Diagnose Eierstockkrebs. Alles dreht sich, meine Welt zerbricht.

  • Hallo zusammen,

    in der letzten Woche ist meine/unsere Welt zusammen gebrochen.

    Letzte Woche war ich zur Routineuntersuchung beim Gyn.

    Der hat einen Tumor im kleinen Becken entdeckt und mich zur weiteren Abklärung zur Klinik geschickt.

    Gestern war der CT Termin ..... es handelt sich um einen 12cm großen Eierstocktumor und Metastasen im Bauchraum wurden auch gesehen;(

    Nächste Woche ist nun die OP. Es ist geplant, die Eierstöcke und den Tumor zu entfernen und den Bauchraum zu reinigen. Sollte was am Darm sein, werden die Chirurgen hinzugezogen.... anschl. Erholungsphase und dann Chemo.


    Ich habe solche Angst.

    Auch weil ich einen gehbehinderten aber kognitiv fitten 17 jährigen Sohn zu Hause habe mit dem ich im August eine Reha zum freien Laufen machte wollte und jetzt weiss ich nicht einmal, ob ich dann noch lebe.


    Was, wenn meinem Mann was passiert, dann ist er alleine.


    Seit gestern habe ich ein komisches Gefühl im Bauch und habe keinen Appetit, ich habe gestern nichts und heute ein halbes Brötchen gegessen (mit viel Überwindung):rolleyes:


    Ich habe sooo Angst.


    Liebe Grüsse

    Yogi123

  • Liebe Yogi123 , es tut mir leid, dass du auch diese Diagnose bekommen hast. Das du Angst hast ist verständlich. Das ganze Ausmaß der Erkrankung sieht man erst bei der Operation. Ich bekam 2015 diese Diagnose und hatte genauso Angst wie du.

    Gut, dass du so schnell einen Termin für die OP hast.

    Hier gibt es mittlerweile eine ziemlich große EK-Gruppe. Wenn du Fragen hast, es ist immer jemand da und wenn es nur trösten ist.

    Liebe Grüße Silvi

  • Hallo Yogi,

    dass Du den Weg hier her gefunden hast, finde ich gut.
    Ich kann deine Angst verstehen- wie alle Frauen hier- egal, welche Diagnose jede mitbringt, ist es ein unbeschreibliches Gefühl, in dem man sich bewegt.

    Deine Gedanken und Ängste sind nachvollziehbar und der erste Gedanke nach Formulierung der Diagnose ging auch für mich in Richtung „wann ist es soweit?“.
    aber ich mache jeden Tag die Erfahrung, dass es heute nicht soweit ist und morgen nicht so weit sein wird und was übermorgen ist, entscheide ich immer noch selbst!

    Deine Angst ist normal, berechtigt und gehört in die Situation- ich kann dir nur sagen, dass sie jeden Tag ein bisschen kleiner wird und der Kopf jeden Tag wieder ein bisschen wacher und klarer.

    Deine Gedanken hinsichtlich des Kindes kann ich teilen- meine Tochter ist sieben und ich genieße die Zeiten mit ihr seit Diagnosestellung noch mehr und bin dankbar für jeden Tag.

    Ich will nicht sagen, dass ich insgesamt dankbar bin für die Situation, in der ich mich befinde, dennoch hätte ein Beinbruch nicht gereicht, um in diesem Rahmen über mein bisheriges Leben nach zu denken und es zu verändern. An diesem Punkt war ich aber vor 5 Wochen noch nicht, es braucht Zeit und es ist ein Prozess- der Mensch gewöhnt sich an eine Situation und du solltest dir diese Zeit geben.

    Liebe Grüße

  • Hallo Yogi123,


    herzlich willkommen in unserem netten Forum, auch wenn der Anlaß hier zu sein nicht schön ist.

    Deine Ängste können wir alle verstehen. Hier bist Du gut aufgehoben.

    Kennst du schon den Krebsinformationsdienst? Dort kannst du dich kostenlos über deine Erkrankung/Therapien informieren, da sind erfahrene Ärzte, die dir per Mail oder Telefon gerne Auskunft geben.


    Ich hoffe, du kannst dich bei uns gut austauschen und fühlst dich bei uns wohl. Ich wünsche dir für deine weiteren Therapien alles Gute!


    Liebe Grüße, Ahyoka

  • Hallo Yogi123

    Die Diagnose ist schrecklich. Aber dir kann geholfen werden. Es heisst noch lange nicht das du sterben wirst.

    Ich hatte im Januar 2018 die Diagnose Eierstockkrebs mit Metastasen im Bauchraum. Ich wurde radikal operiert. Mir wurden die Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Blinddarm, Galle, ein Teil des Zwerchfelles, die Leberkapsel, ein Stück Enddarm (hatte ein halbes Jahr ein Stoma das zwischenzeitlich wieder weg ist) und das gesamte Bauchfell und Bauchnetz entnommen. Der Eierstockkrebs hatte sich über das Bauchfell in den ganzen Bauch ausgeweitet. Allerdings hatte ich großes Glück mit der Operation im Februar 2018. Ich wurde HIPEC operiert. Das heisst, ich habe nach der Radikaloperation eine sehr starke Chemolösung unter Fieber im Bauch, die ca. 1,5 Stunden durch den Bauch geschwemmt wurde um sicher zu gehen, dass alles was eventuell noch übrig geblieben ist, mit ab zu töten. Die Operation war heftig. Danach hatte ich noch einen Lungeninfarkt als Folgen der Operation und 2 Darmverschlüsse. Die Chemo die noch zusätzlich erhalten habe, habe ich eigentlich sehr gut vertragen. Nur meine gesamten Haare hab ich verloren. Seit einem Jahr arbeite ich wieder, hab von Anfang an immer meinen Sport gemacht und bin nach jetzt fast 2 Jahren Gott sei dank ohne einen Rückfall. Bis auf gelegentliche Bauchschmerzen, die von meinem Darm kommen - von der Verdauung - geht es mir wirklich gut. Ich will dir damit Hoffnung geben. Deine Verzweiflung und auch deine Angst etwas nehmen.

    LG Wisky

  • Hallo Yogi123 ,

    Ja, ich hatte Metastasen am Bauchfell, am Darm und am Gebärmutterhals. Konnte tumorfrei in Erlangen operiert werden und hatte über vier Jahre Ruhe. Nun habe ich ein Rezidiv und bin nicht operabel aber bekomme Chemo. Die Ärzte und ich hoffen,die Metastasen damit weg zu bekommen.

    Nun musst du erstmal einen Schritt nach dem anderen gehen. Die OP ist zwar groß, aber ich war erstaunt, wie schnell ich wieder Fit war. Ganz wichtig ist für uns, dass die OP in einem Kompetenzentrum durchgeführt wird. Da sind sie Experten.

    Wenn man tumorfrei operiert werden kann, hat man gute Chancen wieder geheilt zu werden.

    Liebe Grüße Silvi

  • Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll.... vielen Dank für Eure lieben Worte...


    Zur Zeit weinen wir sehr viel zusammen.


    Ich empfinde Eure Worte als sehr hoffnungsvoll, aber ich habe Angst, zuviel positives daraus zu ziehen weil es mir dann wieder den Boden unter den Füssen weg zieht, wenn es nicht so läuft.


    Wie war die Chemo bei Euch?


    Wisky, man hat 1,5 Stunden ein Chemomedikament in deinem Bauch hin und her geschwemmt? Das klingt sehr heftig, ist dass ein Standardvorgang?



    Ahyoka, Danke für die Info, ich werde mich sicher dort melden.


    Silvie, Danke für Deine offenen Worte, ich hoffe das die Chemo wirkt.


    Franziska, Danke dass du geschrieben hast


    Liebe Grüsse

  • Hallo Yogi123 , ja, es zieht einem die Füße weg. Man kann nicht glauben, dass man höchstselbst betroffen ist. Aber, so blöd das klingt, neue Wege tun sich auf. Du wirst es sehen.
    Wo wirst Du operiert? Geh unbedingt in ein Kompetenzzentrum, dort sind erfahrene Ärzte, die diese OP oft machen. Tumorfrei operiert zu werden sollte das Ziel sein. LG und Kopf hoch❤️

  • Hallo Alma,


    meine OP ist für Donnerstag in Mönchengladbach geplant. Allerdings hat mich eben jemand hier aus dem Forum auf eine Klinik in Essen, Herr Dr. du B ... aufmerksam gemacht.

    Ich habe eben eine Email mit der Bitte um einen zeitnahen Termin dorthin geschrieben und ich hoffe, dass sich morgen früh jemand meldet - sonst rufe ich gegen 08:30 / 09:00 Uhr an.


    Ich habe grosse Angst wegen der Metastasen...


    LG Yogi

  • Hallo,

    gestern war ich spontan in der Frauenklinik der Uni Düsseldorf Frau F..

    Sie und Ihre Kollegin sagen dass es nicht nach einem typischen Eierstockkrebs aussieht - es könnte auch ein Myom sein oder ganz was anderes..... .

    Sie sagte, dass schlimmste wäre Eierstockkrebs, aber, da Tumor ist wohl "stabil", also hat eine glatte und abgegrenzte Oberfläche. Deshalb hätte ich, falls es das ist, gute Heilungschancen.


    Ich werde jetzt also nächste Woche Dienstag in Düsseldorf operiert.


    Liebe Grüsse

    Jutta

  • Hallo ich wollte dir auch Mut machen ich hatte 2015 Erstdiagnose gebaermutterhalskrebs, 2016 das 1. Rezidiv und jetzt das 2.Rezidiv und lebe immer noch, also ans Sterben denke ich noch nicht.

    Mir kann auch keiner vorschreiben wann ich zu gehen habe.

    Klar die Therapien und die OP ist kraeftezehrend aber es geht danach weiter.

    Also viel Glück bei der OP

  • Liebe Jutta/ Yogi123 ,


    das hört sich doch schon viel besser an...

    Ich hatte Dir ja schon "drüben" bei rehakids geschrieben...

    Auch, wenn die Prognose im ersten Moment vielleicht schlecht aussieht oder aussah: Das muß noch lange nicht bedeuten, daß das für Dich sofort das Ende ist. Nur Mut. Keiner weiß, auf welcher Seite der Statistik er steht. Du schaffst das, Du hast einfach zu viele Gründe, es nicht nicht zu schaffen. Ich sage mir auch immer, daß mir das Schicksal doch nicht meinen Sohn schenkt und mich dann, obwohl ich noch garnicht fertig bin mit meiner Aufgabe, ihm beim erwachsen werden zu begleiten, dann von ihm wegreißt.... Das kann einfach nicht sein...

    Und nun scheint sich ja das Blatt bei Dir doch zum Guten zu wenden. Zumindest siehts doch nicht mehr so schlecht aus, wie es letzte Woche zu befürchten war... Ich drücke alle Daumen für Dienstag...

    Alles Liebe

    Tanja

  • Liebe Tanja,

    vielen lieben Dank für Deine aufbauenden Worte.

    Ich bin gerade im Konsil bei div Ärzten zur OP Vorbereitung.


    Mutig sein, durchhalten etc. - das klingt immer so easy, aber ist es das?


    Ich bin froh, wenn das Teil endlich weg ist und der Bauchraum gereinigt ist - vor der Chemo habe ich Respekt und etwas Angst.


    Mein Sohn sagte, dass er seine verrückte und durchgeknallte zurück haben möchte, nicht die, die weint und den Kopf hängen lässt ....... das ist so schön


    LG Yogi

  • Liebe Yogi123 , sehr schön, dass du jetzt in guten Händen bist. Deine Angst verstehen wir alle hier. Von der OP wirst du nichts mitbekommen. Wenn du wieder wach bist, wirst du einfach nur froh sein, den Tumor loszusein. Die Schmerzen anschließend sind mit Medikamenten gut auszuhalten. Wegen der Chemo mach dir jetzt noch keine Gedanken. Geh immer einen Schritt nach dem anderen.

    Für die OP am Dienstag sind meine Daumen ganz fest gedrückt.

    Liebe Grüße Silvi