Prophylaktische Mastektomie (ohne BRCA)

  • Mastektomie der gesunden Brust


    Hallo zusammen!

    Ich habe inflammatorischer Brustkrebs und die Vollständige Mastektomie der linken Brust steht bald an.

    Da ich Angst habe, das der Krebs auch die bisher gesunde Brust befallen wird,würde ich mir diese gerne auch entfernen lassen.

    Ich habe keine familiäre Vorbelastung und ein Gentest wurde nicht durchgeführt.

    Mein Arzt meint, dass die Krankenkasse in diesem Fall die zweite Brustabnahme nicht bezahlen würde.


    Kann man da irgendwas machen???

    Kann man so eine OP auch auf eigene Kosten durchführen lassen?

    Fragen über Fragen....

    Vielleicht habt ihr den ein oder anderen Tipp für mich!




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  • Liebe Birgit D.


    es ist leider so, dass sie Krankenkassen einen Eingriff ohne genetische Vorbelastung nicht übernehmen müssen und es somit auch nicht tun. Ein letzter Versuch könnte ein psychologisches Schreiben / Gutachten sein.

    Du kannst diesen Eingriff auch selbst bezahlen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 6000 bis 8000 Euro. Nicht jeder Arzt wird das machen, manche nur mit Genehmigung der Krankenkasse. Das eigentliche Problem sind die eventuellen Folgekosten, d.h. wenn du den Eingriff auf eigene Kosten durchführen lässt und es entstehen im Nachhinein irgendwelche Komplikationen, übernimmt die Kasse nichts.

    Außerdem würde dann auch ein evtl. Aufbau zu deinen Lasten gehen.

    Ich habe es auch versucht und eine Ablehnung der Kasse bekommen. Du könntest dir Rat bei einer ärztlichen Psychoonkologin holen, die dir ein Schreiben für die Kasse erstellt.

    Letztendlich musst du das für dich abwägen, wie hoch dein Risiko ist. Es gibt Frauen, die es trotz Ablehnung der Kassen gemacht haben und nicht bereut haben.


    Alles Gute für dich!

  • Liebe Birgit D. ,

    ich habe das gerade durch, ich wollte die Entfernung der gesunden Brust als Ausgleich, weil ich keinen Aufbau der erkrankten Seite wollte.

    Die Krankenkasse hat es nicht geschafft, den Kostenübernahmeantrag vor der Op zu bearbeiten, also musste ich in Vorleistung treten, der Betrag war viel niedriger als von monkele76 angegeben weil die Op der erkrankten Brust & alles was damit zusammenhängt ja von der KK übernommen wird.

    Eine Woche nach Op habe ich die Ablehnung der Kostenübernahme erhalten, dagegen habe ich Widerspruch eingelegt. Ich argumentiere damit, dass die KK einen Aufbau der erkrankten Brust auch bezahlt hätte, ich möchte eben als Ausgleich den Abbau der nicht betroffenen Brust.

    LG Rike

  • Guten Morgen, ich habe das vor Jahren gemacht. 3 Gutachten verschiedener Fachrichtungen konnten meine KK nicht überzeugen. Ich habe es trotzdem nie bereut. Ich wünsche dir eine gute Entscheifdung!

    Falls du Fragen hast, schreib mir besser eine PN. ich bin nur noch sehr sporadisch im Forum.

  • Liebe Birgit D.

    die entscheidenden Fragen sind:

    -Wie hoch ist das Risiko für die nicht betroffene Brust? Das kann Dir hoffentlich Dein Arzt anhand Deiner Tumordaten beantworten, und

    - Wie möchtest Du die Mastektomie links ausgleichen? (Prothese, Implantat, Eigengewebsaufbau....)

    Diese Frage kannst nur Du für Dich selbst beantworten, der Arzt kann beraten, aber Du kennst Deinen Körper und nur Du kannst herausfinden, welcher Weg für Dich der Richtige ist.

    Hoffentlich hast Du einen Arzt, der Dich gut begleitet, nimm' Dir auf jeden Fall Zeit, um Deinen Weg zu finden.

    Alles Gute für Dich,

    lieben Gruß von Rike

  • Bei mir hat das psychologische Gutachten leider nichts gebracht. Mein Wunsch wäre es auch gewesen, direkt in einem Rutsch eine beidseitige Mastektomie ohne Aufbau durchführen zu lassen. Mir wurde von Seiten der Krankenkasse mitgeteilt, dass durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ja schnell gehandelt werden kann und eine Neuerkrankung bzw. ein Rezidiv dann gut zu therapieren wäre.. Ansonsten sollte ich mir psychologische Betreuung suchen und meine Rezidivängste damit in den Griff bekommen. Leider fehlte mir zum damaligen Zeitpunkt die Kraft für lange Kämpfe mit der Kasse. Tja, dumm gelaufen. Im März wurde suspekter Mikrokalk gefunden und ich durfte wieder unters Messer. Diesmal offene PE mit Drahtmarkierung. Zum Glück war es gutartig, aber die Angst bei jedem Kontrolltermin ist schon sehr groß. Im November habe ich einen Termin im Brustzentrum und werde die prophylaktische Mastektomie nochmal ansprechen. Vielleicht gibt es doch noch Mittel und Wege.

    Alles Gute für euch:*

    Liebe Grüße, Stefanie

  • Ansonsten sollte ich mir psychologische Betreuung suchen und meine Rezidivängste damit in den Griff bekommen.

    Sorry, kurz off-topic. Mich k*tzt sowas an. Haben die von der KK nicht ihre Hausaufgaben gemacht? Was kosten Psychologische Stunden, Krankengymnastik, Folgediagnosen/Fehlstellungen im Verlgeich zu einer einmaligen Brust-OP? Für mich ist das eine klare Bevormundung von Frauen. Nicht dass ich finde dass alle Frauen lustig ihre nicht-erkrankten Brüste wegschnippeln sollten. Aber wenn sie gute Gründe vortragen können, dann sollte das doch reichen. Es wird sich doch keine Frau aus reiner Lust und Dollerei operieren lassen wollen.

  • Weil es die Leitlinien so vorgeben.......ohne konkreten Verdacht oder Genmutation anscheinend nicht nötig :rolleyes:

    Mir wurde dann seitens der Kasse gesagt, sollte da auf der anderen Seite nochmal was kommen, bekäme ich dann die

    "All Inclusive Behandlung". Ja, ganz toll........