Switch von Tamoxifen auf Aromatasehemmer (Exemestan) nach ca. 2 Jahren

  • Hallo Ihr Lieben, ich würde mich über Eure Erfahrungen und Meinungen freuen.


    Ich war heute bei meiner Gyn zur Nachsorge. Sie sprach an, dass wir jetzt nach zwei Jahren auf einen Aromatasehemmer umswitchen können. Es gibt wohl Studien, die dafür sprechen, dass durch den Wechsel, beim früh erkannten Brustkrebs ohne Lymphknotenbefall, eine Verminderung der Rezidivgefahr erreicht werden kann. Desweiteren kann es wohl sein, dass der Körper sich an das Tamoxifen gewöhnt und es nicht mehr richtig wirkt.

    Sie meinte, ich hätte vielleicht auch weniger Nebenwirkungen. Ich habe unter Tamoxifen anfangs starke Gelenkbeschwerden gehabt, diese sind aber fast weg. Die Schleimhaut der Gebärmutter baute sich sehr auf, ich hatte monatelang Schmierblutungen und daher eine Ausschabung letztes Jahr im Frühjahr. Seitdem alles gut. Anfangs hatte ich auch Zysten am Eierstock, die wurden beobachtet und gingen auch wieder weg. Z.Zt. leide ich oft unter Hitzewallungen und etwas depressiven Verstimmungen. Seit der Bestrahlung bin ich gegen 14 Uhr regelmäßig müde und auch insgesamt eher erschöpft. Ob die Erschöpfung eine Nebenwirkung ist oder einfach das Ergebnis von immer wieder neuen Beschwerden und der damit verbundenen Angst einer erneuten schweren Erkrankung ist, weiß ich nicht. Vielleicht beides.

    Kurz zu mir: tubulärer Brustkrebs G1, kein Lymphknotenbefall. Therapie: BET 01/18, Bestrahlung bis 04/18, Tamoxifen seit 04/18

    Letztes Jahr im Januar plötzlich ungeklärte Durchfälle über Monate und eine Gewichtsabnahme von 8 kg (ich wiege normalerweise ca.53kg). Sämtliche Untersuchungen (Magen-,Darmspiegelungen, MRT Oberbauch, Test auf Unverträglichkeiten usw.) ergaben nichts. Ein halbes Jahr hatte ich Angst, was das sein könnte, Angst wieder irgendetwas bösartiges zu haben. Ich wurde nachts vor Hunger wach, ich konnte trotz regelmäßigem Essens die Nährstoffe offensichtlich nicht aufnehmen. Ich hatte phasenweise einen RR von 80/60, war unglaublich schlapp. Trotzdem habe ich versucht zu arbeiten, und nur wenn es nicht ging mal AU schreiben lassen. Nach einem halben Jahr wurde es ohne Behandlung plötzlich besser, ich nahm langsam wieder zu und bin nun wieder bei 54 kg. Trotzdem hat mich das unglaublich geschlaucht, psychisch.

    Dieses Jahr hoffte ich, wird besser... leider vergeblich! Meine Probleme mir trockener, gereizter Schleimhaut, die ich auf Tamoxifen schob, stellten sich als chronisch entzündliche Hauterkrankung Lichen sklerosus heraus. Unschön. Wahrscheinlich hab ich das schon viele Jahre, wurde nie erkannt. Nun durch Stress und Antihormontherapie wurde es schlimmer. Wieder etwas, das regelmäßig kontrolliert werden muss, da es entarten kann=O!

    Nebenbei haben wir zu Hause Stress, da der Vater meines Lebensgefährten verstorben ist und wir plötzlich die Mutter versorgen müssen, es sind Schulden da, das Eigenheim ist sanierungsbedüftig....der geplante Kretaurlaub ist auf unbestimmte Zeit verschoben ;(... sonst geht es mir aber ganz gutX/;).

    Ich habe vor 2 Jahren eine Knochendichtemessung machen lassen und es wurde eine Osteopenie festgestellt. Ich nehme Vitamin D3. Calcium noch nicht. Ich werde nun erneut eine DXA-Messung machen lassen, um zu sehen, ob es sich verschlimmert hat.

    Meine Gyn will beim nächsten Termin, in 3 Monaten, mit mir besprechen wie wir weiter verfahren.
    Sie empfiehlt Exemestan für mich.

    Tut mir leid, dass es sooo lang wurde....irgendwie musste das alles wohl mal raus:/....ach übrigens ich bin jetzt 53 Jahre:S

    Nun meine Frage: wer hatte von Euch einen Wechsel nach 2-3 Jahren von Tamoxifen auf Exemestan? Nicht Wechsel wegen Nebenwirkungen, sondern als Switchtherapie? Wie ging es Euch damit?


    Ganz liebe Grüße an all die starken Frauen hier!🙏🏻🥰🤗


    Tara☀️

  • Hallo liebe Tara,

    ich bin auch 53 und habe Tamoxifen seit Oktober 2016 genommen, aber nur 6 Monaten, weil meine Blutwerte (Leukozyten ) durch Tam schlecht waren.

    Seit Dezember 2016 nehme ich Exemestan und vertrage ihn ziemlich gut.


    LG

  • Hallo, ich gehöre auch zu denen die nach 2 bis 2,5 Jahren auf ein Aromatasehemmer wechseln sollen, es ist schön zu lesen dass man Exemestan gut vertragen kann, ich bekomme weg famil. Osteoporose und selbst Osteopenie Bisphosphanate, diese vertrage ich wiederum sehr gut, hoffe dass ich Exemestan oder Anastrazol auch gut vertage , ich wünsche allen die switchen gute Verträglichkeit VG

  • Ich wurde nach 2 Jahren von tam und zoladex auf ex geswitcht und nach ca 1/2 Jahr ging es mir viel besser als mit tam.das hatte die tumorkonferenz so empfohlen und für mich war es linderung der massiven Nebenwirkungen. Gegen die verbliebenen muskel- und Nervenschmerzen habe ich Sport gemacht.

  • Hallo zusammen,

    habe vor drei Monaten auf eigenen Wunsch nach 1,5 Jahren von Tamoxfen zu einem Aroatasehemmer gewechselt, da ich ein lobuläres Karzinom habe. Meine Frauenärztin wollte Anastrozol wegen besserer Verträglichkeit.

    Meine Hitzewallungen fühlen sich etwas anders an, gelegentliche Gelenkbeschwerden sind geblieben, der Ausfluss ist weg. Dafür leiden die Schleimhäute spürbar und ich bin etwas schlapper. Das finde ich (momentan noch) aber besser, als gar keine Nebenwirkungen, da ich bis zu meiner Chemotherapie vor 2 Jahren noch gar nicht in den Wechseljahren war und ein Wiederaufleben der Eierstöcke (wollte mir keiner rausnehmen) wäre kontraproduktiv.

    LG

  • Vielen Dank für Eure Rückmeldungen 🤗!


    yyulia , wie sieht es denn bei dir mit Osteoporose aus? Wie waren deine Werte vor Einnahme? Haben sie sich unter Exemestan verändert mit den Jahren?


    Sonne70 ,ich hoffe, dass ich nicht noch Bisphosphonate nehmen muss, hab da echt Angst vor den Nebenwirkungen bezüglich einer Kiefernekrose. Zähne will ich nicht noch verlieren und möchte vielleicht irgendwann mal Implantate haben.


    Angela Oberstdorf , das gibt mir Hoffnung, dass es bei mir auch so sein wird😊.


    Gretchen , danke auch dir für die Rückmeldung 🤗!


    Allen weiter ein gute Verträglichkeit😃👍🏻!


    L. G. Tara☀️

  • Liebe Tara

    Ja ich hatte auch etwas Bammel vor den Bisphosphonaten, der Zahnarzt erklärte das aber so, solange nichts am Kiefer gemacht wird wie Zähne ziehen oder Implantate gäbe es in der Dosierung praktisch keine Kiefernekrose, selbst wenn etwas gemacht werden müsste in dieser Art kann mann vorbeugend das ganze antibiotisch abdecken, so seine Worte hoffe mal dass alles gut bleibt, drücke dir die Daumen dass du keine brauchst VG SONNE70