2 Jahre nach Erstdiagnose

  • Hallo ihr lieben,

    heute vor genau 2 Jahren zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Habe meinen Knoten selbst entdeckt und wusste gleich, das ist was böses. Alles ging ruck zuck, Sono, mammo, Biopsie innerhalb von paar Tagen. Ich bekam ein Rezept für die Perücke, und schaute mir die räumlichkeiten für die Chemo an. Es hieß, erst Chemo dann OP. Ich musste sofort mit der Pille aufhören, habe aufgehört zu rauchen und konnte fast nichts mehr essen. Schockzustand nennt man das. Ich wurde aus dem Leben gerissen und die Welt stand plötzlich still. Nachdem alle Befunde da waren, hieß es keine Chemo, " nur " BET und Bestrahlung. Da kam ich langsam wieder zu mir und war unendlich dankbar, dass ich keine Chemo über mich ergehen lassen musste. Es folgte Vorgespräch im BZ und eine Woche später BET. Ab sofort nahm ich Tamoxifen. Anfang Juni war ich mit allem durch, heiratete im August und wartete auf meine Reha im Oktober. Es erfolgte nie eine vaginale Kontrolle, erst nach 7 Monaten ( 2 Wochen vor Rehabeginn) ich musste sofort eine große Zyste am Eierstock entfernen lassen, auf meinen Wunsch, wurde aber alles entfernt. Reha musste ich natürlich absagen und nach "Genesung " wieder neu beantragen. Im März 2019 dann das erste MRT, ich hatte Panik....auf der gesunden Seite wurde eine "komplizierte "( das ist direkt ein Fachausdruck) Zyste gefunden, sonst alles ok. Ab Januar musste ich Anastrozol nehmen. Im Januar begann auch die Wiedereingliederung und seit März 2019 gehe ich wieder täglich 6 Std. arbeiten.

    Ich hatte insges. 70 Tage Urlaub und im Juni/ Juli konnte ich zur Reha nach Boltenhagen fahren. Im September das 2. MRT, die Zyste wurde mit BIRADS 4a eingestuft und wurde im BZ punktiert, es war wirklich eine Zyste. Heute muss ich sagen, ich bin immernoch sehr dankbar, dass ich keine chemo hatte , aber ich bin auch immernoch wütend überhaupt so eine Krankheit bekommen zu haben. Ich bin, gefühlt, in den 2 Jahren um ca. 15 Jahre gealtert, habe mit NW vom Anastrozol zu kämpfen, am schlimmsten ist der Hormonentzug von 100 auf fast 0, innerhalb kürzester Zeit. Aber trotzdem bin ich froh, dass alles so ausgegangen ist und ich wieder einigermaßen im "alten " Leben bin, bzw. ich versuche es. Ich lebe bewusster und vermeide Stress so gut es geht. Ich hoffe, dass das alles so bleibt.

    L.G.von Amy48

  • Liebe Amy48 ,

    Da hast du ja auch schon viel hinter dich gebracht.Wirst du jetzt als geheilt eingestuft?

    Wütend und traurig bin ich auch,das wechselt dann aber immer in Kampfgeist um.Ich versuche jetzt auch mehr zu genießen und rege mich nicht über Kleinigkeiten auf.

    LG Vanessa

  • Liebe Amy48 ,


    der Hormonentzug ist übel. Ich trau mich gar nicht so wirklich hier drüber zu schreiben, bei den vielen Leuten, die mit der Chemo noch schlimmeres durchmachen. ;)


    Bei mir ist Tamoxifen nach der Bestrahlung geplant, davor graut mir sehr, denn mir gehts allein schon vom abrupten Absetzen von Östrogen und Gestagen gegen die Wechseljahrsbeschwerden besch...eiden. Man hat das Zeug ja nicht ohne Grund genommen, und jetzt ist alles genauso schlimm wieder da. Frieren - schwitzen - frieren - schwitzen, miserabel schlafen, antriebslos. Und die Haare gehen heftig aus. Mal gucken, wie das wird, wenn die letzten paar Hormone auch noch elliminiert werden. =O


    Ich lebe allerdings schon länger mit einem Haufen anderem Mist, unter anderem Sehnenbeschwerden, Lungenprobleme und Unverträglichkeiten. Wenn da durch die Medikamente noch mehr dazukommt, ist das sicher nicht schön, ABER ich denke, es ist wichtig, dass man es schafft, seinen Frieden damit zu machen. Klar, es gibt Leute, denen es besser geht, aber vielen geht es auch schlechter. Ich versuche, zu geniessen, was ich machen kann, und mich ohne Groll mit dem abzufinden was nicht geht. Wut bringt nichts. Vielleicht schaffst du es auch noch deine Einstellung zu dem Ganzen zu ändern, und froh sein, überlebt zu haben und als geheilt zu gelten. Das macht glücklicher. :)


    Alles Gute

    Elke

  • Liebe garbanza

    deswegen halte ich mich auch teilweise mit dem schreiben zurück. Die Hitzewallungen haben sich etwas gelegt, Haarausfall hatte ich bei Tamoxiden auch und das mit dem schlecht schlafen hat sich inzwischen auch gegeben. Aber das tut alles nicht weh. Durch das Anastrozol kommen ja noch schmerzen, die kein Mensch braucht, bei mir ist z.B

    sehr das Knie betroffen. Ich glaube inzwischen nicht mehr dran, dass es besser wird.

    L.g.von Amy48

  • Liebe Amy48 , ja lobulär in Situ, das wusste ich damals leider nicht, es hieß immer nur, ich solle mir keine Sorgen machen, wäre alles gutartig...da wollte ich nicht hysterisch wirken und hab das Wort Krebs nicht in den Mund nehmen wollen und nachfragen. Es wurde einfach raus operiert und mir nicht gesagt, das es eine Art Vorstufe war und was das bedeuten kann. 4 Jahre später hat mich eine Vertretung meines Gyns zur Mamographie gedrängt..und Volltreffer ... bei der Gelegenheit habe ich erfahren, dass ich eine "onkologische Vorgeschichte " habe. Das belastet mich am meisten, dass ich so naiv war, bekam zwar immer Ultraschall bei der Vorsorge, hätte aber auf Mamographie bestehen sollen..LG Jorinde

  • Liebe Jorinde ,


    Ich bin eben zufällig über Deinen Beitrag gestolpert und nun etwas verwirrt. =O

    Auch bei mir wurde vor einem guten Jahr eine LIN diagnostiziert und ebenfalls nur operativ entfernt. Mir wurde auch gesagt, dass es zwar eine Vor - Vorstufe von Brustkrebs ist aber zum jetzigen Zeitpunkt keine Krebszellen gefunden worden sind.

    Aufgrund familiärer Vorbelastung bin ich seitdem ohnehin in der engmaschigen Vorsorge mit jährlicher Mammographie und Ultraschall , allerdings beunruhigt mich ein wenig, dass die LIN bei Dir letztlich doch schon Krebs war ( wenn auch in Situ ) .

    Vielleicht gibt es da verschiedene Grade ? In meinen Befunden wechseln sich die Begriffe LIN ( lobulär intraepitheliale neoplasie ) und atypisch lobuläre Hyperplasie ab. Laut Google ist damit aber eigentlich das Gleiche gemeint. So ganz steige ich da nicht durch 🤷‍♀️🤔


    Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin alles Gute ☘️❤️🙏


    Liebe Grüße

  • Liebe Marieantoinette , ich denke auch es ist das selbe, ich dachte damals allerdings, das LIN hätte etwas mit meinen vielen Zysten zu tun. LIN bedeutet allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen , auch in der anderen Brust, größer ist. LIN ist besser als DCIS, da gutartig. Es hätten viele Frauen und es käme nie zu Krebs, meinte eine Ärztin i der Reha. Allerdings sagte mal jemand, er kenne meine MammoBilder und in den Brüsten wäre soviel, was da nicht hingehört und wundere sich, dass man vorher nichts unternommen hätte. Also prophylaktisch Drüsengewebe entfernen. Ein Arzt sagte zu mir, das wäre ohne Krebsbefund übertherapiert. Ich denke, es kommt schon auch auf den Einzelfall an! Herzlichst Jorinde

  • Liebe@Amy48,

    danke für deine Geschichte.Auch wenn der Weg so hart war bzw.immer noch ist, macht es Mit solche Zeilen zu lesen.

    Euch gesagt,wenn ich mich heute im Spiegel anschaue,hat die Chemo auch bei mir Spüren hinterlassen. Es sind viele Faltrn dazugekommen.Auch der Körper sah anfangs schlimm aus. Allmählich geht es wieder,dank des vielen Sports ,was ich treibe.

    Aber was ist schon das Aussehen? Was zählt,ist die Gesundheit.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und hoffe noch viele schöne Mutmachgeschichte von dir zu lesen.

    LG

  • Danke liebe 18-09-Sonnenschein und liebe Erdnuss , ich wünsche Euch auch das allerbeste

    Liebe Jorinde , Anastrozol ist ein Aromatasehemmer und wirkt bei lobulären BK lt.Studie besser. Es kann aber erst nach den Wechseljahren, bzw Entfernung oder Stilllegung der Eierstöcke genommen werden. Soviel ich gelesen habe verliert Tamoxifen im laufe der Jahre seine Wirkung und bei einigen Menschen wird es in der Leber nicht verstoffwechselt, so wie es sein sollte um zu wirken.

    L.g.von Amy48

  • Liebe Amy48

    Ich freue mich wie ein Schneekönig das du zwei Jahre geschafft hast . Bleib weiter so stark und ich wünsche dir das deine Nebenwirkungen besser werden :hug:

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Dankeschön für Deine Antwort , liebe Jorinde .

    Ich habe leider auch sehr viele Zysten in der Brust. Außerdem gibt es in meiner Familie noch nicht ausreichend erforschte Auffälligkeiten im Rad51C und im BRCA2 Gen 😏

    Vorsorgliches Entfernen des Drüsengewebes und auch der Eierstöcke sehen die Ärzte bei mir zum jetzigen Zeitpunkt auch als noch nicht nötig an. 🤷‍♀️

    So bleibt es bis auf Weiteres erstmal bei der jährlichen Mammographie sowie Ultraschall und alle drei Monate Kontrolle beim Frauenarzt.

    Aber meistens komme ich mit diesem „ Fahrplan „ ganz gut zurecht 😃


    Liebe Grüße 🙋‍♀️