Prophylaktische Masektomie PALB2

  • Hallo Ihr lieben Foris,


    ich habe eine krankmachende PALB 2 Mutation, meine Großmutter,meine Mutter und meine Cousine sind an Brust-und Eierstockkrebs verstorben.Ich bin glücklicherweise noch nicht erkrankt.Ich habe mir letzten Sommer die Eierstöcke/ Eileiter entfernen lassen und habe jetzt die Kostenübernahmeerklärung von meiner KK erhalten.Der Antrag wurde genehmigt.Ich habe mich für einen Aufbau mit Implantaten entschieden.....wie lange muss ich rechnen bis ich wieder in meinem Job als Polizistin tätig sein kann???? Es gibt ja hier sicher etliche Genträgerinnen die eine prophylaktische Masektomie hinter sich haben.....vielleicht kann mit Eine von Euch berichten wie es ihr danach und jetzt damit geht.

    Vielen Dank schon mal vorab für Eure Erfahrungen an denen Ihr mit teilhaben lasst.

  • Hallo Lonka !


    Es tut mir wirklich leid für Dich, dass bereits mehrere nahe Angehörige wegen Krebserkrankungen vorzeitig "gehen" mussten.

    Die häufigere genetische Veränderung für Brust- und Eierstockkrebs ist die BRCA-Mutation. Unter dieser Rubrik gibt es hier schon

    zahlreiche Einträge; speziell auch zur prophylaktischen Entfernung des Brustdrüsengewebes.


    Meine OP liegt nun ein Jahr zurück. Wenn ich es richtig lese, wird auch bei Dir das Brustdrüsengewebe entfernt und mit Silikonimplantaten

    in der gleichen Sitzung wieder aufgebaut. Ich durfte 6 Wochen lang die Arme nicht über Schulterniveau heben. Meine Implantate liegen

    unter dem Brustmuskel. Ich weiß nicht, ob die Bewegungseinschränkung in gleicher Weise gilt, wenn die Implantate über dem Muskel liegen.

    Da ich in der Pflege arbeite, dauerte naturgemäß mein Krankenstand auch 6 Wochen. Ich kann mir vorstellen, dass eine Tätigkeit am Schreibtisch eher wieder durchgeführt werden kann. :/ Insgesamt dauerte es schon Monate, bis ich mich wieder "ganz" und fit fühlte.

    Mit dem optischen Ergebnis bin ich sehr zufrieden.


    Ich wünsche Dir, dass der Eingriff und die Genesungsphase bei Dir genauso problemlos verläuft wie bei mir! :thumbup:

    Natürlich fühlt es sich anders an, als vorher. Aber in jedem Fall besser als eine onkologische Therapie! Ich bin sehr dankbar für diese

    Möglichkeit. Auch in meiner Familie hat der Unhold in vielfältiger Weise sein Unwesen getrieben...X/


    Einen guten Verlauf und - bleib gesund! Wenn du noch Fragen hast, bitte melden...

    LG nach Berlin

  • Liebe Lonka


    Obwohl ich auch Genträgerin der Palb2 Mutation bin, bin ich dir wahrscheinlich keine große Hilfe, denn trotz Palb2 und Triple negativem BK habe ich mich für die brusterhaltende OP entschieden.

    Nach ausführlichem Gespräch mit Genetiker und Ärzten, die mein Wiedererkrankungsrisiko bestimmten, habe ich mich so entschieden.

  • Vielen Dank für Eure Antworten bisher....leider ist eine Mutation des Palb2 Gen selten und daher glaube ich auch nicht das ich hier viele Berichte zur prophylaktischen Masektomie finden werde.Aber letztendlich ist es ja egal bei welcher Mutation man die prophylaktische Masektomie macht...die OP sind ja die gleichen.Morgen werde ich mich mit dem Brustzentrum in dem ich zur Früherkennung bin in Verbindung setzen...gehe aber davon aus das ich jetzt wegen der Corona Krise erstmal keinen OP Termin erhalte,sondern warten muss bis sich die Lage wieder entspannt hat.

    Liebe Sonne 69......ich bewundere Deine Entscheidung für eine brusterhaltende OP...ich hätte zu viel Angst davor das es ein Redzidiv auftritt.Ich bin generell ein eher ängstlicher Mensch der viel Vorsorge betreibt.Ich habe seit meiner Jungend Angst vor Brustkrebs und bin immer zweimal im Jahr zur Frauenärztin....das ich dann schlussendlich eine Brustkrebsmutation in mir trage hat mich rückblickend bestätig das Richtige in Punkto Vorsorge getan zu haben.

    Dieses Forum ist toll.....so viele mutige und starke Frauen die Ihren Weg gehen und trotz so schwieriger Diagnosen einen unbändigen Lebenswillen und Lebensfreude zeigen!!!!! Da kann ich mir eine Menge von abschauen.<3<3<3

  • Liebe Lonka , ich bin palb2 positiv, triple negativer Brustkrebs 2016 und beidseitig mastektomiert. Ich habe Implantate seit September 16 und es geht mir gut. Etwa 6 Wochen nach dem Eingriff war ich wieder vollständig fit. Schmerzen kaum.

    Was mich aber interessiert - es kam auch Eierstockkrebs in Deiner Familie vor? Das ist bei palb2 ja eher selten, daher wird auch nicht zur prophylaktischen Eierstockentfernung geraten. Ich selber hadere sehr damit.

    Life's journey is not to arrive at the grave safely in a well preserved
    body, but rather to skid in sideways,
    totally worn out shouting "holy
    crap....what a ride".

  • Liebe Lonka


    Das ist lieb von dir, aber Bewunderung verdiene ich wahrlich nicht. Ich habe mir die Entscheidung für die BET keinesfalls leicht gemacht. Es gab viele Tränen, viele schlaflose Nächte, viele Gespräche und viel Abwägen. Letztendlich hat mich überzeugt, dass in meinem Fall immer ein Rezidiv auftreten kann und auch eine Mastektomie mich nicht davor schützt. 100%ige Garantie gibt es nicht, so oder so nicht. Ich kann nur hoffen, dass alles gut bleibt 🙏


    Ich wünsche dir eine für dich tragbare Entscheidung und natürlich wünsche ich dir, dass du von dieser Krankheit verschont bleibst 🍀🍀🍀


    LG ☀️

  • Desir77----dadurch das meine Großmutter an Eierstockkrebs recht jung mit 54 Jahren verstorben ist hatte mir die Ärztin im Brustzentrum dringend eine Ovarektomie an Herz gelegt.Normalerweise ist bei PALB2 Mutationen das Eierstockkarzinomrisko sehr gering...aber es gibt immer Ausnahmen.Der Bruder meiner Großmutter starb an einem Pancreaskarcinom...es ist also alles vertreten in unserer Familie was diese Mutation zu bieten hat.


    Ich bin jetzt auf dem OP Plan des Brustzentrums....sobald die angespannte Lage Corona sich entschärft geht es wieder los mit den Elativen Eingriffen und dann bin ich Ende Juli dran.Vorher muss ja noch ein MRT zum Ausschluss eines Karzinoms erfolgen.

    Ich habe schon Angst vor dem Eingriff aber diese Angst ist nichts im Vergleich mit der Angst vor Brustkrebs und Metastasen!!!!!!! Ich füge mich nicht in mein Schicksal....und ich habe auch kein Gottevrtrauen oder kann derart positiv denken das ich darauf vertrauen kann.

    Ich wünsche ALLEN Foris sonnige und vor allem GESUNDE Ostern....

  • Liebe Lonka ,


    meine prophylaktische Mastektomie mit Silikonaufbau ist nun 6 Wochen her. Ich bin übrigens BRCA1-Mutationsträgerin, somit war das eine freiwillige Entscheidung.


    Meine Implantate sind über dem Brustmuskel, und ich muss sagen, dass die ersten Tage wirklich nicht leicht waren. Das bleibt aber natürlich bei einer solchen OP nicht aus. Sobald die Drainagen gezogen wurden, ging es aber steil bergauf. Ich denke, Schreibtischarbeit wäre in meinem Fall so ab der 2.-3. Woche PostOP gut machbar gewesen. Körperlich müsstest du dich natürlich etwas länger zurückhalten. Ich habe zwar mittlerweile fast keine Bewegungseinschränkungen mehr, trotzdem ist es ungewohnt und man ist noch sehr vorsichtig. Hin und wieder tut es auch noch etwas weh, z.B. wenn man falsch liegt. Aber das ist alles wirklich gut machbar, und du wirst merken, wann was wieder möglich ist. Das ist immer sehr individuell.

    Ich wünsche dir nur das Beste und vor allem viel Gesundheit! 🍀


    Liebe Grüße,

    sxolx

  • Vielen Dank für die Infos zur Masektomie......was mich richtig wütend macht,ist die Reaktion der meisten Menschen aus meinem Umfeld, auch teilweise aus der Familie, zu meiner geplanten Masektomie.Da kommen Reaktionen wie...aber du bist doch gesund...warum willst du dir die Brüste abschneiden lassen??? So ein Gentest der kann doch auch falsch sein....Warum machst du das...du musst auf Gott vertrauen....Krebs entsteht im Kopf...löse Deine Konflikte und dann bekommst du keinen Krebs...sorry...ich kann gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte bei solchen Reaktionen.Ausgerechnet die die NICHT davon betroffen sind werfen mit solchen Aussagen um sich.....mittlerweile erzähle ich gar nichts mehr.Nicht mal meine Schwiegereltern, mein Vater und meine Schwestern wissen das ich diesen Sommer mich masektomieren lasse.Nur meine Mann und meine selber betroffene Schwester wissen Bescheidend einige gute Kollegen.....aber es gab auch Reaktionen von Kolleginnen die mich mehr als verstehen und sich ebenso entscheiden würden...aber die waren alle betroffen durch familiäre Schicksale mit Brustkrebs.

  • Liebe Lonka ,

    geh Deinen Weg,egal was die anderen sagen.Es geht um Dein Leben.Wir mußten uns das auch anhören......besonders meine beiden Töchter,wir haben das BRCA2 Gen.Meine Mutter und Cousine sind an dem Mist verstorben und ich bekam die Diagnose 2017.......meine Töchter hatten vor jeder Vorsorge Angst und seit der Mastektomie mit beidseitigem Silikonaufbau geht es beiden super.

    Ich wünsche Dir alles Gute:*

  • Liebe Lonka ich bin ganz bei giecher71 : es ist ganz allein DEINE Entscheidung. Ich hab auch oft zu hören bekommen, dass man doch nicht gleich so radikal rangehen muss und beide Brüste plus Eierstöcke opfern muss, aber ich fühle mich wohl und das ist die Hauptsache.

    Ich hatte nicht den Mut, der prophylaktischen OP und bin in die Vorsorge (bei uns ist es auch BrCa2) die hat dafür gesorgt, dass mein Tumor recht früh erkannt wurde, aber durch die Chemo musste ich trotzdem durch. Ich bereue meine Entscheidung nicht, ich wusste es damals nicht besser und auch die OPs waren vor fast 20 Jahren auch noch nicht so ausgefeilt wie jetzt und mir hat der Weg der Vorsorge einige recht unbeschwerte Jahre beschert (war immer so 2 Wochen vor den Terminen nervös aber dann hab ich es wieder abgehakt), aber mit dem Wissen und den Möglichkeiten heute würde ich evtl. eine andere Entscheidung treffen. Allerdings mache ich mir diese Gedanken nicht, es ist wie es ist und nicht veränderbar.

    Und ganz komisch: die Menschen, die meine größten Kritiker vor der OP waren, waren am meisten erstaunt, über das optisch sehr gute Ergebnis. Ich glaube, da sitzen auch ganz viele falsche Vorstellungen in den Köpfen.

    Geh Deinen Weg, denn Du allein musst ihn gehen!

    Alles Liebe

  • Liebe Giecher 71 und liebe Heideblüte,

    vielen herzlichen Dank für Eure netten Worte....ja es ist mir mittlerweile Sch....egal was andere dazu sagen...ich gehe nicht hausieren mit dem Thema und nehme mir für mich alleine das Recht eigene unangetastete Entscheidungen zu treffen und werde auch ganz entschieden Kommentare dazu aus meinem Umfeld abwürgen.Ganz viele Menschen haben eine recht krude Vorstellung in ihren Köpfen was die Entstehung von Krebs anbelangt.Leider sind in meiner Familie ein Großteil der Mitglieder sehr schräg drauf was evidenzbasierten Medizin betrifft.Alles ist bei denen besser als diese.Wenn es nicht so traurig wäre dann könnte man darüber lachen....Geistheilung und Germanische Neue Medizin des verschwurbelten Psychodoktors Ha... der schon zig Tote auf dem Gewissen hat.Solche sogenannten Therapien von Scharlatanen die ach so unendlich natürlich sind werden dann vollmundig angepriesen und alles was aus der Wissenschaft kommt wird schlecht geredet.Ich weiß nicht woher dieser Hass auf die Wissenschaftsmedizin kommt kann es mir eventuell nur mit der Angst vor Therapien erklären.....ich habe da so viele äußerst schräge Sachen in der letzten zeit erlebt und gehört in meinem Umfeld und je mehr man dagegen vorgeht uns mehr bestätigt man diese Menschen in ihrem Wahnkonstrukt.