Onkologische oder psychosomatische Reha?

  • Hallo Ihr Lieben, ich hab heute meine Zusage zur Reha bekommen


    ...onkologische Reha, obwohl psychosomatische Probleme im Fordergrund stehen und meine Hausärztin dies günstiger für mich fand.


    Nun meine Frage, was meint Ihr, wie sind Eure Erfahrungen vielleicht auch? Sollte ich eine onkologische Reha machen oder Widerspruch einlegen und eine psychosomatische Reha beantragen?

    Die Lage der Klinik ist schonmal Top...Ostsee/Darß, A.....hoop. 🏖


    Kurz zu mir: jetzt 53 Jahre jung😉, 01/18 BET, dann Bestrahlung, seit 04/18 Tamoxifen, soll demnächst auf Aromatasehemmer umgestellt werden

    Ich war AU von Januar18 bis Mitte Mai18, zwei Wochen Wiedereingliederung und dann wieder Vollzeit gearbeitet. Ich arbeite selbst in einer Rehaklinik, als Physio. Eine AHB wollte ich nicht, ich wollte schnell wieder Alltag, ich fühlte mich fit. Ich hatte auch Sorge, wenn ich dort die unterschiedlichen Krebsverläufe sehe, insbesondere Rezidive, tut mir das nicht gut.

    Körperlich hab ich durch die OP keinerlei Einschränkungen. Die NW vom Tam haben sich eingependelt auf Hitzewallungen und dadurch bedingt manchmal Schlafstörungen.

    Warum dann jetzt eine Reha, fragt Ihr wahrscheinlich....

    Anfang letzten Jahres bekam ich ungeklärte Magen/Darmbeschwerden und nahm ab, von 53 kg bis auf 45 kg, obwohl ich normal aß. Es wurde alles angeguckt, getestet, es gab diverse Vermutungen, was die Ursache wäre, aber kein Ergebnis. Und immer im Hinterkopf die Angst wieder etwas bösartiges zu haben😢. Ich ging trotzdem arbeiten, war nur ab und zu AU. Ab Mitte des Jahres wurde es dann besser, ich nahm wieder zu, die Beschwerden verschwanden fast, ohne jegliche Therapie. Aber das halbe Jahr hat mich geschlaucht, körperlich und emotional!...ich dachte doch nach Ende der Krebstherapie ist alles gut, warum dann plötzlich wieder Beschwerden...ich war immer gesund!

    Ende 2019 dann zunehmend Probleme mit der Schleimhaut und die Diagnose LS, wahrscheinlich eine Autoimmunerkrankung, welche die Lebensqualität sehr einschränken kann. Natürlich hab ich gegoogelt und von sehr schlimmen Verläufen gelesen...war doof, zog mich runter! Ich bin in Behandlung und die Beschwerden werden besser, heilen kann man das nicht, ich hoffe, es kommt zum Stillstand....das stresst mich auch sehr!

    Mein Arbeitgeber nimmt Rücksicht, ich muss nicht alle Therapien machen. Trotzdem war ich immer mal wieder AU, in immer kürzeren Abständen. Ich denke, ich habe mir nicht genug Zeit genommen gesund zu werden. Aktuell bin ich seit Ende Februar AU, wegen chronischer Erschöpfung.

    Ich bin seit der Bestrahlung immer gegen 14 Uhr plötzlich akut müde, auch wenn ich keine großen Belastungen hatte.


    Der Ansatz meine Ärtzin war: eine psychosomatische Reha, damit ich lerne mit allem zurechtzukommen. Eine onkologische Reha fand sie ungünstig, da mich das vielleicht runterzieht, mich an den Krebs erinnert und dass ein Rezidiv immer auftreten kann, auch nach vielen Jahren. Aber ist eine rein psychosomatische Reha wirklich gut?


    Was meint Ihr , ich bin dankbar für jeden Gedanken!


    Es wurde etwas länger als geplant....:huh:

    Liebe Grüße,

    Tara☀️

  • Liebe Tara ,

    Psychosomatische Reha zu bekommen ist wohl sehr schwer und ohne länger psychotherapie od psychiatrische Briefe kaum zu bekommen. Die Gegend stimmt für dich, sieh zu dass du viel Psycholonkologiache Angebote bekommst und was die Mitpaienten betrifft, wir hatten eine ausgelassen fröhliche Stimmung. Nimm was sie dir bieten.

    Liebe Grüße

    Caro

  • Liebe Tara

    Sehe es genauso wie Caro Caro !

    Ich glaube eine Umschreibung wird relativ schwierig, in eine andere Klinik ja !Aber nicht mit einer anderen Diagnose !

    Ich habe vor 10Jahren eine psychosomatische Reha beantragt ,hat mit Ablehnung und Wiederspruch über 1Jahr gedauert ,bis zur Anreise !


    Wenn doch die Klinik für Dich ansonsten passt ,dann würde ich es wagen !

    Und setzte Deine Grenzen was Du erzählt bekommen möchtest und was nicht, die Problematik wirst Du bestimmt in jeder Klinik haben !


    Alles Gute !

    Pit

  • Es gibt noch eine andere Möglichkeit, für die ich mich entschieden habe: Da bei mir die Psyche jetzt direkt nach der Erstbehandlung auch im Vordergrund steht, hat mir meine Frauenärztin eine Einweisung geschrieben für eine psychosomatische Klinik. Dann geht es in der Regel schneller. Wenn Corona nicht wäre, wäre ich jetzt schon dort - die Wartezeit beträgt bei meiner Klinik 6 Wochen.

  • Hallo Tara,


    ich poste sehr selten, aber hier fühle ich mich angesprochen, denn ich habe sowohl Erfahrung mit psychosomatischer als auch mit onkologischer Reha und habe selbst auch eine chronische Krankheit (möglicherweise ebenfalls autoimmuner Natur), die mich sehr einschränkt.


    Ich würde dir, nach allem, was du schreibst, von einer onkologischen Reha abraten. Deine jetzigen Probleme haben wenig mit deiner Krebserkrankung zu tun. (Oder? Welche Rolle spielt die Erschöpfung als Bestrahlungsfolge? Das ist mir nicht ganz klar geworden.) Den Gedanken deiner Hausärztin, zu lernen, mit deiner chronischen Krankheit zurechtzukommen, finde ich richtig. Eine onkologische Reha ist dazu nicht gut geeignet.


    Es gibt psychosomatische Rehakliniken, die sich speziell der Bewältigung chronischer körperlicher Krankheiten widmen. Ich würde versuchen, in so eine Klinik zu kommen. Wenn dich die Rentenversicherung partout mit einer somatischen Reha abspeisen will (weil kürzer und billiger), dann erscheint mir eine für Dermatologie/LS viel geeigneter.

  • PS: Damit, mit schweren Verläufen/Schicksalen bei anderen Patienten konfrontiert zu werden, musst du in jeder Reha rechnen - auch in einer psychosomatischen. Wenn das ein Problem ist, würde ich eher über eine ambulante (Einzel-)Psychotherapie nachdenken.


    Gruß

    Nachttier

  • Liebe Nachttier , vielen Dank für deine Rückmeldung!

    Ich denke auch, dass in einer onkologischen Reha der Schwerpunkt auf die Wiederherstellung der körperlichen Belastbarkeit gelegt und bisschen Psychoonkologie in Gruppen angeboten wird. Das ist nicht mein Problem. Der Umgang, das Zurechtkommen mit meinen Erkrankungen ist mir wichtig. Da gibt es gute Ansätze über Achtsamkeitspraxis und da braucht es Einzelgespräche, diese gibt es nur in einer Psychosomatischen Reha.

    Ich habe kein generelles Problem mit Krankheitsverläufen bei anderen...das hab ich tgl. In meiner Klinik😉. Die Sorge ist, dort von Rezidiven zu hören, vielleicht bei einer ähnlich günstigen Ausgangslage wie bei mir. Aber das ist nicht das Hauptproblem, ich möchte sinnvolle Anwendungen, die mich weiterbringen.

    Kennst du Kliniken, die sich unter anderem auf die psychische Bewältigung von körperlichen Beschwerden spezialisiert haben?

    Alles Gute für dich🤗!


    L. G. Tara☀️

  • Tara

    Ich war gerade zur Reha in Erbendorf (Oberpfalz in Bayern). Ok, der Hauptteil ist Wiederaufbau der Mobilität und Kraft, aber die psychologische Betreuung verläuft im Einzelgespräch. Das hat mir sehr geholfen, meine Panikattacken in den Griff zu kriegen!


    Man muss nur vorab wissen, dass Erbendorf auf geriatrische Reha spezialisiert ist, also das Durchschnittsalter der Patienten sich 67+ bewegt. Ich hatte damit aber keine Probleme.

  • Danke Razshara für deine Gedanken.

    Ich habe gestern mit der DRV telefoniert, die Dame war sehr nett und erklärte mir warum die Ärzte dort nach Aktenlage ein onkologische Reha befürwortet hätten.

    Nachdem ich dargelegt hatte, warum eine psychosomatische Reha günstiger wäre, empfahl sie nochmal ein Schreiben mit der Hausärztin aufzusetzen. Darin die kurze Begründung und dann ab in die Post. Ich werde dann auch gleich SPO als Wunschklinik angeben...ist nicht so weit von zu Hause 😉!

    Alles Liebe für Euch!

    L. G. Tara☀️

  • Hallo Tara ich würde die onkologische nehmen. Jede Reha hat gute Psychos dabei, die mit Einzelgesprächen dienen können.

    Das was du erzählst, ist nämlich immer noch Krebslastig. Du hast wie du schon selbst fest gestellt hast, dir zu wenig Ruhe gegönnt. In einer onkologischen Reha siehst du überall Krebspatienten, und ich fand es wohltuhend, dass Krebs dort Alltag ist. Auch Fatigue nach Krebs ist nicht selten. In einer Psychosomatischen hast du so viele verschiedene Psychische Leiden, das zieht noch viel mehr runter, da du nur durch deine Krebserkrankung dort gelandet bist.

  • Liebe Tara , du willst sinnvolle Anwendungen, die dich weiterbringen...dann ist aus meiner Sicht die onkologischen Reha sinnvoller. Dort sind die Spezialisten, alle Anwendungen sind auf Tumorerkrankungen abgestimmt. In einer psychosomatischen Reha wärst du vermutlich ein Exot und würdest nicht weiterkommen. Ziel einer Onkoreha ist nicht unbedingt die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, sondern daß du lernst, deine Krankheit anzunehmen, mit den Folgen zu leben, die Folgen aus OP, Chemo usw. zu verbessern.


    Ich hatte in meiner Reha natürlich jede Menge Sport, aber auch Achtsamkeit, Kunsttherapie, die sehr hilfreich bei deinen Fragen ist oder sein kann und vieles mehr. Es gab Gesprächsgruppen, Einzelgespräche beim Psychoonkologen.

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Liebe Vael , liebe Bonny und Frieda , danke für Eure Gedanken🤗!

    Ich habe Widerspruch eingelegt und ein Schreiben meiner Ärztin und eine eigene Begründung beigelegt.

    Da ich selbst in einer Rehaklinik arbeite, weiß ich, dass es bestimmte Vorgaben gibt, welche Therapien in den einzelnen Fachbereichen angeboten müssen. Alles was darüber hinaus geht, ist oft schwierig, da die personelle Ausstattung sich eben an diesen Standards orientiert...und eh eher knapp bemessen ist.
    Da ich ja „nur“ BET und Radiatio hatte und meine Therapie seit 2 Jahren beendet ist, werde ich in den Gruppen einer Onkologischen Reha vielleicht eher der Exot sein😅, der körperliche Schwerpunkt ist da überwiegend nicht meiner. Die psychologische Betreuung ist in einer psychosomatischen Reha eben deutlich intensiver, Verhaltenstherapie usw.

    Ein Exot werde ich nicht sein😉, viele die eine psychosomatische Reha machen, haben auch zusätzlich rein somatische Beschwerden. Und auch der Z.n. Brustkrebs ist als Nebendiagnose nicht so selten. Wie gesagt, der Brustkrebs ist nicht mein Hauptthema ich habe die Probleme eher mit meinen anderen Beschwerden und den damit verbundenen Einschränkungen der Lebensqualität.
    Danke an alle, die sich Gedanken gemacht haben, lieb von Euch!

    L. G. Tara☀️

  • Hallo Tara ich war in in onkologischen Reha in Freyung. Neben Physio und Sport gab es psychoonkologische Gruppen und Einzelgespräche bei Psychologen bei Bedarf 3-4 pro Aufenthalt, man muss es bei Erstuntersuchung anfordern.