SaDe - Dcis zu Coronaszeiten

  • Liebe SaDe,


    was für ein Schock. Echt. Sch...


    Es tut mir so leid, da hat dieser 1 mm wohl im Hintergrund doch schon ordentlich Mist angestellt. Ich wünsche dir die nötige Kraft.


    Ganz liebe Grüße

  • Hallo ihr netten Menschen!


    Ich möchte doch kurz noch einmal erwähnen, dass ich beim ersten Mal keine Chemo durchlaufen musste.

    Also ich kann mir vorstellen, dass hier viele über meinen Verlauf erschrocken und verunsichert sind.

    Aufgrund meines 1mm Tumors wurde darauf verzichtet, man hat die Risiken und Nebenwirkungen höher als den Nutzen eingestuft.

    Es ist medizinisch wohl nicht wirklich erklärbar, was da jetzt passiert ist aber ich denke, der eine oder andere wird etwas beruhigter sein, wenn er dies weiß.

  • liebe SaDe,

    es tut mir sehr leid, dass nun doch eingetreten ist, was du befürchtet hast. Ich habe nachgelesen, wie sehr du von Anfang an mit diesem 1mm und der "Krebs light"- Behandlung gehadert hast. Man, da sieht man wieder, wie hinterhältig diese Krankheit sein kann und wie schlecht manche Prognosen funktionieren. Wir wissen immer noch viel zu wenig über diese Erkrankung.


    Ich kann mir vorstellen, wie unangenehm es ist, den Menschen in seinem Umfeld mitteilen zu müssen, dass jetzt gar nichts gut ist. Die Menschen um uns herum erwarten ja eine positive Antwort, wenn sie dich jetzt fragen wie es dir geht.Es fällt den Menschen dann schwer mit unerwarteten negativen Antworten umzugehen. Jeder (sowieso der, der noch nie mit dieser Erkrankung konfrontiert waren) meint, jetzt ist alles gut.


    Ich hatte nach meiner Chemotherapie allen die es wissen wollten erzählt, dass meine Tumore radiologisch nicht mehr zu sehen sind und nach wie vor keine Lymphknoten befallen sind. Nach der OP hat sich leider rausgestellt, dass der eine Tumor fast unverändert gross war und dazu noch der Wächter befallen. Ich habe das dann nur ganz wenigen erzählt, weil alle sich so mit mir gefreut haben, dass die Chemotherapie anscheinend so gut gewirkt hat. Ich selbst konnte mich gar nicht freuen, ich war erstmal total geschockt und hatte das Gefühl mit der neoadjuvanten Chemotherapie wertvolle Zeit verloren zu haben. Ich versuche die Ängste wegen dem Resttumor deswegen mit mir selbst auszumachen, weil ich niemand enttäuschen möchte.


    Ich drücke dir für deine weiteren Untersuchungen ganz fest die Daumen. Ich denke du wirst noch Zeit brauchen, um mit der Diagnose, der Enttäuschung und dem Vertrauensverlust in den Körper klarzukommen und in diesen Vorwärts- und Kampfmodus zu kommen. Aber das wird wieder kommen, spätestens wenn die Behandlung beginnt!

    Ich nehm dich in den Arm wenn ich darf...

    Alles Liebe

  • Hallo SaDe,

    mit viel Bestürzung habe ich gelesen, dass der Winzling von 1 mm schon in einen LK gestreut hat. Wie kann denn sowas sein? Ich hätte einiges verwettet, weil ich mir bis dato sicher war, dass 1 mm wie kein mm ist. Nun sind dadurch meine Ängste vor Metas wieder sehr präsent, ich bin verunsichert und mein Kopfkino rotiert, da die 8 mm bei mir auch nicht therapiert wurden, ich aber immerhin mit 1 Jahr Verspätung noch die Doppelblockade Antikörper erhalten habe. Und im Gegensatz zu meinem Fall haben deine Ärzte leitlinienkonform gehandelt, da bei unserer Tumorbiologie erst ab 5 mm therapiert word. Aber dafür kannst du dir leider jetzt auch nichts mehr „kaufen“. Ich wünsche dir für die bevor stehenden Therapien alles Gute und viel Kraft. Du bist eine tapfere Frage und ich bin zuversichtlich, dass du - wie so viele von uns - die Therapiezeit gut überstehen wirst.

    Alles gute

  • Hallo zusammen,

    leider können auch kleine Tumore streuen, meine waren 3 und 4mm klein. Trotzdem hatte ich 7 befallene Lymphknoten. Auch innerhalb eines großen DCIS still und heimlich entstanden. Die Mammo hat nur ein wenig Mikrokalk gezeigt, gottseidank war mein Gyn damals wachsam.

    Zwischen zwei Mammographieterminen enstanden....

    Aber lass den Mut nicht sinken! Die Chemo wird schon gute Arbeit leisten!

    Gruß Tschetan

  • Liebe SaDe ,


    ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass die Chemo den fiesen Millimeter und seine Nachkommen fertig macht.

    Und wie mit der Biopsie, die im Nachhinein gut schaffbar war, wird es auch mit den anderen Behandlungen sein. Es ist ätzend, aber es geht vorbei.


    Für die Familie ist es sehr traurig, aber wenn die Behandlung erstmal losgeht und sich Erfolg zeigt, wird es euch allen besser gehen.


    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und dass du am Jahresende zurückblicken kannst und wieder guter Dinge bist:hug:


    Liebe Grüße

    Hornisse447

  • So ist es leider, nurichundderHimmel .

    Man hat das Gefühl sein Umfeld zu enttäuschen.

    Heute habe ich mir schon einmal die Haare kurz schneiden lassen...

    Ich habe sehr viele Locken und die immer hochgesteckt.
    Das waschen und trocknen ist sehr langwierig und sollten sie nicht ausfallen, kann ich die Zeit und Energie, die ich nun einspare besser nutzen um die Spülmaschine auszuräumen oder sonst irgendwas tun, womit ich meinen Mann entlaste.

    Da das eine völlig ungeplante Aktion und es eh kaum zu glauben war, heute ohne Termin ranzukommen, war ich total überfordert. Ich gab ins Handy ein, Kurzhaarfrisur Locken und eigentlich war es mir egal was da nun kam und nahm so ziemlich das erst beste. Als die ersten Locken fielen, liefen auch ein paar Tränen.

    Jetzt spricht mich natürlich jeder auf die Veränderung an und ich nehme die Komplimente dankend entgegen und komme mir vor wie eine Lügnerin.

  • Allen, die mir geschrieben haben, möchte ich wirklich von Herzen danken. Es waren so viele, dass ich euch nicht einzeln auflisten kann.


    Ich habe gemerkt und einige haben es ja auch geschrieben, dass mein Verlauf dem einen oder anderen etwas Sorge bereitet hat.

    Ich finde man kann und sollte es auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten.

    Es ist ein Wunder. Keins was ich wollte und schon gar kein schönes. Aber wenn man Wunder von wunderlich ableitet und die Mediziner hört, dann kann sich dies niemand erklären. Vereinzelt scheint es aber diese Fälle zu geben.

    Es wurde hier ja auch berichtet und mir auch privat noch geschrieben.

    Für mich ist dieses Wunder leider nach hinten losgegangen. Es bringt mir nur Kummer und Leid. Aber es ist passiert, obwohl niemand das einkalkuliert und für möglich gehalten hat.

    Wenn es in diese Richtung möglich ist, ist es auch in die andere Richtung möglich. Auch diese Fälle gibt es ja, ich kenne selbst auch einige.

    Für alle die eine eher schlechte Prognose haben, kann es zeigen, dass manchmal unmögliches möglich ist.

    Ich hätte auf dieses Wunder natürlich liebend gern verzichtet. Vermutlich war ein Lottogewinn genauso wahrscheinlich. Den hätte ich viel lieber gehabt....

  • SaDe, darf ich fragen, ob das für deine behandelnden Ärzte bei "nur" 1 mm invasiv klar wie Kloßbrühe war, dass es bei der OP bleibt? Mir war in deinen Postings immer wieder aufgefallen, dass du besorgt klangst; dieser 1 mm hörte sich in deiner eigenen Wahrnehmung sehr bedrohlich an - unter anderem wegen der 70% beim Ki67. Auch deshalb bin ich echt erschüttert, dass sich das nun bewahrheitet hat.

  • Ja, es gab nicht einen Arzt in der ganzen Zeit, der die Empfehlung angezweifelt hat, Eluna .

    Ich stand auch dahinter. Der Tumor war damals wie heute sehr aggressiv und da hätte man auch eine aggressive Therapie gegengesetzt.
    Die Wahrscheinlichkeit durch die Therapie mir zu schaden, schien höher als dass der mm das tat. Man sagte mir, wir müssen besonders gut beobachten und im Fall der Fälle behandelt man dann.

    Deswegen empfahl mir das Brustzentrum auch, die Nachsorge dort zu absolvieren, damit nichts unerkannt bleibt, obwohl das eigentlich nicht üblich ist und die normalerweise keine Nachsorgen durchführen.

    Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich eine Chemo hätte durchsetzen können, wenn ich eine gewollt hätte.

    Aber ich habe natürlich gehofft, dass der mm noch zu klein war um weiteren Murks veranstaltet zu haben und mein Verstand sagte das auch.

    Aber man hat ja so ein Gefühl. Oder zumindest habe ich das. Und ich ahnte immer, dass da noch was kommt. Allerdings habe ich nicht mit so schnell und wie schon geschrieben eher an der anderen Brust mit etwas gerechnet.

    Irgendwie habe ich auch um mein Recht mir Sorgen machen zu dürfen gekämpft. Von allen Seiten hörte ich was ich für Glück gehabt hätte. Auch hier wurde mir vereinzelt geschrieben, dass man überhaupt nicht verstehen könne, warum ich mir überhaupt Sorgen machte und sehr selten empfand ich auch Aussagen hier als aggressiv mir gegenüber. Natürlich kann ich verstehen, dass sich besonders hier viele meine Ausgangslage gewünscht hätten, aber trotzdem hatte ich Krebs, meine Brust verloren und eine wirklich blöde Tumorbiologie.

    Dadurch, dass ich in der Onkologie tätig bin, hatte ich schon oft erlebt, dass gute Prognose sich ganz fix in schlechte verwandeln können. Das hatte ich stets vor Augen. Ich fand es einfach vermessen und unfair, dass ich offensichtlich kein Recht haben sollte über meinen Krebs besorgt zu sein. Natürlich wusste ich, dass es mich hätte schlimmer treffen können und das war mir auch immer bewusst, ich war auch sehr dankbar, dass es so früh erkannt wurde, aber ich weigerte mich, mich dies alles als Glück zu bezeichnen. Glück fühlt sich anders an.

    Nun sitze ich im Auto und werde ins Krankenhaus gebracht.

    Ich weiß, dass es durchaus möglich ist, dass ich in ein paar Stunden mir „nur“ die Lymphknotenmetastase zurück wünsche.

    Mein Gefühl ist tatsächlich, dass mir dieser mm das Genick brechen wird.

    Ob in 2 Monaten, in 2 Jahren oder in 20. Ich hoffe auch da natürlich auf eine Fehleinschätzung oder auf die 20Jahre+, aber das Gefühl war sofort da, als ich den Lymphknoten im Ultraschall sah.

  • Liebe SaDe,

    es ist immer schwierig, wenn man auch beruflich mit der Erkrankung zu tun hat, man weiß zu viel.

    Ich denke an Dich und drücke Dir fest die Daumen, dass es bei diesem Befund bleibt und sich Deine Sorge nicht bewahrheitet.

    Lieben Gruß von Rike 🍀 🍀 🍀

  • Alles Gute für heute, SaDe , halte die Ohren steif!

    Viele Daumen drückende und umärmelnde Grüße, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Liebe SaDe

    ich denk auch ganz fest an dich!

    Das mit dem Ranking des Leidens vergiss bitte gleich wieder. Es ist völlig unerheblich, welche Befunde um dich herum existieren und ob die "schlechter" oder "besser" sind.

    Du zählst! Es ist dein Körper, deine Seele und es ist anmaßend und eine Frechheit dir zu sagen, du sollst jetzt glücklich sein, weil es andere schlimmer trifft.

    Was ist das für eine saublöde Aussage?!

    Woher kommt dieser Anspruch des Vergleichens, den andere stellen? Ich hab mir auch schon Sachen anhören müssen "ich versteh nicht, warum du so fertig bist. Anderen geht es doch noch schlechter als dir"

    Achja?

    Und das soll jetzt meine Stimmung aufheitern? Das zieht mich eher runter, dass andere noch mehr leiden.

    Wie auch immer: ich drifte ab.

    Toi toi toi meine Liebe! Lass dir kein Gefühl ausreden, weil es anderen nicht in den Kram passt!!

  • Liebe SaDe,


    auch von mir sind die Daumen gedrückt und ich wünsche Dir alles erdenklich Gute.

    Was Du schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen,

    Mein 4mm Mistkerl, der sich an ein 8mm papilläres Karzinom angedockt hatte, lässt mich auch ratlos zurück.

    Es ist leider so, dass man bei Brustkrebs, egal welche Prognose, mit Rückkehr rechnen muss.

    Es gibt hier nichts, was es nicht gibt 😔

    Deshalb finde ich immer diese Abstufung mit „light“ unzutreffend.

    Es ist doch so, dass bei einem hormonpositiven Tumor und niedrigem Ki die Chemotherapie nicht so wirkt und deshalb da oft nicht mehr empfohlen wird.

    Mir schlägt auch entgegen, keine Chemo, da kann es ja nicht so schlimm sein 🙈

    Es ist sehr traurig, dass es Dich jetzt, nachdem es eigentlich aufwärts gehen sollte, so erwischt hat.

    Hoffentlich kommen heut bessere Nachrichten


    Alles Liebe 🍀✊

  • Liebe SaDe ,ich weiß wie du dich fühlst, man kanns nicht glauben, ich mach den ganzen scheiß zum zweiten Mal durch und war vorher felsenfest davon überzeugt das ich damit durch bin. Für das Staging drück ich dir ganz fest die Daumen, ich hatte meines vorgestern und bin fast durch gedreht vor Angst. Deine Geschichte hab ich immer verfolgt und war auch total geschockt wie es jetzt weiter gegangen ist. Und ganz egal welche Tumor biologie man hat, bösartig ist bösartig. Und es gibt wirklich nichts was es nicht gibt ich bin auch ein Beispiel dafür. Ich denk an dich und hoff das es gute Nachrichten gibt. ✊✊🍀🍀