Corona, Krebsrückfall, Einsamkeit

  • Vor 1,5 Jahren habe ich die Diagnose kleinzelliges Lungenkarzinom bekommen. Die Chemo und Bestrahlung damals waren erfolgreich, aber es gibt Knochenmetastasen, die jetzt die ganze Zeit ruhig waren. Jetzt wurde aufgrund eines Verdachts im CT ein PET gemacht und die Lunge ist wieder befallen und in den Knochen ist auch etwas aktiv. Ich habe panische Angst, mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, ich habe panische Angst vor dem Port, weil ich von dem letzten eine extrem schmerzhafte Trombose bekommen habe. Ich weiß schon, dass es keine Heilung für mich gibt und ich frage mich, ob ich das alles nochmal über mich ergehen lassen soll und für was, wenn es ja doch nichts bringt. Ich habe zwei Töchter im Alter von 15 und 17 Jahren, die derzeit bei ihrer erwachsenen Schwester leben, weil ich nicht auch noch Corona bekommen will. Aber das bedeutet auch Einsamkeit, viel Zeit zum Grübeln. Ich hoffe, dass dieses Forum mir etwas bringt. Über meine Ängste könnte ich seitenlang schreiben, aber das ist jetzt mal der Anfang. Bis zur Krankheit hatte ich auch einen Beruf, der mir sehr viel Spaß gemacht hat und supernette Kollegen. Jetzt sitze ich hier allein mit dem Fernseher und hoffe auf Euch hier.

  • Hallo liebe Romi66 ,


    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.


    Deine "Geschichte" zu lesen, macht mich sehr betroffen.


    Ich selber habe metastasierten BK mit Metas in Leber und Knochen. Bei meiner ED 2017 hieß es nach Chemo, OP und Bestrahlung ich sei nun gesund. Seit Juli 2019 schlage ich mich aber nun mit den Metas herum und bin in Dauer-Chemo.


    Von daher kann ich deine panische Angst nur zu gut verstehen! Auch bei mir ist keine Heilung mehr möglich und ich lebe alleine und kenne das Gefühl der Einsamkeit gerade jetzt in Corona-Zeiten nur zu gut. Und ja - dadurch hat man viel zu viel Zeit zum Grübeln - was aber alles nur noch schlimmer macht und keinesfalls weiterhilft!


    Du fragst, ob du eine erneute Behandlung über dich ergehen lassen sollst... Ich möchte dir hierzu einfach meine Meinung in Bezug auf meine Person mitteilen.:

    Ja - ich werde nie wieder gesund, das ist Fakt. Aber: Wer weiß schon, wie viele Jahre mir geschenkt werden können? Mit Behandlung definitiv mehr als ohne, so denke ich zumindest. Und ich habe festgestellt, dass ich stärker bin als ich jemals gedacht hätte. Mir gehts nämlich gemessen an der Gesamtsituation wirklich recht gut und ich habe nach wie vor Freude am Leben :). Natürlich gibt es auch Phasen von Tiefs und Einbrüchen, besonders wenn die Chemo mal wieder richtig dröhnt oder Stagings anstehen, aber auch diese Phasen sind erlaubt.


    Und ich sitze hier auch gerade alleine mit Kaffee und Fernseher ;).


    Ich drücke :hug:dich mal ganz lieb wenn ich darf und sende dir ein großes Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht :)


    LG aus dem benachbarten Erding

    Pschureika

  • Liebe Romi66 ,


    ein herzliches willkommen, fühl dich erst einmal gedrückt.

    Das ist wirklich totaler Mist, man kann es nicht anders sagen. Ich kenne mich mit Lunge nicht aus, da können dir sicher andere etwas zu sagen, aber es hört sich an, als mache vor allem die Einsamkeit dir gerade zu schaffen.

    Sich gerade in solch schweren Zeiten auch noch mit corona rumschlagen zu müssen ist echt eine beschissene koinzidenz, das denk ich zur Zeit auch oft...


    Liebe Grüße,

    Annika

  • Liebe Romi66 ,


    wenn du jemanden persönlich ansprechen möchtest, dann setze das @ Zeichen direkt vor den Namen der Angesprochenen, ohne Leerzeichen :).


    Schön, dass es dir gut tut, dich hier auszutauschen - hier kannst du dir wirklich alles von der Seele schreiben und wirst immer jemanden finden, der dir "zuhört". Du bist nicht allein!


    LG

    Pschureika

  • Hallo liebe Romi66 ,


    ich möchte dich auch sehr herzlich in diesem tollen Forum begrüßen. Auch wenn ich dir gewünscht hätte, dass du nach deiner Behandlung gesund bleibst ;(


    Da hast du wahrlich ein schweres Päckchen zu tragen. Wir können dir die Entscheidung ob Behandlung ja oder nein leider nicht annehmen aber wir können dir eine Stütze sein und dir von unseren Erfahrungen berichten...Alle tollen tapferen Frauen und Männer in diesem Forum wissen genau wie du fühlst.


    Auch ich kann deiner Ängste sehr gut nachvollziehen. Ich komme zwar auch aus der Brustkrebs Ecke wie Pschureika aber ich habe zusätzlich Metastasen in der Lunge und Lymphknoten. Wegen der Lunge mache ich mir natürlich große Sorgen bezüglich Corona. Auch wenn die Metastasen dort dank der Chemo fast komplett weg sind, kann niemand sagen wie Corona in meinem Fall verlaufen würde und das macht Angst!

    Ich hoffe einfach das Beste....


    Gibt es denn schon einen konkreten Behandlungsplan deiner Ärzte?

    Wenn du magst, nehme ich dich gerne virtuell in den Arm :hug:

    und sende dir Kraft und Mut!


    LG von nebenan, aus dem komisch ruhigen Schwaig/Oberding ohne Fluglärm...

    Cathianna

  • Liebe Romi66,


    ein herzliches Willkommen auch von mir. Auch Ich kenne mich leider nicht mit deiner Krankheit aus, bei mir ist es die Niere. Deine Ängste sind nachvollziehbar, aber aufgeben? Du bist noch jung und kannst, wie du hier im Forum auch erfährst, noch einige schöne Jahre verbringen. Das Alleinesein ist schrecklich, bin in der gleichen Situation, da bleibt Zuviel Zeit zum Grübeln. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut weiter zu kämpfen. Sende dir auch eine Umarmung!


    Mieze66

  • Liebe Cathianna ,


    einen konkreten Behandlungsplan gibt es noch nicht, aber ich erfahre nächste Woche mehr. Ich habe meinen Kindern versprochen zu kämpfen, aber ich bin zeitweise auch ganz froh, allein zu sein, weil ich dann meine Durchhänger vor niemand verstecken muss. Ich lebe echt gern und bin ein Mensch, der immer gern langfristig geplant hat, das ist jetzt alles in Frage gestellt. Bist Du auch in Freising in Behandlung oder in Erding?

  • Liebe Romi66 ,


    ich habe auch immer gern langfristig geplant aber das geht natürlich nicht mehr! Ich lerne gerade noch jeden Tag zu leben...

    Befinde mich derzeit noch in Chemotherapie und danach kommt noch OP und lebenslang Antikörper...

    Manchmal wünschte ich, ich wäre auch ab und an alleine um mich auch mal emotional gehen lassen zu können. Ich habe 2 Kinder (3+7 Jahre) und derzeit zusätzlich einen Mann dank Corona zu Hause...da ist keine Zeit für Rückzug derzeit...


    In Behandlung bin ich in einer großen Klinik neben dem Fluss in München (hier darf man keine Kliniknamen etc nennen). Wir können aber gern auch per PN schreiben.


    LG

  • Ich habe mir immer Ziele gesetzt, die mir in Reichweite schienen. 2018 war das der 18. Geburtstag meines Sohnes, der letztes Jahr erreicht wurde. Jetzt ist wegen Corona Fahrschulpause und er hat seinen Führerschein noch nicht fertig. Das ist auch ein schönes Ziel.

  • Ich war auch in dieser Klinik in München für mein PET. Diese Riesengröße von Klinik hat mir Angst gemacht und die ganzen Menschen mit Masken, das ist alles so unwirklich gewesen. Ich hatte den Eindruck, die Coronaviren fliegen da überall rum

  • Liebe Romi66 ,


    auch von mir ein Herzliches Willkommen in diesem wunderbaren Forum.

    Ich bin auch der Meinung, dass es sich lohnt weiter zu kämpfen. Für deine Töchter, die ihre Mutter brauchen, für Freunde, aber auch für dich, weil das Leben schön ist. Die Chemo und die Bestrahlungen haben dir beim letzten Mal geholfen, die Forschung geht immer weiter, es gibt regelmäßig neue Medikamente und deine Ärzte werden bestimmt eine gute Behandlung für dich finden.


    Und wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, hier ist eigentlich immer jemand da 😊


    Liebe Grüße, Annette

  • Liebe Romi66,

    Wir sitzen hier ja alle mehr oder weniger im selben Boot. Und das miteinander schreiben und aneinander denken tut wirklich gut. Viele von uns sitzen jetzt in ziemlicher Isolation aber es gibt das Internet und viele Möglichkeiten sich abzulenken. Ich versuche gerade neue Arbeitsgebiete zu finden und möchte mein Französisch aufbessern und ,,, Was ich damit sagen will lenk dich ab Skype mit deinen Töchtern mach was neues und es ist dann nicht mehr so finster - versprochen.

  • Liebe Romi66 , herzlich willkommen im Forum !

    Ja, ein Rezidiv ist Mist und Metas sind noch größerer Mist, es tut mir sehr leid, dass Du doch wieder betroffen bist, und ich kann Deine Ängste gut verstehen.

    Ich komme wie viele hier auch aus der Brustkrebs Fraktion, mit Knochenmetas kann ich (zur Zeit) gut leben, die Lunge macht mir, vor allem jetzt in Coronazeiten, schon mehr Sorgen.

    Aber es ist wie es ist, ich werde deshalb jetzt nicht aufgeben und mich hinlegen und aufs Ende warten, natürlich hab ich auch mal Durchhänger und depressive Stimmung - aber ich habe auch noch ein paar Träume und ich sage auch, das Leben ist schön, und egal wie lange oder wie kurz es für mich sein wird, kämpfen lohnt sich.

    Du hast Töchter die nicht wirklich erwachsen sind, jedes Jahr zählt.


    Was die „Riesenklinik“ in München betrifft, so mag das beängstigend wirken und das heimische Krankenhaus mag heimeliger anmuten, aber mir persönlich wäre Erfahrung und Kompetenz wichtiger, wenn die Entfernung machbar ist.

    Ich selbst werde in einer Uniklinik behandelt und fühle mich da sehr gut aufgehoben, die öfters wechselnden Ärzte/*innen machen mir nichts aus, alles ist im Computer und schon aufgerufen bevor ich das Zimmer betrete, meine Nebenwirkungen und geäußerten Sorgen sind dort vermerkt, das merke ich an den Rückfragen wenn ich nicht von selbst was anspreche.


    Ich wünsche Dir gute Therapeuten und dass bald eine gute Therapie für Dich gefunden wird und umärmel Dich mal virtuell.

    Liebe Grüße, Tina :hug::hug::hug:

  • Liebe Tina.

    danke für Deine Worte. Ich habe eine Freundin, die hatte vor ca. 12 Jahren Brustkrebs und hat die ganze Prozedur auch mitgemacht.

    Aber sie ist geheilt und seitdem lebt sie ein tolles und glückliches Leben, schmerzfrei und ohne Rückfall. Dies nur als aufbauende Worte für Dich und alle anderen Brustkrebsbetroffenen.

    Leider habe ich eine andere und aggressivere Form Krebs, aber Du hast Recht, jedes Jahr zu leben zählt. Da ich unter chronischen Schmerzen leide, genieße ich aber mein Leben nur sehr bedingt.

    Was eine große Fachklinik betrifft, ich mache mir schon Gedanken darüber.

    Ich habe morgen einen Termin beim Onkologen und rede auch mal mit dem.

    Liebe Grüße Romi

  • Liebe Romi66 ,

    was ich hier schreibe hört sich vielleicht erstmal nicht so "ermutigend" an, ist aber liebevoll gemeint:

    Wenn du so panische Angst davor hast dich mit deiner Krankheit und der damit drohenden schnelleren Sterblichkeit auseinanderzusetzen, dann ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen dich deinen Ängsten zu stellen bzw sie dir mal anzuschauen. Es ist allgemein eine Erfahrung das meist das eintritt wovor man fliehen will. Ängste sind nicht nur schlecht. Sie zeigen uns unsere Schwachstellen, wir können sie nutzen und uns damit helfen.

    Sicherlich ist Ablenkung und Kampfgeist eine sehr gute Sache, aber im Kern bleibt die Angst. Angst ist ein Gefühl was entsteht wenn wir mit unseren Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Zukunft schauen. Es lohnt sich vielleicht zu überprüfen, ob diese Erfahrungen wirklich "in Stein gehauen" sind. Waren es Ärzte die dir schlechte Prognosen gegeben haben oder hast du etwas gelesen oder von jemandem gehört? So kannst du behutsam schauen, wo du fremde Meinungen in deine Erfahrungen eingebaut hast.

    Vielleicht nutzt du einmal die Stille um dich für wenige Minuten oder Sekunden und schaust dir mal deine Angst an.

    Ich habe es zu Anfang nur wenige Sekunden geschafft meine Ängste anzuschauen. Monate später ging es dann schon wesentlich länger.

    Ich wünsche dir das deine Angst zu einem Ratgeber wird.

    Alles liebe!

  • Guten Morgen safsafr


    ich habe von einer Ärztin auf meine Frage, wie es denn bei mir aussieht, die Antwort bekommen, ich soll googlen. Ich weiß, das man schon bei Schnupfen im Internet schon lesen kann, dass man sich einen Sarg bestellen soll, deshalb bin ich eigentlich ein Gegner davon, Krankheiten zu googlen. Ich habs trotzdem gemacht, aber nur für 5 Minuten und was ich da gelesen habe, hat meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Dann habe ichs gelassen und auch keine Ärzte mehr gefragt.

    Auf Drängen meiner großen Tochter habe ich dann nach ca. 1/2 Jahr doch mal einen Arzt gefragt und 1/2 Jahr später noch mal einen anderen, obwohl ichs gar nicht hören wollte. Und die Antwort hat der im Internet entsprochen.

    Ich lebe gern, aber ich habe Dauerschmerzen, bin in Dauerbehandlung und habe zwischendurch schon gedacht, ich mag eh nicht mehr. Eigentlich kämpfe ich zur Zeit nur, weil meine Kinder das von mir verlangen und sie mich noch brauchen. Zwischendurch habe ich Momente, wo es mir relativ gutgeht, dann denke ich, ach, ich schaff das, ich kämpfe weiter. Aber diese Momente sind leider die Selteneren.

    Ich habe inzwischen eine "Brieffreundschaft", also einen sehr lieben WhattsAppKontakt zu einer Person, die ich total zufällig kennengelernt habe. In einem Verkaufsforum. Kommt aus der gleichen Gegend wie ich ursprünglich (bin leider als Kind mit meinen Eltern dort weggezogen), hatte auch Krebs und lebt in ähnlichen Verhältnissen wie ich. Die baut mich immer auf und läßt es nicht zu, dass ich aufgebe. Sie hat mich auch eingeladen zu sich, so dass ich meine Heimat wiedersehen würde. Und das würde ich gern noch erleben. Leider läßt es mein Zustand derzeit aber nicht zu, dass ich weiter reise und das ist schon seit der Diagnose vor 1 3/4 Jahren so. Sie gibt mir unheimlich viel, weil sie so ein positiver Mensch ist, die Dinge auch beim Namen nennt und mir immer wieder "in den Allerwertesten" tritt. Ich brauche das, dass sie täglich nach mir fragt und sich meldet, obwohl wir uns noch nie persönlich getroffen haben. Es ist schon ein sehr komischer Zufall, so jemanden in einem Verkaufsforum kennenzulernen.

    Jedenfalls gibt sie mir mehr Mut als meine Ärzte und ich kann ihr auch mal schreiben, wenn ich total unten bin und die Ängste mich übermannen.

    Und wie ist das bei Dir, wer unterstützt Dich und baut Dich auf? Aber ich denke, so wie ich Deinen Beitrag gelesen habe, dass bei Dir die Prognose doch besser ist als bei mir, zumindest scheinen Deine Ängste wirklich nicht so groß und real zu sein wie Meine.

    Tja, das wollte ich Dir zu Deinem Beitrag schreiben. Ich danke Dir sehr, dass Du auf mein Problem so lieb eingegangen bist und ich freu mich auch sehr, wenn ich wieder was von Dir höre.

    Bis dann und alles Liebe Romi

  • Liebe Romi66,

    ich freue mich sehr für dich, dass du so eine gute Freundin hast! Und es ist egal, ob du sie quasi in einem Forum oder nebenan kennengelernt hast. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es manchmal die Menschen sind, die man am wenigsten kennt (also zB. Arbeitskollegin oder die Kassiererin) die einen durch alle Tiefs treu begleiten und alles mittragen. So war es bei mir mit zwei Arbeitskolleginnen die sich als Felsen in meiner Brandung entpuppt haben und seitdem treu und stetig bei mir sind, wann immer ich sie brauche.

    Ob meine Prognose (ich habe nie gefragt aber auch viel im Internet geschaut) schlechter oder besser oder gleich ist wie deine oder ob meine oder deine Ängste schlimmer sind oder nicht - also ich glaube das können wir nicht vergleichen. Gerade Angst ist, glaube ich, für alle gleich schlimm, die meisten sind gut im Verdrängen, das können wir hier nicht, weil uns die Erkrankung jederzeit daran erinnert. Ich habe Brustkrebs und gleich bei der Erstdiagnose schon Metastasen gehabt, bin also gleich in die "sie sind unheilbar" Schublade gerutscht und habe mir da auch so allerlei anhören müssen. Körperlich schränken mich die Metastasen stark ein und ich fühle ebenfalls Schmerzen, und da kann ich dich sehr gut verstehen, weil mir auch der Lebensmut und der Optimismus abhanden kommen.

    Meine Erkrankung und die damit verbundene konkrete Sterblichkeit und die Angst vor dem kommendem Siechtum kann ich derzeit nicht ändern. Aber dagegen anzukämpfen schlaucht mich noch viel mehr. Also versuche ich langsam Schritt für Schritt gewisse Glaubensgrundsätze dahinter zu erfragen. Das meinte ich in meinem Beitrag.

    Konkret: Ich schrieb hier einer Forista im Forum, dass ich 6 Onkel gehabt habe, die alles elendiglich am Krebs verreckt sind (ich will es ncht beschönigen). Ich habe aber noch einen Onkel gehabt (meine Mutter stammt von einem Bauernhof und hat 7 Geschwister, daher soviel Verwandschaft). Also, Onkel Nr 7 hat damals einen sehr seltenen und aggressiven Speiseröhrenkrebs bekommen. An der Uniklinik bekam er die Prognose das er trotz Chemo das Jahr nicht mehr leben wird. Es würden weniger als 1% (!) das erste Jahr überleben, also quasi Null. Es war hoffnungslos. Die Chemos ließen alles schlechter werden, immer eine neue Kombination wurde ausprobiert, zweimal ist er fast gestorben und hatte ein Nahtoderlebnis. Das Herz machte schlapp, meine Tante saß nur noch an seinem Bett, täglich erwarteten wir das Ende und es wäre eine Erlösung gewesen.

    Er überlebte. Er wird heute als ein Wunder an der Uniklinik aufgeführt, über seinen Verlauf wurde eine Doktorarbeit geschrieben. Bis heute weiß keiner warum er es schaffte. Er ist 20 Jahre später im Alter von 80 an den Spätfolgen der Therapien verstorben.

    Die Essenz: Keiner weiß was wird (übrigens ist hier die KatzenMom 64 für mich ein gutes Beispiel, wie man sehr pragmatisch und einfühlsam mit scheinbar Hoffnungslosen Prognosen umgehen kann, sie ist selbst auch sehr stark betroffen). Kein Internet, kein Arzt überhaupt niemand. Es ist banal und es hilft nicht gegen deine Schmerzen oder Ängste, ich weiß. Aber du kannst deine Einstellung ändern, auch wenn du vielleicht wirklich nicht mehr lange zu leben hast. Du schriebst, das du eigentlich nicht mehr kannst, aber dich doch freust, wenn eine liebe treue Freundin sich meldet, du hast tatsächlich noch Pläne (in deine Heimat zu kommen), da ist noch eine Menge Leben in dir drin! Das wird sehr überschattet von der düsteren Prognose die scheinbar über deinem Kopf hängt. Versuche dir diese Lebenskraft egal wie überschattet sie ist zu erhalten.

    Jetzt möchte ich dir mal einen liebevollen Stupser in den Allerwertesten geben: Bespreche mit deinen Ärzten deine Schmerztherapie und ob es möglich ist für wenige Tage bei angepasster Therapie deine Heimat wieder zu sehen. Vielleicht helfen noch andere mit, dass es für dich möglich ist. Wenn es nicht möglich ist (vielleicht ist die Heimat zu weit weg?), dann gibt es vielleicht andere Möglichkeiten mit alten Freunden oder Bekannten Kontakt aufzunehmen, damit sie dir Bilder, Videos schicken? Oder dich besuchen? Vielleicht gibt es im Internet einen Doku-Film über deine Heimat? Eine Pflanze, die auf Balkon oder Garten an deine Heimat erinnert? Ein typisches Gericht? Wenn das GRoße nicht klappt, dann klappt es im Kleinen?

    Wenn alles keine Optionen für dich sind, dann lege dich hin, mach es dir bequem, schließe die Augen und stell dir deine Heimat intensiv vor. Rieche den Sommer, wie war es im Winter, als du zur Schule dort gegangen bist usw.....So könntest du jeden Tag zu jeder Zeit in deine Heimat.

    Egal wie es dir geht. So mache ich es manchmal, wenn ich mich erinnere wie es war als ich noch gehen konnte und auf Berge geklettert bin.

    Ich hoffe, dass ich dir jetzt nicht zu nahe getreten bin, alles was ich schrieb ist ein Versuch dir etwas zu helfen bzwl vielleicht neue Sichtweisen auf das schlimme alte aufzuzeigen.

    Ganz viele liebe Grüße