Beiträge von Nicole

    Heute genau vor 2 Jahren habe ich meinen Therapiemarathon beendet. Ich habe also sozusagen Jahrestag. ;)
    Fakt ist aber nach wie vor, dass ich mich nicht als "geheilt" betrachte. Ich habe den Krebs in seine Schranken gewiesen.
    Aber ich habe ein Heidenbammel davor, dass er wieder ans Tageslicht tritt. Nicht falsch verstehen, ich lebe nicht tagtäglich in der Angst, dass er zurück kommt.
    Aber ich schließe die Möglichkeit nicht aus...
    Wenn ich dann erfahre, dass jemand einen Rückfall hat, bin ich völlig von den Socken. Dann krieg ich wirklich Angst.
    Ich hatte gleich 4 Tumore, die hochgradig aggressiv waren und ich gelte als "Hochrisikopatientin". Manchmal weiß ich einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.
    Ach mensch...und dann ist er wieder da, der Spruch der Ärztin: "Denken Sie daran, dass Sie Ihr Kind wahrscheinlich nicht aufwachsen sehen werden".
    Verdammt!!!
    Es gibt Tage, da zieht mich das aber sowas von runter... X(


    Trotzdem und gerade deshalb liebe Grüße,
    Nicole

    Mhhh...ich gehe am Donnerstag zum Sozialverband zur Beratung und nächste Woche nochmal zur Rentenberatung.
    Mal sehen, was dabei heraus kommt. Falls nichts, dann werde ich wohl wirklich einen RA konsultieren müssen...
    Ich finde es so ÄTZEND, dass ich einfach überhaupt keine Nachricht bekomme...in Sachen Rente seit fast 3 Monaten und in Sachen Reha seit fast 4 Monaten.
    Die sind doch echt total bescheuert!!! Und sitzen natürlich mal wieder am längeren Hebel, klar!
    Ich hab es manchmal so satt, Leute...


    Liebe Grüße,
    Nicole

    :rolleyes:
    Ich glaube, ich war weggedusselt und hab Euch gar nicht gehört...
    Vielen Dank für den Kaffee, den Tee, die Gurken und so weiter...ich nehm alles!!! Nur nix tierisches (also herkömmliche Gummibärlis), da ich Vegetarierin bin. Aber welche ohne Gelatine nehm ich auf alle Fälle! Und Prosecco würd ich auch nehmen, geht ja aber im Moment nicht... :S
    Ich bring die Tage mal was Leckeres vegetarisches mit zum probieren und sozusagen als "Einstand" hier bei Euch.
    Hatte gestern nur mal einen Durchhänger, ist aber schon wieder gut. ;) Das war meine TT (Traumatussi, so nenne ich sie mehr oder weniger liebevoll), die sich manchmal zu Wort meldet und der ich dann auch zulausche. Verdrängen bringt ja nix, ne?
    Ich war dann mit dem Hund unterwegs und dann ging es wieder...Ich nenn das meine "Psycho-Spaziergänge". Bekloppt, oder? ;(
    Aber so bin ich nun mal, völlig normal is ja langweilig!
    So ihr Lieben, wollt nur mal kurz vorbei schauen und freu mich schon, wenn ich Euch hier wieder treffe.


    Schönen Abend und Gute Nacht,
    Nicole

    So, ich trau mich jetzt auch mal hierher... ^^
    Ich fühle mich gerade ganz doll alleine und so schleich ich mal völlig unauffällig hier umher und such mir ein Plätzchen und lausche den Vögeln und Euren Gesprächen zu.
    Das reicht mir für den Moment schon...


    Etwas traurige Grüße,
    Nicole

    Es ist doch zum Mäuse melken, oder?
    Ich stehe auch schon seit 9 Monaten auf drei Wartelisten...bei "normalen" Psychologinnen, denn von Psychoonkologen wollen wir ja mal gar nicht erst reden!!!
    Das ist doch ein Fehler im System!
    Wenn man bedenkt, wie rasant z.B. Depressionen in den letzten Jahren zugenommen haben, so frage ich mich, ob das nicht wahrgenommen wird oder schlicht und ergreifend unter den Teppich gekehrt wird.
    Schon als nicht Krebskranke habe ich diesen Zustand zur Kenntnis genommen und mich geärgert. Als "Betroffene" sehe ich das natürlich jetzt nochmal etwas anders.
    Ich finde es beschämend und es trägt nicht gerade zur "Entstigmatisierung" dieses Themas bei (wo sowieso noch einiges an Arbeit geleistet werden müsste!).


    Ob es wohl etwas bringen würde, an geeigneten Stellen zu protestieren? Denn wenn alle nur vor sich hinklagen, wird sich nichts ändern...


    Liebe Grüße,
    Nicole

    Ich hole das Thema mal wieder aus der Versenkung, denn ich finde, es ist zu wichtig, als dass es irgendwo dahin dümpelt...


    Leider passiert das hier oft, dass Themen kurz "oben" stehen und beachtet werden und dann nach "unten" rutschen und nicht mehr beachtet werden.


    Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt mit den Wartelisten bei Psychologen und wie ihr Euch in dieser Zeit selbst geholfen habt.
    Ich freue mich wie immer über regen und kritischen Austausch! :)


    Liebe Grüße,
    Nicole

    Hallo Anna,


    danke für Deine Nachricht.
    Ich kann leider erst heute antworten, da ich grippebedingt das Bett hüten musste... :(


    Natürlich freue ich mich. Aber anders. Denn da ist immer auch Angst mit dabei. Es ist halt meiner Meinung nach etwas anderes, ob ich als gesunde Frau schwanger werde oder eben nicht. Denn obwohl ich seit 2 Jahren kein Rezidiv o. ä. bekommen habe, fühle ich mich nicht als "gesund".
    Ich weiß nicht, ob das nachzuvollziehen ist, wenn man nicht in einer ähnlichen Situation ist.
    Und das mit der "jungen Frau" geht zwar runter wie Öl, aber ich bin immerhin 40. ^^ Also nicht mehr so ein gaaanz junger Hüpfer...


    Was ich mit dem letzten Absatz meinte, ist, dass zwar alles medizinisch Nötige und hoffentlich auch Mögliche getan wurde, wofür ich auch überaus dankbar bin. Sonst würde ich nämlich jetzt hier nicht mehr sitzen und schreiben können.
    Aber es fing schon in der Klinik an, dass außer dem Medizinischen nichts getan wurde. Damals (2010) war ich so geschockt von der Diagnose, dass ich es zwar bemerkte, aber mich noch nicht so sehr damit auseinandersetzen konnte.
    Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass ich wenig Unterstützung bekomme und mir alles trotz schlechtem Gesundheitszustand hart erarbeiten muss. Das ist ein Fakt, den ich nicht wegdiskutieren kann und will. Anderen mag es vllt. anders gehen, aber ich glaube, dass viele ebenso hilflos und wütend und enttäuscht sind. Und ich finde, ich habe das Recht dazu, das auch zu äußern.
    Ein Beispiel: Reha-Antrag im November, Rentenantrag im Dezember gestellt. Im März geht mir das Geld aus. Habe ich mir es ausgesucht, nicht mehr arbeiten zu können und psychisch durch die ganzen Belastungen so ziemlich am Ende zu sein? Nein, gewiss nicht. Und es fällt mir auch nicht eben leicht, das zuzugeben. Aber ich werde wie so oft hingehalten, was noch mehr an der Substanz zehrt.
    Und dann ist es eben so, dass ich mich mit der Zeit daran gewöhnt habe, wenig Unterstützung zu haben und mit den letzten Reserven einfach weiter zu kämpfen.
    So, jetzt hab ich mal genug geschrieben, denn sonst steigere ich mich da noch hinein.
    Aber ich bin halt manchmal so WÜTEND, da ich alles so unheimlich zäh und langwierig erarbeiten muss. Meine Energie geht mir manchmal flöten und geradejetzt brauche ich die doch für 2!!! ;)


    Liebe Grüße,
    Nicole

    Vielen Dank für die Glückwünsche!


    Ich versuche mich immer zu freuen, aber so richtig will mir das noch nicht gelingen.
    Es gibt zu viel, was mir im Moment zu schaffen macht und das kann ich nicht einfach so verdrängen...


    Leider bin ich oft - zu oft - in der Warteschleife, kann also nur reagieren, wenn mal wieder was zu regeln ist.
    Ich finde es echt traurig, wie wenig Unterstützung man bekommt, aber ich beginne mich daran zu gewöhnen.


    Liebe Grüße,
    Nicole

    Ihr Lieben,


    nein, nicht falsch verstanden, ich bin schwanger. ;) Nun schon Ende 17. Woche.
    Vergangenen Dezember war die Chemo genau 2 Jahre her und es hieß, wenn frau danach schwanger werden will, sollte sie mind. 2 Jahre warten. Im Dezember war ich dann bei der Gynäkologin und sie sagte tatsächlich, ich sei schwanger...
    Ich kann es noch immer nicht richtig glauben, denn mit der Diagnose hatte ich das mehr oder weniger abgehakt.
    Aber wie das so ist im Leben...
    Neben der Freude sind da natürlich auch Ängste. Vor allem, da ich jetzt an eine Ärztin bei der Strahlentherapie denke, die mich fragte, ob ich Kinder habe. Als ich dies verneinte, meinte sie:"Falls Sie das noch planen, denken Sie daran, dass Sie ihre Kinder wahrscheinlich nicht aufwachsen sehen werden!"
    Nett, oder??
    Von dem Satz hab ich sogar jetzt noch was bzw. jetzt erst recht. Tja, die Ärzte mögen zwar vllt. auf ihrem Fachgebiet gut sein, aber was Gesprächsführung angeht...
    Aber ich hab´s ja nicht geplant, also gehe ich mal davon aus, dass ihre Prognose nicht zutreffen wird! :)


    LG,
    Nicole

    Klar sind wir verrückt! Und zwar in einem ganz positiven Sinn. Verrückt-sein ist nämlich gar nicht so negativ, wie wir das immer denken.


    Ich glaube sowieso, dass die "Normalen" viel schlimmer sind... :D


    Das mit der Angst vor der Angst ist super! Ist eine systemische Herangehensweise (kurz vor meiner Diagnose hab ich das in einer Fortbildung gelernt und dachte, ich hab alles vergessen :S ). Verfolgen wir den Ansatz weiter, kann das sehr hilfreich sein. Ich glaube, ich hole mal die Unterlagen raus... :rolleyes:


    Vor knapp 3 Jahren wurde ich krank und bis heute habe ich keine psychologische Unterstützung, die ich mir so sehr erhofft habe.
    Aber ich stehe auf Wartelisten, ist das nicht toll???
    Es ist eine große Stärke, sich Unterstützung zu holen, wenn es alleine nicht mehr geht. Keine und keiner sollte sich jemals etwas anderes einreden lassen! Ich werde unheimlich wütend, wenn ich sowas höre.
    Überlegt mal, wer alles therapeutische/psychologische Unterstützung bekommt! Ich möchte kein "Schubladen-Denken" provozieren, aber manchmal krieg ich einen unheimlichen Hals! Ich weiß leider, wovon ich rede, denn ich bin selbst eine "Helferin" und das macht es nicht eben leichter. Ich werde mit einer potentiell tödlichen Krankheit konfrontiert und muss mir selbst helfen? Weil die Therapieplätze alle auf lange Sicht vergeben sind? Ich will damit bestimmt nicht sagen, dass ich wichtiger bin als andere (ich nehme mich nämlich gar nicht so wichtig!), aber ich will damit sagen, dass es verschieden gelagerte Prioritäten gibt und eine Krebserkrankung und die damit verbundenen Folgen haben zumindest für mich sagen wir mal hohe Priorität. Wie übrigens alle ernsten Erkrankungen!
    Und der Gipfel ist, dass ich mir z. T. anhören musste: Du zu einer Therapie? Das kannst Du doch selbst!


    Oh mann...da fehlen mir die Worte. Und das von Leuten, die niemals zugeben würden, dass sie mit einigen Dingen des Lebens nicht zurecht kommen und erst recht nicht krank sind!
    Sich Unterstützung zu holen ist richtig und wichtig.


    Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin,
    die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn.
    Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält
    und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt..
    ("Die Ärzte") :D


    LG,
    Nicole

    Liebe schlappi,


    vielen Dank für Deine Antwort.
    Im Moment erhalte ich noch ALG I, aber eben nur noch bis März...
    Ich hab mir jetzt überlegt, ich warte bis Ende Februar ab und dann such ich mir Unterstützung. Rumsitzen uns abwarten ist schön und gut, aber nur für eine gewisse Zeit. ;)


    Was aber viel wichtiger ist: Ich drück Dir alle vorhandenen Daumen wegen der Biopsie heute! Hab ich auch 2 x hinter mir und so kenne ich das leider nur zu gut. Vllt. sagst Du uns ja denn mal, wie es ausgegangen ist...


    LG,
    Nicole

    Hallo alle,


    weil es mich so sehr beschäftigt:
    Wer ist auch nach einer Krebserkrankung schwanger geworden?
    Wem gehen oder gingen sicherlich die gleichen Gedanken und Ängste im Kopf herum??


    Würde mich wie immer über Austausch freuen... :rolleyes:


    LG,
    Nicole

    Ganz herzlichen Dank für Eure Antworten!


    Das macht mir jetzt wieder etwas Mut...
    Den Antrag hatte ich zusammen mit dem Rentenberater der DRV im Dezember gestellt. Ich gehe also davon aus, dass alles seine Ordnung hat was den Antrag angeht. Dann dachte ich, ich warte, bis die sich melden wg. Gutachter oder so. Nun habe ich aber z. T. schlaflose Nächte (die ich oft sowieso habe :( ), weil mein Geld nur noch bis März, höchstens April "reicht".
    Was meint ihr, soll ich also sozusagen prophylaktisch noch eine andere Stelle einschalten (Anwalt, Sozialverband...)?
    Ich bin mir so unsicher, denn ich möchte möglichst nichts "falsch" machen.


    Echt, was für ein Mist. Gesundheit futsch, berufliches Leben futsch und nun Angst um die Existenz. Ist das noch normal???
    Die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter - so ist mein Empfinden.
    Und dann soll ich mich immer schön wieder selbst aufmuntern und mich aus dem Sumpf negativer (bzw. realistischer!) Gedanken hocharbeiten.
    Irgendwann sind alle noch so kleinen Reserven aufgebraucht!!!


    Grüße aus dem Norden,
    Nicole

    Hallo ihr,


    habe im Dezember 2012 Erwerbsminderungsrente beantragt.
    Die Fakten: Brustkrebs mit etlichen Nebenwirkungen, GdB 60 %, berufl. Reha hat nichts gebracht.
    Nun habe ich echt Bammel, dass ich einen negativen Bescheid erhalte und bin am überlegen, was ich noch tun kann?
    In diesem Fall stehe ich nämlich sozusagen vor dem "Nichts"...
    Hat es Sinn, sich an einen Sozialverband zu wenden?


    Wem geht es ähnlich? Wer hat Erfahrungen???


    Grüße,
    Nicole

    Hallo,


    ich habe meine Diagnose mit 37 bekommen. Gut, nicht mehr ganz so jung, aber ich hatte auch keine Kinder und war zu dem Zeitpunkt mit dem Thema auch noch nicht durch. Es musste auch schnell gehen bei mir, also blieb mir und meinem Partner auch nur wenig Zeit. In der Uniklinik, in der ich operiert wurde (Aachen) fand dann ein Gespräch über die Möglichkeiten statt. Es scheiterte sowohl an der Zeit als auch am Geld, denn das Einfrieren von Eizellen ist sehr kostspielig und muss selbst bezahlt werden.
    Also habe ich die Therapie hinter mich gebracht und mir aber dann auch nicht ständig den Kopf darüber zerbrochen, sondern mich darüber gefreut, dass ich es überstanden hatte. Mir wurde gesagt, nach der Chemo sollten sowieso 2 Jahre vergehen, ehe überhaupt wieder daran zu denken sei.
    Nach ca. 2 Jahren habe ich mit meiner Frauenärztin darüber gesprochen. Sie riet mir, einen Test zu machen, in dem festgestellt würde, wie es um das sog. "Anti-Müller-Hormon" bestellt sei. Es gibt Auskunft darüber, ob eine Fruchtbarkeit überhaupt noch gegeben ist. Das war bei mir der Fall.
    Und was soll ich sagen: Im Dezember habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Nunmehr in der 16. SSW.


    Ich will damit sagen: Bloß nicht verrückt machen lassen und positiv nach vorne schauen. Ich weiß wirklich nur zu gut, dass das nicht immer einfach ist. Aber es bringt auch nichts, sich völlig kirre machen zu lassen und unter Druck zu setzen.
    Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt für Dich hilfreich war oder nicht. Es sind halt einfach meine Erfahrungen in dieser Hinsicht. Letztendlich musst Du selbst entscheiden, welcher Weg für Dich der richtige ist.


    Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute dafür!


    LG,
    Nicole

    Bei mir ist es so, dass mir ganz oft bestimmte Worte nicht einfallen und ich sie umschreiben muss.
    Häufig kommt es auch vor, dass ich Worte vertausche. Ich will z. B. "Schubkarre" sagen und heraus kommt "Schublade". Das finde ich dann schon mal recht amüsant. Und meine Gesprächspartner wohl auch. :)
    Ich habe von Anfang an darauf hingewiesen, dafür sei mein "Chemohirn" verantwortlich.


    Was ich allerdings weniger witzig finde ist, dass ich bei wichtigen Telefonaten oft nicht mehr folgen kann. So oft wie möglich versuche ich daher, dies im persönlichen Gespräch oder auf anderen Wegen zu klären. Ich will ja nicht jedem am Telefon erklären:"Entschuldigung, können Sie das nochmal wiederholen? Die Chemo hat mich in nicht unerheblichem Maße grauer Gehirnzellen beraubt!"
    Aber irgendwie bekomme ich es dann doch immer wieder hin. Es dauert länger, ist anstrengender wie früher, aber ehrlich gesagt freue ich mich auch mehr als früher über Dinge, die ich mal wieder geregelt bekommen habe. ;)


    LG,
    Nicole