Beiträge von Silberdistelchen

    Hallo SaDe,


    auch ich bin froh, dass jetzt Mützenzeit ist, dabei brauchte ich früher nie eine Mütze tragen, da meine Haare recht dick waren. Es braucht wohl einfach nur Geduld. Eigentlich bin ich auch eher ein Langhaarmädchen und mag kurzes Haar an mir überhaupt nicht, und dann noch der olle Übergang…😬

    Da sich das aber nicht ändern lässt, habe ich mich damit abgefunden und schaue schon fleißig nach coolen Kurzhaarfrisuren, wie Irokesenschnitten und ähnlichen. Nur brauchen diese Schnitte ja auch eine gewisse Länge und Dichte. Grau war ich auch vorher schon und fand das nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Bei langem Haar habe ich dann sehr schöne Strähnen, die kein Frisör so hinbekommt.


    Aber kurz und grau finde ich einfach nur fürchterlich an mir selbst.

    Hallo Mädels. :)


    Mein Haarwuchs setzte schon nach den Paclis wieder ein. Ich war also nur zwei Monate lang ein Glatzköpfchen. Bei meinen Mitstreiterinnen in der Onkopraxis war ich da aber weit und breit die Einzige. Nur ist es so, dass sie sehr dünn nachwachsen. Wenn man mir von oben auf den Kopf schaut, sehe ich aus wie ein alter Mann, der so langsam lichtes Haar bekommt.:S

    Man kann die Kopfhaut durchscheinen sehen. Gibt es hier jemand, dem es ähnlich ging? Werden die Haare wieder voller? Eigentlich wollte ich sie einfach wieder wachsen lassen. Hab sie aber nochmal kurz rasiert, weil es wirklich noch krank aussieht. Oder ist das Jammern auf hohem Niveau und das Haarwachstum setzt erst nach ein Paar Wochen nach der letzten Chemo wieder normal ein?

    Auf die Neutrophile wurde auch immer sehr geschaut, waren auch oft grenzwertig. Von einer eventuellen Bluttransfusion war nie die Rede, musste immer „nur“ pausieren, insgesamt 7 Wochen…

    Habe heute in meiner onkologischen Praxis mitgeteilt, dass ich die letzte Chemo nicht mache. Dafür sollte ich nur unterschreiben, keine Probleme. Nächste Woche ist dann Abschlussgespräch und eine Woche später habe ich dann mein OP Gespräch.

    Hallo Cremjo


    Davon hab ich auch schon gelesen. Innerlich sträubt sich in mir alles, auch wenn es nur noch eine Pacli ist. Von Anfang an hatte ich Probleme, was das Blut betrifft und erfahrungsgemäß wirkt die Carbo immer noch Wochen nach. Dabei soll ja auch noch zeitnah die beidseitige Mastektomie mit Wiederaufbau folgen und ich frage mich, wie ich das dann noch durchstehen soll. Ich werde auf mein Bauchgefühl hören.

    Hallo an alle.


    Ich habe jetzt 4x EC, 11x Pacli und 4x Carbo hinter mir. Die Carbo vertrage ich auch sehr schlecht. Nach der letzten Carbo letzte Woche sind meine Thromozyten auf 33 gerutscht, 150 ist der Mindestwert. Mittlerweile bin ich am überlegen die letzte Pacli zu streichen. Das dürfte doch nicht mehr ins Gewicht fallen, oder? Zumal mein Tumor schon nach den ECs nicht mehr darstellbar war. Meine Belastungsgrenze ist mittlerweile nicht nur erreicht, sondern überschritten und ich kann nicht mehr…

    Hallo Pling, was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Es tut mir leid, dass auch du schlimme Erfahrungen in deiner Kindheit hast machen müssen. Leider mussten/müssen das viele…


    Ich würde meine Wut ja gerne endlich mal bewusst fühlen. Irgendwie finde ich sie aber nicht. Früher habe ich sie immer gegen mich gerichtet in Form von Selbstverletzungen, mich selbst kleinmachen, mich in kritische Situationen zu bringen, usw. Aber jetzt ist da nichts weiter in mir drin als Leere. Ist schon alles nicht so einfach mit dem Gefühlsleben.


    Sylvie:

    Ich arbeite schon länger an mir, auch schon vor der Diagnose. Zum Glück bin ich nicht mehr dieselbe wie früher. Mit jedem neuen Tiefschlag wird es aber nur immer schwerer…Aber ich bin noch lange nicht am Ziel und ohne professionelle Unterstützung wird das auch nichts. Ein Anfang ist aber gemacht und ich bin gespannt, wohin mich meine seelische Reise noch bringt.

    Hallo Naticatt


    Mir wurde die Wut „aberzogen“ und die Wut anderer habe ich auch immer als sehr extrem und aggressiv erlebt und ich hatte vor wütenden Menschen in meinem Umfeld immer Angst. Irgendwie ist sie mir dann auch abhanden gekommen.

    Mittlerweile weiß ich auch durch Gespräche, dass Wut aber nicht immer gleich „ böse“ ist. Eine Therapie habe ich bitter nötig, es ist nur verdammt schwer jemanden zu finden. Ich suche schon lange…

    Zum Glück habe ich mittlerweile einen Termin bei einer Psychoonkologin und ich hoffe, sie kann mir zumindest erst einmal für den Moment helfen.


    LG Silberdistelchen

    Hier ist ja schon eine Weile nichts mehr los…


    Das Thema Wut ist wirklich interessant. Ich wünschte, ich würde meine Wut endlich finden, um sie zu fühlen, rauslassen zu können. Von Kindesbeinen an habe ich nur kämpfen müssen, habe ertragen, gelitten, eingesteckt, immer wieder. Ein Trauma folgte auf das nächste. Wenn ich ein Buch schreiben wollen würde, würde das niemand drucken wollen, da sich niemand vorstellen kann, dass ein Mensch allein so viel erlebt haben kann…


    Ich habe mich aus meiner Opferrolle lösen können, viele Ängste, Selbstzerstörung und Selbsthass hinter mir gelassen und mir vor ein paar Jahren gesagt: Jetzt kann es nur noch besser werden! Und was wurde daraus? Der Krebs kam um die Ecke. Wieder einmal bekomme ich eine drauf, um dann auch noch festzustellen, dass ich mich wieder einmal auf die falschen Menschen eingelassen habe. Meine Beziehung ist am Ende. Wenn ich meine Tochter nicht hätte, würde ich nicht weiterkämpfen. Ich bin langsam müde…nicht lebensmüde, sondern Kampfesmüde und des Leidens müde. Irgendwie erwarte ich nichts mehr vom Leben. Habe keine Träume oder Ziele, außer meine Tochter noch so lange begleiten zu können, bis sie selbstständig ihr Leben leben kann. Irgendwie fühle ich mich innerlich schon wie tot.


    Wäre die Wut dann nicht auch ein Zeichen von Lebendigkeit?

    Auch wenn es schon eher etwas esoterisch klingt…so ca. ein 3/4 Jahr vor der Diagnose habe ich während meiner Joggingrunden oft den Gedanken gehabt: Was wäre, wenn ich bald sterben würde, Brustkrebs bekommen würde? Das war sehr seltsam. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt in meinem Umfeld keinerlei Berührungspunkte mit Krebs. Zudem habe ich mich körperlich besser gefühlt, als je zuvor in meinem Leben. Habe aber mein Handy oftmals oben in den Sport BH gestopft, da ich nicht wirklich Taschen dafür hatte. Hab‘ mir da oftmals gedacht: Na, ob das wirklich unschädlich ist? Hab‘ da aber rational nicht wirklich was anderes geglaubt. Auch Hatte ich eigentlich schon immer das Gefühl, dass ich nicht älter als 40 Jahre alt werde, einfach so, ohne spezifischen Hintergrund. Nun bin ich 40 und habe einen TNBC. Leider war mein Gefühl hier auch eher so, dass ich es nicht schaffen werde. Das hat mich am Anfang echt fertig gemacht. Leute in meinem Umfeld meinten dann immer, dass auch sie jemanden mit Brustkrebs persönlich kennen und alle es geschafft haben, da würde ich das doch ganz sicher auch. Ich habe darauf aber entgegengeht, dass schon allein für die Statistik dann ja auch mal jemand dabei sein muss, der es eben nicht schafft…

    Ich weiß, positiv denken ist was anderes, aber so bin ich halt. Ich möchte hier aber keinesfalls andere Betroffene runterziehen.

    @Dalya 67 Lieben Dank und dein Drückerle ist angekommen. :*


    kruemelmotte Nein, da wurde nicht drüber gesprochen. Bald habe ich aber mein OP Gespräch und werde nachfragen. Die Befunde habe ich mir immer mit aushändigen lassen. Da ich aber ein Kontroll—MRT hatte, bei dem nichts mehr gefunden wurde, habe ich mich auch nicht mehr damit befasst. An der Therapie würde das ja glaube ich erstmal nichts ändern.

    Carbo steht bei mir 4 mal auf dem Plan. 3 mal hab ich bis jetzt erhalten. Das schmeißt mich am allermeisten aus den Latschen. In manchen Praxen ist es wohl üblich, dass die Gesamtdosis Carbo auf die jeweiligen 12 Paclis verteilt wird. Bei mir wird es zu jeder 3. Pacli mit dazu gegeben.

    Das ich meine Brüste opfern muss, sehe ich auch eher pragmatisch. In ihnen wohnt der Tod, also dürfen sie gern gehen, ich bekomme ja neue dafür. Das mit den Eierstöcken schmerzt mich dafür umsomehr. Von jetzt auf gleich in die Wechseljahre und dann noch vor der Zeit. Tja. Nützt ja nix.

    Drück dich auch. :hug:


    Mareeni Danke, für deinen lieben Zuspruch. Mittlerweile weiß ich ja auch mehr darüber. Manche Ärzte sollten echt mal Nachhilfe im schlechte Nachrichten überbringen erhalten. Naja, Empathie kann man eben nicht studieren.

    Hallo an alle, schön, dass ich bei euch sein darf. :)


    Am 23.04. wurde bei mir ein triple negatives Mamma Ca. links, Ki67: 80%, HER2 neu negativ, mit Beteiligung der Lymphknoten diagnostiziert. Was für ein Schlag ins Gesicht. Zumal ich in meiner Brust nix habe tasten können, meine Achsel hatte einen sichtbaren Knoten, weshalb ich zum Arzt gegangen bin, eine Metastase…


    Ich war so geschockt, zumal mein Arzt im Brustzentrum nicht wirklich einfühlsam war. O—Ton: „Sie sind zu spät gekommen…der Krebs ist sehr aggressiv!“


    Mein erster Gedanke war: „Nächstes Jahr bin ich tot…dabei bin ich doch erst 40…was wird aus meiner Tochter?“


    Es ging dann alles sehr schnell. In der gleichen Woche Szintigraphie, CT und MRT. Die Befunde wurden mir nicht mitgeteilt, ich fühlte mich wie im Vorhof zur Hölle.

    Eine Woche später dann Portanlage — an diesem Tag habe ich dann erfahren, dass das CT unauffällig war…ein Tag später erste EC. Im MRT wurde ein weiterer Herd am Sternum und ein auffälliger Lymphknoten in der gegenseitigen Brust gefunden, wohl auch auffällige LK in der rechten Axilla. Später habe ich dann von meiner Hausärztin erfahren, dass das Szintigramm auch unauffällig war—also keine Fernmetas. Puhhh, nochmal Glück gehabt.


    Die humangenetische Untersuchung brachte zum Vorschein, dass ich eine BRCA2—Genmutation habe. Deshalb werde ich mir beide Brüste abnehmen lassen, Eierstöcke und Eileiter müssen auch gehen.


    Mittlerweile habe ich 4 ECs, 3 Carbos und 8 Paclis hinter mir. Leider waren von Beginn an meine Blutwerte schlecht und ich musste oft pausieren. Auch bin ich nicht mehr so sehr erschüttert, ich nehme es, wie es kommt. Insgesamt vertrage ich die Chemo eher schlecht. Dafür schlägt sie wohl super an. Nach den ECs war von meinem ehemals 2 cm Tumor nichts mehr zu sehen. Was für eine Freude! Warum der andere Herd aber nie erwähnt wird, ist mir schleierhaft.


    Nun bin ich im Chemo—Endspurt und habe noch 4 Paclis und eine Carbo vor mir, dann folgt die OP.


    Ich habe hier schon ein wenig gelesen und bin begeistert, wie angenehm der Umgangston doch untereinander ist. Auf anderen Plattformen ist das eher nicht so.


    Ich freue mich auf regen Austausch.:)