Beiträge von Chrissie

    Nein, ich möchte auch nicht das Angst mein Leben bestimmt.
    Mich begleitet ein altes indianisches Sprichwort: Angst essen Seele auf!


    Ich hatte am Anfang meiner Erkrankung große Ängste. Ich wollte noch nicht abtreten, hatte noch soviel vor und ....ja ich war noch niemals in New York (bildlich gesehen).
    Es war eine kurze Zeit ganz schrecklich. Ich habe geweint und mich meinen Ängsten hingegeben.


    Dann ist mir das indianische Sprichwort in den Sinn gekommen und ich wusste genau was gemeint war.
    War von meiner Seele überhaupt noch etwas übrig, oder hatte die Angst sie schon aufgefressen?
    Es war noch genug "Seele" übrig um meinen Kampfgeist zu aktivieren und meiner Angst zu sagen: Du hast genug an mir genagt! Ich kann nichts ungeschehen machen oder meine Diagnose ändern, ich muss damit leben und irgendwann auch damit sterben.
    Ich habe mich dann intensiv mit meinem sterben auseinander gesetzt und beschlossen, das ich auch mein sterben gestalten kann. Ich habe meine Familie versammelt und ihnen erzählt was ich in meinen letzten Tagen möchte und was nicht. Auch was nach meinem Tod mit mir zu geschehen habe.Es war emotional und es sind vieel Tränen geflossen. Danach habe ich mir Hospize gesucht und besichtige sie so nach und nach. Ich will meine letzte Zeit auf Erden in einer Umgebung verbringen in der ich mich wohl fühle.


    Je mehr ich mich mit dem Thema "sterben" auseinander gesetzt habe, je mehr sind meine Ängste geschwunden. Sterben müssen wir alle, nur wann das weiss niemand. Nur weil wir vielleicht eine "Prognose" haben, heißt das noch lange nicht, das die auch eintritt.
    In der Zwischenzeit freue ich mich unbändig am Leben. Ab und zu halte ich inne und mache mir bewusst, wie schön der Moment oder der Tag ist.

    Vielleicht mögt ihr ja den ein oder anderen Mutmacher von mir lesen?
    Schon recht schnell nach meiner Diagnose war klar: man hört meistens die Geschichten die nicht gut ausgehen. Aber mir sind aus meiner "gesunden Zeit" ein paar wunderbare Mutmacher im Gedächtnis geblieben und die haben mir über manches Tief geholfen.
    Alle wahr und wirklich passiert :D
    In unmittelbarer Nachbarschaft wohnt eine sehr junge Frau mit Kehlkopfkrebs. Damals hörte man ständig Y. geht es schlecht, Y. ist wieder im Krankenhaus, bei Y. hat der Krebs "gestreut", und schließlich Y. hat nur noch 3 oder 4 Wochen zu Leben!.......................das ist jetzt 7 Jahre her und Y. lebt immer noch sieht blendend aus und ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Ihr Krebs hat sich verkapselt.


    Eine Freundin hat mir mit dieser Geschichte, die ich wirklich genossen habe, Mut gemacht: Ihre Freundin (krebskrank) hat von ihrem Onkologen auch die niederschmetternd Prognose: noch 1 bis 2 Monate,bekommen.
    Von dem Zeitpunkt an hat ihre Freundin jedes Jahr zu Ostern ihren Personalausweis kopieren lassen und mit dem Vermerk: Es tut mir leid, ich lebe immer noch!, an ihren Onkologen geschickt. Das macht sie jetzt zum 15ten mal.


    Ja und ein Mutmacher der so garnichts mit unserer Erkrankung zu tun hat, aber wunderschön ist:
    Die Oma meiner Freundin hat im sterben gelegen. Die ganze Familie hat sich um ihr Bett versammelt. Der Arzt kommt ins Zimmer, hört Oma ab und meint: "Noch ein paar Atemzüge, dann hat sie es geschafft!"
    Jahre später hat meine Freundin mit Oma im Garten gesessen und sie gefragt: "Weisst Du eigentlich wie knapp das damals war?" "Ja." , hat Oma gesagt:"Ich habe auch gehört was der Arzt gesagt hat. Aber ich muss ja mit meinem sturen Kopf nicht alles machen was der sagt!" :D

    Hi, Ika!


    Weil ich mich schon sehr lange mit alternativen Heilmethoden beschäftige ( mein Schwerpunkt ist die Phytotherapie) und um ihre Gefahren weiss, mache ich alles nur in Absprache mit den Ärzten.
    Ich werde in einer Uniklinik behandelt. D.h. ich bekomme jedes Jahr im Oktober einen neuen behandelnden Onkologen/in!
    Mein erster Onkologe fand das mit der Murdannia interessant und hat sich die dazu vorliegenden Studien angeschaut. Es war von seiner Seite kein Problem die Murdannia zu nehmen.
    Mit dem Curcumin sah das schon anders aus. Der erste Onkologe war nicht begeistert von meiner Idee Curcumin einzunehmen.
    Mein derzeitiger Onkologe ist wohl Inder und sieht das ganz anders, total gelassen!

    Ich beschäftige mich schon seit mehr als 30 Jahre mit alternativen Heilmethoden.
    Das Interesse daran habe ich natürlich auch bei meiner Krebserkrankung nicht verloren.
    Ich versuche mich regelmäßig über komplimäntäre Behandlungsmethoden zu belesen und habe auch schon einige angewendet.


    Vtitamin B17 habe ich leider nicht vertragen und es in der zweiten Woche wieder abgesetzt.
    Dann habe ich über 1 Jahr Murdania genommen. Murdannia ist eine thailändische Heilpflanze. Sie soll eine günstige Wirkung bei Darmkrebs haben und auch helfen die Chemo besser zu vertragen.
    Mir hat sie gut durch meine erste Hammerchemo geholfen. Ich habe so gut wie keine Nebenwirkungen gehabt.
    Murdannia schmeckt nach Gras- einfach nur grün und das war mein Problem. Nach 1 Jahr habe ich sie beim besten Willen nicht mehr runterbekommen können.


    Seit ca. 1 1/2 Jahren nehme ich täglich Curcumin Kapseln. Sie tun mir gut und in den Zeiten in denen ich sie nehme sind meine Metastasen auch nicht gewachsen.
    Erst in dem Moment, wo ich das Curcumin wegen einer großen Leber OP absetzen musste sind die Metastasen wieder gewachsen und der Krebs hat auch in die Lunge gestreut.


    Jetzt nehme ich die Kapseln wieder und meine Befunde sind stabil. D.h. kein Tumorwachstum. Der nachteil von Curcumin ist, das es die Blutgerinnung beeinflusst und ich es vor jedem geplanten Eingriff absetzen muss. Mein Knochenmark ist geschädigt, daher die Thrombozyten sehr niedrig. Das in Kombination mit dem Curcumin ist das vor OPs nicht günstig.

    Ein fröhliches "Hallo" in die Runde! Ich bin auch hier angekommen, bzw. habe mich -nach einiger Zeit heimlich still und leise hier mitlesen- angemeldet.
    Ich bin Chrissie, noch ein paar Tage 58 Jahre alt und habe seit Sept. 2012 die Diagnose Darmkrebs mit Lebermetastasierung.
    Vermutlich bin ich durch genau das gleiche auf und ab wie viele hier gegangen.
    Schon in der ersten Woche nach meiner Diagnose stand fest, ich war "palliativ". Seitdem sind habe ich Bestrahlungen,mehrere Hammerchemos, 3 schwere OPs und 8x das Wechselbad von "palliativ" bis "völlige Heilung ist möglich" durchlebt.
    Zur Zeit bekomme ich "nur noch" Antikörper und mein Zustand kann, muss aber nicht, noch einige Jahre stabil bleiben.


    Jetzt hoffe ich das sich das alles nicht furchtbar negativ liest, denn ich bin von meiner Grundstimmung her ein positiv denkender Mensch. Deshalb habe ich schon vor einiger Zeit beschlossen nicht mehr hinzuhören, wenn die Ärzte mal wieder eine versteckte Prognose loslassen. Ich habe mir vorgenommen nur noch auf meinen Körper zu hören und der sagt mir im Moment: mir geht es gut.


    Hm, habe ich alles wichtige geschrieben? wenn nicht dürft ihr mir gerne Fragen stellen.