Beiträge von Tschetan

    Hallo Christina, ich kann dich gut verstehen. Nach 10 Minuten ist man da wieder draußen. Kannst du nicht eine Zusammenfassung vom Hausarzt schreiben lassen und die dann mitnehmen Oder am besten schon vorher hinschicken oder abgeben, mdB um Kenntnisnahme als Gesprächsgrundlage? Wenn er es dann nicht gelesen Hat, hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen.Die Ärzte haben keine Zeit sich das alles durchzulesen, wenn man da schon sitzt, dann tickt die Uhr. Du solltest auch klar sagen, das es um eine Bewertung wg Schwerbehinderung geht. Das haben die einfach nicht auf dem Schirm.... Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass du vorher bei der Anmeldung sagst, du würdest dieses erste Gespräch ohne Behandlung ,nur zur Beratung! privat abrechnen, quasi als IGEL Leistung.

    Als Privatpatient kann er jede Tätigkeit einzeln abrechnen, für ein Gespräch gibt es eine Ziffer in der Gebührenordnung, damit kann er abrechnen (die Rechnung geht dann an dich). Als gesetzlich Versicherter gibt es pro Patient ja nur eine Pauschale pro Quartal, egal wie oft man dort ist. Wenn die ausgereizt ist, dann kriegt er nichts mehr von der Kasse. Deshalb wird man dann halt nicht so gern gesehen wenn es langwieriger wird.

    Klappt aber selbst als Privatpatient nicht immer...., meine Kasse zahlt exakt zwei Arztgespräche im Jahr.

    Gruß

    Tschetan

    Hallo Zebralily,


    ich bin zur Zeit meiner Akuterkrankung als Beamtin zu einer "Tochterfirma" beaurlaubt gewesen und habe daher während dieser Zeit nichts von meinem Dienstherren (toller Ausdruck!) gehört. Aber in der Tochterfirma läuft es generell so, dass ab einer gewissen Krankheitsdauer (ab 2 Wochen! oder mehrmals in kurzer Zeit) der Arbeitgeber zu einem Krankengespräch verpflichtet ist, das liegt nicht in seinem Ermessen. So soll wohl geklärt werden, wie sich die Sache weiterentwickelt, ob ggf. ein anderer Arbeitsplatz her muss, am bisherigen etwas geändert werden sollte usw. Oder evt. eine Ersatzkraft her muss, denn irgendwer muss ja die Arbeit erledigen. Mit Drückebergertum hat das nichts zu tun, und dem Chef ist das auch nicht unbedingt angenehm, der muss das nämlich dokumentieren und ggf. seinen Höchteren Herrshcaften mitteilen Jetzt bin ich wieder in den aktiven Beamtenstatus zurückgekehrt, da ich inzwischen in Altersteilzeit arbeite und das in einer Beurlaubung nicht möglich ist. Als Beamter muss man aber vielleicht damit rechnen, dass man bei wahrscheinlich nicht wieder dauerhafter Arbeitsfähigkeit dann in den Ruhestand versetzt wird (sozusagen zwangspensioniert, natürlich dann mit den entsprechenden Abschlägen, im Prinzpi Frühverrentung für Beamte). Ich könnte mir vorstellen, dass diese Untersuchung eben dieser Einschätzung dient. Kommt derjenige "irgendwann" arbeitsfähig zurück? Oder ist davon auszugehen, dass sich keine dauerhafte Arbeitsfähigkeit (innerhalb 6 Monaten ab Untersuchung) wieder herstellen lässt. In meiner Altersteilzeit ist z. B. so, dass bei Krankheit länger als 6 Monate die Altersteilzeit-vereinbarung hinfällig wird, und ich dann wieder normal in Vollzeit fallen würde und wahrscheinlich dann im Krankheitsfall auch so eine Einladung bekäme. Falls dann von einer langfristigen mehrmonatigen Abwesenheit ohne wahrscheinliche künftige Arbeitsfähigkeit ausgegangen wird, dann würde man mich wohl zur Ruhe setzen/für dienstunfähig erklären. Von daher sollte man überlegen, wie man sich da verhalten soll/will Für "ältere" Semester, die ihre 35 Dienstjahre voll haben ist das etwas entspannter als für diejenigen, bei denen das nicht so ist. Ich z. B. kann diese 35 Jahre niemals schaffen, da ich erst als Handwerkerin gearbeitet habe, dann studiert und erst dann Beamtin geworden bin. Diese 12 Jahre vorher sind also weg für die Berechnung, dafür gibts dann Rente, die wird aber mit der Pension verrechnet....

    Also je nachdem was für dich besser ist: wenn du bleiben willst, dann würde ich betonen dass du auch wieder voll arbeitsfähig werden möchtest, falls nicht, dann eher Pessimismus verbreiten.... Ob es klappt, keine Ahnung. Lass dich doch von beraten : vielleicht gibt es bei euch einen Schwerbehindertenbeauftragten oder die Gewerkschaft? Oder frag doch mal ganz harmlos dort an, wozu das gut sein soll. Ich glaube nicht, dass die Jungs ein Problem mit der Frage...

    Vielleicht berichtest du hier mal, was dabei herausgekommen ist.

    Gruß und toi toi toi

    Tschetan


    Hallo Elli 82,


    Das ki.... ist ein Maß dafür ,wie hoch die Teilungsrate der Tumorzellen ist. Ki 15 bedeutet, dass sich 15% aller Zellen immer gerade in Teilung befinden, ki 40 z. B 40%. Je höher die Zahl,je schneller die Wachstumsrate, so kann man sich das vorstellen. Die Chemo wirkt nur während dieser Teilungzeit einer Zelle, das ist ihr Wirkprinzip. Die Chemo verhindert, das sich die Zellen ohne Probleme verdoppeln und teilen können. Daher wirkt sie umso besser, je schneller sich die Zellen vermehren wollen. Ab ki15 spricht man von einer hohen Zellteilungsrate und empfiehlt i.a. eine Chemo. Wenn der ki niedriger ist, dann sind nicht so viele gleichzeitig "in der Verdopplungsphase", das Wachstum ist langsamer und die Chemo hat nicht so viele Angriffsziele, da sie nur die gerade sich teilenden Zellen trifft. Deshalb ist die Chemo bei sehr niedrigen ki Wert einfach nicht so wirksam, man kann sie den Patienten ersparen, sie würde auch nicht so gut wirken. Vielleicht bittest du den KID um eine Auskunft, den Krebsinformationsdienst. Die bieten Super unterstützung und rufen auch zurück. Google mal!

    Gruß Tschetan

    Hallo Moni,

    Ich kann mich den anderen nur anschließen. Es gab bei mir keine größeren Schwierigkeiten nach der Mastektomie und Lymphknotenentfernung. Alles gut und problemlos abgeheilt, nach Anleitung habe ich die Narbe vorsichtig nach Abheilen massiert mit Öl. Das ist ganz wichtig, damit die Haut nicht mit dem Untergrund verklebt, das macht dann Probleme. Es wurde mir im Krankenhaus gezeigt, wie das geht. Nach der OP hat nur die Drainage geziept, sehr empfehlenswert ist ein Umhängebeutel für die Behälter. Bei uns im KKH gab es auch so herzförmige Kissen geschenkt, sehr angenehm zum unter die Achsel zu klemmen beim Schlafen. Drainage ziehen nach einigen Tagen war problemlos. Allerdings hatte ich über ein Jahr ein wenig Flüssigkeit an der Stelle des früheren Brustgewebes, aber es ist immer weniger geworden und jetzt nach fast 4 Jahren ganz weg. Nur Mut, falls man Schmerzen hat rechtzeitig

    melden! Dagegen gibt es genug Medis, keiner muss den Helden spielen. Bereits im KK gab es eine Watteprothese, danach stellt der Gyn o anderer Arzt ein Rezept für die endgültige Prothese aus. Kannst mir ja eine PN schicken, da hier keine Firmennamen genannt werden dprfen. Ich habe mittlerweile eine selbsthaftende Prothese und bin sehr zufrieden. Für die BHs gibt meine Kasse nur 2x10.- dazu und die Teile sind mir echt zu teuer, ich steh nicht auf sowas. Ich komme mit SportBHs oder Bustiers gut klar, deshalb habe ich mich für die Haftvariante entschieden. Ich glaube, dass möglichst zügige Bewegung des Armes ganz wichtig ist, nicht über die Schmerzgrenze hinaus aber täglich 10 Minuten Gymnastik, das wurde bereits 2 Tage nach der OP im KKH angeleiert. Die Übungen kann man dann zu Hause weitermachen. Ich habe keine Einschränkungen nur man darf nicht schwer tragen und nicht überanstrengen, dann wird der Arm durch die fehlenden Lymphknoten ein wenig dick. Ein bisschen Dekollte ist auch absichtlich geblieben, schön gemacht. Du schaffst das, ich drück dir die Daumen.

    Alles Gute

    Tschetan

    Hallo zusammen,

    ich habe zwar einen andere Chemo gehabt, aber mir ging es zum Ende hin so ähnlich. Die Schwitzattacken habe ich heute noch hin und wieder nachts..... Ich denke mal, die Reserven sind dann einfach langsam alle, und auch das Gehirn schaltet langsam wieder von Autopilot auf selbser nachdenken um. Jetzt beginnt die Verarbeitungsphase und das ist für die Psyche eine große Belastung. Der Körper muss sehr viel verkraften und das zehrt an der Substanz. Moderater Sport hilft da ungemein (20 Minuten pro Tag reicht schon). Ich bin heute noch (3 Jahre nach Ende der Therapie) mental oft sprunghaft und nah am Wasser gebaut. Das ist einfach so, da müssen sich die anderen dran gewöhnen. Für die Verarbeitung und den Umgang mit der Tatsachen, dass das alte Leben verschwunden ist und man sich ein neues bauen muss, habe ich mir nach 2 Jahren psychologische Hilfe gesucht. ich habe immer gedacht, ich schaffe das irgendwann wieder aktiv in die Zukunft zu denken, aber das war nicht so. Mit der Psychohilfe geht es aber Schritt für Schritt besser. Das Grübeln ist normal, aber wenn es gar nicht mehr aufhört nach Monaten, dann sollte man sich Hilfe holen. Man wird so auf sich selbst zurückgeworfen, das muss man verarbeiten und was anderes/neuesn draus machen. Man muss sich selbst neu definieren und das unfreiwillig. Aber in der Akzeptanz liegt auch die Chance Dinge zu ändern und zu überdenken, die man immer vor sich her geschoben hat. Unsere Zeit ist nicht unendlich, und wir haben das sehr deutlich gesagt bekommen durch die Krankheit. Man sollte sie also so gestalten, das man sich darin wohlfühlt und wiederfindet. Sorry für das schlaue Gelaber, aber euer Zustand ist in meinen Augen völlig normal, macht euch keine Gedanken, es kommen wieder schönere Tage!!!

    Gruß an alle

    Tschetan

    Hallo Muffin,


    nach meinem Wissen ist ein Luminal B-Typ ein BK mit Hormonsensibilität ER und PR Rezeptoren und einem hohen Ki67! So habe ich es jedenfalls gelesen und auch vom Arzt erklärt bekommen. Bei einem niedrigen Ki67 spricht man doch von Luminal A????? Das sind wohl die meisten. Ich z.B. bin ein Luminal B-Typ. Ki67 mit 40% (daher unbedingte Chemoempfehlung) und ER und PR jeweils 12/12.

    Viele Grüße

    Tschetan

    Hallo Rieketom,

    wenn ich deine Beiträge richtig gelesen habe, dann ist dein Tumor höchst hormonabhängig. ER12 von12 und PR 12von12. Mehr geht nicht. Ich würde es nehmen, warte doch erst mal ab. Deine beste Therapiemöglichkeit! Es bekommt doch nicht jeder alles, was auf den Beipackzetteln steht. Da kann man auch ein wenig gegen Anarbeiten mit Sport o.ä. Lass dich doch bitte vom KID oder deinen Ärzten ein wenig beraten.

    Sei bitte nicht böse, aber was für Beweise erwartest du denn von den Foris? Das sie noch Beiträge schreiben und somit noch am Leben sind, weil sie die Therapie machen? Sorry, aber andere ohne diese Hormontherapiemöglichkeit würden vielleicht viel für diese Chance geben. Ich habe auch 2 Jahre TAM genommen und habe inzwischen auf einen Aromatasehemmer gewechselt. Ja ich habe Nebenwirkungen, aber ich lebe noch. Und ich versuche auch damit möglichst gut zurechtzukommen, das finde ich für mich besser als wahrscheinlich schnell ein Fortschreiten oder einen Rückfall zu erleiden.

    Nur Mut, erst mal probieren.

    Alles Gute

    Tschetan

    Hallo zusammen,

    Da meine Nachsorge künftig nur noch alle 6Monate stattfindet, habe ich mich entschlossen, meine Tumormarker alle 3 Monate durch meine Hausärztin bestimmen zu lassen. Nach der ersten Bestimmung (natürlich ein anderes Labor als das bei meiner Gyn), musste ich leider feststellen, dass sich alle Werte stark erhöht haben (meine persönlichen Ausgangswerte CEA 2,8, CA15-3 10, CA125 15). Jetzt CEA 5,8, CA 15-3 15,2 und CA125 22,2. Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen Gemacht? Meine Ärztin hat mich auch schon für morgen zum Gespräch gebeten. Ichhabe diese Woche auch nochmal Bestimmung durch meine Gyn, aber ich habe einfach Angst.

    Tschetan

    Hallo zusammen,

    danke für eure Rückmeldungen. Ich will auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben. Körperlich geht es ganz gut, bis auf die immer schlimmer werdende Polyneuropathie in den Fingerspitzen. Mental könnte besser sein. Ich habe heute die Todesanzeige einer Bekannten gelesen, die ich aus der FSH Gruppe kannte. Sie hatte schon länger nicht mehr geschrieben und ich wusste, dass sie große Hoffnung in Ibrance gesetzt hatte. Leider vergeblich. Vielleicht kennt sie jemand hier im Forum, ich glaube ihr Name hier war Mirablanca. Ja, die Angst kommt dann wieder an die Oberfläche gekrochen. Auch ist bald wieder Nachsorge, ich persönlich finde die Tumormarker wichtig (ist aber meine persönliche Meinung, die von meiner GYN nicht geteilt wird). Außerdem im Dezember ein CT von Lunge und Abdomen. Draußen haben die Vögel die zertretenen Nüsse entdeckt. Kleine Dinge können einen sehr berühren. Die Blätter fallen, aber die neuen Knospen sind schon fertig und warten. Wir wollen sie gern im Frühjahr austreiben sehen, nur Mut!

    Tschetan

    Hallo Heideblüte,


    Ich melde mich, bin heute und morgen nicht zu Hause. Aber ich bin Selbstzahler weil Beamtin. Ich bekomme immer eine Rechnung von der Apotheke die die Arztpraxis direkt beliefert. Ich weiss nur, dass meine Krankenkasse nur einen Festpreis zahlt, da mein Zometa aber teurer ist, bleibt ein Selbstbehalt über die Differenz

    wie eigentlich für fast alle Medikamente die mir verschrieben werden, beim Letrozol ist es genauso..... Für diesen Festpreis gibt es also ein Medikament, nur nicht das was mein Arzt verwendet. Ich schaue mal in meine Rechnungen..... Dazu kommt halt noch die Aztrechnung für die Tätigkeit der Infusion und die Laborrechnung für das Blutbild, aber bei mir geht es halt immer über Rechnung, das läuft ja bei der GKV anders.

    Ein großes Blutbild wird nicht verlangt, es wird immer bei der Infusion ein kleines gemacht. Bevor man anfangen darf mit den Bisphophonaten musste ich zum Zahnarzt und eine Bescheinigung mitbringen, dass keine größeren Sachen anstehen. Ich melde mich per PN (wenn ich das hinkriege😊)

    Gruß

    Tschetan

    Hallo ihr alle zusammen,

    In Hannover kann man nicht mal so einfach eine Knochenmarkstanze machen lassen. Ich habe mich vor einiger Zeit erkundigt. Das ist ein chirurgischer Eingriff, den man im Rahmen von Studien wohl ggf. angeboten bekommt und der dann unter Vollnarkose während der OP gleich mitgemacht wird. Falls man nicht in einer entsprechenden Studie ist, muss man erstmal einen Chirurgen im KKH finden, der das macht. Danach wird das ja erst von geeigneten Laboren untersucht, das macht ja nicht unbedingt das KKH, das die Entnahme durchgeführt hat. Das kann man mit einer Stanzbiopsie der Brust überhaupt nicht vergleichen. Mein Onkologe (und der kennt alle und jeden) hat das außerhalb von Studien nicht befürwortet, auch weil das Vorhandensein eben zu keiner eindeutigen Prognose bzw. Therapie führt. Es gibt Patienten, die ohne nachgewiesene Zellen Metastasen entwickeln oder umgekehrt. Mit den Ergebnissen muss man dann auch leben. Eine Kassenleistung ist das wohl nicht, sondern müsste privat bezahlt werden. D.h. Erst den chirurgischen Eingriff und dann die Laboruntersuchungen. Bisphophonate hat er schon befürwortet, auch wg. der Osteoporosegefahr unter Aromatasehemmern. Ich konnte ihn überreden, 6x insgesamt alle 6 Monate. Die Nebenwirkungen waren bis auf leichte grippeähnliche Symptome bei der ersten Infusion nicht vorhanden. Nix. Kosten pro Infusion ca. 60 Euro für das Mittel und die Rechnung fürs Einflößen🙄. Wenn man schon niedrige Knochendichte hat, dann sollte es wohl Kassenleistung sein, das kann man vorher mit seiner Kasse klären. Alles Gute für euch Tschetan




    Hallo Celia,

    Die Chemo hatte ich auch, sie heißt auch Schema nach Möbus (der hats erfunden). Allerdings nicht neoadjuvant, sondern nach OP. Wenn du nach Beiträgen von mir suchst, müsstest du was zu dem Thema finden. ETC Epirubicin, dann ein Taxol, dann Cyclophosphamid. Immer 14 tätig.

    Gruß

    Tschetan

    Hallo Chippendale,

    Ein DCIS kann man wohl nur sehen ,wenn bereits Mikrokalk da ist. Der Kalk sind abgestorbene Zellen. So hat mir das erklärt. Das DCIS kann viel größer sein, als das Areal mit dem Kalk. Bei mir war das so, kleines Kalkareal, DCIS 8 x 12cm, innen dann zwei kleine Tumore 3 und 4mm. Leider bildet es auch keine tastbaren Knoten, das war dann nur der kleine Tumor. Sagen kann das keiner, auch Kalk ist nicht gleich Kalk. Das schätzt der Arzt dann ab, ob das nur beobachtet wird oder biopsiert.


    Bei der Mammographie sieht man nur den Kalk. Das ist das doofe,dass diese Vorstufe, bei der man nicht weiss, ob sie so bleibt oder invasiv wird, oft viel großflächiger operiert werden muss als ein reiner Tumor Knoten, der eine klare Größe hat....

    Gruß

    Tschetan

    Hallo Xami69,

    meine Diagnose habe ich vor dreieinhalb Jahren erhalten. Im Rahmen der üblichen Früherkennungsuntersuchung hat mein Arzt einen Knoten ertastet. Ich selbst habe nichts bemerkt, da ich schon immer eine sehr "knotige" Brust hatte (fibrozystische Mastopathie heisst das wohl). Da seit der letzten Mammographie erst 11/2 Jahre vergangen waren, haben wir die nächste Mammographie dann vorgezogen, dort war dann Mikrokalk zu sehen, der sich recht schnell entwickelt haben muss. DCIS nennt man das, eine Vorstufe von Brustkrebs, Inmitten dieses DCIS (kann man nur in der Mammographie sehen) ein kleiner Tumor. Danach Vakuumbiopsie, kein Clip und eine Woche später per Telefon (das hatte ich so gewünscht), das Ergebnis des Pathologen, bösartig und sehr hohe Wachstumsrate.Die Wartezeit zwischen der Biospie und dem Anruf, naja ihr wisst ja wie das ist....

    Man funktioniert erstmal im Autopilotmodus und zwingt sich zur Ruhe. Dann Termin im Brustzentrum gemacht. Im Gespräch habe ich mir soweit möglich gemerkt, was alles auf dem Befundzettel an Abkürzungen usw. stand. Hätte ich aber wohl auch als Kopie haben können. Die Tumorgröße selbst war sehr klein, aber das umgebende DCIS sehr groß, deshalb brauchten die auch keinen Clip, um die Stelle wiederzufinden. Der Arzt sagte mir, dass bei einem derart großen DCIS die Chancen auf eine brusterhaltende OP gering seien. Was soll ich mit einer Viertelbrust anfangen? Also habe ich mich da schon verbindlich auf eine Mastektomie festgelegt, ohne Aufbau. Das tue ich mir nicht an um anderen etwas vorzugaukeln, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wäre nach den vielen durchtrennten Nerven und ohne Brustwarze eigentlich nur Hülle mit fremden Inhalt ohne Gefühl gewesen. Da war der Arzt noch ganz hoffnungsvoll...., nur Minitumor kein Problem, Lymphknoten im US völlig unauffällig. Ich bin einen Tag vorher ins KK, die Aufnahme hat sich lange hingezogen, aus Platzmangel bin ich dann in der Wöchnerinnenstation gelandet. Ich wollte ein Doppel- oder Einzelzimmer, scheißegal auf die Zuzahlung. Und in der normalen Station war alles voll. Es war ein wunderschöner Tag im Mai, die Sonne schien abends noch und eine Drossel hat herzzerreissend draußen gesungen. Ich hatte nur einen einzigen Gedanken im Kopf: Hoffentlich hat es nicht schon gestreut... , was muss ich alles regeln wenn doch.

    Die OP selbst war problemlos, ich sollte auch gleich aufstehen. Schmerzen hatte ich fast keine, nur die Drainagen haben bei manchen Bewegungen sehr gepiekt, dass war sehr hässlich... Es gibt auch genug Schmerzmittel, rechtzeitig melden! Bereits am nächsten Tag begann die Kranken-gymnastik. Ein Beutel zum Umhängen für die blöden Drainagebehälter das isses!) Dann geht das Warten wieder los, denn das herausoperierte Material (bei mir halt alles) wird ja wieder in der Pathologie untersucht. Bei mir war es leider so, dass die beiden Wächter (man kann auch mehrere haben) schon sichtbar befallen waren, da braucht man keinen Schnellschnitt während der OP mehr um zu entscheiden. Deshalb wurden gleich während der OP die Lymphknoten der nächsten Ebene (I und II) mit entnommen. Es waren insgesamt 15, davon waren 7 befallen. Die beiden Tumore waren sehr klein 3 und 4 mm und saßen innerhalb dieses großen DCIS-Areals. Danach war leider Schluss mit dem Riesenoptimismus. Die Pathologie hatte festgestellt, dass der erforderliche Sicherheitsabstand nicht erreicht war, also nach 5 Tagen nochmal operiert. Danach war alles weg, zumindestens im OP-Gebiet.

    Wg. der Lymphknoten nach der OP dann Skelettszinti und CT. Erklärt hat das keiner, aber heute weiß ich dass damit Fernmetastasten gesucht werden. Im Nachgang ist gar nicht so interessant was einem gesagt wird, sondern was nicht gesagt wird.

    Wundheilung war völlig problemlos, nach einigen Tage wurden die Drainageschläuche gezogen und ich konnte nach Hause. Zuvor habe ich ca. 8h auf ein kurzes Entlassungespräch gewartet (diensthabende Ärztin hatte leider 2 komplizierte Entbindungen vorher und war genauso fertig wie ich. Da kam leider nicht viel, nur ein Zettel mit Statistik und viel Glück für sie). Später in der Chemo waren prima Ärzte, die man auch mal in Ruhe sprechen konnte!

    Leider hat die psychoonkolologische Betreuung (die müssen sie dir in einem Brustzentrum anbieten) zu dem Zeitpunkt nichts bewirkt, das ist einfach zu früh wenn man da so im Bett liegt.... Ich hätte die Dame an die Wand klatschen können.

    Die Brust ist weg, aber die Operateure haben das sehr gut gemacht. Heute ist nur noch eine blasse waagerechte Narbe zu sehen, die sich vom Brustbein bis unter die Achsel zieht. Ich habe auf Anraten der Schwestern nach Abheilung sofort mit vorsichtiger Narbenmassage (zeigen lassen) begonnen, die ich bis heute einmal am Tag durchführe, damit das Gewebe nicht verklebt und alles schön locker bleibt. Hin und wieder massiere ich ein wenig Narbenöl ein.

    Da mein Tumor eine hohe Wachstumsrate hatte Ki40% und somit auf eine Chemo gut reagiert (nur sich gerade teilende Zellen werden ja mit der Chemo wärend ihrer Teilung erwischt, leider auch Haarwurzeln und Schleimhautzellen), kam dann eine Chemo nach ETC Citronschema nach Möbius. Keine Zeit zum Sportabzeichen machen aber auch kein Totalausfall....

    Danach Bestrahlung des Brustkorbes und der Lympfabflusswege, wg. der vielen befallenen Lymphknoten. Bei brusterhaltender OP gibt es meines Wissens nach immer Bestrahlung... Reden wir später drüber, wenn deine Op vorbei ist und alles verheilt ist :thumbup:

    Da mein Tumor auch noch hochgradig hormonabhängig war ER12/12 und PR12/12, jetzt Antihormontherapie. Erst 2 Jahre Tamoxifen, seit 1/2 Jahr jetzt Aromatasehemmer. Können wir auch später drüber reden, erstmal alles Gute für dich.

    Hör auf, im Internet zu googlen oder auf Nebenwirkungen zu warten! Frag deinen Arzt, der muss das erklären können. Wenn er das von sich aus tut, nerven!!! Mir haben die Leute von der Onkoambulanz (da habe ich Chemo gemacht) mit ganz vielen Tips geholfen. Die sehen den ganzen Tag nichts anderes und kennen sich gut aus... Wer nichts weiß muss was glauben, Information (seriöse) gibt es beim Krebsinformationsdienst oder bei mamazone und mammamia, die haben auch Broschüren zum Bestellen oder Downloaden. Außerdem kann beim KID anrufen, die rufen zurück und beraten ausführlich. Kann ich nur empfehlen. Viele Ärzte wissen überhaupt nicht, was sie mit einem hingeworfenen Satz alles anrichten. Da grübelt man dann tagelang und interpretiert da irgendetwas rein. kein Arzt kann uns sagen, das alles gut ist und wir den Krebs besiegt haben, das weiss der nicht..., der weiß auch nicht ob wir nächstes Jahr tot sind. Wer so etwas behauptet, ist unseriös. Wir können es nicht wissen, wir können nur hoffen und unseren Teil dazu beitragen. Statistik ist Statistik, da steht kein Name rechts oder links!

    Was man akzeptieren muss (auch ohne es zu wollen), das bisherige unbeschwerte Leben ist Vergangenheit. Das alte Leben gibt es nicht zurück, wir müssen uns neu erfinden und auch unsere Familie/Freunde mitnehmen. Die müssen sich auch neu positionieren, manche sind dann weg. Sag was dich bewegt, lass die anderen teilhaben. Sie sollen dir helfen und dich unterstützen. Schweigen bringt nichts, sprich aus was dich freut oder nervt. Niemand kann deine Gedanken lesen. Alle erwarten, dass du nach einiger Zeit wieder so bist wie vorher. Ich bin nicht wie vorher und ich sage das auch. Das müssen dann mal die anderen akzeptieren.

    Ich will nicht verhehlen, dass ich nach der Therapie in ein tiefes Loch gefallen bin, als ich erkannt habe, dass es nicht mehr so wird wie früher. Aber ich versuche mich neu zu postionieren und bin dadurch vielleicht freier als früher. Man übersieht so viel, wenn es einem einfach gutgeht. Was man hat, schätzt man selten (hat mir mal jemand gesagt in anderem Zusammenhang).

    Schritt für Schritt, jetzt erstmal die OP, dann gehts weiter (du und die Welt ihr seit auch Weihnachten noch da und noch viel länger)

    So, jetzt genug gequasselt

    Alles Gute für dich und alle anderen, bei genaueren Fragen, email

    Tschetan

    Hallo Xami69,

    ich bin zwar nicht vom Fach, aber vielleicht helfen dir meine Erklärungen etwas weiter. Meine Daten stehen in meinem Profil, sie sind ähnlich auf den ersten Blick.

    multifokal: mehrere Tumor Herde in einem Quadranten der Brust. Die Brust teilt man in vier Quadranten ein wie Tortenstücke ungefähr. D.h. sie liegen alle in einem der vier.

    N. Wahrscheinlich die Abkürzung für NST nonspecial Type, also nicht spezieller Typ.

    Invasivduktal: in die Milchgänge einwachsend, es gibt auch invasivlobulär, da wächst es in den Milchläppchen. Da sie dicht beieinander sind, markiert man die Stelle mit einem Drahtclip, damit der Operateur sie sicher wiederfindet und entfernen kann.

    SNB: Sentinentalbiopsie, das heisst es wird der Wächterlymphknoten bei der OP entfernt und untersucht. Ist er frei von Tumorzellen, dann bleiben die anderen Lymphknoten drin. Wenn nicht, Dann wird während der OP die Axillaresektion gemacht, d.h. es werden noch mehr Lymphknoten mit herausgenommen. Um den Wächter Knoten (der erste durch den die Lymphe im OP Gebiet abfließt) finden zu können, bekommt man eine gering radioaktive Marker Flüssigkeit injiziert. Die markiert dann den Weg der abfließenden Lymphe und so kann dann mit einem Detektor während der OP der Wächterknoten gefunden werden. Dazu muss man halt in die Nuklearanteilung. Diese Marker Flüssigkeit baut sich innerhalb weniger Stunden wieder ab und ist nicht gefährlich, hier wird keiner verstrahlt.

    Therapeutische MammaPlastie weiss ich nicht, aber da du ja brusterhaltend operiert werden sollst, heisst das evt. einfach man versucht es optisch gut hinzugekommen.

    G3 ist eine Eigenschaft des Tumors die aussagt, wie verändert die Zellen im Vergleich zu gesunden sind, also ein Maß für die "Entartung". ER und PR sind auch Eigenschaften, die Tumorzellen haben Östrogen (ER) und Progesteron (PR) Rezeptoren auf der Oberfläche.

    Das bedeutet, dass man ihnen durch eine Antihormontherapie im Anschluss das Leben richtig schwer machen kann, da man ihnen quasi die Wachstumsanreize entzieht, die durch die Hormone im Körper sonst vorhanden wären.

    Vor der OP kommt ja noch ein Aufklärungsgespräch. Schreib dir deine Fragen auf, und lass dir alles erklären, bis du es verstanden hast. Das ist dein Gutes Recht und Informationen sind wichtig, um die Behandlung zu verstehen und zu unterstützen. Ggf. Nimm jemand mit, der dich unterstützt, man ist ja aufgeregt und denkt nicht an alle Fragen! Ich hoffe, du bist in einem zertifizierten Brustzentrum, je mehr Patienten behandelt werden, desto besser. Da sind alle in Übung und haben Erfahrung. WENN du Zweifel bezüglich der Behandlung und der weiteren Therapie hast, hole dir eine Zweitmeinung, auch das ist dein gutes Recht. So viel Zeit hast du.

    Ich drücke dir die Daumen, du schaffst das. Wir sitzen alle im gleichen Boot, wenn es los geht kann es nur besser werden. Hier findest du immer Unterstützung, das Warten ist mit das Schlimmste.....

    Gruß

    Tschetan

    Hallo Mata,


    deine Frage kann ich nicht wirklich beantworten, aber vielleicht kann man es sich so vorstellen: Ein Tumor besteht nicht aus homogenen Zellen, sondern enthält verschiedene "Sorten" mit verschiedenen Eigenschaften. Duch die Chemo sind wohl die sich besonders schnell teilenden (mit dem hohen Ki Wert) erwischt worden, übrig geblieben sind die mit Ki-67 5%. Die haben nicht so gelitten, da sie sich ja nur selten teilen und daher mit Chemotherapie nicht so erwischt werden. Und diese Sorte hat halt auch die anderen Hormonrezeptoreigenschafrten. Was jetzt noch da ist/war zur OP , hatte die Chomo "überlebt". Aber frag doch mal deine Ärzte im BZ danach, die sollten das doch wissen...

    ich habe mal in einer Zeitschrift einen Artikel darüber gelesen, die verschiedenen Arten und Eigenschaften erklären vielleicht auch, warum ein Rezidiv dann ganz andere Eigenschaften als der ursprüngliche Tumor. Die sind vielleicht einfach übergeblieben nach der Behandlung, deren Eigenschaften wurde vielleicht überdeckt durch die Mehrzahl der ursprünglichen Tumorzellen und deren Eigenschaften.


    Gruß

    Tschetan

    Hallo zusammen,


    soweit mir bekannt ist, richtet sich der als zumutbar angesehene Prozentsatz (1 bei chronischen Krankheiten,2, 3, 4% usw. geht wohl bis 7) nach dem Bruttojahreseinkommen, dabei wird auch das Einkommens des Ehegatten/gattin mit eingerechnet und ich glaube auch die Zahl der Kinder. D.H. es gibt jeweils eine Bruttoeinkommensgrenze bis zu der ein bestimmter Prozentsatz gilt, wer mehr verdient rutscht in die nächsthöhere Stufe . https://www.verbraucherzentrale.de/zuzahlung-befreiung Da kann man sich schlaumachen, es gibt auch einen Beispielrechner! Verlinken habe ich leider nicht geschafft.....

    Grüß an alle

    Tschetan