Beiträge von Bimora

    Zu Lisas und Gartenfees Beitrag:

    Also ich musste 2017 zu 30 Bestrahlungen mit dem Taxi zur Uniklinik, die 42 km entfernt liegt. Mein Eigenanteil betrug 10%. Das waren pro Tag etwas mehr als 16€. Da ging mehr als meine halbe Rente drauf.

    Zur Chemo (insgesamt 16 Fahrten) und sonstiger Untersuchungstermine im Brudtzentrum wurde ich immer privat gefahren. Hier gab es gar keine Erstattung der Fahrkosten. Mein Antrag auf Fahrkostenerstattung wurde von Krankenkasse trotz entsprechender Bescheinigung der Uniklinik abgelehnt. Wie unterschiedlich das doch gehändelt wird - unglaublich!

    liebe Sonnenglanz,

    am 13. Mai 2012 (Muttertag!) ist meine Mutter an Leukämie gestorben. Sie hatte die Diagnose am 19. Januar 2011 bekommen und mehrere Chemoblocks im Krankenhaus hinter sich gebracht. Damals bekam ich schwere Depressionen, war 2 x in einer Akutklinik und hatte jahrelang Psychotherapie. Ich nahm auch Antidepressiva, die man dieses Jahr ausgeschlichen hat. Es ging mir auch recht gut, mit der eigenen Diagnose Krebs, ging meine Depression zurück. Erst mit dem momentanen Stress mit den Kindern kommt alles wieder hoch. Ich hatte bei meiner Krankenkasse angefragt, ob ich evtl. nochmal in die Klinik gehen könnte, die Kostenpbernahme für diese Klinik wurde aber abgelehnt. Vielleicht sollte ich mir eine Schmerzklinik suchen? Dieses ständige Bohren in den Knochen zermürbt halt echt.

    Mein Mann redet nicht mit mir. Wir leben oraktisch bereits getrennt im gemeinsamen Haus.

    Hallo Ihr Lieben alle, wenn ich hier lese, merke ich, dass ich voelleicht doch nicht ganz alleine bin.


    Hatte ein Mamma-Ca, cT1c cN0 MX, ER 12/12, PR 0/12, Her2neu 3+, Ki-67 50%.


    Behandlung:
    1. neoadjuvante Chemotherapie mit 4xEC, 12xPaclitaxel und duale Blockade,
    2. brusterhaltende OP,
    3. 30 Bestrahlungen,
    4. 5 Jahre Letrozol,
    5. halbjährliche subkutane Injektion von Prolia (Denosumab), da bereits Osteoporose diagnostiziert wurde.


    Letrozol soll lt. meiner Ärzte meine „Lebensversicherung“ sein, aber das war es dann aber auch schon an „positiven“ Aspekten. Auch ich war immer eher untergewichtig und hab jetzt nach 20 Monaten über 20 kg zugenommen. Wegen teuflischer Knochenschmerzen/Gelenschmerzen/Muskelschmerzen im gesamten Körper kann ich nachts nicht mehr schlafen. Kaum nicke ich ein, bin ich auch schon wieder wach. Wegen dieser bohrenden Schmerzen muss ich ständig die Stellung wechseln. Bin nur noch am rumrotieren. Um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen, schlucke ich nun täglich Schlaftabletten, Zopiclon.
    Ich leide seit Jahren an Arthrose, habe in beiden Knien Schlittenprothesen. Ich kenne also Schmerzen. Aber diese Schmerzen jetzt vermitteln den Eindruck, als sei jeder einzelne Knochen im Körper gebrochen. Dann verformen sich auch meine Hände, beulen irgendwie an den Handgelenken und den Fingergelenken aus und manchmal sind meine Finger ganz blau. Seit Sommer hab ich jetzt auch noch einen Ausschlag am ganzen Kinn, den Oberarmen und den Pobacken. Kann ja auch nur von dem Teufelszeug kommen. Schmerzmittel (Gabapentin, Tilidin und Etoriax) habe ich monatelang täglich geschluckt, hat kaum geholfen. Nehme sie jetzt nicht mehr. Ich bin absolut angenervt, verzweifelt und total empfindlich und manchmal auch aggressiv. Hab mich bereits mit meinen 3 erwachsenen Kindern und auch mit meinem Mann überworfen. Trotz meiner Schmerzen holte ich immer noch die Kinder meiner Tochter von Schule und Kita ab, hüte sie, während sie selbst arbeiten geht um sich eine Reinemachefrau leisten zu können. Auch in den Schulferien sprangen wir, mein Mann und ich, ein. Von anderer Seite wird dann aufgerechnet, „ Sohnemann (5) hat gesagt, Oma mus immer auf x und y aufpassen, deshalb hat sie für mich so wenig Zeit.“ Hier arbeitet die Mutter nicht und ist zu Hause. Zum 3. Sohn und Familie besteht gar kein Kontakt mehr, auch nicht unter den Geschwistern. Die ganze Situation macht mich so fertig. Ich habe mich jetzt ganz zurück gezogen, bin nur noch am Weinen. Passe auch nimmer auf die Kinder auf, das macht jetzt mein Mann nach seiner Arbeit. Auch seinen Sommerurlaub 2019 nimmt er während der ersten 3 Ferienwochen. Die Eltern gehen in der Zeit 10 Tage auf Kreuzfahrt. Mit mir hat er sich da vorher nicht abgesprochen. Ist ja alles so selbstverständlich. Wenn meine beiden kleinen Hunde nicht wären, ging ich gar nimmer vor die Tür. Halte einfach nichts mehr aus. Jetzt bekomme ich 3 meiner Enkel überhaupt nicht mehr und 2 nur noch selten zu sehen. Mein Mann meint, ich soll mich entschuldigen. Aber wofür? Dass ich es gewagt hab mal „nein“ zu sagen? Das macht mich alles sehr, sehr traurig. Und unser Haus ist mir eine Last. Nicht nur finanziell (noch 170.000€ Schulden drauf, da wir jahrelang nicht tilgen konnten - mussten für das „private“ Altersheim meiner Schwiegermutter zahlen). Den Haushalt bewältige ich mit diesen Schmerzen auch nicht mehr. Weiß nicht, wann hier das letzte mal nass durchgewischt wurde. Oder die Fenster geputzt. Autofahren fällt mir auch sehr schwer, da ich mit meinen Händen kaum mehr das Lenkrad umfassen und festhalten kann. Auch fällt es schwer, die Pedale zu treten. Ein Arzt meinte gar, eigentlich dürfte ich so nimmer fahren.

    Weitere Nebenwirkungen von diesem Aromatasehemmer Letrozol:

    Hitzewallungen, aber mit denen könnte ich leben. Dann friert es mich auch wieder. Was mir in letzter Zeit auffällt, mir fehlen oft bestimmte Begriffe - Wortfindungsstörungen. Und ich bin schrecklich vergesslich. Ich nehme den Kugelschreiber zur Hand, um etwas aufzuschreiben, damit ich es nicht vergesse - aber es ist schon weg! Weiß nimmer was ich notieren wollte. Es ist echt zum Verzweifeln!


    Manchmal, eigentlich eher immer öfter, bereue ich, mich dieser ganzen Krebsprozedur ausgesetzt zu haben. Aber keiner kann mich da verstehen. Ich fühle mich schrecklich alleine! Freunde hab ich irgendwie keine. Da war ja immer die Familie. Da war für Freundschaften keine Zeit mehr. Und bin so des Lebens müde...

    Liebe Evi,


    ist das schön! Ich freue mich für Dich und auch für mich. Ich hatte letztes Jahr auch die Diagnose Her2neu 3+ mit Ki67 von 50%. 6 Monate Chemo, 4 EC und 12 Pac. Danach brusterhaltende OP, momentan Bestrahlung (12 von 30 sind geschafft). Alle 3 Wochen Antikörpertherapie mit Trastuzumab (Herceptin), erst als Infusionen, seit neuestem als Spritze in Oberschenkel. Zudem Antihormontherapie (Letrozol) und alle 6 Monate Denosumab, da ich bereits Osteoporose habe.
    Dein Beitrag macht so viel Mut, dass dies alles nicht umsonst ist. Mein Mann hatte auch Krebs, Harnleiterkrebs mit Verlust der rechten Niere, ein Jahr später Blasenkrebs. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.
    Ich wünsche Dir und auch allen anderen hier noch ganz viele gute Jahre!
    Bimora


    Was ist eigentlich Brachy?

    Hallo Ihr Lieben,


    nach 7 Monaten Chemo, dann OP, bin ich momentan in der Bestrahlungsphase. 10 von 30 Terminen hab ich bereits hinter mir. Neben den üblichen Nebenwirkungen der Chemo wie Neuropathien, Haarverlust und Dauerschnupfen, leide ich an extremen Juckreiz, besonders an den Armen. Es ist zeitweise so schlimm, dass ich mich blutig kratze. Da ich mit Hautproblemen an der Nordsee bereits früher gute Erfahrungen gemacht habe, würde ich meine Reha gerne auf Föhr machen. Aber es gibt da 2 Kliniken. Welche könnt Ihr empfehlen? Wer kennt beide? Über eine Antwort würde ich mich dolle freuen.


    Es drückt Euch alle herzlich
    Bimora

    Danke Annemone, für die liebe Antwort. Meine 2 Wauzis habe ich noch nicht sehr lange. Es sind 2 Tierschutzhundchen aus Ungarn, kommen beide aus einer Tötungsstation. Natürlich sind sie sehr sehr anhänglich, kennen halt nichts Gutes. Und die kleine Alize, ein Sheltie-Mix, ist halt NUR am Abschlecken. Sie ist jetzt 10 Monate alt und ich versuche gerade, ihr dies etwas abzugewöhnen. Mein Mann sagt, sie ist ein Wirbelsturm mit 4 Pfoten und einer Zunge. Struppi, etwa 5 Monate älter, ein kleiner Yorki-Mix, ist etwas ruhiger. Er leckt auch mal, aber nicht so permanent wie Alize. Wir adoptierten die 2 im März, sie wurden im Mai gebracht und Ende Juni erhielt ich die Diagnose Brustkrebs. Eigentlich wollte ich mittwochs mit den beiden zur Hundeschule, jetzt fahre ich mittwochs zur Chemo. Das war so leider nicht geplant, aber wir versuchen das Beste draus zu machen. Und die 2 sind auch wirklich allerliebst. Sie halten mich bei Laune und wenn ich am Tage müde bin, schlafen sie mit mir auf der Couch. Ich bin nie alleine. Hab meine Krankenpfleger immer um mich. Lach!
    Allen Leidensgenossen einen Riesendrücker und eine herzliche Umarmung! Und von meinen Hundis eine liebevolle Abschleck!

    Seit Beginn meiner Chemo im August 2016 fahre ich selbst kein Auto mehr. Ich leide an Schwindel und Sehstörungen, auch macht mir immense Müdigkeit zu schaffen. Hab auch 4x EC und 12x Pacli, davon die 4 EC und 3 Pacli geschafft. Also ich rate vom Autofahren auch ab. Passiert etwas, zahlt unter Umständen wegen der verabreichten Medikamente keine Versicherung.


    LG von Bimora